Die Livedebatte am 3. August: Legida & Pegida gegen die Diffamierung der L-IZ + Livestream + Galerie

In diesen rauen Zeiten, voller Brandanschläge und Bösartigkeiten in Sachsen wird leider oft ein wenig Dankbarkeit vermisst. Vor allem im Netz, wo der Hass rast und sich die Worte oft im Gegeneinander überschlagen. Wir wollen dankbar sein. Denn immer, wenn die Peggy da ist, steigen die Zugriffszahlen auf der L-IZ. Das freut die Werbekunden und auch wir wissen nach getanem Werk, warum wir vom islam- und mittlerweile auch ausländerfeindlichen Getümmel vom Leipziger Ring berichteten. Dass die Freunde aus Dresden und Leipzig nun auch noch uns auserkoren haben, wenn es um die übliche Rundumweltkritik geht, ist schon fast zuviel der Ehre.

+++ Der Legida-Livestream zum Nachsehen (ab Minute 30) +++

+++ 23:35 Uhr: Zweimal Flugobjekte, keine Verletzten +++

Polizeiliche Pressemitteilung zum Versammlungsgeschehen LEGIDA am 3. August 2015: „Am 3. August 2015 fand zum 15. Male eine Legida Versammlung mit Aufzug statt. Die Strecke führte vom Richard-Wagner-Platz über den Innenstadtring bis zum Martin-Luther-Ring/Ecke Lotterstraße und von dort wieder zurück zum Ausgangsort. Durch die Teilnehmer des Gegenprotestes wurden insgesamt vier Gegenveranstaltungen angemeldet.

Gegen 19:00 Uhr wurde mit einer Kundgebung die Veranstaltung von Legida eröffnet. Um 19:45 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Der Aufzug wurde lautstark von Protesten der Gegendemonstranten begleitet und es kam zu beidseitigen verbalen Attacken.

Auf dem Rückweg des Demonstrationszuges kam es zu vereinzelten Flaschenwürfen von NO-LEGIDA Gegendemonstranten an der Bosestraße. Die Polizei schritt sofort ein. Es wurden Identitätsfeststellungen durchgeführt. Am „Hundertwasser“ warfen mehrere Personen Flaschen in Richtung der NO-LEGIDA Teilnehmer. Auch hier fanden Identitätsfeststellungen statt. Zu beiden Vorfällen gab es keine Verletzten. 20:55 Uhr beendete der Versammlungsleiter die LEGIDA Veranstaltung. Die polizeilichen Maßnahmen konnten nach Beendigung der Demonstrationen sehr zügig beendet werden. Herausragende Vorkommnisse waren keine mehr zu verzeichnen.“

Letzte Worte der Redaktion: Nach dann. Gute Nacht, bis gleich und gute Reise. Oder „Ende Gelände“, wie Tatjana meint. Und natürlich „Eins, zwei, drei – Danke Polizei“. Oder so ähnlich. Dennoch zum Feierabend müssen wir soeben noch feststellen, dass beim Pegida/Legida – Video auf Youtube die Kommentare deaktiviert sind!

Verdammte Zensur. Schämt Euch Volk! Nicht mal Danke sagen kann man.

+++ 22:30 Uhr: Ein paar letzte Bilder vom Tage von den Gegenprotesten +++

+++ 21:11 Uhr: Noch nicht weggehen bitte … +++

Wo es doch so kuschelig heute war. Ein paar Bildergalerien haben wir noch. Folgen gleich … Und da sind auch schon die ersten Bilder danach.

