Theologische Fakultät der Uni Leipzig soll 2017 tatsächlich ein neues Zuhause finden

Der Freistaat Sachsen hält sich zwar viel zugute auf seine rege Bautätigkeit im Hochschulbereich. Aber tatsächlich arbeitet man dort auch nur einen riesigen, über Jahrzehnte aufgebauten Sanierungsstau ab. Und in Leipzig, wo man so kräftig in den Universitäts-Campus investiert hat, ist auch noch nicht alles abgearbeitet. Die Theologen sitzen noch im Provisorium.

Es ist zwar ein hübsches Provisorium: der Eckbau am Martin-Luther-Ring zur Harkortstraße hin, in dem auch die HL komm sitzt. Der Einzug der Theologischen Fakultät im Jahr 2012 war auch recht euphorisch. Aber dann traten die Probleme auf, wie Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange im Februar auf Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Claudia Maicher erläuterte: „Der Flächenbedarf konnte gedeckt werden, die technischen Anlagen waren augenscheinlich vorhanden und in funktionsfähigem Zustand. Das Gebäude war für eine kurz- bis mittelfristige Nutzung vorgesehen, da die Fakultät endgültig in einem landeseigenen Gebäude untergebracht werden soll, wofür jedoch noch eine Umbaumaßnahme erforderlich ist. Nach Einzug und kontinuierlicher Nutzung ergaben sich seit Juli 2013 erste Schwierigkeiten mit der raumlufttechnischen Anlage. Daraus ggf. resultierende Ansprüche können gegenüber dem Vermieter geltend gemacht werden. Im November 2015 wurde deutlich, dass die vorhandene Lüftungsanlage die geforderte Raumluftqualität nicht erbringen kann. Die Erweiterung der raumlufttechnischen Anlage wird geprüft. Ergebnisse werden voraussichtlich zum Ende des I. Quartals vorliegen. Parallel dazu wird versucht, die Raumqualität zu verbessern.“

Umziehen sollen die Theologen eigentlich in die landeseigene Immobilie Beethovenstraße 25-27, für deren Herrichtung auch 4,3 Millionen Euro geplant sind, wie Claudia Maicher im Februar von der Ministerin erfuhr. Aber das zieht sich hin.

„Ich freue mich, dass meine Initiativen für die Theologische Fakultät endlich zu einem Umdenken bei der CDU/SPD Koalition geführt haben. Auf meine Kleine Anfrage vom Anfang dieses Jahres musste die zuständige Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD) noch einräumen, dass kein Geld für eine Neuunterbringung der Theologischen Fakultät vorgesehen sei“, kommentiert Dr. Claudia Maicher, die hochschulpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, die Aufnahme zumindest eines Teils der Bausumme in den kommenden Doppelhaushalt 2017/2018. „Dabei sind die Lehr- und Studienbedingungen am derzeitigen Interimstandort schon lange nicht mehr zumutbar. Die Ministerin hat es in ihrer Antwort auf meine Kleine Anfrage unmissverständlich auf den Punkt gebracht. Spätestens seit November 2015 war klar, dass in dem seit 2013 genutzten Gebäude die Lüftungsanlage den Anforderungen nicht gewachsen ist. Für einen Umzug müsste das dafür bereits vorgesehene Gebäude in der Beethovenstraße 25-27 saniert werden. Dafür waren bisher keine Gelder verfügbar und im Haushaltsentwurf der Staatsregierung für die kommenden zwei Jahre auch nicht vorgesehen.“

Nur: Die komplette Summe, die für den Umzug nötig wäre, ist noch nicht im Haushaltsentwurf verankert.

„Jetzt möchte die Koalition zumindest 2 Millionen Euro in den nächsten beiden Jahren bereitstellen. Das ist zwar ein Anfang, aber dennoch nur weniger als die Hälfte dessen, was für die endgültige Unterbringung notwendig wäre“, rechnet Claudia Maicher nach. „Für mich steht fest, dass es nach drei Jahren Provisorium jetzt endlich eine rasche und ausfinanzierte Lösung braucht. Meine Fraktion wird deshalb in den kommenden Doppelhaushaltsverhandlungen 4,35 Millionen für die Theologische Fakultät einfordern. Damit wollen wir erreichen, dass der Umzug spätestens in zwei Jahren möglich wird“, erklärt die Abgeordnete abschließend.

Und kaum war die Kritik draußen, gab es die Korrektur aus der Regierungskoalition. Da hat man auch gemerkt, dass 2 Millionen zu wenig sind. Und siehe da: Es ist ein Änderungsantrag im Verfahren – von dem die Grünen aber noch nichts wissen konnten.

Holger Mann, Leipziger Landtagsabgeordneter sowie Sprecher für Hochschule und Wissenschaft der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag: „Der neue Doppelhaushalt – den wir im Dezember beschließen wollen – sichert im Einzelplan 14 die Sanierung der Beethovenstraße 25-27 ab. Damit wird die lange Zeit der Interime für die Theologische Fakultät der Universität Leipzig ein Ende finden.“

Tatsächlich aber muss das erst mal beschlossen werden. Im Haushalt muss es erst seinen Platz finden. Das gesteht auch Holger Mann zu: „Zum einen kennt sie den Änderungsantrag der Koalition noch gar nicht, da wir erst am 21. November im Wissenschaftsausschuss beraten werden. Zum anderen waren sowohl Universität Leipzig und Wissenschaftsministerium nicht untätig. Es liegen fertige Bauunterlagen vor, so dass zeitnah im Reformationsjahr 2017 – nach Beschluss des Haushaltes – mit der Umsetzung begonnen werden kann. Und natürlich ist es so, dass ein Bau immer erst nach Fertigstellung bezahlt wird. Die Gesamtbausumme von 4,345 Millionen Euro wird im Haushalt verankert werden, um die Abfinanzierung in 2019 sicherzustellen.“

Antwort von Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (SPD) auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Claudia Maicher (Grüne) „Räumlichkeiten der Theologischen Fakultät Universität Leipzig“ (Drs 6/3952)

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