Drei Leben: Ein leicht philosophischer Roman über das Drama der Freiheit in unserem Leben

Für alle LeserFabian Vogt ist ein Autor, der Experimente liebt, jene faszinierenden Überlegungen, zu denen unser Gehirn fähig ist, wenn es das Leben als Alternative denkt: Was wäre, wenn ... Wenn wir zum Beispiel drei Leben hätten. Nicht einfach so hintereinander, sondern richtig: drei Träume, die man sich im Leben verwirklichen möchte, auch umsetzen zu können. Ein ganz junges Thema, denn daran verzweifeln viele hochbegabte junge Menschen: an der Unmöglichkeit so einer Wahl.

Eigentlich, so verrät Fabian Vogt im Nachwort, war es ja seine Frau Miriam, die die Idee hatte. Aber er kennt das Thema ja auch, ist auf seiner Homepage ganz offiziell Schriftsteller, Künstler und Theologe. Vielleicht sollte man konkretisieren: philosophischer Theologe, denn auch dann, wenn er Geschichten aus Kirche und Bibel erzählt, stellt er sich die großen moralischen Fragen, ohne die auch Religion Mumpitz ist.

Das haben auch viele Theologen vergessen, die sich verbissen an Ritualen, Regeln und Verboten festklammern und es zutiefst spirituellen Menschen eigentlich unmöglich machen, es in der organisierten Kirche noch auszuhalten. Und deshalb austreten. Aus beiden Kirchen. Ohne dass die großen Fragen, die sich unser ruheloses Gehirn immerfort stellt, eine Antwort finden. Oder wenigstens Verständnis.

Und diese Fragen sind mit der Aufklärung und der zunehmenden Bildung der modernen Menschen nicht weniger geworden, sondern mehr. Mal ganz zu schweigen von der Grundbotschaft einer freiheitlichen Gesellschaft, dass niemandem mehr gesagt wird, was er zu werden hat. Jeder hat das Recht, all seine Talente zu entfalten – ob er die Möglichkeiten dazu hat, steht auf einem anderen Blatt. Und Isabella, die Heldin, die Fabian Vogt für diesen Roman erfunden hat, hat alle Möglichkeiten. Sie ist in einem nicht gerade armen Elternhaus aufgewachsen, die Eltern sind bei einem Unfall früh verstorben. An Geld fehlt es ihr also nicht, einen Lebenstraum zu erfüllen.

Aber sie hat das Problem, das viele junge talentierte Menschen kennen: Ihre Lebensträume lassen sich nicht alle zugleich erfüllen. Jeder hat seine eigenen Konsequenzen, die jeweils die anderen Träume ausschließen. Nutzt sie die nächsten Jahre, um sich ihren Traum von einer richtigen Weltreise zu erfüllen, kann sie sich einen erfolgreichen Abschluss des BWL-Studiums und einen Karrierestart entweder an der Uni oder in einem großen Unternehmen abschminken.

Startet sie aber so eine Karriere, bedeutet das auch erst einmal: Verzicht auf die Weltreise, aber auch Verzicht auf ihren Traum, als Musikerin auf der Bühne zu stehen. Denn auch die Musikerkarriere verlangt vollen Einsatz. Was wahrscheinlich die Begabten unter uns am besten wissen. Sie kommen alle an einen Punkt – und zwar sehr früh im Leben – an dem sie sich entscheiden müssen: volles Risiko und voller Einsatz für eine Karriere als Künstler/-in – mit allen Unwägbarkeiten und dem Risiko, dabei auch zu scheitern, oder lieber auf Nummer sicher gehen und einen „sicheren“ Beruf anstreben und den Traum vom Musikmachen vielleicht nur noch nebenher träumen?

Nur: Dann wird man nie herausbekommen, ob man als Künstler/-in tatsächlich bestehen kann und die Herzen der Menschen erreicht.

Für Isabella spitzt sich die Qual dieser Entscheidungsnot noch zu, als sie ihr Baby verliert. In so einer Situation verwandelt sich der riesige Berg von Entscheidungsmöglichkeiten, die man hat, in eine drohende Last. Was ist jetzt noch richtig? Oder ist jede Wahl die falsche? Was tun, wenn man viel zu spät merkt, dass man sich falsch entschieden hat? Wird man dann zu einem dieser vielen Menschen, die verbittert durch ihr Leben gehen, keinen Traum wirklich erfüllt haben und voller Vorwürfe sind gegen die, die einen irgendwann in die falsche Richtung gedrängt haben?

