Mehr Zukunft wagen

Martin Schulze Wessel erzählt, wie der Prager Frühling aus einer langen, spannenden Vorgeschichte entstand

Für alle LeserIrgendwie beschäftigen sich zumindest die Medien in diesem Jahr mit diesem besonderen Jubiläum: 1968. Das war nicht nur eine Kette von Demonstrationen, Tumulten und Studentenunruhen im Westen. Das war auch der Prager Frühling, den die Menschen in der CSSR gar nicht so nannten. Es ist ein westlicher Begriff, der regelrecht verklärt, dass hier wirklich ein Experiment stattfand, den Sozialismus menschlicher zu machen.

Wobei schon das Wort Experiment falsch ist. Es ist ein erstaunliches Buch, das der Münchner Historiker Martin Schulze Wessel hier vorgelegt hat, weil der Spezialist für osteuropäische Geschichte etwas gemacht hat, was man so aus der westlichen Geschichtsperspektive kaum erwartet: Er hat die Entwicklungen in der CSSR als eigenständigen Vorgang betrachtet und direkt aus den tschechischen, slowakischen und russischen Quellen rekonstruiert.

Wenn wir heute auf den Prager Frühling schauen, dann dominiert oft das Bild vom Reformer Alexander Dubcek, der im Frühling 1968 irgendwie aus eigenem Antrieb begann, die CSSR zu reformieren und einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ zu entwerfen. Das Ganze wird irgendwie zur Tat eines einzigen Mannes, der dann im August nur den sowjetischen Panzern weichen musste – eine Heldengeschichte also. Wie üblich.

Aber sie inszeniert eine Geschichte, die so nicht stattgefunden hat – und die vor allem eines negiert: Dass der Ostblock seine eigenen historischen Kulissen und Spielregeln hatte. Es ist erstaunlich, wie sehr das heute schon vergessen ist. Das betrifft auch die einstige DDR und die Friedliche Revolution. Am liebsten wird die Geschichte als „Wunder“ erzählt, gar als kirchliche Bewegung. Die Akteure in der SED-Spitze werden abgewertet oder weggewischt. Als hätten sie einfach nur versagt.

Dabei ähnelte der Herbst 1989 erstaunlich dem Prager Frühjahr 1968. Binnen eines halben Jahres rollte ein brodelnder gesellschaftlicher Prozess ab, mit dessen Wucht anfangs niemand gerechnet hatte.

Nur begann in Prag alles schon viel früher. Nicht erst im Dezember 1967, als Alexander Dubcek eher aus Verlegenheit zum neuen Chef der KPC gewählt wurde, weil er der einzig mögliche Kompromisskandidat für die beiden Flügel in der Parteiführung war – den konservativen Flügel, der am alten stalinistischen Kurs festhalten wollte, und den reformwilligen, der es an der Zeit sah, dem in der Krise steckenden Land Wirtschaftsreformen zu verpassen und gleichzeitig auch endlich mit der stalinistischen Vergangenheit aufzuräumen.

Denn alle Ostblockländer hatten diese finstere Frühgeschichte, in der mit Schauprozessen nach Moskauer Vorbild nicht nur die alternativen linken Strömungen (vor allem die Sozialdemokratie) ausgemerzt werden sollten, sondern auch jeder Reformwille innerhalb der (Einheits-)Partei. Deswegen landeten zu Hunderten führende Spitzenfunktionäre der KPC vor Gericht, wurden zu langen Zuchthausstrafen verurteilt oder hingerichtet. Der Slansky-Prozess war der wichtigste dieser Prozesse. Doch während in der DDR die stalinistische Frühzeit bis 1989 ein Tabu-Thema blieb, begann die Beschäftigung in der CSSR mit diesen Prozessen und der Rehabilitation der Verurteilten schon früh.