Gefährliche Entwicklung - Legida geht in den Untergrund. (am Hotel Astoria). Foto: L-IZ.de

Gefährliche Entwicklung – Legida geht in den Untergrund. (am Hotel Astoria). Foto: L-IZ.de

+++ 20:52 Uhr: Das Lied der Deutschen – mal alle drei Strophen +++

Das ist jetzt ganz schön viel Geschichte auf einmal. Offenbar wünscht man sich hier die Weimarer Verfassung zurück. Nun gibt es ja viele Gründe nach dem ersten Weltkrieg, warum die Sache gekippt ist. Aber eine war auch, dass das zu stark auf den Präsidenten abgestellte System am Ende schwer wackelig war und es zu stark auf einen Mann ankam. Nicht schön, was darauf folgte. Aber offenbar findet man es bei Pegida & Legida ganz wichtig, alle drei Strophen der am 11. August 1922 zur Nationalhymne der Weimarer Republik erklärten Melodie zu singen.

Zur Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) wurde nur noch die erste Strophe gesungen, auf die das nationalsozialistische Horst-Wessel-Lied folgte. Danach hat man sich entschieden, dass das „Lied der Deutschen“ zwar die Nationalhymne blieb, zu offiziellen Anlässen jedoch nur die dritte Strophe gesungen werden sollte. (Geklaut auf die Schnelle bei Wiki).

Nun singt man die erste Strophe wieder in Leipzig. Danach macht Markus Johnke den Sack zu und alle patriotischen Nicht-Nazis gehen nach Hause. Irgendwie hatten wir uns das heute aufregender vorgestellt. Aber so ist das wohl bei Legida: Gegen die Diffamierung der L-IZ in die Ankündigung schreiben und dann doch wieder nur gegen Ausländer und „die da oben“ hetzen. Fad. Mal sehen, was die Polizei noch so hat. Am Hundertwasser soll es zu kleinen Rangeleien gekommen sein, als sich Legida-Teilnehmer außerhalb der Marschroute da aufhielten.

Schlusswort für heute

Das nächste Mal – es soll in vier Wochen soweit sein, sagt Johnke – könnten wir dann echt mal ein bisschen mehr Unterstützung benötigen. Bitte wieder an ein paar Überraschungen denken, Legida und Pegida. Sonst berichten wir nicht mehr. Interessiert doch bald keinen Menschen mehr hier der Quatsch.

Apropos Interesse: Stand aktuell 11.000 Leser auf diesem Artikel. Tendenz steigend. Haben wir allein gemacht. Mit Humor und Sex gehts halt voran im Leben.

Tatjana .. rrrrrrr ^^ Jaja der Sommer ... Foto: L-IZ.de

Tatjana .. rrrrrrr ^^ Jaja der Sommer … Foto: L-IZ.de

+++ 20:36 Uhr: Die blonde Lene – „Gudn Abänd Dresdne“ +++

„Ich bin Mutter. Und ich bin stolz darauf, in Deutschland geboren zu sein.“ Ok – da hilft wirklich nur noch Farin Urlaub. „Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben. Denn auch diese Leute wollen sich gut fühlen und auf irgendetwas stolz sein. Also suchen sie sich jemanden aus, der anders ist als sie und halten sich für besser. Oder sie sind bekloppterweise stolz darauf, „Deutsch“ zu sein, wozu keinerlei Leistung ihrerseits nötig war. Der Hass entsteht dann beispielsweise aus der Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Realität; denn wenn sie wirklich „besser“ wären, dann würden sie ja auch etwas können. Kann mir noch jemand folgen? Ich habe jegliche Geduld mit diesen Arschgeigen verloren; wenn ich erleben muss, dass hierzulande hilfesuchenden Menschen der notdürftige Wohnraum angezündet wird, weil „die uns ja etwas wegnehmen wollen“, dann schäme ich mich dafür, Deutscher zu sein.“

Danke für das Zitat an Farin und den Frizz (Leipzig), die es aufnotiert haben. Und nun lassen wir die Lene noch ein bisschen ihr Demonstrationsrecht wahrnehmen, welches auch andere erkämpft haben.

Nachtrag: Klingt ein bisschen, wie früher bei den Übertragungen vom Parteitag auf DDR 1. Aber das nur am Rande.

