Ist die DDR-Literatur tatsächlich verschwunden? Ausradiert, wie es der Buchtitel suggeriert, den Carsten Gansel für dieses durchaus provokante Buch gewählt hat? Immerhin weiß er, wovon er schreibt. Er ist der einzige ostdeutsche Professor für Literatur auf einem Lehrstuhl in Westdeutschland. In Gießen. Ein Glücksfall, stellt er fest.

Auch weil er hier auf Kollegen getroffen ist, die mit ihm kollegial und ohne die üblichen Vorurteile umgehen, die im DEUTSCH-deutschen „Dialog“ seit über 35 Jahre das Grundmuster vorgeben.

Genau so geschrieben: Ein fettes DEUTSCH für den bis heute den Diskurs dominierenden Westen und ein kleines für den Osten, der selbst in Debatten über das deutsch-deutsche Verhältnis nur am Katzentisch sitzt, während allwissende Kommentatoren mit westdeutschem Lebenslauf darüber diskutieren, warum „die Ossis“ so sind, wie sie sind. Ob sie so sind, ist dann meist keine Erörterung wert.

Deswegen auch der „Dialog“ in Anführungszeichen. Es gibt ihn nicht. Hat ihn von Anfang an nicht gegeben. Auch nicht im Bereich Literatur. Denn das würde Augenhöhe voraussetzen. Und die Bereitschaft, den anderen wahrzunehmen.

Und deshalb wundert man sich am Ende auch gar nicht darüber, dass Carsten Gansel eigentlich gar nicht das Ausradieren der DDR-Literatur beschreibt, sondern Bilanz zieht zu einem völlig misslungenen Dialog, der keiner war und keiner ist. Auch vor 1990 nicht. Weshalb er tief hineintaucht in den Schacht, wie er schreibt, und erst einmal die Entstehung, die Motivation und Gefühlslage der DDR-Literatur beschreibt. Immer wieder auch auf seinen Landsmann Uwe Johnson verweisend, der schon in den 1960er Jahren diese Ent-Fremdung beschrieb. Wohl wissend, worin diese Entfremdung bestand.

Denn er war ja im Osten groß geworden, hatte in Güstrow (wie Gansel) sein Abitur gemacht und in Leipzig Germanistik studiert und war dann 1959 noch rechtzeitig vor dem Mauerbau nach Westberlin gegangen. Er kannte also die DDR und wusste, wie sich schon binnen weniger Jahre die Mentalität der Menschen dort geändert hatte.

In der deutschen Fremde

Etwas, was wenig später auch Christa Wolf in „Der geteilte Himmel“ und Brigitte Reimann in „Die Geschwister“ benannten: Wer die Grenze überschritt, merkte sehr bald, dass man völlig andere Sprachen sprach. Soziale und gesellschaftliche Verhältnissse verändern das Denken. Herrliche Grüße von Karl Marx, den auch in der DDR nur die wirklich Wissensdurstigen lasen: Das Sein bestimmt das Bewusstsein.

Wenn Menschen sich um ihren Arbeitsplatz, um bezahlbares Essen, Kita-Betreuung und kostenlose Gesundheitsversorgung keine Sorgen machen müssen, verändert das ihre Sicht auf das Leben.

Es kam noch eine Menge mehr dazu. Denn genau darüber schrieben ja all die Autorinnen umnd Autoren, die Gansel als prägende Beispiele anführt, wie in diesem Ländchen namens DDR Anspruch und Wirklichkeit miteinander rangen, kollidierten und am Ende immer weiter auseinanderklafften.

Was natürlich die Frage aufwirft, ob die Bewohner des kleinen Landes die Ideale, mit denen das Ganze 1949 gestartet war, eigentlich ernst nahmen, sich also mit dem Land und seinem Ziel, ein „besseres Deutschlands“ zu sein, identifizierten.

