Zwei neu gestaltete Kabinette im Alten Rathaus

Bach lächelt wieder und auch der verlorene Sohn Richard hat jetzt sein Eckchen

Für alle Leser„Hinter den Kulissen“ werde man ein bisschen arbeiten, sagte Dr. Volker Rodekamp am Mittwoch, 18. April, launig, wie man ihn kennt, denn 2019 wird er in den vielgerühmten Ruhestand treten und ein Altes Rathaus hinterlassen, an dem endlich gearbeitet wird. Am 24. April beginnt endlich die Fassadensanierung. Aber drinnen wird schon seit geraumer Zeit die Ausstellung modernisiert. Jetzt sind die beiden neuen Kabinette für Bach und Wagner fertig. Samt frisch geputztem Bach-Bild: Dem „Wahren Bach“.

Einen falschen Bach gibt es natürlich in Leipzig nicht. Aber noch zwei hochkarätige Kopien des berühmten Bach-Porträts von Elias Gottlob Haussmann von 1746 – exzellente Kopien, besser erhalten als das Original. Das Original hing einst in der Thomasschule und wurde über Jahrzehnte auch von mutwilligen Thomanern in Mitleidenschaft gezogen. Im 19. Jahrhundert wurde es ein paar Mal restauriert. „Und zwar so, wie wir das heute nicht mehr machen würden“, sagt Rodekamp. 1911 kam es in die Sammlung des Stadtgeschichtlichen Museums und wurde 1913 wieder restauriert. „Auch wieder, wie wir es heute nicht mehr machen würden“, sagt Rodekamp. Dasselbe noch einmal in den 1950er Jahren, als auch ein paar Schäden der kriegsbedingten Auslagerung 1942 bis 1945 beseitigt werden mussten. Auch wieder nicht mit dem Wissen der heutigen Zeit. Das Ergebnis war ein Bild, das den Betrachtern nur noch verwaschen und dunkel begegnete. Die Lachfältchen um die Nase waren gar nicht mehr zu erkennen.

Es war eigentlich nicht mehr konkurrenzfähig zu den Bildern, die mittlerweile das Bacharchiv verwahrt. Deswegen habe man sich, so Rodekamp, schon seit ein paar Jahren mit dem Gedanken getragen, das Bild endlich einmal mit heutigem Wissen konservatorisch bearbeiten zu lassen.

Mit Betonung auf Konservieren, betont Ulrike Dura, die Kuratorin für Kunstgeschichte im Stadtgeschichtlichen Museum. Das Problem des Stadtmuseums: Im Zuge der Personalkürzungspolitik in den 1990er Jahren hat es seine konservatorische Abteilung fast gänzlich eingebüßt. Einzig für die Papierobjekte hat man noch entsprechende Kapazitäten. Für alle anderen Objekte muss man dem Haus bekannte und verbundene Restauratoren beauftragen. Und: Man muss Gelder dafür einwerben. Denn auch der Etat des Museums wurde ja deutlich eingedampft.

Deswegen ist Rodekamp regelrecht froh, dass das Museum mit der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft seit 22 Jahren einen Partner an der Seite hat, der emsig Geld sammelt, um wichtige Projekte des Museums zu unterstützen. 2014 und 2015 unterstützte der Verein zum Beispiel die Restaurierung und die moderne Präsentation des historischen Stadtmodells, das man im Festsaal des Alten Rathauses besichtigen kann. 2016 war für die Lotter-Gesellschaft großes Luther-Jahr, denn da wurden die Gelder und Spenden gesammelt, mit denen dann 2017 das neue Luther-Kabinett im Alten Rathaus gestaltet werden konnte. Es machte sichtbar, wie eine Präsentation der Stadtgeschichte rund um eine berühmte Persönlichkeit aussehen kann und wie dabei auch die Reformationsprozesse in Leipzig selbst sichtbar gemacht werden können.

Das konservierte Bach-Porträt von Elias Gottlob Haussmann von 1746. Foto: Rüdiger Beck

Das konservierte Bach-Porträt von Elias Gottlob Haussmann von 1746. Foto: Rüdiger Beck

Und dann war eigentlich auch schon wieder Weihnachtsmarkt, wo die Lotter-Gesellschaft nunmehr jedes Jahr die „Lotter-Bude“ betreibt und mit Glühweinverkauf Gelder sammelt für das nächste Museumsprojekt. Dazu kommen auch noch extra Spendenaufrufe, konnte Eric Buchmann, der Vorsitzende der Lotter-Gesellschaft, am Mittwoch beim Vor-Ort-Termin im Alten Rathaus berichten. Denn diesmal ging es ja um den wichtigsten Hingucker im Alten Rathaus. Gerade Bach-Freunde gehen ja oft nur wegen dieses Bildes hin. 5.500 Euro sammelte der Verein allein an Spenden ein, dazu kamen dann noch einmal 10.000 Euro, die die Vereinsmitglieder (unter anderem mit der „Lotter-Bude“) eingesammelt hatten. Das machte möglich, was das Museum aus eigener Kraft nicht stemmen konnte: Die Konservierung des Bach-Bildes, die Finanzierung eines Begleitheftes, das die ganze Geschichte zum Bild erzählt, und die Produktion eines Films, der die Wiederherstellung des Bach-Porträts zeigt.