Man ahnt es schon früh, eigentlich in dem Moment, in dem der seltsame Jasper die trauernde Isabella auf der Friedhofsbank anspricht und ihr seine Visitenkarte zusteckt: Am Ende wird Fabian Vogt das Thema philosophisch anpacken, wird seine Heldin so richtig in die Bredouille bringen und sie regelrecht zwingen, über die Frage nachzudenken: Wer bestimmt eigentlich, was wir aus unserem Leben machen? Und was passiert, wenn wir darüber gar nicht erst nachdenken und lieber anderen die Entscheidung überlassen?

„Wir hätten alle so gerne jemanden oder etwas, dem wir die Verantwortung für unser Dasein geben können“, sagt Jasper fast am Ende der Geschichte. „Jemanden, den wir für zuständig erklären können. (…) Aber weder das Schicksal noch Gott oder das Universum nehmen uns so ein Votum ab.“

Geschickt lässt er übrigens offen, wer dieser Jasper nun wirklich ist. Immerhin verfügt der über besondere Kräfte und kann Isabella tatsächlich das Angebot machen, dass sie alle drei Träume leben darf – parallel, als drei verschiedene Isabellas. Die eine geht auf Weltreise, die andere macht Karriere, die dritte feiert als Mitglied einer Frauenband Erfolge. Jedes Leben scheint vollgültig, ist voller glücklicher und starker Erlebnisse. Der Haken ist nur: Nach sieben Jahren müssen sich die drei entscheiden. Dann haben sie die Wahl, eines der drei Leben fortzusetzen oder zu einer Isabella zu werden, die diese sieben Jahre im Koma verbracht hat. Das klingt für zwei von ihnen wie ein Sterben.

Fabian Vogt nimmt also die Dramatik des Anfangs, als seine Isabella aus schierer Verzweiflung schon von der Brücke in den Main springen will, nicht zurück. Da kommt zwar stellenweise immer wieder der Theologe durch. Aber es gilt auch für alle Menschen, die ganz und gar nicht an einen Gott glauben. Denn alle kommen an den Punkt, an dem sie merken, dass es in ihrem Leben ums Ganze geht – immer. Das Bild stammt jetzt zwar von Markus Gabriel, aber es bringt das Drama auf den Punkt: Alle Menschen haben nur ein Leben, eine einzige Runde auf dieser Welt.

Die Religionen gewinnen ihre Verheißungen ja oft aus einem vollmundigen Versprechen auf ein Jenseits. Aber es gibt nicht den geringsten Beweis dafür, dass es ein Jenseits gibt oder eine zweite Chance, mit der man dann alles wieder gutmachen kann, was man hier auf Erden verpasst und verspielt hat. Damit kann man zwar brave Untertanen erziehen – aber die Dramatik bricht dennoch auf, wenn ein erwachender Geist merkt, dass es höchstwahrscheinlich eben nur diese einzige Chance gibt, dieses eine geschenkte Leben, zu dem niemand einem sagen kann, was man draus machen soll. Nicht muss, wie das in autoritären Gesellschaften so gern aus Menschenerziehung betrieben wird, sondern soll – aus dem eigenen Willen zu einem selbstverantworteten und gelebten Leben.

Das ist Freiheit: ein absolutes und herzzerreißendes Drama.

Man merkt schnell, was Fabian Vogt da eigentlich wirklich durchgestaltet und dass Isabellas Wahl sogar noch eine sehr friedliche ist, auch wenn sie an den dramatischsten Punkten durchaus bereit ist, ihr Leben auszulöschen. Aber sie weiß es eigentlich schon früh, als sie Jaspers Angebot annimmt, auch wenn es Jasper den dreien erst am Ende so unverblümt sagt: „Ich könnte es auch so ausdrücken: Nicht entscheiden heißt … nicht leben.“

Und ganz unverblümt denkt man an der Stelle: Wie viele Menschen hast du eigentlich getroffen, die sich in ihrem Leben nie entschieden haben und jetzt jammern, grollen und wehklagen und immerfort andere verantwortlich machen dafür, dass sie nie den Mut hatten, sich wirklich für das zu entscheiden, für das sie einmal geglüht haben? Verdammt viele.

Das ist das Furchterregende an der Freiheit: Wenn wir uns für einen Weg entscheiden, schließen wir damit alle anderen aus. Wir haben keine drei Leben. Wir haben nur eins. Und das wird nur erfüllend, aufregend und einzigartig, wenn wir den Mut haben, uns für einen Traum zu entscheiden.