Was übrigens die zentrale Frage war, mit der sich die prägenden Autorinnen und Autoren der DDR in unterschiedlichen Phasen der DDR immer wieder neu beschäftigten. Manchmal sogar angespornt von Parteifunktionären, manchmal tatsächlich respektiert. Aber meistens doch eher kritisch beäugt, reglementiert, zurechtgewiesen.

Was aber nicht bedeutet, dass die Bestseller der DDR-Literatur unlesbar waren, gar minderwertig, wie eine ganze Phalanx abgehobener Kritiker im Westen gern dekretierte. War der Staat schäbig und das Leben auch, dann musste auch die Literatur schäbig und ungenießbar gewesen sein. Voruteile sind zählebiger als ihre Protagonisten.

Literatur unter Generalverdacht

Weshalb der größte Teil von Gansels Buch im Grunde eine überfällige Verteidigung der spannendsten und einst intensiv rezipierten Literaturen der DDR geworden ist. Was man nicht erwartet. Wollte er sich nicht um das Ausradiertsein kümmern? Aber eigentlich geht es nicht um ein Ausradiertwerden nach 1990, auch wenn sich Kommentatoren in den großen Medien des Westens alle Mühe gaben, nicht nur die gesamte DDR-Litertatur in Bausch und Bogen zu verdammen, sondern mit Autorinnen und Autoren wie Christa Wolf und Stefan Heym auch gleich noch jene Vertreter der östlichen Literatur zu demontieren versuchten, die für hunderttausende Leserinnen und Leser in der DDR Mutmacher gewesen waren, über das Menschliche und das Verstörende im eigenen Land nachzudenken.

So nebenbei merkt Gansel eben auch etwas an, was fast vergessen ist: Dass es in den offiziellen Medien der DDR praktisch keinen solchen Diskurs über die Ideale und die Wirklichkeit in der DDR gab. Und wenn es ihn gab, funkte meist ein „Oberer“ dazwischen und verbannte den Chefredakteur in die Provinz.

Die Literatur übernahm also eine gewisse Ersatzfunktion. Und hier wird es spannend, weil Schriftsteller nun einmal, wenn sie ihr Metier wirklich ernst nehmen und von ihren Leser ernstgenommen werden wollen, hochgradig an der gelebten Wirklichkeit ihrer Welt interessiert sind. Dazu brauchen sie keinen Parteiauftrag, auch wenn so manche Parteitagsrede so klang. Oder die Reden auf der Bitterfelder Konferenz von 1959, die dann zum Bitterfelder Weg führten.

Da ging es nicht nur darum, dass die Kumpel zur Feder griffen, wie es der von Werner Bräunig stammende Slogan auf den Punkt brachte, sondern auch darum, dass die Autorinnen und Autoren angeregt bzw. aufgefordert wurden, selbst in die „sozialistische Produktion“ zu gehen und das richtige Leben der Arbeiter kennenzulernen. Das klingt gleich wieder doof, so doof, wie dann einige der „Produktionsromane“ auch wurden.

Unerwünschter Dialog

Aber Gansel zeigt im Grunde sehr genau, wie die wirklich begabten Autorinnen und Autoren damit umgingen und tatsächlich beschrieben, was sie vorfanden. Man denke nur an Brigitte Reimanns „Franziska Linkerhand“ oder Erik Neutschs „Spur der Steine“.

Die Bücher wurden in riesigen Auflagen gedruckt und auch gelesen. Denn die Leserinnen und Leser fanden sich darin wieder. Mitsamt ihren Fragen und ihrem Unbehagen an einem Land, in dem Ideal und Wirklichkeit von Anfang an auseinanderklafften.

Und niemand forderte so deutlich zum Dialog darüber heraus wie die Schriftsteller. Und sie taten das von einer Position aus, in der sie regelrecht Anspruch erhoben darauf, gelesen und ernst genommen zu werden. Und die tatsächlichen Probleme auch lebendig darstellen zu können.

Mit dem Ergebnis, dass ihre Romane auch heute noch über zutiefst existenzielle Probleme erzählen und immer wieder die Frage stellen, wie man richtig lebt. Eine Frage, die ja bekanntlich dem ZK der SED immer zu weit ging. Und was 1959 wie ein Dialog-Angebot geklungen hatte, wurde auf dem 11. Plenum des ZK der SED wieder kassiert.

