Am Donnerstag, dem 23. April, um 20:00 Uhr lädt der Salon Similde ein zu einer Veranstaltung mit dem Fotografen Elias Emtanes: „Improvisation in Drama“. Das Drama kann schon an der nächsten Plakatwand beginnen, wie Elias Emantes selbst erzählt: „Auf dem Weg zur Haltestelle schaut eine Fahrradleiche traurig zu dir hoch. Sie wurde zum All-you-can-eat-Büfett vor den Werbetafeln, die dir in nur einem Monat ein neues Selbst versprechen. Jemand hat versucht, die Werbung abzureißen, und damit eine der Bundeswehr zutage gefördert.

Aus den Fenstern des überfüllten Linienbusses siehst du ’SODOM‘-Graffitis vorbeihuschen, sie zieren die hippen Gründerzeitviertel (15€/qm kalt). Neben dir unterhalten sich zwei Jungs über die Jawlines ihrer Mitschüler, ein schick gekleideter Herr scheint aufgeregt Selbstgespräche zu führen.

Du machst die Musik lauter.
20, 20, 24 hours to go
I wanna be sedated
Nothing to do, nowhere to go
I wanna be sedated.

Beim Aussteigen wirst du fast von einem Lastenrad über den Haufen gefahren. Es ist von der SPD. Die Kopfschmerzen werden doller. Enttäuscht stellst du fest, dass dein Lieblingsdönerladen von einem schicken Holzkohlegrill verdrängt wurde. Also hungrig weiterhetzen. Auch die Brache gegenüber, auf der ihr früher raue Mengen Dosenbier getrunken habt, wird bald das Zeitliche segnen. Ein Schild kündigt neue Wertanlagen, also Wohnungen, an.

In deinen Hosentaschen kramst du dein letztes Kleingeld zusammen. Für Zigarrenbörek und ’ne Cola reicht’s gerade so. Immerhin musste auch der Fascho-Laden nebenan dichtmachen. Aufdringlich steckt dir jemand eine Karte zu. Werbung für eine Banksy-Ausstellung, sponsored by LVZ und Radio Energy. ‘Non Authorized Exhibition.’ Den Rest der Strecke gehst du noch hektischer zu Fuß. Es riecht nach geschmolzenem Plastik. Vor der Bauruine hat eine Mülltonne gebrannt, gleichgültig glimmt die schwarze Masse vor sich hin.“

Am Donnerstag, 23. April, zeigt Elias Emtanes im Salon Similde Fotografien: In rund 30 Ansichten geht es um Masken, (kriselnde) Raster und eine allgemeine Verpanzerung, möglicherweise aber auch um etwas ganz anderes.

Entstanden ist die Arbeit „Improvisation in Drama“ als Teil seines Bachelor-Abschlusses an der Burg Giebichenstein in Halle.

Und – so die Einladung des Salons Similde: „Er freut sich, wenn er noch mal mit Leuten ohne Klemmbrett darüber diskutieren kann. Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!“

Elias Emtanes „Improvisation in Drama“, Donnerstag, 23. April, 20:00 Uhr im Salon Similde (Simildenstr. 9).

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Redaktion über einen freien Förderbetrag senden.
oder

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar