Eine ostdeutsche Stadt zwischen Verfall und einem Aufbruch voller Fragezeichen

Zwischenzeiten: Michael Kerstgens Fotos aus dem Mühlhausen des Jahres 1990

Für alle LeserIrgendetwas ist da passiert, das die Menschen in Ostdeutschland völlig verändert hat seit jenem Jahr des Aufbruchs 1990, als sie die Tristesse eines erstarrten Landes hinter sich ließen, um mit einer erstaunlichen Grimmigkeit aufzubrechen in blühende Landschaften. Auch in der thüringischen Stadt Mühlhausen, die der aus Hessen stammende Fotograf Michael Kerstgen im Frühjahr 1990 besuchte und festhielt in eindrucksvollen Fotos.

Damals trug Mühlhausen noch den Zusatz „Thomas-Müntzer-Stadt“, denn in Mühlhausen wirkte der Radikalreformer Thomas Müntzer 1525. Nach der Schlacht bei Frankenhausen wurde Müntzer vor den Toren Mühlhausens hingerichtet. Auch als eine Warnung an die Mühlhausener, die die Ideen des Predigers („Die Macht soll gegeben werden dem gemeinen Volk.“) selbst übernahmen, einen Ewigen Rat gründeten und die „Mühlhäuser elf Artikel“ verfassten. Doch weil Müntzer in der DDR als ein Vorläufer der kommunistischen Bewegung gefeiert wurde, beschloss der Mühlhausener Rat 1992, den Zusatz wieder abzuschaffen.

Nicht nur Karsten Krampitz, der einen Essay zu diesem Fotoband beisteuerte, sieht das so: Damit verlor die Stadt am Südharz wohl ihr wichtigstes Alleinstellungsmerkmal. Und die Stadt kappte auch ein Stück ihrer eigenen Geschichte.

Und dabei begann auch in Mühlhausen 1990 alles mit einer großen Hoffnung. Als Kerstgens mit seiner Kamera durch die alten Gassen und Straßen ging, traf er auf lauter aufgeschlossene Menschen, die ihm nur zu bereitwillig erzählten, wie sie sich auf den Westen, die D-Mark und die Einheit freuten. Sie gaben ihm Orientierung in dieser alten Fachwerkstadt, die nach Jahrzehnten der Verwahrlosung drohte völlig verloren zu gehen. Mitten in der Altstadt waren die Abrissbagger schon an der Arbeit, standen einst prächtige Gebäude der Renaissance-Zeit leer. Kerstgens fotografierte nicht nur die brüchigen Fassaden und den Verfall in den Hinterhöfen. Er fing auch die Menschen ein in ihren täglichen Verrichtungen – beim Kohleschaufeln, Einkaufen, Arbeiten.

Mühlhausen war ja keine Ausnahme im Mangelstaat DDR. Im Grunde war die Stadt sogar typisch für die Vernachlässigung der Bausubstanz, das Provisorische eines Alltags, in dem bestenfalls noch geflickt und kaschiert wurde. Wofür selbst das Ladenschaufenster der FDJ steht, die großartig an die „Jungen Leute“ appelliert und sich für ein kleines Sanierungsprojekt preist. Im Frühjahr 1990 schon ein echtes Relikt, denn nebenan hängen schon die Wahlplakate für die „Allianz für Deutschland“, hat der erste Videoladen eröffnet und das erste Reisebüro, das Kreuzfahrten anbietet.

Alles würde sich ändern. Das war klar. Kerstgens erwischte gerade noch jenes Zeitfenster, in dem die trügerische Stille der DDR noch zu sehen war. Noch dominieren Trabis und Wartburgs die alten Straßen, steht der Karl-Marx-Kopf auf dem Obermarkt und im Gemüsegeschäft dominieren Zwiebeln, Rot- und Weißkohl die Auslage. Man hat eine ganz typische DDR-Kleinstadt vor sich, in der der Verfall unübersehbar ist, gleichzeitig aber auch ein dickes Gefühl von Zeit wabert. Denn wenn nichts saniert wird und unter neuer Farbe verschwindet, wird auch so eine Stadt zu einem Relikt, erzählen brüchige Mauern, freigelegte Lehmziegel, rußige Giebel und notdürftig verhüllte Schadstellen davon, wie die Witterung auch an so einer Stadt nagt, sie langsam aber gründlich verzehrt.

Da staunt man eher, dass die Menschen im Bild sich so selbstverständlich in dieser Kulisse bewegen. Kinder spielen auf der Straße, Wäsche hängt in lichtlosen Hinterhöfen und selbst der Bäcker Hartmann muss den mit Sperrmüll verbauten Hinterhof nutzen, um die Brötchen für den Backofen vorzubereiten. Und immer wieder sieht man die Leute auf der Straße stehen und miteinander palavern. Die Stille trügt ja nicht. Die DDR war ein Land mit einem anderen Tempo, mit mehr Leerlauf und weniger Drang, immer irgendwie schnell irgendwohin kommen zu müssen.