„Wir wollten das unbedingt einmal zeigen“, sagt Rodekamp. Denn die Besucher des Museums sehen ja sonst nie, welche Arbeit es macht, die historischen Sammelstücke so weit wieder herzurichten, dass sie ausstellbar sind. Der Film ist im Bach-Kabinett zu sehen.

„Und das ist nur ein Bild“, sagt Rodekamp.

Wenn auch das wohl wichtigste.

Aber eine Vorstellung von dem, was – unrestauriert – in den Depots liegt, macht Rodekamps große Wunschausstellung, die er einfach nicht machen kann, weil die meisten Bilder nicht in einem vorzeigbaren Zustand sind: 120 berühmte Leipziger Bürger. „Von denen wir hervorragende Ölbilder im Depot haben“, so Rodekamp.

Aber woher das Geld nehmen, die Bilder wiederherzurichten?

Beim Bach-Porträt von Haussmann hatte das Stadtmuseum noch Glück. Nicht nur mit der finanziellen Unterstützung durch die Lotter-Gesellschaft, die den Großteil der Kosten von 18.000 Euro auffing, sondern auch mit dem Nachbarmuseum: Das Museum der bildenden Künste hat zum Glück eine hochkarätige Restaurationsabteilung. Und es ist Rüdiger Beck aus dem Bildermuseum, den man im Film das Bach-Porträt bearbeiten sieht. Nicht restaurieren. Nichts wurde an Haussmanns Bild verändert, keine neue Farbe aufgetragen, nichts ausgebessert. Aber Beck ist Meister seines Faches. Und eine Restaurationssünde von 1913 erwies sich für ihn als Hilfsmittel: Damals wurde die ganze Leinwand mit Bienenwachs getränkt. Das Bienenwachs konnte Beck erwärmen und damit auch die aufliegende Farbe zum Teil wieder geschmeidig machen. Das Bild war auch deshalb so unansehnlich geworden, weil die Farbschichten großflächig gebrochen waren. Das ist bei Ölfarbe normal. Craquelé nennt man das – von craquelé (franz.) = rissig. Das ist zwar bei alten Ölgemälden normal – wenn aber die Farbe so aufreißt, dass sie beginnt abzubröseln, wird es für das Bild gefährlich.

Da machte sich der Unterdrucktisch nützlich, mit dem Rüdiger Beck arbeiten kann. Mit dem konnte er die abgelösten Farbpigmente wieder an den Untergrund drücken. Die Farbe selbst rührte er nicht an. Aber schon dieses Vorgehen machte vieles von dem, was auf dem Bild seit Jahrzehnten nicht mehr zu erkennen war, wieder sichtbar. Das Bild ist jetzt wieder deutlich näher am ursprünglichen Zustand. Und um das zu zeigen, haben Kerstin Sieblist, die für den Musikgeschichtlichen Bereich im Museum zuständig ist, und ihre Mitarbeiter das Bach-Porträt jetzt auch völlig neu arrangiert. Es hängt jetzt in einer eigenen Vitrine und leuchtet. Und es hat ein Pendant, das ebenso leuchtet: Das ebenfalls von Haussmann gemalte Porträt des Trompeters Gottfried Reiche, der eben nicht nur „Bachs Trompeter“ war, sondern wohl der begabteste Virtuose seiner Zeit.

Die Fachleute streiten sich bis heute: Hat Bach vielleicht nur deshalb so anspruchsvolle Trompetenstücke komponiert, weil er mit Reiche einen Profi bei der Hand hat, der das auch in Töne umsetzen konnte?

Die beiden bespielen quasi das kleine Kabinett „Der wahre Bach“ fast allein. Drinnen gibt es natürlich Musik. Man kann den beiden mit Bach-Klängen im Ohr in die Augen schauen.