Schulze Wessel kann spätestens ab 1963 ein breites Panorama unterschiedlichster Entwicklungen zeichnen, in denen nicht nur die jüngste Geschichte aufgearbeitet wurde, sondern auch Vorarbeiten für Wirtschaftsreformen und ein neues Verhältnis zum Menschen in der sozialistischen Gesellschaft geschaffen wurden. Für Letzteres steht die Kafka-Konferenz, die auch in der DDR bei den Intellektuellen für entsprechende Furore sorgte, denn am Schriftstellerkongress nahmen ja auch ostdeutsche Schriftsteller teil.

Doch während mit der Kafka-Konferenz die gesellschaftliche Diskussion in der CSSR und der KPC erst begannen und im Lauf der nächsten fünf Jahre eine eigene Dynamik entfaltete, kam der kurze moralische Aufbruch in der DDR schon 1965 zum Erliegen, hagelte es Verbote und die nach wie vor stalinistisch orientierte Partei setzte auf verstärkte Repression. Deswegen wurde, als in Prag die Reform gefeiert wurde, in Leipzig die Paulinerkirche gesprengt.

Sehr anschaulich zeigt Schulze Wessel, wie die tschechoslowakische KP ab einem bestimmten Punkt geradezu in die Rolle einer Reformpartei gedrängt wurde. Ausgangspunkt war die Aufarbeitung der stalinistischen Prozesse. Wichtige Funktionäre, die jahrelang im Gefängnis gesessen hatten, kehrten in Parteiämter zurück. Und auf einmal waren sie gefragt, weil die CSSR seit 1962 in der Wirtschaftskrise steckte. Man hatte – wie das Vorbild Moskau – auf Schwerindustrie gesetzt, die Konsumgüterindustrie aber völlig vernachlässigt. Ein Fehler, den alle osteuropäischen Regierungen machten.

Und es führte überall zum selben Phänomen: Dem Zusammenbruch der Versorgung mit wichtigen Gütern, Schlangen vor den Geschäften und der Suche nach einer neuen ökonomischen Politik. Schon lange vor 1968 entwickelten Ota Sik und Radovan Richta ihre Konzepte für eine andere Ökonomie – gerade Richtas Vision einer „Zivilisation am Scheideweg“ erregte weit über die CSSR hinaus Aufmerksamkeit – gerade im Westen. Er war es, der den Begriff der „wissenschaftlich-technischen Revolution“ einführte – eigentlich ursprünglich als Zukunftsentwurf gedacht gegen die alte, extensive Wirtschaftsweise, die im Osten dominierte und nicht nur die Ressourcen verschlang, sondern auch die Umwelt zerstörte.

Man überlegt beim Lesen schon: Warum gab es das alles nicht auch in der DDR? Vielleicht gab es das. Nur berichteten die gleichgeschalteten Zeitungen der DDR nicht darüber. Und das große Buch zur Geschichte der DDR, das so wie hier Schulze Wessel wirklich auf die interne Entwicklung von Macht und Ökonomie eingeht, fehlt bis heute. Alle haben sich regelrecht berauscht an diesem Herbst 1989 – und völlig beiseite gefegt, dass bis 1988 im Ostblock nichts geschah, ohne dass die Besatzungsmacht Sowjetunion sich einmischte. Erst 1988 hob Gorbatschow die Breshnew-Doktrin auf, die im August 1968 in Prag angewendet worden war.

Und auch hier verändert sich mit Schulze Wessel die Sichtweise, denn wirklich überraschend war der Einmarsch der Panzer nicht. Seit Jahresbeginn war der KP-Spitze klar, dass Moskau die Entwicklungen in der CSSR mit Argusaugen beobachtete. Und nicht nur Moskau. Genauso misstrauisch schauten die Polen und die DDR-Regierung. Die Polen hatten zur selben Zeit genauso mit Studentenunruhen zu kämpfen, die das kommunistische Regime ins Wanken brachten. Und Walter Ulbricht in der DDR erwies sich schon frühzeitig als Hardliner, der ein hartes Eingreifen in Prag forderte – auch zu einem Zeitpunkt, an dem der sowjetische KP-Chef Breshnew noch zögerte. Von mehreren Treffen der Ostblock-Spitzen kann Schulze Wessel erzählen – Dubcek und Genossen waren sich sehr wohl bewusst, dass sie eigentlich keine Spielräume hatten für Reformen.