+++ 20:33 Uhr: „Ohne Dresden wärt ihr nur zu viert“ +++

Meldet der hinzugestoßene zweite Mann vor Ort von der Strecke. Namen haben wir gerade nachgetragen. Kann man so stehenlassen, Spruch des Tages. Der Rest ist im Urlaub. Wahrscheinlich in der Türkei, weil billiger als Griechenland.

Die Demo ist wieder auf dem Richard-Wagner-Platz zurück. Man freut sich, dass alles friedlich blieb. Markus Johnke mit dem beliebten Kinderabzählreim „Eins, zwei, drei – Danke Polizei.“ Manche machen mit.

+++ 20:26 Uhr: Impressionen aus Premiumdeutschland in Leipzig +++

Wir sind stinksauer. Kein Ton über unsere tägliche Hetze gegen Premiumdeutschland, nichts, kein Wort. Kein einziges Schild für uns. Zur Strafe gibts hier einfach ein paar Bilder OHNE Gewalt. Nimm das Däbritz. Kommt- seid ehrlich, eigentlich findet ihr uns doch total toll.

Fast vergessen und dennoch deutlich hervorzuheben. Auch zur Gegendemo sind rund 500 Teilnehmer erschienen. In etwa. Oder so.

+++ 20:15 Uhr: Eine Zwischenfrage +++

Was bitte ist „nationaler Masochismus“? Ist das eine lustvolle Variante der Unterwerfung beim beliebten Rein-Raus-Spiel, bei welchem irgendwer eine Uniform anhat? Wir bleiben ratlos, angesichts der nationalen Euphorie, welche jedes Tor bei einer Fußball-WM auslöst. Es muss um Sex gehen. Es kann nicht anders sein. Offenbar aus dem gleichen Grund hat jemand auf dem Livestream bei Legida vernehmbar in Richtung Gegendemonstranten gerufen: „Eure Eltern sind hier“. Der Sommer macht wirklich sonderbare Dinge mit den Köpfen. Zurück schallt es „Na ziehs raus.“ Irgendwas stimmt heute überhaupt nicht. Und kein Wort über uns …

National -Masochismus? Wir wollen ja nun wirklich niemandem etwas unterstellen, aber ... Foto: L-IZ.de

National -Masochismus? Wir wollen ja nun wirklich niemandem etwas unterstellen, aber … Foto: L-IZ.de

+++ 20:09 Uhr: Jung muss weg am Rathaus +++

Ein Dank bis hier, alles scheint heute friedlich zu verlaufen. Sehr schön. Hässliche Sprüche, die Gegendemonstranten pfeifen und verschieben mit dem Verlauf des Ringganges ihre Positionen. Weshalb es regelmäßig schwer ist, sie zu schätzen – alles ist in Bewegung. Am Rathaus vereinzelte Rufe aus dem Legida-Zug „Jung muss weg“. Zumindest keine Drohungen, wie es sie ja in der Vergangenheit auf anonymen Wegen auch schon gab. Es scheint ein – den Umständen angemessen – ruhiger Abend zu werden, die Polizei läuft wie gewohnt Spalier.

+++ 20 Uhr: Seltsame Parolen +++

Irgendwie kommt hier nicht mehr viel Neues, während sich die Demonstration über den Ring bewegt. „AntiFa-Hurensöhne“, „frei, sozial und national“ und „wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ ist das Standardrepertoire auf jeder rechtsextremen Demonstration. So also auch bei Legida und Pegida in Leipzig an diesem 3. August 2015. NPD ante Portas halt plus Hooligans und ältere Menschen. Zuvor hatte an der Thomaskirche die Combo Cakewalking Babies für die Gegendemonstranten ein Ständchen gespielt, bevor Legida vorüberzieht.