„Was wirklich passiert, versteht ohnehin niemand in Gänze“, schreibt Karsten Krampitz in seinem Essay „Die vergessene Stadt“. „Eben deshalb brauchen Menschen Erzählungen, die ihnen dabei helfen, die Welt zu ertragen. Zu unseren Grundbedürfnissen gehört es, das Leben in Geschichten zu gießen und damit verstehbar zu machen. Ein Leben, das nicht erzählt werden kann, macht Menschen krank.“

Auch den Menschen in Mühlhausen scheint diese Erzählung 1990 abhandengekommen zu sein. Denn als Kerstgens nun 29 Jahre nach seinem ersten Besuch wieder nach Mühlhausen kam, war die Stadt zwar durchsaniert – aber jetzt reagierten die Menschen auf der Straße mit Abweisung. „Niemand wollte mit mir reden. ,Da kann ja jeder kommen‘, sagte eine garstige Frau zu mir. Sie war in meinem Alter.“

Logisch, dass auch die ostdeutschen Wahlergebnisse der jüngeren Zeit durch den Text scheinen. Da ist etwas passiert, das sich augenscheinlich nicht in eine einfache Geschichte kleiden lässt. Aber ist es wirklich die Überforderung, die Krampitz sehen will? „Und nicht wenige haben inzwischen eine Partei, die ihnen eine Erzählung anbietet, mit der gerade in Ostdeutschland viele Leute meinen, die Welt verstehen und ertragen zu können. Eine Erzählung von den Fremden da draußen, die ins Land strömen und den Männern die Jobs und die Frauen wegnehmen …“

Das lasse ich offen. Das sind mir zu viele Ecken, um die hier mitgedacht sind. Denn es sind die Ecken der zitierten Erzählung, die wie eine Denkfalle funktioniert: „Fremde – Ausländer – Lügenpresse – die da oben“.

Das erinnert mich doch sehr an die Hütchenspieler, die damals in der Leipziger Fußgängerzone auftauchten und die Leute neppten. Und obwohl sich herumgesprochen hatte, dass hier Nepp und Verführung am Werk waren, ließen sich immer wieder neue Narren das Geld aus der Tasche ziehen. Angelockt von der glühenden Überzeugung, sie würden die geheimnisvolle Kugel unter dem richtigen Hütchen finden, sie müssten nur ganz genau aufpassen.

Und genau so scheinen sich dann eben doch viele Ostdeutsche auch in ihrem Leben immer wieder verhalten zu haben, zutiefst überzeugt davon, jetzt für alle Zeiten alles erkannt und begriffen zu haben. Nur die anderen sind zu doof, die einzige und richtige Wahrheit erkennen zu können.

Komisch: Da ähnelt das Jahr 1990 doch wieder sehr dem Jahr 2019. Auch wenn aus der freundlichen Zuversicht, dass man mit allen Menschen offen und herzlich umgehen könne, heute eine schwelende Verbitterung und Verbiesterung geworden ist. So eine mulmige Enttäuschung darüber, dass man nun hundert Mal aufs richtige Hütchen gezeigt hat – und wieder war die Kugel nicht drunter.

Kann es also sein, dass die Erzählungen, von denen Krampitz meint, die Menschen brauchten sie, „die Welt zu ertragen“, überhaupt nicht helfen, die Welt zu verstehen? Dass es Hilfskrücken sind, Märchen für Erwachsene, die nicht mehr wachsen wollen und sich eingerichtet haben in ihrer Hilflosigkeit?

Ich frag das hier nur. Weil die Abschaffung des Zusatzes „Thomas-Müntzer-Stadt“ eben auch davon erzählt, wie gern man sich der eigenen widersprüchlichen Geschichte entledigt und dann so tut, als sei man ein ganz neu geborenes Menschlein ohne Abgründe und rätselhafte Eigenschaften. Eine Art vorbildlicher Mustermensch, dem Geschichte höchstens mal passiert. Aber dann ist er niemals schuld daran. Und hat auch nichts draus gelernt.

Vielleicht ist Kerstgens auch nur auf die falschen Passanten getroffen, war zur falschen Zeit in den alten Straßen unterwegs, hoffnungslos überfordert, die tristen Straßenecken von 1990 im polierten Stadtbild von heute wiederzufinden. Denn auch das hat sich ja geändert: Wer Arbeit hat, schlendert nicht mehr durch recht autofreie Gassen, plauscht hier mal mit Nachbarn, dort mal mit Bäcker und Fleischer. Es ist auch viel Straßenleben verschwunden. Und die Gesellschaft, die bis dahin noch recht homogen war, hat sich aufgesplittet in neue Schichten und zunehmend abgeschottete Milieus.

Das heißt: Die eine, für alle gültige Großerzählung gibt es nicht mehr. Jede Gruppe erzählt sich ihre eigene Geschichte. Und die Geschichten haben immer weniger miteinander zu tun. Weshalb dieses grau-weiße Mühlhausen von 1990 auch für einen ganz seltsamen Moment in der jüngeren deutschen Geschichte steht, einen Ort des Nicht-Mehr und des Noch-Nicht, in dem sich aber schon abzeichnet, dass sich ab hier die Geschichten der Mühlhausener voneinander lösen werden – in Geschichten von Dagebliebenen und Weggegangenen, von Gescheiterten und Erfolgreichen, von Enttäuschten und Zufriedenen usw.

Diesen trügerischen Moment hat Kerstgens wohl ganz beiläufig eingefangen. Es sind nicht mehr die Fotos aus einem „stillen Land“, wie in den Fotobänden von Roger Melis. Es ist eine andere Stille, eine Stille „zwischen den Zeiten“, in der die Protagonisten noch gar nicht wissen, dass sie gleich loslaufen müssen und die nächsten 29 Jahre nicht mehr zur Besinnung kommen werden.

Michael Kerstgens ZwischenZeiten , Lehmstedt Verlag, Leipzig 2019, 22 Euro.

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