Mit einer Vielzahl von Razzien in Leipzig und Umgebung ging die Bundespolizei heute gegen mutmaßliche Schleuser vor, die Landsleute aus Syrien mit einem simplen Pass-Trick nach Deutschland hätten bringen wollen. Und: Bereits gestern wurde ein Busfahrer Opfer einer Bedrohung mit einem Beil, die Kripo ermittelt. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 21. April 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Haben Syrer Landsleute mit einfachem Trick nach Deutschland geschleust?
Im Leipziger Stadtgebiet sowie in der Umgebung rückte die Bundespolizei am frühen Dienstagmorgen zu Hausdurchsuchungen an. Betroffen war eine Vielzahl an Privatwohnungen und Geschäftsräumen, schwerpunktmäßig im Bereich der Eisenbahnstraße. Es gab aber auch Razzien an anderen Punkten innerhalb Leipzigs sowie in Neukieritzsch, Borna, Oschatz und Eilenburg.
Hintergrund sind, wie der MDR unter Berufung auf einen Sprecher der Bundespolizei meldet, Ermittlungen gegen 50 Syrerinnen und Syrer zwischen 20 und 57 Jahren. Der Verdacht: Missbrauch von Ausweispapieren, unerlaubte Einreise und Einschleusen von Ausländern. Demnach hätten die Verdächtigen authentische Ausweisdokumente mutmaßlich nach Syrien verschickt, um ähnlich aussehenden Landsleuten die Einreise in die Bundesrepublik zu ermöglichen. Zudem stehen auch unerlaubt eingereiste Personen im Fokus der Ermittler.
Mehrere Personen wurden im Zuge der Maßnahmen nach Behördenangaben zwecks Personalienfeststellung und Erfassung zur Bundespolizei am Hauptbahnhof verbracht. Anschließend sollen sie der Ausländerbehörde übergeben werden. Der mutmaßliche Schleusungstrick soll vor geraumer Zeit an Flughäfen in Nahost aufgefallen sein, wobei die Ermittlungen dann in den Raum Leipzig führten.
Wegen Zigaretten: Busfahrer mit Beil bedroht
In Leipzig-Grünau wurde ein 43 Jahre alter Busfahrer mit einem Beil bedroht: Über den Vorfall, der sich bereits Montagnachmittag gegen 16:15 Uhr in Grünau-Mitte zutrug, berichtet heute die Leipziger Polizeidirektion (PD). Laut PD-Sprecherin Susanne Lübcke habe ein Mann den Busfahrer an der Haltestelle Schönauer Ring zunächst nach Zigaretten gefragt, was letzterer verneinte. Daraufhin habe der Tatverdächtige (22) den Fahrer mit einem Beil bedroht.
Zwei anwesende Busfahrer (40 und 43) kamen ihrem Kollegen nach Polizeiangaben zu Hilfe und brachten den Urheber der Bedrohung zu Boden, wobei sich der Jüngere von ihnen sowie der Tatverdächtige selbst verletzten. Ein Passant (36) konnte derweil das Beil sichern. Der Verdächtige wurde festgenommen und aufgrund seiner Verletzungen zunächst unter Bewachung in einem Krankenhaus behandelt, ehe er entlassen wurde. Der im Gerangel verletzte Busfahrer erhielt eine ambulante Versorgung.
Die Kripo ermittelt nun wegen eines versuchten schweren Raubdelikts. Teil davon ist auch die Frage, „ob sich der Tatverdächtige in einer psychischen Ausnahmesituation befand“, so die Polizeisprecherin.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
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Kalenderblatt: Geburtstag einer rätselhaften Monarchin und Waldheimer Prozesse
Sie war zu Lebzeiten die bekannteste und meistfotografierte Frau der Welt, trug gern farbenfrohe Kleidung mit Hut. Siebzig Jahre, von 1952 bis zu ihrem Tod im September 2022, war sie Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs sowie weiterer Commonwealth-Länder und erfüllte vor allem eine symbolisch-zeremonielle Funktion. Auch hochbetagt galt sie als diszipliniert und pflichtbewusst, ihre persönlichen Ansichten und Gefühle blieben vor der Öffentlichkeit weitgehend abgeschirmt: Heute wäre Queen Elizabeth II., geboren am 21. April 1926, 100 Jahre alt geworden.
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Sie gelten als finsteres Kapitel deutscher Justizgeschichte und Sinnbild politischer Willkür: Im sächsischen Zuchthaus Waldheim beginnen am 21. April 1950 die Waldheimer Prozesse, die sich bis Ende Juni ziehen. Großteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit werden in kurzer Frequenz mehr als 3.000 Personen abgeurteilt, denen meist Kriegsverbrechen und NS-Verstrickung vorgeworfen wird. Viele sind Ex-Insassen der Anfang 1950 aufgelösten sowjetischen Speziallager und wurden nun offiziell an DDR-Behörden überstellt.

Unschuldslämmer sind die Betroffenen oft tatsächlich nicht. Doch die SED-Justiz ignoriert Grundsätze des Rechtsstaats: Sie differenziert kaum zwischen Mitläufertum und aktiver NS-Täterschaft, Urteile werden vorab festgelegt und die Rechte Angeklagter massiv beschnitten. Es gibt weder eine ausführliche Beweiserhebung noch unabhängige Verteidiger. Am Ende des Justizmarathons stehen tausende Haftstrafen und über 30 Todesurteile. 24 davon werden Ende 1950 vollstreckt, andere Strafmaße immerhin abgemildert.
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