Legida an der Thomaskirche. Irgendwie rechtsextreme Sprüche ...Foto: L-IZ.de

Legida an der Thomaskirche. Irgendwie rechtsextreme Sprüche …Foto: L-IZ.de

+++ 19:50 Uhr: Eine Schätzung vom Wissenschaftler +++

Die erste wirkliche Schätzung ist da. Es seien laut S. Poppe, Unidozent und Mengenforscher, zwischen 500 bis 700 Teilnehmer bei Legida und lautstarker Gegenprotest von allen Seiten.

Legida von hinten gesehen. Foto: Privat

Legida von hinten gesehen. Foto: Privat

+++ 19:40 Uhr: Däbritz für rechte Verbindungen in Europa +++

Siegfried Däbritz hats irgendwie nun doch mit der Presse. Na endlich! Aber irgendwie nicht mit uns? Offenbar sind unsere Texte zu lang oder die Darstellungen zu nah? Man weiß es nicht, jedenfalls folgt der Ausflug in die große weite Welt. Je weiter weg, um so weniger nachvollziehbar, um so mehr Geschichten.

Erst zählt er Front National und viele andere rechte Parteien in Europa auf und wundert sich anschließend, dass die in der Presse rechtsextrem und populistische Parteien genannt werden. Böse Presse halt, gute Rechte, passt. Mehr brauchts nicht zum Vertreter Lutz Bachmanns. Er fühlt sich den rechten Bewegungen in Europa fest verbunden, wie es scheint – und möchte gern aufholen. Dass er die CDU-dominierte Regierung „bunt“ nennt, kann man dennoch nicht stehenlassen. Wirklich nicht.

Und dass er am Ende lügt, ist unanständig. Er behauptet, wir hätten „Bilder bestellt“ („die Chefredaktionen der Zeitungen“, wir nehmen uns mal dazu) und nur solche, wo es knallt und man böse Legidas und Pegidas sehen kann. Deshalb solle man friedlich bleiben. Naja- viel Spaß beim Scrollen, der Rest erschließt sich von selbst. Nun latschen alle los und wollen „lächeln, winken und Arschloch denken“ (Däbritz & Johnke).

+++ 19:20 Uhr: Tatjana Festerlings Ansprache in Kurzform +++

Die „Invasoren“ (vulgo für Flüchtlinge und Asylsuchende) nehmen uns alles weg, islamisieren und destabilisieren uns unter der Hilfe der machthabenden Eliten. Deshalb wollen die auch, dass wir uns alle gegenseitig die Schädel einschlagen. Klingt auf den ersten Blick – naja. Von brennenden Häusern ist nicht die Rede. Ende der Durchsage. Wer im Nachgang schaut, kann also vorspulen oder lieber mal nen Schwatz mit dem Nachbarn halten. Die Zeit ist besser verbracht. Dann kommt noch etwas zum politischen Establishment, welches ja tatsächlich nicht wirklich reagiert hat und förmlich überfahren wirkt. Vor allem in Sachsen. Aber auch da meinen wir sicher wieder was anderes, als die Ex-OBM-Kandidatin aus Dresden.

Moooment – Nachtrag: Festerling fordert gegen Ende eine geistig-moralische Wende in Deutschland. Da hat sie jetzt aber mal wirklich aber so etwas von Recht.

Nachtrag 2: Sie hört nicht auf zu reden. Ok, also nun noch der Aufruf, einen Asylaufnahmestopp sofort durchzuführen. Die, welche hier sind, sollen „im bescheidenen Rahmen versorgt werden“. Und natürlich wieder raus, sobald es geht usw. „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“, johlt es aus einer Gruppe junger Männer. Wissen die doch gar nicht – während Tatjana vielleicht mal im Zeltlager in Dresden schauen sollte, wie „bescheiden“ aussieht, fragt man sich, ob ein Flüchtling per se Deutschland nicht liebt? Und was er damit eigentlich liebt? Die Patrioten hier wahrscheinlich eher nicht.