Und spätestens ab März 1968 hatten sie ein Problem, da entfalteten ihre ersten Reformschritte eine Eigendynamik, die die KP nicht mehr kontrollieren konnte. Statt die Reformen in aller Ruhe gestalten zu können, wurde man auf einmal zum Getriebenen. Da halfen auch alle Warnungen aus Moskau und ein erstaunlich bildhaftes Treffen an der Grenze nichts – die Dinge nahmen ihren eigenen Lauf. Gleichzeitig drängten Gomulka in Polen und Ulbricht in Ostberlin. Am Ende genügte ein einziges Manifest, in Moskau die Entscheidung zu bringen. Die Truppen des Warschauer Pakts marschierten ein (außer die der DDR, die mussten an der Grenze stehen bleiben).

Aber selbst diese Bilder trügen heute, denn die Prager diskutierten tatsächlich mit den sowjetischen Soldaten auf den Panzern. Man empfang die Sowjetarmee, die ja immerhin 1945 die CSSR von den Nazis befreit hatte, nicht als Besatzungsmacht, sondern nach wie vor als Verbündete. Und die Prager akzeptierten auch nicht wirklich, dass die zaghaften Versuche, die Gesellschaft in der CSSR zu öffnen und die Wirtschaft zu reformieren, in Moskau als Konterrevolution betrachtet wurden.

Natürlich weiß niemand, wohin Dubcek das Land wirklich geführt hätte – oder ob er auch ohne Einmarsch ein Getriebener einer Entwicklung gewesen wäre, die das Land letztlich doch aus dem Ostblock katapultiert hätte. Immerhin eine Perspektive, die mit der heute dominierenden westlichen Geschichtsschreibung immer wieder als einzig mögliches Fortschrittsmodell dargestellt wird. Diese Widersprüche wurden auch schon 1968 deutlich, schreibt Schulze Wessel, als der westdeutsche Revolutions-Überschwang in Prag nur auf pures Unverständnis stieß.

Auch die Bevölkerung der CSSR scheint davon ausgegangen zu sein, dass eine Veränderung der Gesellschaft hin zu einem „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ durchaus machbar war – auch innerhalb der engen Parameter, die Moskau setzte. Zeitweilig scheint man in der CSSR kaum noch mitbekommen zu haben, wie das Misstrauen in Moskau, Warschau und Ostberlin wuchs. Was nicht unbedingt an der CSSR lag, wo im März die Zensur gefallen war und die Medien ausgiebig über den Reformprozess berichteten. Es waren ja die anderen Staaten, die praktisch keine Berichterstattung zum Prager Frühling zuließen. Und die Diskussionen der Parteispitzen fanden hinter verschlossenen Türen statt.

Man lernt schon so einiges über die Funktionsweise dieser seltsamen Bruderstaaten, die selbst voneinander so abgeschottet waren, dass man schon verdammt nah dran wohnen musste, um überhaupt mitzukriegen, was im Nachbarland vor sich ging. Und Ulbricht hatte wohl zu Recht Angst, die DDR-Bürger könnten von dem, was da in Prag möglich war, angesteckt werden. In den Biografien der wichtigsten Akteure im Herbst 1989 spielt Prag 1968 eine wichtige, meistens sogar die zündende Rolle. Denn Prag zeigte, dass auch der verordnete Sozialismus keine für immer und ewig erstarrte Gesellschaftsordnung war.

Etwas, was Schulze Wessel sehr anschaulich beschreibt: Auf einmal wurde aus dem doktrinär erstarrten Zustand, in dem man leben musste, wieder eine Gesellschaft, die Visionen für eine lang ausgreifende Zukunft entwarf. Gerade Radovan Richtas „Zivilisation am Scheideweg“ steht dafür.

