Als er einen alten DDR-Computer verticken wollte, schnappte die Polizei zu. Der jugendliche Tatverdächtige scheint für mehrere Einbrüche in das Museum an der „Runden Ecke“ verantwortlich zu sein. Anlässlich des Internationalen Tages der Roma ist heute vor dem Neuen Rathaus die Roma-Flagge gehisst worden. Und: Teile des Auwaldes werden zwei Wochen lang unter Wasser gesetzt. Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, dem 8. April 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Roma-Flagge am Leipziger Rathaus gehisst
Mit einer feierlichen Zeremonie wurde am heutigen Internationalen Tag der Roma vor dem Neuen Rathaus die Roma-Flagge gehisst. Damit bezieht die Stadt Leipzig klare Position gegen Antiromaismus. Es soll auf die fortbestehende Diskriminierung von Roma und Sinti aufmerksam gemacht und ein Zeichen für Zusammenhalt gesetzt werden. Dieses Ansinnen unterstrich auch Dr. Martina Münch (Die Linke), Bürgermeisterin für Soziales, Gesundheit und Vielfalt, in ihrer Ansprache. Zudem sprach auch der Vorsitzende des Vereins Romano Sumnal, Gjulner Sejdi, ein Grußwort.
Im Anschluss an die Zeremonie waren interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem geführten Rundgang durch die Innenstadt eingeladen, zu verschiedenen Orten des Erinnerns. Ganz besonders während der Zeit des Nationalsozialismus hatten Sinti und Roma unter Verfolgung und Repressionen zu leiden.
Gestohlene Exponate aus der „Runden Ecke“ sichergestellt
Nach mehreren Einbrüchen in das Museum an der „Runden Ecke“ hat die Polizei in Leipzig nun verschiedene gestohlene Ausstellungsstücke sicherstellen können. Das teilte die Polizeidirektion am heutigen Vormittag mit. Ein Museumsmitarbeiter war bei Recherchen auf einer Verkaufsplattform auf einen DDR-Computer des Typs Robotron A5120 gestoßen, der zuvor aus dem Museum entwendet worden war. Für ein vereinbartes Treffen am Donnerstagnachmittag wurde die Polizei hinzugezogen.
Ein 16-jähriger Tatverdächtiger bot neben dem Computer weitere mutmaßlich gestohlene Gegenstände an. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erfolgte eine Durchsuchung seiner Wohnung. Im Keller fanden die Beamten neben dem Computer auch drei Bilder, ein Nachtsichtgerät mit Zubehör, ein Luftgewehr sowie ein Feuerleitgerät der ehemaligen NVA. Die Gegenstände konnten den zurückliegenden Diebstählen eindeutig zugeordnet werden. Die Ermittlungen dauern an.
Auwald wird gewässert
Der nordwestliche Auwald – zwischen Leutzsch und Wahren – darf sich auf einen extragroßen Schluck Wasser freuen. Gereicht wird dieser ab dem morgigen Donnerstag über den Burgauenbach. Zwei Wochen lang wird dafür das Steuerbauwerk des Elsterbeckens vollständig geöffnet, so dass dann pro Sekunde rund 500 Liter Wasser durchfließen können. Das führt dazu, dass der Bach über seine Ufer tritt und den Wald bewässert.
Ursprünglich ist genau diese Vernässung das eigentliche Prinzip eines Auwaldes. Aber durch bauliche Eingriffe in die Gewässer finden hier auf natürlichem Wege kaum noch Überschwemmungen statt. Das hat der ökologischen Funktionen des Leipziger Auwalds alles andere als gut getan. Deshalb ist diese Bewässerungsaktion immens wichtig. Denn auf diesem Wege werden auentypische Baumarten wie Eiche, Esche, Linde und Hainbuche gefördert. Außerdem entstehen in den mit Wasser gefüllten Rinnen und Senken wertvolle „Lebensräume auf Zeit“, die zum Beispiel von Amphibien genutzt werden.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Haushaltskonsolidierung in Leipzig: Die ersten 102 Stellen wurden schon gesperrt
Der Stadtrat tagte: Auch für zerfahrene Waldwege hat Leipzig kein Geld
Hofläden & Manufakturen: Mit Manja Reinhardt lauter regionale Anbieter in Sachsen entdecken
Im Alten Rathaus zu sehen: „Lebendige Hoffnung“, Werke des Leipziger Künstlers Matthias Klemm
Leipzig zeigt wieder Flagge für Sinti und Roma: „Wir dürfen das nicht hinnehmen“
Was sonst noch wichtig war:
Die martialischen Vernichtungsdrohungen von US Präsident Donald Trump gegen den Iran sind vorerst vom Tisch. Kurz vor Ablauf seines Ultimatums haben sich beide Staaten auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Die für den Welthandel so wichtige Straße von Hormus soll für den Schiffsverkehr wieder geöffnet werden. Am Freitag sollen in Pakistan zudem Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran beginnen.
Die angekündigte Waffenruhe im Iran hatte unmittelbare Auswirkungen auf den internationalen Ölpreis. Dieser ist deutlich eingebrochen. Ein Barrel (knapp 159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zeitweise nur noch 92 Dollar. An den Tankstellen hierzulande werden die niedrigeren Preise aber erst mit einiger Verzögerung ankommen – vorausgesetzt, der Konflikt spitzt sich nicht wieder zu.
Junge Menschen, die im Zeitraum vom 1. Juli 2007 bis einschließlich 30. Juni 2008 geboren wurden, haben jetzt wieder die Chance, ein kostenloses Interrail-Ticket für Bahnreisen quer durch Europa zu gewinnen. Insgesamt knapp 40.900 dieser Fahrkarten werden von der EU-Kommission verlost. Das Kontingent für Deutschland beträgt knapp 7.000 Tickets und ist das höchste unter den 33 beteiligten Ländern. Wer dabei sein will, kann sich bis zum 22. April um 12 Uhr dafür bewerben.
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