Etwa 1.000 Personen haben sich am Samstag am Gedenken für die Opfer des Anschlags in Hanau vor zwei Jahren beteiligt. Einen neuerlichen „Corona-Spaziergang“ gab es hingegen nicht – zumindest nicht in Leipzig. In Halle waren es am Sonntag Linke, die gegen die Corona-Politik auf die Straße gingen. Außerdem: Die mutmaßlich dreifach geimpfte Queen hat sich mit Corona infiziert. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, 19./20. Februar 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Es war einer der schlimmsten rechtsradikalen Anschläge seit 1945: Am 19. Februar 2020 tötete Tobias R. in Hanau insgesamt zehn Menschen: erst neun Personen mit Migrationshintergrund – Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov – und anschließend seine Mutter Gabriele.Schon unmittelbar nach der Tat hatte es vor zwei Jahren eine große Gedenkkundgebung in Leipzig gegeben, an der sich mehrere hundert Personen beteiligten. Noch mehr waren es in diesem Jahr: Etwa 1.000 Personen versammelten sich auf dem Marktplatz. Ungefähr die Hälfte davon hatte sich zuvor an einem Aufzug aus dem Leipziger Osten beteiligt.

Neben dem Gedenken stand bei der Kundgebung auch Kritik an deutschen Behörden im Mittelpunkt. So wurde beispielsweise bekannt, dass offenbar mehrere SEK-Beamte, die in Hanau im Einsatz waren, Mitglied einer rechtsradikalen Chatgruppe waren. Für Unverständnis sorgte auch ein Demoverbot vor einem Jahr, das mit der Corona-Pandemie begründet wurde – während gleichzeitig Querdenker laufen durften. Wir haben das Geschehen hier zusammengefasst.

Quasi ausgefallen ist am Samstag der übliche „Spaziergang“ von „Querdenkern“. Vereinzelt waren sie wieder am Völkerschlachtdenkmal zu sehen, aber auch in der Innenstadt versammelten sich mehrere dutzend Personen. Einen Aufzug gab es allerdings nicht und die Versammlungsbehörde wertete das Geschehen auch nicht als Demonstration.

Grund für die stark abnehmende Beteiligung sind möglicherweise interne Querelen bei den „Querdenkern“. Im Fokus stehen dabei vor allem die „Bewegung Leipzig“, die vor allem 2020 mit Corona-verharmlosenden Demonstrationen auffiel, und Volker B., Chef der 2021 aktiven „Bewegung Leipzig 2021“. Wie üblich geht es dabei um Vorwürfe, die „Bewegung“ zu spalten, mit dem Verfassungsschutz zu kooperieren oder sich nicht ausreichend von Gewalt zu distanzieren.

Was in den vergangenen Jahren ja ein wenig gefehlt hat – vielleicht auch aus guten Gründen: Stichwort Infektionsschutz –, waren Demonstrationen gegen die Corona-Politik aus linker Perspektive. Vereinzelt gab es das, aber eben nicht regelmäßig. An autoritären Maßnahmen, zu wenig Schutz für gefährdete Gruppen und fragwürdigen Bedingungen im Gesundheitssystem gäbe es da wohl einiges zu kritisieren.

In Halle hat es heute eine solche Demonstration gegeben. Das Offene Antifaplenum Halle hatte dazu aufgerufen. Offenbar weitgehend ohne Polizeibegleitung konnten die Teilnehmenden durch die Stadt ziehen und dabei Parolen wie „Impfstoff für alle, sonst gibt‘s Krawalle“ rufen. Das macht auf die nach wie vor weltweit ungleiche Impfstoffverteilung aufmerksam. So sind beispielsweise in Afrika weiterhin weniger als 20 Prozent der Bevölkerung geimpft.

Wohl schon mindestens drei Impfungen hat Queen Elizabeth erhalten – was ihr möglicherweise das Leben gerettet hat. Denn nun hat sich die 95-Jährige mit Corona infiziert und – so heißt es – leichte Symptome. Eine Infektion ohne Impfschutz endet für Personen in diesem Alter nicht selten tödlich.

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat: über die Impfquote in den Leipziger Eigenbetrieben, über die neue Entgeltordnung und die Auswirkungen für den Flughafen Leipzig/Halle und über ein Buch, das sich der Geschichte des Astoria-Hotels widmet.

Was heute außerdem wichtig war: Bei einem Brand in einem Elfgeschosser in Grünau wurden nach Angaben der Feuerwehr zwei Personen verletzt. Auslöser war vermutlich eine Explosion oder Verpuffung. Mindestens drei Löschzüge und vier Rettungswagen waren im Einsatz.

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