Das Flüchtlingsproblem muss laut Festerling da zu Hause geklärt werden. Richtig, ein langer Weg fürwahr. Wann aber verrät sie den gröhlenden Anwesenden endlich, dass wir dann aber alle wirklich gehörig abgeben müssen, um die Lebensverhältnisse in den Krisenregionen wirklich nachhaltig zu verbessern? Irgendwie klingt das alles ein bisschen wie – Hauptsache weg damit aus den Augen.

Irgendwann gröhlt es dann doch wieder „abschieben“, aus der EU will man auch austreten und die AntiFa soll verboten werden. Dafür, dass Tatjana den linken Nazis nicht mehr zuhört, spricht sie recht lange in deren angebliche Richtung (gemeint sind die Gegendemonstranten).

Huch – Herr Däbritz ist da. Na dann … Er teilt erstmal mit, dass Lutz Bachmann „auf der Insel“ sei.

+++ 19:15 Uhr: Mal am Rande +++

Unterdessen macht unser Reporter vor Ort viele Bilder und auch sonst seinen Job. Als ihn jemand von den Patrioten als „Drecksau“ bezeichnet, erstattet er eine Strafanzeige. Der angesprochene Beamte meint, er würde ihn mit diesem „Mist“ von der Arbeit abhalten. Aktuell scheint die Polizei zwar eher arbeitslos – aber so kann man seine Zeit eben auch ableisten …

+++ Zum Livestream: Markus Johnke zur Lügenpresse +++

Markus Johnke hat nun das Motto zu unserer Enttäuschung richtig vorgelesen. Es geht also GEGEN uns? Unfassbar eigentlich, wir kleiner Verlag ohne Konzernstrukturen im Rücken, ganz allein von Leipzigern aufgebaut sind nun das Ziel der weltumspannenden Pegida-Bewegung? Egal, gelesen hat den Beitrag offenkundig von den Legida-Teilnehmern eh keiner. Vielleicht schreiben wir ihn einfach noch mal um. Nun geht es auf einmal wieder um den Volksentscheid? Wo bleiben wir jetzt? Das ist Betrug. Heute soll es doch um uns gehen? Wir sind verwirrt … Mal schauen, ob noch etwas folgt.

Es geht also doch wieder nur um die Abschaffung der GEZ. Ok, 40.000 Unterschriften brauchen Legida und Pegida dafür (L-IZ berichtete, siehe Ticker vom letzten Mal) im ersten Schritt, um hierbei anschließend in der zweiten Instanz 450.000 Pro-Stimmen zu benötigen. Heute scheinen derzeit nicht einmal genug zusammengekommen zu sein, um eine anständige Poolparty zu veranstalten? Wir bleiben skeptisch …

+++ Die Gegendemo um 19 Uhr bei 300 – 400 Personen +++

Die Gegendemo um 19 Uhr. Foto: L-IZ

Die Gegendemo um 19 Uhr. Foto: L-IZ

+++ 18:50 Uhr: 150 bei Legida & endlich frei berichten +++

Fehlt der Bus aus Dresden? 150 sind nun bei Legida eingetrudelt, von der Gegendemo hört man „Nazis raus“. Ein Legidateilnehmer erzählt einem russischen Sender was über Eliten in Deutschland. Die Kollegen scheinen sich zu freuen, dass sie hier mal frei berichten dürfen.

Schwatz mit einem russischen Sender. Endlich frei berichten. Foto: L-IZ

Schwatz mit einem russischen Sender. Endlich frei berichten. Foto: L-IZ

+++ 18:40 Uhr: Taschenkontrollen? +++

Legida und Pegida werden heute irgendwie gründlicher unter die Lupe genommen. Ein bisschen wie vor dem Festivalgelände – Taschen auf, mal reinschauen, was da so alles drin ist. Allmählich sammeln sich auch die Teilnehmer der Legida & Pegida-Veranstaltung, gegen 18:40 Uhr noch recht wenige, vielleicht 40, 50 – nein, natürlich 5.000. Aber was nicht … es sei denn, der See hat heute doch zu sehr gelockt und der Namen L-IZ hat nicht so richtig „gezogen“. Offenbar doch wenige Abonnenten drunter.

