Daniela Kolbe ist neue Vorsitzende des DGB in Sachsen. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete erhielt fast 100 Prozent der Stimmen. Außerdem: Der AfD-Politiker André Barth wurde mit mehr als 60 Prozent zum Bürgermeister von Altenberg, einer Kleinstadt im Erzgebirge, gewählt. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, 24./25. Januar 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Die ehemalige Leipziger SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe ist neue Vorsitzende des DGB in Sachsen. Wie die Dachorganisation von acht Gewerkschaften mitteilte, hat Kolbe auf der Bezirkskonferenz in Dresden knapp 97 Prozent der Stimmen erhalten. Sie war bislang stellvertretende Vorsitzende und folgt auf Markus Schlimbach.
Kolbe sprach sich in ihrer Rede gegen längere Arbeitszeiten aus. „Das sind Vorschläge aus der Mottenkiste. Wir lehnen die Angriffe auf den Sozialstaat und Arbeitnehmerrechte entschieden ab und zeigen den Verantwortlichen die rote Karte gegen Kahlschlag.“
Sachsens Wirtschafts- und Arbeitsminister Dirk Panter (SPD) gratulierte Kolbe zur Wahl: „Der DGB ist und bleibt ein zentraler Partner bei der Gestaltung des Strukturwandels in Sachsen, ob beim Umbau der Industrie oder bei der Fachkräftesicherung. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass wirtschaftlicher Fortschritt und soziale Sicherheit Hand in Hand gehen.“
Glückwünsche kamen auch von den sächsischen Landesvorsitzenden der Grünen. Martin Helbig nannte die Einführung der Bildungszeit in Sachsen als gemeinsames Ziel. Coretta Storz möchte gemeinsam mit dem DGB den Acht-Stunden-Tag verteidigen.
Kolbe war von 2009 bis 2021 im Deutschen Bundestag. Die 45-Jährige war auch schon Generalsekretärin der sächsischen SPD und stellvertretende Vorsitzende der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung.
AfD-Erfolg im Erzgebirge
Der AfD-Landtagsabgeordnete André Barth hat die Bürgermeisterwahl in Altenberg gewonnen. Laut vorläufigem Ergebnis erhielt er schon im ersten Wahlgang knapp 62 Prozent der Stimmen. Die anderen Parteien hatten keine Kandidat*innen ins Rennen geschickt. Ein Mitglied einer Wählervereinigung und drei parteilose Personen waren gegen Barth angetreten.
Über die Situation im Erzgebirge hatten wir gestern schon berichtet. „Altenberg steht exemplarisch für eine Entwicklung, bei der sich linksliberale Parteipolitik aus dem Alltag zurückzieht – nicht aus Protest, sondern durch Erschöpfung“, stellte unser Autor Frank Beutner darin fest. Das zeigt sich unter anderem auch darin, dass SPD und Grüne schon seit mehr als zehn Jahren nicht mehr im Stadtrat der Kleinstadt vertreten sind.
Kampf um den Nahverkehr in Dresden geht weiter
Im vergangenen Dezember hatte der Stadtrat in Dresden mit den Stimmen von AfD, CDU und „Team Zastrow“ ein Bürgerbegehren zum ÖPNV abgelehnt. Die Linksfraktion hatte über Monate rund 40.000 Unterschriften gesammelt, um das Angebot im Dresdner Nahverkehr auf dem bisherigen Niveau zu erhalten. Ein von der Stadtverwaltung beauftragtes Gutachten sah die Mehrkosten für die Stadt nicht gedeckt.
Nun hat die Linksfraktion entschieden, rechtlich gegen die Ablehnung vorzugehen. Durch die geplante Gewerbesteuererhöhung von 450 auf 475 Prozent seien die Kosten in den kommenden Jahren gedeckt. „Das Stadtoberhaupt hat offenkundig Angst vor dem Votum der Bürgerinnen und Bürger“, vermuten die drei Initiatoren. „Deshalb versucht Dirk Hilbert mit allen Mitteln, den Bürgerentscheid zur Zukunft der Dresdner Verkehrsbetriebe zu verhindern.“
Die Landesdirektion Sachsen muss über den Widerspruch entscheiden.
Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:
über den Cospudener See und das Wassergesetz,
über die Mobilität der Leipziger*innen und
über die BUND-Forderung nach einer Verpackungssteuer.
Was am Wochenende außerdem wichtig war: Rund um das Zweitligaspiel zwischen Dynamo Dresden und dem 1. FC Magdeburg kam es offenbar zu heftigen Auseinandersetzungen. Laut Behörden wurden dabei 64 Polizist*innen verletzt, unter anderem durch Beschuss mit Pyrotechnik und Steinen. Der 1. FC Magdeburg kündigte eine Aufarbeitung der Geschehnisse an und stelle klar, dass für Gewalt im Fußball kein Platz sei.
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