Die sächsische Landesregierung drückt aufs Tempo: In der Bundesratssitzung am Freitag möchte der Freistaat erreichen, dass der Bund zügig Verbesserungen in der Fahrschulausbildung prüft. Außerdem: Zwei Forscher*innen in Dresden erhalten EU-Geld für Machbarkeitsstudien und die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz jährt sich erneut. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, 27. Januar 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Sachsen möchte am Freitag im Bundesrat darauf drängen, dass die Fahrschulausbildung zügig modernisiert wird. „Wir brauchen weniger Wiederholungen, weniger Leerlauf und wir brauchen deutlich mehr Planbarkeit wie auch klare Qualitätsstandards“, sagt die sächsische Infrastrukturministerin Regina Kraushaar. „Wir erwarten einen deutlichen Schub im Hinblick auf die Anwendung moderner digitaler Lehrformen.“
Wirtschaftsminister Dirk Panter ergänzt: „Für viele Betriebe ist Mobilität eine Voraussetzung, um Ausbildung und Arbeit überhaupt zu ermöglichen – im Handwerk, in der Pflege oder in der Logistik. Wenn sich der Führerscheinerwerb zu lange zieht oder zu teuer wird, trifft das vor allem junge Menschen und Unternehmen.“
Der Bund soll unter anderem prüfen, ob die Ausbildung stärker in Lernbereiche gegliedert werden, die Wartezeit auf Prüfplätze verkürzt und das begleitete Fahren ab 17 Jahren weiterentwickelt werden kann. Oberste Priorität habe weiter die Sicherheit im Straßenverkehr.
Elektronen und Photovoltaik
Der Europäische Forschungsrat hat zwei Projekte in Dresden ausgewählt, die mit jeweils 150.000 Euro gefördert werden. Die beiden Forscher*innen sollen damit Machbarkeitsstudien erstellen, um das kommerzielle und gesellschaftliche Potenzial ihrer Arbeit zu erkunden.
Sebastian Reineke, Professor für Organische Halbleiter an der TU Dresden, beschäftigt sich mit Elektronenwechselwirkungen. Erkenntnisse könnten in der Krebstherapie oder bei Impfstoffentwicklung genutzt werden. Yana Vaynzof, Direktorin am Leibniz-Institut für Festkörper- und Wertstoffforschung, erforscht neuartige Photovoltaik-Technologien.
Verantwortung für jüdisches Leben
Vor 79 Jahren befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz. Zwischen 1940 und 1945 töteten die Nationalsozialisten dort mehr als eine Million Menschen. Heute wurde wieder an diesen Tag und an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.
„Der Holocaust-Gedenktag fordert von allen Demokratinnen und Demokraten, nicht beim Erinnern an Opferschicksale stehen zu bleiben, sondern sich kritisch mit den Ursachen und Dynamiken von Hass und Ausgrenzung zu beschäftigen“, sagt Sachsens Demokratieministerin Petra Köpping. „Der Holocaust war kein Werk weniger Fanatiker, sondern ein gesellschaftliches Projekt – realisiert, aktiv unterstützt und hingenommen von ganz gewöhnlichen Menschen, auch aus Sachsen.“
Landtagspräsident Alexander Dierks bezeichnet die Verantwortung für jüdisches Leben in Deutschland als „zeitlose und zentrale Aufgabe für unser Land“. Wenn sich Jüdinnen und Juden heutzutage nicht mehr trauen würden, in der Öffentlichkeit eine Kippa zu tragen, sei das beschämend für die Gesellschaft.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
über Mietwucher in Leipzig,
über die Autonutzung der älteren Bevölkerung und
über ein performatives Konzert in der Schaubühne Lindenfels.
Was heute außerdem wichtig war: Die BSW-Fraktion im sächsischen Landtag hat Ronny Kupke einstimmig zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Die bisherige Fraktionsvorsitzende Sabine Zimmermann hatte ihr Mandat aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt.
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Vor 79 Jahren?