Der Leipziger Winterdienst konnte ein größeres Schneechaos verhindern. Das Leipziger Stadtarchiv präsentiert letztmalig eine Kulturgeschichte des Schimpfens und Beleidigens. Im osterzgebirgischen Altenbach gewinnt der AfD-Kandidat die Bürgermeisterwahl. Und eine Initiativgruppe kündigt für 13 Uhr eine Hörsaalbesetzung an. LZ mit vier Meldungen zum Start in die Woche.

Eisentwarnung in Leipzig

Das ist ja noch mal glatt gegangen! Der Deutsche Wetterdienst hat die Warnung vor Glatteisbildung in der Region Leipzig aufgehoben. Derzeit wird die Lage mit der Kategorie 1 eingestuft. Bedeutet: Es kann schneien, es kann glatt werden, aber nicht mehr in dem Maße, wie es in der Nacht noch befürchtet wurde.

Mit einsetzendem Schneefall war in Leipzig der Winterdienst im Einsatz und hat ein größeres Verkehrschaos verhindert. 22 große Räum- und Streufahrzeuge waren auf den Straßen unterwegs, unterstützt von 8 kleinen Multicar-Schneepflügen, die Gehwege im kommunalen Zuständigkeitsbereich freihielten.

„Zudem sind 76 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Fuß unterwegs, um an Stellen zu räumen, die wir mit den Autos nicht befahren können“, erklärt Winterdienst-Sprecherin  Claudia Ballhause auf LZ-Anfrage. „Mit einsetzendem Schneefall sind die LKW unterwegs und fahren im Schichtsystem.“

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Leipzig kam es zwischen 4:00 Uhr und 09:30 Uhr  zu 42 witterungsbedingten Unfällen. Dank der Arbeit des Winterdienstes blieb die Zahl im Stadtgebiet mit 18 relativ gering, wie ein Sprecher am Morgen bestätigte.  

Das Elli-Chaos hat sich nicht wiederholt. Berufsverkehr heute Morgen in Leipzig. Foto: Benjamin Weinkauf

Schimpf und Schande

Verflucht noch mal! Nur noch vier Tage… Während die städtischen Museen montags geschlossen haben, können Sie heute im Stadtarchiv auf der Alten Messe einen Ausflug in die Kulturgeschichte des Schimpfens unternehmen. Wie wurde eigentlich früher geschimpft – und aus welchen Gründen? Die Ausstellung „Schimpf und Schande“ erkenntnisreiche Reise durch die Geschichte der Beleidigung. Vom Mittelalter bis in die digitale Gegenwart zeigt sie, wie Menschen andere herabsetzten, bloßstellten oder öffentlich an den Pranger stellten – und was das über ihre Zeit verrät.

Zu sehen sind originale Dokumente wie Ermittlungsakten, Schandzettel und Schmähschriften. Ein besonderes Beispiel ist ein Spottgedicht aus dem Jahr 1931, das den damaligen Leipziger Oberbürgermeister Carl Friedrich Goerdeler während der Weltwirtschaftskrise öffentlich diffamierte. Solche Exponate machen deutlich, dass Beleidigungen schon immer politische und soziale Sprengkraft hatten.

Die Ausstellung beleuchtet den  kulturellen Umgang mit Beschimpfungen über Jahrhunderte hinweg. Von traditionellen Schimpfwörtern wie „Dredlfritze“ oder „Diggnischl“ bis hin zu aktuellen Beleidigungen in sozialen Netzwerken. Dabei geht es nicht nur um Sprache selbst, sondern auch um Rollenbilder und Machtverhältnisse.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Schau hat heute von 12:00 Uhr und Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Und wer es in diesen Tagen nicht mehr schafft, dem bleibt nur ein beherzter Fluch übrig.

AfD stellt Bürgermeister im Osterzgebirge

Das osterzgebirgische Altenberg hat  am Sonntag ein neuer Bürgermeister gewählt. Nach dem vorläufigen Ergebnis setzte sich der AfD-Landtagsabgeordnete André Barth mit 61,8 Prozent der Stimmen durch. Barth war zuvor bereits kommissarischer Bürgermeister der Stadt.

Auf Platz zwei kam die parteilose Sozialpädagogin Johanna Franz mit 21,3 Prozent. Der Kriminalbeamte Steffen Götze (Wählervereinigung) erreichte 7,6 Prozent. Die Einzelbewerber Lars Schlegel und Attila Dorkó erhielten 4,9 und 4,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug bei 70,8 Prozent.

Die Wahl war vorgezogen worden, nachdem der bisherige Bürgermeister Markus Wiesenberg (CDU) Mitte 2025 vorzeitig zurückgetreten war. Wahlberechtigt waren  6.300 Einwohnerinnen und Einwohner.

AfD-Kandidat André Barth gewann die Bürgermeisterwahl in Altenberg. Foto: Frank Beutner

Hörsaalbesetzung an der Uni angekündigt

Jugendliche planen für  heute ab 13 Uhr einen Hörsaal der Universität Leipzig zu besetzen. Anlass ist der elfte Jahrestag der Befreiung der syrischen Stadt Kobanê vom sogenannten Islamischen Staat. Die Aktion ist Teil der Kampagne „Rise up for Rojava“.

Die Besetzerinnen und Besetzer wollen auf die aktuelle Lage in Nord- und Ostsyrien aufmerksam machen. Nach eigenen Angaben sei die Stadt Kobanê derzeit von Truppen der syrischen Übergangsregierung umzingelt. Die Jugendlichen fordern von der Universität Leipzig eine öffentliche Stellungnahme zur Situation in Rojava, die Anerkennung der Universität Kobanê sowie eine stärkere Demokratisierung des Lehrbetriebs in Leipzig.

Die Kampagne RiseupforRojava ist ein internationales Netzwerk, woran sich Gruppen und Einzelpersonen beteiligen. Sie will die Solidarität mit Rojava verbreiten.

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