Ein Datum, das wichtig ist, wie Gansel feststellt, denn damit kassierte die SED auch alle Möglichkeiten, über die Probleme in der DDR öffentlich zu diskutieren. Sie verbot Bücher und Filme, stürzte begabte Autoren wie Werner Bräunig in unlösbare Krisen und gab letztlich den Ton vor, der bis 1989 gelten sollte und einer der Hauptgründe dafür war, dass das Volk seiner Regierung davonlief.

Womit Gansel etwas ganz Wesentliches herausarbeitet: Staaten und Regierungen zehren vom Vertrauen ihrer Bürger. Wo es aber keine öffentliche Verständigung mehr darüber gibt, was im Lande falsch läuft, erodiert dieses Vertrauen. Erst recht, wenn sich die Elite – also auf ostdeutsch: Nomenklatura – völlig abschottet und jede Form von Teilhabe ins Leere laufen lässt, wächst die Entfremdung. Am Ende herrscht nur noch Schweigen.

Und es war nicht das Volk, das das Gespräch abgebrochen hat. Und es waren auch nicht die Schriftsteller, die aufgehört hatten, über das richtige Leben im Land nachzudenken. Und es waren verdammt viele Autorinnen und Autoren, die sich so in die Herzen der Leser schrieben – von Christoph Hein bis Maxi Wander, von Erwin Strittmatter bis Erich Loest.

Abschied von Idealen

Und so erzählen gerade die Bücher, die in der DDR zu heftigen Debatten führten, von Störungen, die sichtbar machten, was falschlief im Land. Störungen, welche die SED-Funktionäre auch durch die immer wieder geübte Zensur oder Verweigerung der Druckgenehmigung nicht verhindern konnten. Oft war diese Verzögerung lang erwarteter Bücher schon die Störung.

Und sie machte gerade diese Bücher dann erst recht zu Titeln, die in hunderttausender Auflage gedruckt und auch verkauft wurden. Die DDR war auch deshalb ein Leseland, weil die Literatur all jene Themen verhandelte, die in den Partei-Medien nicht diskutiert werden durften.

Und es überrascht nicht, dass die Autoren dann in den 1980er Jahren zunehmend ihre Entfremdung und Enttäuschung deutlich machten. Und damit wieder sehr genau die Stimmung der Leserinnen und Leser einfingen.

Wer diese Bücher liest, kann regelrecht nachverfolgen, wie das Vertrauen in die „führenden Genossen“ dahinschwand und eben nicht nur die Schriftsteller innerlich schon Abschied nahmen.

Man ahnt mit Gansel: Die DDR-Literatur ist – mit ihren besten Büchern – eine wahre Fundgrube, wenn es um die Mentalitätsgeschichte der DDR geht.

Und dann kam die deutsche Einheit. Vorher gab es noch jenen grausamen Sommer 1990, als praktisch die komplette Jahresproduktion der DDR-Verlage in Tagebauen und auf Müllkippen entsorgt wurde, darunter reihenweise Titel, die zuvor jahrelang nicht hatten erscheinen dürfen. Und damit verloren viele Autoren aus dem Osten auch ihre Arbeits- und Lebensgrundlage.

Und die heftigen Attacken westdeutscher Krittiker, die die Ost-Literatur in voller Gänze zerrissen und verdammten, taten ein Übriges dazu. Nicht zum Ausradieren der DDR-Literatur, auch wenn das (mit Fragezeichen) so auf dem Cover steht, sondern zum Abwürgen eines deutsch-deutschen Dialogs, der nicht zustande kam.

Abgewürgter Dialog

Letztlich spricht Gansel in der Bilanz seiner Reise durch die DDR-Literatur am Ende genau davon. Denn es war verheerend. Und ist es bis heute. Denn nicht nur die Autoren aus der DDR wurden demontiert. Ihnen wurde der Raum, auf Augenhöhe mitzusprechen, einfach genommen, weil in der Regel westdeutsche Großdenker mit westdeutschen Großdenkern darüber diskutierten, wie schlimm und verdorben der Osten war.