Und vor allem zu wenig Promo!

An dieser Stelle ein wenig Traurigkeit zur alten Dame LVZ hinüber – dass sie das Motto der heutigen Legida-Demo unterschlagen hat, ist nicht fair. Da rackert man nun seit Jahren und verdient sich Neid, Ärger und die Wut von NPD bis hin zu anderen Ausländerfeinden und dann das … Einmal in der LVZ wollten wir stehen, einmal nur ;-)

Hier noch zwei Bilder vom Platz um 18:40 Uhr.

+++ 18:30 Uhr: An der Hainspitze sammeln sich Gegendemonstranten +++

Es ist alles etwas näher beieinander am Richard-Wagner-Platz, als noch zu den Zeiten, als Legida auf dem Simsonplatz startete. Etwa 200 Teilnehmer von Leipzig nimmt Platz haben sich bereits in Sichtweite an der Hainspitze eingefunden.

An der Hainspitze gegen 18:25 Uhr. Die Gegendemo füllt sich. Foto: L-IZ.de

An der Hainspitze gegen 18:25 Uhr. Die Gegendemo füllt sich. Foto: L-IZ.de

+++ 18:15 Uhr: Alles Wurscht +++

Die Vorbereitungen auf dem Wagnerplatz laufen, der Grill steht. Es könnte gemütlich werden, der Sachse ist ja ohne Wurst eher unleidlich. Nur wo ist der Bierstand? Richtig, es ist eine Demonstration mit Alkoholverbot. Die NoLegida – Kundgebung an der Hainspitze läuft und es werden immer mehr Teilnehmer. In einem Redebeitrag heißt es zu den asylfeindlichen Aktionen der vergangenen Wochen: „Es wird irgendwann brennen“, verbunden mit dem Aufruf „Wir müssen das verhindern“.

Fast schon Routine. Die Bühne steht, 19 Uhr möchte man beginnen. Foto: L-IZ.de

Fast schon Routine. Die Bühne steht, 19 Uhr möchte man beginnen. Foto: L-IZ.de

+++ 17:45 Uhr: Einige Überlegungen vorab +++

Aber irgendwas müssen wir in den letzten Monaten schließlich richtig gemacht haben, lautet das Motto doch unter anderem: „Gegen die Diffamierung der L-IZ“. Die anderen waren ja auch schon in Dresden dran, mit ähnlichen Anti-Abonnementkampagnen – nur seltsamerweise nie die BILD? Warum werden die nicht unterstützt und nur wir und die LVZ? Oder haben wir da doch etwas falsch verstanden? Man weiß es nicht.

Ein Grill nur für Patrioten. Foto: L-IZ.de

Ein Grill nur für Patrioten. Foto: L-IZ.de

Was man weiß ist, dass der normale Legida und Pegida-Anhänger mit der freien Presse nicht so viel anfangen kann. Und bei der L-IZ eher kein Abo abgeschlossen hat – das macht auch heute wieder frei in der Berichterstattung (bis auf den BND-Mann im Rücken, aber man kennt sich ja allmählich). Oder vielleicht verstehen Legidas nur etwas anderes unter freier Presse? Frei von kausalen Zusammenhängen, frei von direkten Wechselwirkungen, aber voller Welterklärungen? Möglichst ausschweifend, irgendwie hat schließlich alles mit allem zu tun. Sie wissen schon – der Schmetterling und der Orkan, die Weltverschwörung gegen die Deutschen und die laufende Exportweltmeisterschaft.

