Das wahre Leben der Bauernhoftiere: Ein liebevoll illustrierter Blick in richtige Bauernhöfe und moderne Tierfabriken

Für alle LeserIn diesem Buch passiert einmal nichts. Kein tierisches Abenteuer, kein kindliches. Keine Elfen, Kobolde oder Hexen. Nur Tiere. Tiere, die jedes Kind kennen müsste. Aber in Wirklichkeit kommen die meisten Kinder gar nicht mehr in Kontakt mit ihnen. Aber wo kommen Eier, Milch und Schnitzel eigentlich her? Die Grafikerin Lena Zeise zeigt es in Bildern aus zwei Welten. Einfach so zum Vergleichen. Aber Kinder sind klug. Es ist ein Buch mit Augenzwinkern.
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Denn Lena Zeise macht etwas ganz einfaches: Sie zeigt in ihren einfühlsamen Bildern, dass wir in einer zwiegespaltenen Welt leben – der sogenannten konventionellen Landwirtschaftswelt einerseits, in der Tiere in riesigen Stallanlagen industriell gehalten, gefüttert und gemästet werden, so auf die größtmögliche Effizienz getrimmt, dass am Ende billigste Lebensmittel im Laden liegen – und dem, was wir so Ökolandwirtschaft nennen mit kleineren Betrieben, in denen Tiere artgerechter gehalten werden.

In einem kleinen Einführungstext erzählt sie noch vom großen Wandel, den die Landwirtschaft in den vergangenen 100 Jahren vollzogen hat. Die Bauernhöfe wurden größer, immer mehr Maschinen kamen zum Einsatz. Von Bauernhöfen kann man eigentlich nicht mehr reden: Es sind riesige Agrarfabriken, in denen nur noch wenige Menschen beschäftigt sind.

Was Lena Zeise nicht erzählt, ist die Sache mit dem enormen Preisdruck aus dem Einzelhandel, den Pestiziden und Gülleproblemen. Zumindest letzteres hätte man eigentlich erwartet.

Aber sie wollte die Sache wohl auch nicht überfrachten. Lieber sanft anregen zum Vergleich. Sie zeigt keine verwundeten, kranken oder traurigen Tiere. Auch den Tieren in den großen Ställen lässt sie ihre Würde und Schönheit. In kleinen Texten erzählt sie, wie die Schweine, Rinder, Hühner, Ziegen und Schafe gehalten werden. Kleine Texte, die den Kindern den Vergleich ermöglichen.

Denn zuerst kommen die Bilder von den Schweinen, Rindern, Ziegen und Hühnern in der Massentierhaltung, fein erklärt mit all den Fachbegriffen, die die Stalloptimierer sich ausgedacht haben, um der beengten und normierten Haltung den Anschein von rationaler Überlegung zu geben – man liest von Liegeboxen, Ferkelschutzkörben, Abferkelbuchten und zehntausenden Hühnern in Bodenhaltung. In den kleinen Texten erfährt man auch, warum männliche Küken getötet werden, wie schnell Schweine wachsen müssen, wie kurz das Leben der Tiere ist und wie es dann zum Schlachthof geht.

Und nach dem Schlachthof wird umgeschaltet, zeigt Lena Zeise, was ökologische Tierhaltung ist und warum sie mehr Arbeit macht und insgesamt teurer ist, Mama uns Papa also für Produkte vom richtigen Bauernhof mehr bezahlen müssen. Aber: Es schmeckt auch besser. Das letzte Bild zeigt dann den jeden Tag zu erlebenden Widerspruch – den Wagen des Landfleischers, der wirklich noch Tiere aus Bauernhofhaltung schlachtet und verarbeitet, direkt vor dem Eingang zum Supermarkt.

Ein geradezu seltsames Bild, wenn man es sich nur anschaut: Das, was mit unserer Welt verträglich ist, steht draußen als Wagen, der von Wochenmarkt zu Wochenmarkt fahren muss, während drinnen das billige Fleisch aus der Massentierhaltung in Massen verkauft wird.

Am Ende stellt Zeise dann die Fragen, die immer mehr Erwachsene auch beschäftigen: „Wie haben wir darüber mitentschieden, dass es genau so entstanden und zu uns gekommen ist?“ Auf unserem Frühstückstisch nämlich. Haben wir die Zutatenliste und die Herkunftsnachweise gelesen?

Die kleinen Leser/-innen des Buches sollen es nur einfach mal einen Tag lang machen. Denn wenn man etwas verändern will, dann muss man wissen, warum. Dann sind es genau diese Bilder, die die Kleinen dazu anregen, sich über den großen Widerspruch in unserer Welt Gedanken zu machen.

Und vielleicht auch Mama und Papa anregen, mit den Knirpsen den nächsten Urlaub auf dem Bauernhof zu buchen. Damit sie die Tiere einmal tatsächlich zu sehen bekommen und erfahren, wie sie leben, gefüttert und versorgt werden. Und wie dann ihr Weg (oder der von Milch und Eiern) auf unseren Frühstückstisch ist. Es ist ein mit viel Liebe zur lebenden Kreatur gezeichnetes Aufmerksam-Mach-Buch, eines, das auch Eltern dazu animieren dürfte, das Thema anzusprechen.

Denn wenn man erst einmal darüber zu sprechen beginnt, was da auf dem Tisch steht und wie es hergestellt wurde, beginnen von ganz allein auch die Überlegungen, wie man es besser machen kann. Denn wir sind nicht ganz machtlos. Wir müssen uns nicht alles gefallen lassen, auch nicht die Zumutung einer Massentierhaltung, die derart rabiat mit unseren natürlichen Ressourcen umgeht.

Was nicht drinsteht, aber eigentlich aus diesen Zeichnungen spricht, ist auch die Kehrseite der Wertschätzung für die Tiere: die Wertschätzung für uns selbst und das, was wir essen. Denn wer bewusst wählt und auch auf die artgerechte Haltung der Tiere achtet, der zeigt auch mehr Achtung für sich und seine Mitwelt. Der wird aufmerksamer und lässt sich auch nicht mehr so schnell ein X für ein U vormachen. Seid neugierig, Kinder, sagt das Buch. Lasst euch zeigen, woher euer Essen kommt. Selbst die Zahl der Fleischmahlzeiten in der Woche, die wir auftafeln, entscheidet mit über den Zustand der Welt. „Mehr als 200 Millionen Nutztiere sorgen mit dafür, dass die Kühlregale immer voll sind“, schreibt Lena Zeise. „Es müssen so viele sein, weil wir viel Fleisch essen.“

Und das mündet nicht in den platten Aufruf: Ja, dann müssen wir doch alle Vegetarier werden! – Nicht wirklich. Aber es weckt einen wichtigen und wahrscheinlich nimmermüden Gedanken, den Lena Zeise so benennt: „Wir entscheiden über ihr Leben mit.“ Nämlich das Leben der Tiere.

Es gibt da keine echte und gute Ausrede. Die Tiere werden für uns geschlachtet. Oder auch nicht. Das entscheiden wir. Jeden Tag. Und nichts hindert uns daran, genau darüber auch am Frühstückstisch zu sprechen.

Lena Zeise Das wahre Leben der Bauernhoftiere, Klett Kinderbuch Verlag, Leipzig 2020, 16 Euro.

Unsere Welt neu denken: Maja Göpels vehementes Plädoyer für eine Änderung unseres vom Wachstum besessenen Denkens

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