Es traf den ganzen Osten. Denn – wie Gansel zu recht feststellt – gab es weder vor noch nach 1990 eine adäquate Medienlandschaft im Osten, in der die Ostdeutschen selbst miteinander ins Gespräch kommen konnten. Die gibt es bis heute nicht.

Das heißt: Sie diskutierten auch nicht mit, wenn sich in den Mainstream-Medien des Westens über den Osten unterhalten wurde. Und das zumeist aus völliger Unkenntnis, wie es sich dort tatsächlich lebte und lebt. Man warf den Ostdeutschen nur zu gern vor, sie seien ja in einer Diktatur aufgewachsen und dadurch irgendwie unfähig, mit den Segnungen der Demokratie umgehgen zu können.

Aber damit wischte man die tatsächlichen Erfahrungen der Ostdeutschen mt ihrem Leben in der DDR völlig vom Tisch, reduzierte alles auf Opfer- und Täter-Stereotype, mit denen sich die meisten Ostdeutschen nicht identifizieren konnten und können. Denn sie hatten ja – man lese einfach all die von Gansel zitierten Autorinnen und Autoren – lernen müssen, sich in diesem Land irgendwie einzurichten, trotz „schäbiger“ Rahmenbedingungen ein würdevolles Leben zu leben und aus ihrem Leben etwas Vorzeigbares zu machen.

Dass dann Millionen Lebensläufe und Qualifikationen ab 1990 regelrecht entwertet wurden, sorgte für die nächste Etappe originär ostdeutscher Erfahrungen. Die wieder nicht zum Teil der gesamtdeutschen Diuskussion wurden, weil schlicht die Medien fehlten, in denen der Osten als Gesprächspartner auf Augenhöhe sprechen konnte.

Wer spricht hier eigentlich für wen?

Gansel betont dann die besondere Beobachter-Rolle der Ostdeutschen ein wenig zu stark und ignoriert dabei etwas, was er eigentlich bei seiner Tour durch die ostdeutsche Literatur sehr genau herausgearbeitet hat: dass es nämlich DIE Ostdeutschen nie gab und bis heute nicht gibt.

Was Romane von Charlotte Worgitzky, Helga Königsdorf, Angela Krauß oder Helga Schubert zeigen, ist eben genau das: Das Festhalten, dass es völlig unterschiedliche Perspektiven auf dieses Land und seine Zustände gab und jeder individuell darunter litt und seine Freiräume suchte. Deswegen irritiert der Slogan „Wir sind das Volk“ auch, weil in diesen Romanen immer die Rolle des Individuums in einer durchreglementierten Gesellschaft diskutiert wurde.

Das Parteidenken über das große, gleichmachende Wir stand spätestens seit den 1970er Jahren in der Kritik. Und damit wurden existenzielle Fragen angesprochen, die genauso auch im Westen galten und gelten. Dürfen Schriftsteller das überhaupt?

Genau das negierten die großen Verdammer nach 1990: „In der Debatte um 1990 wurde den DDR-Autorinnen und -Autoren die Rolle einer moralisch-politischen Instanz abgesprochen“, schreibt Gansel. „Sie hätten aufgrund ihrer ambivalenten Haltung zum Einigungsprozess das Recht verwirkt, für ‘Massen’ zu sprechen.“

Gansel merkt aber auch an, dass diese Verdammung auch in ein westdeutsches Muster passt, wo man ja ebenfalls daran gegangen war, engagierte Schriftsteller wie Böll und Grass zu demontieren und ihnen ihre Rolle als moralische Instanz abzusprechen.

