In Budapest wird heute das Urteil im Verfahren gegen Maja T. erwartet, Unterstützerinnen und Unterstützer der Angeklagten rufen zu einer Kundgebung in Leipzig auf. Beim Leipziger „HANDWERKSFORUM OST“ wird der neue Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Sven Schulze, erwartet. Am Abend wird der Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse im Volkspark Halle verliehen und die Gewerkschaft ver.di sucht Jurymitglieder für die bevorstehende Leipziger DOK-Woche. LZ mit vier Meldungen, die heute wichtig sind.
Urteil im Fall Maja T. erwartet
Heute Nachmittag wird in Budapest das Urteil im Prozess gegen die non-binäre deutsche Person Maja T. erwartet. Die ungarische Staatsanwaltschaft legt Maja T. zur Last, als Teil einer multinationalen Gruppe andere Menschen angegriffen und schwer verletzt zu haben. Bei den Opfern soll es sich um Teilnehmer einer Veranstaltung handeln, die jährlich unter dem Begriff „Tag der Ehre“ stattfindet und Rechtsradikale aus ganz Europa anzieht.
Laut Anklage soll Maja T. im Februar 2023 an zwei von insgesamt fünf Angriffen beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von 24 Jahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und „Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung“. Angehörige und Freunde der Beschuldigten hatten seit ihrer Inhaftierung immer wieder menschenunwürdige Haftbedingungen kritisiert und die Auslieferung von Maja T. gefordert. Der ungarische Verteidiger von Maja T. plädiert auf Freispruch.
Auch Politiker des Bundestages waren mehrfach nach Budapest gereist, um auf diplomatischem Wege eine Überstellung von Maja T. nach Deutschland zu erreichen. Diese Bemühungen blieben bisher erfolglos. Für den heutigen Abend haben Unterstützerinnen und Unterstützer der Angeklagten zu einer Kundgebung um 18 Uhr auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig aufgerufen.
Erster Besuch von Sven Schulze in Sachsen
Um 15 Uhr findet das „HANDWERKSFORUM OST“ im Rahmen der „HANDWERK live“ auf der Leipziger Messe statt. Für das hochkarätig besetzte Podium in der Halle 5 hatte ursprünglich der Ministerpräsident des Freistaats Thüringens, Mario Voigt, sein Kommen zugesagt. Die Schirmherrschaft über das „Handwerksforum“ rotiert turnusmäßig zwischen den drei mitteldeutschen Bundesländern. Dieses Jahr hat Thüringen diese Position inne.
Doch der dort amtierende Ministerpräsident muss sich heute kurzfristig einem Misstrauensantrag im Erfurter Landtag stellen. Wegen der drohenden Aberkennung von Voigts Doktortitel hatte die AfD-Fraktion die Sondersitzung des Parlaments beantragt. Nach der Absage wird nun der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, an der Diskussion teilnehmen. Es ist der erste Besuch nach seiner Wahl in Sachsen.
Zum nunmehr sechsten Mal treffen sich die Handwerkskammern aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern auf der Leipziger Messe mit führenden Vertreterinnen aus Politik und Wirtschaft. Die heutige Diskussion beschäftigt sich mit Fragen rund um das Thema Bürokratie und Handwerk.
Jetzt Jurymitglied für die DOK-Woche werden
Im Rahmen des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm wird auch in diesem Jahr der „ver.di-Preis für Menschlichkeit, Solidarität und Fairness“ verliehen. Dieser ist mit 2000 Euro dotiert, über die Vergabe entscheidet eine dreiköpfige Jury. Das Festival findet vom 26. Oktober bis 1. November 2026 in Leipzig statt.
Jetzt besteht die Chance, Teil dieser Jury zu werden! Gesucht werden Menschen mit starkem Interesse an Dokumentarfilmen und einem politischen Blick, die in einem film- oder kunstbezogenen Umfeld oder als Journalisten tätig sind. Die Aufgabe als Jurymitglied besteht darin, während der Festivalwoche etwa 9 bis 16 Filme, meist in Leipziger Kinos, anzuschauen und zu begutachten. In einem darauffolgenden Austausch mit den anderen Jurymitgliedern wird eine Entscheidung über den Preisträgerfilm getroffen.
Der ver.di-Preis würdigt Filme, die sich mit den Werten Menschlichkeit, Solidarität, Fairness, Frieden und Meinungsfreiheit befassen. Viele der ausgewählten Filme sind unter schwierigen Bedingungen entstanden und wurden vorab von einer Fachjury des Festivals ausgewählt. Wer Teil der Jury werden möchte, bewirbt sich ab jetzt bis zum 31. März 2026 per E-Mail unter: medien-dju.sat@verdi.org. Die Bewerbung enthält eine kurze Erklärung der eigenen Motivation und eine kurze Vita. Die Entscheidung fällt bis zum 31. Mai 2026.

Kunstpreis für Absolventen der Burg Giebichenstein
Zum Abschluss des Wintersemesters wird heute Abend um 18 Uhr der Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse verliehen. Ausgezeichnet wird eine Abschlussarbeit aus dem Fachbereich Kunst der Hochschule „Burg Giebichenstein“ in Halle.
Der Preis wird 2026 zum 20. Mal vergeben und ist mit 2.500 Euro dotiert. Über die Auszeichnung entscheidet eine Fachjury, die eine Arbeit mit besonders hoher künstlerischer Qualität auswählt. Zusätzlich erhalten zwei bis drei weitere Absolventinnen oder Absolventen eine Anerkennung, die jeweils mit 500 Euro verbunden ist.
Bewerben konnten sich alle Studierenden des Fachbereichs Kunst, die zwischen Oktober 2024 und Januar 2026 ihr Diplom oder Staatsexamen abgeschlossen haben. Die Arbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger sowie weitere Abschlussarbeiten sind ab dem 5. Februar in der Ausstellung „eingetaucht/aufgetaucht – Diplome der Kunst 2026“ zu sehen.
Die Schau läuft bis zum 1. März 2026 und findet an zwei Orten statt: im Volkspark Halle und in der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt. Geöffnet ist sie von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 14:00 Uhr bis 19:00 Uhr.
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