Und so ganz zart am Rande scheint eine kleine Erkenntnis auf, die für 1968 und 1989 genauso gültig zu sein scheint wie für 2018: Menschen halten erstarrte Zustände und alternativlose Regierungen eigentlich nicht aus. Sie werden aktiv und putzmunter, wenn ihre Gesellschaft wieder beginnt, Zukunft zu gestalten und erstarrte Zustände aufzulösen.

Und in der CSSR fiel das auf einen fruchtbaren Boden, weil das Land schon seit 1963 erlebt hatte, dass Veränderung denkbar war, dass auch ein menschlicher Sozialismus denkbar war. Ob er auch umsetzbar war, konnte ja niemand beweisen. Das unterband im August 1968 der Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen. Dubcek wurde noch ein bisschen geduldet, bevor man Gustav Husak als neuen linientreuen KP-Chef installierte. Die wenigen Lockerungen aus dem Frühjahr 1968 wurden allesamt wieder zurückgenommen, fast alle Reformen kassiert.

Aber das Wissen um die Möglichkeit von Veränderungen blieb – wenige Jahre später ja mit der „Charta 77“ in Text gefasst. Und auch die Polen vergaßen nicht, wie schnell eine betonierte Partei in Bedrängnis zu bringen ist, wenn erst einmal viele Menschen streiken und auf die Straße gehen.

Und dann schaut man sich das „Wunder“ von 1989 an und sieht: Es war keins. Der Herbst 1968 folgte derselben Logik wie der Prager Frühling. Nur dass in Moskau kein Breshnew mehr saß, der bereit war, das Sowjetimperium mit Panzern zu sichern. Deswegen fehlte auch den Machthabern in der DDR die Macht, den Selbstermächtigungsprozess des Volkes zu unterbinden und die Dinge aufzuhalten. Prag 1968 steht tatsächlich für einen Moment der Möglichkeiten, für das wiedergewonnene utopische Element dieser sozialistischen Gesellschaft. Und natürlich für eine Utopie, die mit Panzergewalt unterbunden wurde, für den „Aufbruch in eine neue Welt“, der wenig mit den Zielen der westeuropäischen Studentenrevolten zu tun gehabt hätte.

Prag funktionierte, „weil die Akteure den Prager Frühling zugleich als ein neues, zukunftsweisendes Projekt für die Gesellschaft entwarfen“, schreibt Schulze Wessel. Plus Rehabilitierung der Justizopfer, plus Wirtschaftsreformen. Das überforderte die Dubcek-Regierung schon frühzeitig und machte sie auch deshalb handlungsunfähig. Womit man eigentlich auch etwas über „die Kräfte der Geschichte“ lernt und ihre Unbeherrschbarkeit. Wer Reformen anstößt, weiß nie, was am Ende dabei herauskommen wird, gerade dann, wenn die Idee „die Massen ergreift“.

So gesehen, bleibt Prag 1968 ein utopisches Element in einem Kapitel der osteuropäischen Geschichte, das seine Gültigkeit selbst über den Ostblock hinaus bewahrt hat. Auch in der Botschaft, dass Gesellschaften auf Krisen mit Visionen reagieren müssen – wirtschaftlichen, kulturellen, moralischen.

Denn der Mensch hält viele Dinge nicht aus – Bevormundung, Erstarrung, Zukunftslosigkeit allen voran. In guter Politik steckt immer ein utopisches Element. Das war für die Tschechen 1968 spürbar und erlebbar – und für die Ostdeutschen 1989. So gesehen ist Schulze Wessels Buch hochaktuell – gerade weil er sehr detailliert die lange und beeindruckende Vorgeschichte des Frühjahrs 1968 erzählt. Und wie Menschen, die nie auf die Idee gekommen wären, eine Reform zu machen, auf einmal zu Reformern wurden.

Martin Schulze Wessel Der Prager Frühling, Reclam Verlag, Ditzingen 2018, 28 Euro.