Und auf einmal ist man mittendrin in der deutsch-deutschen Geschichte nach 1990, in der ganz offensichtlich moralische Instanzen auf allen Ebenen verloren gegangen zu sein scheinen. Schon gar in der Literatur, die nicht mehr als Barometer für die brennenden gesellschaftlichen Probleme verstanden wird. Und dabei hat auch der Westen seine Probleme mit dem Nicht-Gesagten.

Wenn das Vertrauen abhanden kommt

Und da geht’s dann um den Zustand der Demokratie, der auch vor 1990 nicht wirklich heil war. Und auch heute nicht heil ist, wo Millionen Jobber und Malocher erleben, dass sie trotz allen Einsatzes nicht auf einen grünen Zweig kommen, dass über sie hinweg regiert wird und ihre Probleme negiert und ausgegrenzt werden.

Und da ist man auf einmal bei der Grundfrage, die DDR-Autor/-innen die ganze Zeit auf unterschiedlichste Weise gestellt haben: die nach der Vertrauensbasis, auf der die Gesellschaft funktioniert oder eben für viele nicht funktioniert.

Denn wenn man nicht mehr darauf vertrauen kann, dass so grundlegende Dinge wie Gesundheitsversorgung, Rentenabsicherung, Bildungssystem, Sicherheit und Klimaschutz funktionieren, bröckelt die gemeinsame Basis. Denn dieses Vertrauen schafft auch Entspannung: Man muss sich darüber keine Sorgen mehr machen, weil man sich drauf verlassen kann. Aber was passiert, wenn das nicht mehr gegeben ist?

Und wenn es schlichtweg keine mediale Ebene gibt, auf der das diskutiert werden kann? Eine brennende Frage, wie Gansel feststellt.

Der etwas benennt, was die großen Kritiker West meist gar nicht wahrnehmen, weil sie davon ausgehen, dass es in ihrem Diskurs mit Regeln zugeht, die für alle gelten. Das Ergebnis – so Gansel – ist eine „Deutungsdominanz der westdeutschen Meinungseliten“, die ab 1990 vor allem eins verteidigt haben: ihre alte, von Mauern und Vorurteilen geprägte Sicht auf den Osten.

Die Angst vor Veränderung

Es war nicht der Osten, der sich vor Veränderungen fürchtete (und mehr bekam, als der Einzelne oft verkraften konnte), sondern der Westen, wo man glaubte, man müsse sich gar nicht ändern, obwohl ein ganzer neuer Landesteil integriert werden musste – nicht einverleibt, wie es dann tatsächlichn geschah.

„Letztlich hat es keinen Aushandelungsprozess gegeben“, schreibt Gansel, „und somit haben die Erinnerungskonzepte der ‘Aufnahmegesellschaft’ Hegemonie, kulturelle Majorität und Macht erlangt. Was ‘der Osten’ zu sagen hatte, wurde als marginal eingestuft und an den Rand gedrängt.“

Wo artikuliert sich das also? Wo wird es wahrgenommen? Eine völlig offene Frage. Auch 35 nach der „deutschen Einheit“, die letztlich nur eine Einvernahme war. So obrigkeitlich gedacht, wie es DDR-Bürger eigentlich schon gewohnt waren. Teilhabe und Selbstgestalten unerwünscht. Die „Ossis“ sollte ja erst mal lernen …

Eine Zumutung bis heute. Im Grunde ist Gansels Buch eine vehemente Kritik an westlicher Arroganz, die den Osten immer nur von oben be- und verurteilt hat. Und es ist eine einzige geballte Empfehlung, die erfolgreichen Romane des Ostens alle noch einmal mit den Augen von heute zu lesen.

Und darin Konstellationen und Geschichten zu finden, die auch in der Gegenwart vertraut wirken. Denn immer ging es um das Menschsein in Verhältnissen, die oft genug überfordernd waren. Oder einfach eine Zumutung, die mit den verkündeten Idealen nichts mehr zu tun hatte.

Daran müssen sich alle Gesellschaften messen lassen. Aber wer sagt das den Leuten?

Carsten Gansel „Ausradiert? Wie die Literatur der DDR verschwand“, Reclam, Ditzingen 2026, 28 Euro.

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