Widerstand gegen Sparmaßnahmen an der Leipziger Universität. Der Stadtrat beschließt in seiner heutigen Sitzung das Datum für die nächste Wahl des Oberbürgermeisters. Im benachbarten Sachsen-Anhalt wird ein neuer Ministerpräsident bestimmt. An der Georg-Schwarz-Brücke gibt es seit heute eine Behelfsbrücke für Fußgänger, und RB Leipzig erzielte erstmals im Hamburger Millerntor-Stadion ein Tor. LZ meldet fünf Dinge, die heute wichtig sind.
Proteste gegen Stellenabbau an Universität und Hochschulen
Ein Bündnis aus Gewerkschaften, Studierenden und Initiativen, hat unter dem Dach von ver.di für heute zu Protesten gegen geplante Kürzungen an der Leipziger Universität aufgerufen. Auftakt ist eine Kundgebung um 10 Uhr auf dem Kurt-Masur-Platz, zu Füßen des Cityhochhauses (im Volksmund „Weisheitszahn“ oder Uni-Riese“ genannt). Im Anschluss führt eine Demonstration über das Campusgelände zum Rektorat in der Ritterstraße. Lehrkäfte und Studierende warnen, dass Einsparungen die Qualität von Lehre und Forschung sowie die Arbeitsbedingungen massiv verschlechtern würden.
Zudem ruft ver.di im Rahmen der laufenden Tarifrunde der Länder zum Warnstreik an den Leipziger Hochschulen auf. Gefordert werden sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro mehr im Monat. Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis blieb, wächst der Unmut. Studierende und Beschäftigte zeigen sich solidarisch und rechnen erstmals mit spürbaren Einschränkungen im Universitätsbetrieb. Die Proteste sollen verdeutlichen, dass Kürzungen und Reallohnverluste nicht hingenommen werden.
Nach Auskunft der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sind mehr als die Hälfte aller Stellen an der Leipziger Universität befristet. Nun sollen in mehreren Fakultäten bis zu 20 Stellen nicht verlängert werden, was einer Streichung gleichkommt. Auf die insgesamt 14 Fakultäten, 17 zentralen Einrichtungen und fünf Dezernate der Uni hochgerechnet, werde das „massive Ausmaß der Kürzungen deutlich“, so ver.di in einer öffentlichen Stellungnahme zur Situation an der Universität.
Um 13 Uhr lädt ver.di zu einer Gewerkschaftsversammlung im Studentischen Kulturzentrum in der Nürnberger Straße 42 ein.

Stadtrat legt Datum für Bürgermeisterwahl fest
Die Stadverordneten kommen heute ab 14 Uhr zu ihrer aktuellen Sitzung zusammen. Beschlossen werden soll unter anderem die Auflösung des „Zweckverbandes Kulkwitzer See“ (LZ berichtete) und der endgültige Termin für die Wahl eines neuen Oberbürgermeisters. Die aktuelle Amtszeit von Burkhard Jung endet turnusmäßig nach sieben Jahren am 28. März 2027. Jung, der erstmals vor zwanzig Jahren in diese Funktion gewählt wurde, tritt nicht erneut als Kandidat für das Amt des Stadtoberhauptes an. In der Beschlussvorlage des Dezernates Allgemeine Verwaltung wird als Wahltag der 21. Februar 2027 empfohlen. Sollte eine Stichwahl nötig werden, weil keiner der Bewerber die nötige absolute Mehrheit erreicht, wäre dieser Termin dann vier Wochen später am 21. März.

Sachsen-Anhalt bekommt heute neuen Ministerpräsidenten
Der Landtag von Sachsen-Anhalt wählt heute einen neuen Ministerpräsidenten. Der bisherige Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) soll zum Nachfolger von Reiner Haseloff gewählt werden. Die Koalition aus CDU, SPD und FDP verfügt gemeinsam über 56 der 97 Sitze im Landtag und will Schulze bereits im ersten Wahlgang ins Amt bringen – dafür braucht er mindestens eine absolute Mehrheit von 49 Stimmen.
Haseloff, der nach fast 15 Jahren im Amt am Dienstag offiziell zurückgetreten war, machte kürzlich mit der Ankündigung seines Rückzuges den Weg für den vorgezogenen Wechsel frei. Hintergrund: die Hoffnung, Schulze hätte mit dem Bonus des Amtsinhabers bei der kommenden Landtagswahl am 6. September bessere Chancen auf ein gutes Wahlergebnis.
Umfragen sehen die AfD im September als stärkste Partei aus den Wahlen hervorgehen. Das will das derzeitige Regierungsbündnis aus Union, Sozialdemokraten und Liberalen verhindern.
Leipzig bezwingt den St.Pauli-Fluch – ein bisschen
13 Jahren lang blieben die Rasenballer bei ihren Auswärtsspielen gegen den Hamburger FC St. Pauli torlos. „Seit dem Drittligaaufstieg 2013 warten wir gegen keinen anderen Club so lange auf einen eigenen Treffer“, teilten sie noch gestern auf ihrer Website mit. Das hat sich nun geändert.
In der Nachholpartie des 16. Spieltags trennten sich die Kontrahenten zwar nur mit einem 1:1, damit können die Rasenballer aber ihren ersten Treffer am Millerntor überhaupt feiern. Nach einer Ecke von David Raum übernahm Yan Diomande und schoss in der 66. Minute aus 18 Metern das 1:0.
Weil es nicht zu festlich für die Gäste ausgehen sollte, schaffte der gebürtige Niederländer Martijn Kaars in der Nachspielzeit Dank eines Elfmeters den Ausgleich St. Pauli.
Auf die Frage von Sportreportern, wann er entschieden habe, dass er in die linke Ecke des gegnerischen Tores schießen werde, sagte der 26-jährige im Anschluss: „Schon vor drei, vier Wochen“, und erklärte die überraschend lange Frist: „Das mache ich immer sehr früh, damit ich auf dem Platz keine Zweifel habe“, wie die Hamburger Morgenpost heute berichtet.
Georg-Schwarz-Brücken: Behelfsbaue ab heute nutzbar
Im Zuge der laufenden Arbeiten an den Georg-Schwarz-Brücken ist nun ein wichtiger Zwischenschritt erreicht: In der benachbarten Straße „Am Ritterschlößchen“ wurde der erste Abschnitt einer neuen Behelfsbrücke für Fußgänger über die Gleise der Deutschen Bahn freigegeben. Darüber gelangt man (auch mit geschobenem Fahrrad) ab sofort zu den Mittelbahnsteigen 1 und 2 sowie zum Gleis 3.
Zudem entfällt der bisherige Zugang zu den Mittelbahnsteigen von der Georg-Schwarz-Straße her. Dieser wird in den nächsten Tagen abgerissen. Die Gleise 1 und 2 sind dann ausschließlich über die neue Übergangskonstruktion erreichbar.
Ein weiterer Bauabschnitt folgt im April. Dann wird die Behelfsbrücke erweitert, um auch das Gleis 4 anzuschließen und eine direkte Verbindung zur Philipp-Reis-Straße herzustellen. In diesem Zusammenhang wird auch der Zugang zu den Gleisen 3 und 4 von der Georg-Schwarz-Brücke entfernt. Sowohl der erste als auch der zweite Brückenteil sind durch mehrere mobile Aufzüge barrierefrei nutzbar.
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