Legida und Pegida am 6. Juli. Mit vereinten Kräften schaffte man eine knappe 1.000 bei den Teilnehmerzahlen. Heute geht es gegen die Lügenpresse. Foto: L-IZ.de (Archiv)

Legida und Pegida am 6. Juli. Mit vereinten Kräften schaffte man eine knappe 1.000 bei den Teilnehmerzahlen. Heute geht es gegen die Lügenpresse. Foto: L-IZ.de (Archiv)

Vielleicht, liebe Pegidas und Legidas, hätte man sich über das eine oder andere verständigen können – aber wieso muss es denn immer gegen irgendwen und für Deutschland sein? Hätte es „für die Menschen, egal woher“ nicht auch getan?

Aber wir haben auch etwas gelernt in den letzten Monaten. Durch Legida – unfassbar oder? Bevor man die Welt erklären kann, sollte man die nähere Umgebung verstanden haben. Und in der ist gerade ne Menge los. Während wir immer noch weitgehend wohlgenährt durch die Innenstädte schlendern, die Freisitze und Parks bevölkern und bei allen durchaus vorhandenen sozialen Schieflagen doch irgendwie klar- und bis an den See kommen, finden sich gerade in den ersten Sammellagern der Landeshauptstadt Flüchtlinge in einer Art dritten Welt in der angeblich ersten wieder.

Abgespannt, psychisch angeknackst und müde in eilig aufgestellten Zelten. Und manchmal im Supermarkt, wo sie sich vom Taschengeld ihr Essen selbst kaufen. Denn im Lager sei die Versorgungslage dünn, auch die medizinische Versorgung in den Erstaufnahmen Sachsens steht in der Kritik und die Asyl-Verfahren dauern derzeit 6 Monate. Aber dafür war ja heute wenigstens der sächsische Innenminister mal zu Besuch – das hilft wirtschaften. Wenigstens mit der Hoffnung bei den Flüchtlingen – vielleicht dürfen sie ja bleiben? Wenn doch schon so hoher Besuch kommt? Eher nicht, denn im Gefühl vieler Deutschen sind sie einfach zu viele und zu sehr 40-Prozent-aus-dem-Balkan.

Und dann sind sie auch noch so undankbar und hauen sich untereinander, wegen Nichtigkeiten! Da kann man mal sehen, wie schnell manchem sonst allzeit bereiten Fußball-Hooligan mit Rechtsneigung Gewalt zuwider sein kann. Die können sich eben nicht benehmen, andere Länder … Mal sehen, wie heute so das Benehmen im Demonstrationszug ausfällt – wir sind gespannt. Beim letzten Mal gabs ja einiges Ungemach und Geschrei.

Der Postillon hat heute ebenfalls Nachrichten zum Thema Flucht, Vertreibung und Rückführungen in sichere Herkunftsstaaten. Bis es losgeht am Richard-Wagner-Platz (18:30 Uhr ist Sammeln, 19 Uhr Antreten zum Fahnen-Appell und Liedersingen) mit einigen Livebetrachtungen, hier also eine kleine Vorablektüre zur Einstimmung. Der Postillon vom 3. August 2015: „Gebiet der ehemaligen DDR zu sicherem Herkunftsland erklärt: Millionen droht Abschiebung“

Hinweis: Sobald der Livestream von Legida verfügbar ist, stellen wir ihn wie gewohnt auch hier ein und schauen mal, was es zu den Ansprachen zu schreiben gibt. In der Hoffnung, dass es heute friedlich bleibt, wünschen wir allen Gegendemonstranten Durchhaltevermögen und angesichts der Hitze immer eine volle Flasche Wasser zur Hand und Gelassenheit im Gemüt.

Ach richtig – Hinweis 2: Am 7. August 2015 kann man von 16 bis 19 Uhr der künftigen Interimseinrichtung für Asylbewerber in der Friederikenstraße in Lößnig einen Besuch abstatten. Kleiderspenden sind gern gesehen – die Malteser nehmen diese an dem Tag gern entgegen. Besonders willkommen ist dabei für jüngere Menschen geeignete Kleidung in kleineren Größen. Zur Meldung auf L-IZ.de geht’s hier lang.

Legida/Pegida* Video *RassismusNoLegida
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