Warum das Jahr 1968 erst der Anfang war und die AfD ihre Probleme mit einer emanzipierten Bundesrepublik hat

Geschichte1968Prager Frühling
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
XXI. Internationale Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig beendet
Sommerfest und Vernissage im Tapetenwerk
Fun first! 19-jährige Bernburgerin erstmals beim Funcross in ihrer Heimatstadt am Start
Women Are Here! – Geflüchtete Frauen und Unterstützerinnen in Leipzig organisieren Aktionstour
Thomaskantor Gotthold Schwarz dirigiert festliches Gedenkkonzert an Johann Sebastian Bachs 268. Todestag in der Thomaskirche
Investitionsvorhaben in der Region Leipzig ziehen deutlich an: aktueller Überblick zu mehr als 60 Projekten mit einer Investitionssumme von über 4,8 Milliarden Euro
Polizeibericht, 20. Juli: lebensbedrohliche Verletzung, Quad geklaut, Autos angezündet
Bike for charity – 900 km Radfahren für den guten Zweck: Spendenaktion für den Förderkreis Kinderdialyse am Klinikum St. Georg
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Das Untertan-Projekt: Die erstaunlichen Parallelen zum Hochstapler Felix Krull
Das fasste man als Heuchelei und Überhebung auf ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMenschen leben, wie es aussieht, immer in einer Blase. Und dadurch sind sie manipulierbar. Denn was wir mit diesem „gereiften“ Diederich erleben, ist im Grunde die Karriere eines Hochstaplers. Das Thema muss in der Familie gelegen haben. Oder die beiden konkurrierenden Brüder Heinrich und Thomas Mann beschäftigten sich eben doch fast gleichzeitig mit einem ähnlichen Typus. Denn während Heinrich ab 1906 am „Untertan“-Stoff arbeitete, begann Thomas 1905 mit der Konzeption für den Hochstaplerroman, der erst ein halbes Jahrhundert später fertig werden sollte: „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“.
Leichtathletik-DM 2018: Drei Finalplatzierungen mit verhaltener Freude
Roy Schmidt (DHfK/ m.) machte im 100 Meter-Zwischenlauf das Finale klar. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserZwei fünfte und einen sechsten Platz holten die Leipziger Teilnehmer am Samstag aus den Finals der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Nürnberg heraus. Die DHfK-Athleten Alexander John - über 110 Meter Hürden - und Roy Schmidt - über 100 Meter - sorgten für die fünften Ränge. Speerwerferin Christine Winkler kam auf Sechs ein. Zudem qualifizierte sich 1.500 Meter-Läuferin Julia Klein (ebenfalls SC DHfK) für das Finale am Sonntag. Dort starten auch die 3 x 1.000 Meter U20-Staffel der DHfK-Jungs sowie die StG Leipzig - alias SG MoGoNo - über 4 x 400 Meter U20.
Tausende feiern in Leipzig den Christopher Street Day + Video & Bildergalerie
Spontante Tanzeinlage auf dem CSD. Foto: Alexander Böhm

Spontante Tanzeinlage auf dem CSD. Foto: Alexander Böhm

Für alle LeserDie Teilnehmerzahlen von Köln und Berlin liegen für den Leipziger „Christopher Street Day“ mit je über 30.000 und rund 80.000 Teilnehmenden an den Paraden sicher noch in weiter Zahlenferne. Doch in diesem Jahr meldeten alle Städte neue Rekorde – so auch am 21. Juli in Leipzig. Laut der Forschungsgruppe „Durchgezählt“ beteiligten sich etwa 3.500 bis 4.500 Menschen an der heutigen Demonstration zum CSD in der Messestadt. Wenn man zudem in der Geschichte der bunten Umzüge kramt, stößt man darauf, dass im kommenden Jahr ein Jubiläum ansteht. Denn 1969 wehrten sich erstmals Menschen in New York beim „Stonewall“-Aufstand gegen Polizeigewalt und Diskriminierung.
Tschechien startet im August das tschechisch-deutsche Residenzprogramm als Partnerland der Buchmesse
Leipzigs Marktplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBislang war es meist so, dass sich die Gastländer der Leipziger Buchmesse meist auf die Messe selbst und das Leseprogramm beschränkten. Dann wurde immer aufgefahren, was an spannenden Autorinnen, Autoren, Verlagen und Titeln zu präsentieren war. Dass aber das Völkerverbindende mit den Leuten beginnt, die den Inhalt der Bücher erst verzapfen, das macht das Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 sichtbar. Denn es organisiert einen richtigen Autorenaustausch.
Ein Maßnahmeplan mit drei Punkten und jeder Menge Überzeugungsarbeit im Innenministerium
Polizisten im Demo-Einsatz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs ist schon nicht so einfach mit den Polizistenzahlen in Sachsen. Die jüngsten Prognosen sehen erst 2024 die hart erkämpfte Zahl von 14.000 Polizisten in Sachsen erreicht. Aber Innenminister Dr. Roland Wöller will schon vorher 1.000 Polizisten mehr auf die Straße bringen. Am liebsten schon 2020. Aber wie will er das machen, wenn er da erst knapp 13.500 Polizisten hat? Das wird nicht klappen, meinte der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Valentin Lippmann.
CG hat dem Kulturzentrum „So&So“ auf dem Gelände des Eutritzscher Freiladebahnhofs gekündigt
Der Innenhof des Kulturzentrums "So&So". Foto: So&So