Wobei das Problem der drei Isabellas am Ende natürlich ist: Sie haben sich alle drei ihren Traum erfüllt, haben gelebt, geliebt, Freuden und Rückschläge erlebt. Und es sind drei vollgültige Leben daraus entstanden. Die Wahl ist also eigentlich noch schwerer, denn jetzt müssen sie auf zwei dieser Lebensentwürfe völlig verzichten. Ist das nicht wie zwei Mal sterben?

Logisch, dass es bei diesem Treffen nach sieben Jahren sehr dramatisch zugeht, aber eigentlich auch wieder ganz sachte philosophisch. Denn ganz so lebensfremd ist auch diese Entscheidung nicht. Die müssen viele Menschen treffen – und zwar immer wieder in einem ganz einfachen Leben. Denn immer wieder gibt es solche Wegmarken, an denen das Weitermachen im alten Leben nicht möglich ist (oder einfach nur noch frustrierend), die möglichen neuen Wege aber voller Ungewissheiten und Zweifel sind. Zweifel, die einen wahnsinnig machen können, weil da draußen wirklich kein Mensch und kein höheres Wesen ist, die einem sagen können, ob die Entscheidung nun die richtige ist.

Was tun?

Auch hier kann man scheitern. Und mancher scheitert hier wirklich. Und auch Isabella ist kurz vorm Aufgeben, auch wenn die Frist mit dem letzten Glockenschlag abläuft.

Aber was sie in all ihren drei Rollen auch gelernt hat, ist: Dieser immer wieder mal auftauchende Zweifel gehört zum Leben. Jetzt ist es eine der Isabellas, die sagt: „Aber ich will leben. Ohne dieses Leben ständig infrage zu stellen. Weil ich es sonst nicht ernst nehme. Wer alles anzweifelt, macht es klein.“

Jede unserer Entscheidungen im Leben hat Konsequenzen. Wir wissen nie, was der neue Weg wirklich für uns bereithält. Aber indem wir lernen, diesen Weg als unseren auch zu akzeptieren, wird es auch unser Weg, unser selbst gewähltes Leben. Samt allen Überraschungen und Unsicherheiten, die unterwegs auf uns lauern. Aber nur wer sich überhaupt für einen Weg entscheidet, kommt überhaupt dahin, dass er (oder sie) sagen kann: Dieses Leben habe nur ich so leben können – ich hab was draus gemacht.

Und gerade die Hindernisse, Widerstände und Ungewissheiten unterwegs haben es spannend gemacht.

Isabella jedenfalls ist am Ende froh, sich entschieden zu haben. Nur wer sich entscheidet, erlebt auch was. Ich glaube, da überfrachtet man die Geschichte auch nicht, die sich teilweise wie ein Gedankenexperiment liest, an vielen Stellen aber auch sehr emotional wird. Denn Fabian Vogt ist sich durchaus bewusst, dass genau solche Entscheidungen ans Eingemachte gehen, uns spürbar machen, dass es keine Garantie gibt, dass wir die richtige Wahl treffen und dass wir ohne Verletzungen durchkommen. Denn damit hängen wir auch unser Herz an unsere Träume und an Menschen, jene Menschen, denen wir uns unterwegs anvertrauen.

Denn ganz zum Schluss sagt es Isabella fast beiläufig zu ihrer Tochter Theresa, als sie über Jasper spricht: „Der war für mich mal wichtig, weil er dafür gesorgt hat, dass ich gelernt habe, wer ich bin.“

Das lernt man nämlich nur, wenn man sich aufrafft und sich entscheidet für ein Leben – von dem man vorher nie wirklich weiß, was einem da begegnen wird. Denn auf dem Weg war ja noch keiner. Aber wer sich nicht traut, lebt nie sein eigenes Leben und lernt sich selbst auch nie kennen. Denn was man kann und wirklich liebt, das lernt man erst, wenn man sich ins Unbekannte wagt und losgeht.

Ein Buch also für alle, die diese Unruhe kennen vor den vielen Weggabelungen, die das Leben bereithält.

Fabian Vogt Drei Leben, Edition Chrismon, Leipzig 2020, 18 Euro.

Weshalb der Festkreis des Jahres uns daran erinnert, warum wir Menschen sind

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Sinn des LebensRoman
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