Im Auwald beginnen heute Flutungsmaßnahmen, die Alte Handelsbörse lädt zu einem Mascha-Kaléko-Abend, sächsische Firmen öffnen eine Woche lang ihre Türen für Schülerinnen und Schüler, um ihnen einen Blick in die Berufswelt zu ermöglichen – und Baden-Württemberg läutete das Superwahljahr ein. Mit einem spannenden Ergebnis.
Grüne gewinnen Landtagswahl mit 0,5 % Vorsprung
Das war wirklich knapp. Aus einem zunächst deutlichen Vorsprung der Grünen vor der CDU wurde am Ende eine Mandatsgleichheit beider Parteien bei einem Stimmenvorsprung der Grünen von nur noch 0,5 Prozent. Mehr als 5,4 Millionen Menschen haben sich in Baden-Würtemberg an der gestrigen Landtagswahl beteiligt. Und alle, die sich für das Ergebnis interessierten, erlebten eine wahrliche Zitterpartie. Selbst drei Stunden nach dem Schließen der Wahllokale blieb offen, welche Partei letztlich als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen und damit voraussichtlich den Ministerpräsidenten stellen würde.
Damit verlief der Wahlabend anders, als es viele Umfragen in den Monaten zuvor erwarten ließen. Lange Zeit hatte die CDU dort klar geführt. Erst in den Wochen unmittelbar vor der Wahl konnten die Grünen deutlich aufholen. Am Ende deutete sich schließlich ein knapper Wahlsieg der Grünen an. Für zwei Parteien endete der Wahlabend dagegen mit einer deutlichen Enttäuschung.
Sowohl die FDP als auch die Linke verfehlten den Einzug in den Landtag, da beide weniger als fünf Prozent der Zweitstimmen erhielten. Für die FDP ist dies ein historischer Einschnitt: Ausgerechnet in Baden-Württemberg, traditionell eines ihrer stärksten Bundesländer, scheiterte sie erstmals an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Linke wiederum hatte gehofft, erstmals in das Landesparlament einzuziehen – auch dieses Ziel wurde verpasst.
Deutliche Zugewinne verbuchte dagegen die AfD. Sie konnte ihr Ergebnis der Landtagswahl 2021 nahezu verdoppeln. Die SPD hingegen musste einen schweren Rückschlag hinnehmen: Ihr Stimmenanteil halbierte sich im Vergleich zu 2021. Zwar schafften die Sozialdemokraten den Einzug in den Landtag, doch mit dem schwächsten Ergebnis ihrer Geschichte.
Erstmals durften dank des neuen Wahlrechts auch 16- und 17-Jährige an der Abstimmung teilnehmen. Die nächste Landtagswahl findet am 22. März in Rheinland-Pfalz statt, gefolgt von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern am 6. und am 20. September.

Auwald-Flutung startet
Im südlichen Auwald beginnt am Montag, 9. März, die diesjährige Paußnitzflutung. Erstmals können dabei auch Flächen östlich des Weges „Die Linie“ erreicht werden. Möglich wird das durch neu errichtete Durchlässe und Furten, die im vergangenen Winter gebaut wurden (LZ berichtete). Dadurch wird nun eine zuvor von dauerhafter Trockenheit betroffene Lache wieder mit Wasser versorgt.
Die künstliche Flutung wird ausgelöst, indem das Obere Paußnitzsiel, ein Durchgang zur Regulierung von Flusspegeln, in Richtung Elsterflutbett geschlossen wird. Über einen Verbindungsgraben wird die Paußnitz dadurch angestaut, sodass ein Bereich im Elster-Pleiße-Auwald für rund 14 Tage überflutet wird. Anschließend wird das Wehr wieder geöffnet, das Wasser fließt langsam wieder aus den Flächen ab. In diesem Jahr erstmals auch über die Untere Paußnitz. Diese Flutung wird seit 1993 jährlich durchgeführt. Mit dem Ziel das Gebiet zu renaturieren. Denn ein Auwald im eigentlichen Sinn ist das beliebte Naturareal aufgrund der Maßnahmen zum Hochwasserschutz schon lange nicht mehr.