Foto: So&So

Für alle LeserEs wäre eine Chance gewesen. Immerhin hat sich das Gelände des alten Eutritzscher Freiladebahnhofs in den letzten Jahren auch zu einem kleinen Tummelplatz jener Kulturinitiativen entwickelt, die in Leipzig seit über 20 Jahren die Pionierrolle bei der Belebung brachliegender Viertel gespielt haben. Als das Kulturzentrum „So&So“ auf das Gelände an der Delitzscher Straße zog, war noch die DB AG Besitzer des Geländes. Man war 2016 noch mitten im Aufbau, als der Besitzerwechsel publik wurde.
Stadträte Zenker und Elschner wünschen sich gemeinwohlorientierte Grundstücksübertragungen auf dem Gelände des Eutritzscher Freiladebahnhofs
Die Stadträte Tim Elschner und Christopher Zenker. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDer Sommer kommt eh immer überraschend. Da stellen auch manche Stadträte oft genug fest, dass doch wieder nicht alles geschafft wurde. Und manchmal drängt die Zeit. Denn gleich nach den Ferien soll der Masterplan zur Quartiersentwicklung „Eutritzscher Freiladebahnhof“ beraten werden, spätestens zum Jahresende beschlossen. Aber eine Frage ließ jetzt Tim Elschner (Grüne) und Christopher Zenker (SPD) nicht los: Sollte sich Leipzig nicht die Grundstücke fürs Gemeinwohl sichern?
Martin Meters Plädoyer für wissenschaftliches Denken in Zeiten anschwellender Verschwörungstheorien
Martin Meter: Die Befreiung des Denkens. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSein großer Gegner heißt eigentlich Platon. Genug Unheil hat der griechische Philosoph mit seiner Ideenlehre ja angerichtet. Es ist nur den meisten Menschen nicht bewusst, weil 2.000 Jahre Christentum auch dafür gesorgt haben, dass der platonische Dualismus tief in unserem Denken steckt. Und genau darum geht es, wenn der Informatiker Martin Meter sein Buch „Die Befreiung des Denkens“ nennt.
Wie bekomme ich eine geförderte Weiterbildung?
Foto: pixabay