Auf einer knapp fünf Hektar großen Fläche im Naturschutzgebiet „Elster- und Pleiße-Auwald“ wird dabei die Wiedervernässung von Auenbereichen erprobt. Die Stadt bilanziert die Maßnahme positiv: nach mehr als drei Jahrzehnten ist der für Auenverhältnisse untypisch starke Ahornbestand deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig profitieren klassische Auwaldgehölze wie die Feldulme von den wiederkehrenden Überflutungen. Auch in der Tierwelt zeigen sich Veränderungen: Feuchtigkeitsliebende Käferarten wandern vermehrt ein.
Die Paußnitzflutung bildet zugleich die Grundlage für das weiterführende Wiedervernässungsprojekt „Dynamische Aue“. Ziel ist es, die seit 1993 jeweils im zeitigen Frühjahr künstlich ausgelöste Flutung künftig stärker an natürliche Prozesse anzupassen. Bei Hochwasser der Weißen Elster soll Wasser aus dem Elsterhochflutbett über ein Bauwerk im Ratsholzdeich in den südlichen Auwald geleitet werden. Dort würde es gezielt Teilflächen überfluten und anschließend über die Untere Paußnitz wieder in das Elsterflutbett zurückfließen.
Mascha-Kaléko-Abend in der Handelsbörse
„Wir haben keine andre Zeit als diese.“ Ein Gedanke, der so nicht nur Mascha Kaléko durch den Kopf ging, ihr aber als prägend zugeschrieben wird. Der heutige Abend in der Alten Handelsbörse am Naschmarkt widmet sich um 19 Uhr dem Werk der deutsch-jüdischen Autorin, lädt ein zu einem Blick auf das Leben und die Texte Kalékos. Die Veranstaltung ist Teil des sächsischen Themenjahres „Tacheles 2026 – Jüdische Kultur in Sachsen“ und versteht sich als Beitrag zur Erinnerungskultur.
Im Mittelpunkt stehen Gedichte Kalékos, gelesen vom Leipziger Schauspieler und Regisseur Axel Thielmann. Für den musikalischen Rahmen sorgt das „Trio Schwestern der Freude. Kalékos Gedichte erzählen von Einsamkeit, Liebe und charmanten Alltäglichkeiten.
Die Dichterin wurde 1907 in Galizien geboren und kam als Kind nach Deutschland. In den 1930er-Jahren wurde sie in Berlin mit ihrem Gedichtband „Das lyrische Stenogrammheft“. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten geriet sie als Jüdin zunehmend unter Druck und emigrierte 1938 in die USA. Später lebte sie auch in Israel. Ihre späteren Texte sind geprägt von Erfahrungen des Exils, vom Verlust und der Suche nach Heimat. Kaléko starb 1975 in Zürich und gilt heute als eine der bedeutenden deutschsprachigen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts.
Karten für die Veranstaltung in der Alten Handelsbörse sind an der Abendkasse erhältlich. Sie kosten 15 Euro, ermäßigt 10 Euro.
Unternehmen laden Schülerinnen und Schüler ein
In Sachsen startet heute die „Schau rein! – Woche der offenen Unternehmen“. Bis zum 14. März 2026 haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Betriebe, Behörden und andere Einrichtungen zu besuchen und sich direkt vor Ort über Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Dabei können sie Arbeitsabläufe kennenlernen und mit Auszubildenden sowie Ausbildern ins Gespräch kommen.
Teilnehmen können Jugendliche ab der 7. Klassenstufe. Nach Angaben der Veranstalter beteiligen sich in diesem Jahr rund 1.500 Unternehmen und Institutionen an der Aktionswoche. Insgesamt stehen mehr als 5.000 einzelne Angebote und Veranstaltungen zur Auswahl. Die „Offenen Unternehmen“ sollen Schülerinnen und Schülern helfen, frühzeitig Einblicke in die Arbeitswelt zu erhalten und mögliche berufliche Wege kennenzulernen.
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