Foto: pixabay

Die berufliche Weiterbildung gilt als einer der wichtigsten Stützpfeiler des wirtschaftlichen Erfolges in einem Land. Deswegen gibt es für diejenigen, die Interesse daran haben, mit einer Weiterbildung ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen, vielfältige Fördermöglichkeiten. Allerdings wissen die meisten weder, welche Fördermöglichkeiten es gibt, noch unter welchen Voraussetzungen und wo die Förderung beantragt werden kann.
Leichtathletik-DM 2018: David Storl mit dem achten Streich
Die Medaillengewinner haben gut Lachen: Patrick Müller (Neubrandenburg), David Storl (Leipzig) und Tobias Dahm (Sindelfingen) - v.l. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDie Ouvertüre zu den 118. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften spielte auf dem historischen Hauptmarkt im Herzen Nürnbergs. Für die Wettbewerbe im Kugelstoßen wurde extra eine eigene Arena errichtet, in der am Freitag die schweren Kugeln flogen. Überraschungen blieben im Kampf um den Titel aus - was aus sächsischer Sicht großartig war. Denn sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern kamen die Deutschen Meister 2018 aus dem Freistaat. Während Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) ihr 6. DM-Gold einsackte, feierte David Storl (SC DHfK Leipzig) bereits seinen 8. Titel.
Gastkommentar von Christian Wolff: Stauffenberg, Neo Rauch und die Umdeutung der Geschichte
Für alle LeserIn einem wenig beachteten Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (veröffentlicht am 19. April 2018) stellte sich der Leipziger Maler Neo Rauch vor den aufgrund seiner Äußerungen in die Kritik geratenen Schriftsteller Uwe Tellkamp: „Ich fühle mit ihm. Er ist ein lauterer Charakter, sehr geradlinig strukturiert, dem ich nichts Schlechtes zutraue. Er scheint mir eher ein Wiedergänger Stauffenbergs zu sein. Im Unterschied zu den heuchlerischen Sachwaltern seines Verlags.“ Tellkamp, eine Art Widerstandskämpfer?
Leo beschäftigt sich mit dem Humor der rechten Esel
Wenn's im Halse stecken bleibt ... Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserWeil ich schon mal dabei bin, es unseren rechten Eseln so richtig zu geben, geb ich’s ihnen auch heute wieder. Denn eigentlich gehen sie mir nur noch auf den Keks mit ihrem ständigen „IA, IA! Aber die Flüchtlinge! Die Ausländer! Die Merkel!“ Du gehst aus der Tür und denkst, dass du dich jetzt endlich mal um die Schafe kümmern kannst, kommt der nächste Esel um die Ecke und blökt: „IA!“ Das scheint furchtbar ansteckend zu sein.
Auch die sächsische „Arbeitsmarktreserve“ schmilzt jedes Jahr um 10 Prozent
Kassensturz, schön übersichtlich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Reserve ist praktisch schon weg, auch wenn jetzt seit gut einem halben Jahr auch von Politikern und Arbeitsagenturen immerfort darüber berichtet wird, dass man jetzt endlich etwas tun müsste, nun auch noch die Langzeitarbeitslosen in einen Job zu bekommen. Es ist ein typischer Fall von Spätstart. Denn selbst die simpelsten Daten zeigen, wie gerade im Osten die sogenannte „Arbeitsmarktreserve“ wegschmilzt.
Das vierte Jahr hintereinander sind in Leipzig zu wenige Wohnungen fertig geworden
Kassensturz mit letztem Knopf. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserAm Ende kommen wir noch ganz durcheinander. Die einen melden 1.136 fertiggestellte Wohnungen für Leipzig im Jahr 2017, die anderen hatten 1.654 gemeldet. Jetzt hat die Stadt Leipzig selbst ihre offizielle Zahl beim Wohnungsbau veröffentlicht. An der Dimension ändert das freilich nichts. Leipzig leidet – wie alle deutschen Großstädte – an ungenügender Förderung für den Wohnungsbau.
Selbst die Rückholung der aufgespürten Münzen wird teurer und dauert länger, als gedacht
Stadtgeschichtliches Museum am Böttchergässchen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs war ein Schock, der 2016 das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig erwischte. Es war passiert, was man eigentlich in diesem Haus nicht erwartet hatte: Ein Mitarbeiter hatte aus der Münzsammlung 657 wertvolle Münzen entwendet und sie über Ebay und diverse Münzhändler zu Geld gemacht. Erst als ein 20-köpfiges Team die Bestände überprüfte, wurde der ganze Schaden sichtbar, der auch wertvolle Münzen aus dem alten Kramerschatz enthielt. Und nur ein kleiner Teil der Münzen wurde bislang wieder aufgespürt.