Das neue Wagner-Kabinett im Alten Rathaus: Der verlorene Sohn. Foto: PUNCTUM / Alexander Schmidt

Das neue Wagner-Kabinett im Alten Rathaus: Der verlorene Sohn. Foto: PUNCTUM / Alexander Schmidt

Und man kann ein paar Schritte weitergehen, wo jetzt auch Richard Wagner ein eigenes Kabinett hat. „Der verlorene Sohn“ ist es betitelt, denn obwohl Richard in Leipzig geboren wurde, verbinden ihn auch heute viele Leipziger nicht mit der Stadt. Dabei erinnert seit geraumer Zeit eine schöne kleine Ausstellung im Keller der Alten Nikolaischule an die Kindheit und Jugend Wagners in Leipzig. Was auch aus Rodekamps Sicht nicht genügt. Irgendwie fehlt in Leipzig doch noch ein richtiger Erinnerungsort für Wagner. Das kleine Wagner-Kabinett nimmt das zumindest auf.

Dominierend darin ist das berühmte Kompositions-Klavier, das bis vor kurzem noch als Leihgabe in Bayreuth stand. Aber dieses Klavier, das auf Wunsch Cosimas und mit freundlicher Spendierlaune von Bayern-König Ludwig für Wagner gebaut wurde von der Firma Bechstein, ist tatsächlich Leipziger Besitz. Der Bayern-König hängt deshalb auch als Bild an der Wand. Von Wagner steht eine Büste aus späterer Zeit da. Aber der Leipzig-Bezug fehlt nicht gänzlich, den stellt das Bildnis von Wagners Schwester Rosalie her, 1826 von Gustav Kühne gemalt. Da war sie als Schauspielerin in Leipzig eine Größe. Und sie hat Richard wohl in die Welt des großen Dramas eingeführt.

Beide Musiker-Kabinette sind jetzt zu besichtigen. An weiteren Projekten werde gearbeitet, sagt Rodekamp. Denn nach und nach soll ja die gesamte Ausstellung im Alten Rathaus modernisiert werden. Und ein Kabinett, das 2018 noch folgen soll, ist das zu „Krieg und Frieden“.

Teilweise werden die Museumsmitarbeiter da hinter Planen arbeiten.

Denn 2018 wird endlich auch wahr, worum der Museumsdirektor seit Jahren kämpft: Die Sanierung der geschundenen Außenhaut des Alten Rathauses beginnt. Dafür wird diese für Monate hinter Planen verschwinden. Bis zum Weihnachtsmarkt, so hofft Rodekamp, werden die Gerüste wieder fallen können. Und dann geht es – vor allem 2019 – im Inneren des Hauses weiter, wo die zentrale Elektrik aus den 1980er Jahren auf modernen Stand gebracht werden muss.

***

Die Meldung zur Fassadensanierung

Altes Rathaus: Sanierung der Fassade beginnt am Dienstag

Am 24. April 2018 startet die Fassadensanierung des Alten Rathauses. Als erstes wird die Baustelleneinrichtung im Salzgäßchen über die gesamte Breite des Nordgiebels aufgebaut. Vor dem Turm auf der Marktseite und vor dem Südgiebel in der Grimmaischen Straße werden abgetrennte Baustellenzugänge eingerichtet.

Der anschließend beginnende Gerüstaufbau dauert voraussichtlich bis Anfang Juni. Auf der Marktseite soll das Gerüst auf die Arkaden gestellt werden, nachdem die Pinienzapfen von den Arkaden demontiert wurden. Die Arkaden, die Geschäfte und die Gaststätte bleiben damit jederzeit zugänglich, ebenso das Stadtgeschichtliche Museum.

Weiterhin wird die Turmuhr restauriert. Dazu werden deren Ziffernblätter demontiert. Auch das seit kurzem defekte Uhrwerk wird erneuert.

Die genannten Arbeiten sollen im November 2018 beendet sein. 2019 stehen dann im Gebäudeinneren Brandschutz- und Elektrotechnik-Ertüchtigungen an.

 

Stadtgeschichtliches MuseumJohann Sebastian BachRichard Wagner
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Ein grünes Heft würdigt den Leipziger Dichter Peter Gosse zu seinem 80. Geburtstag
Poesiealbum neu: Peter Gosse zum Achtzigsten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist die erste „besondere Edition“, die die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik hier als „Poesiealbum neu“ herausgebracht hat. Und auch die Normalausgabe ist limitiert. Also etwas für echte Liebhaber von Lyrik und Verehrer von Lyrikern, die für ganze Dichtergenerationen prägend wurden. Und so eine Rolle spielt der Leipziger Peter Gosse, der jüngst seinen 80. Geburtstag feiert.
Wem gehören die Betongoldminen? Paradoxien des Kapitalismus
Wem gehört die Stadt Leipzig? Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserLZ/Auszug aus Ausgabe 60Nach fünf Folgen des „Einmaleins“ gibt es schon einiges zu rekapitulieren. Erstens: Die „Kostenmiete“ für eine Wohnung ergibt sich – vor allem durch Rückzahlung und Verzinsung des eingesetzten Kapitals – aus den Grundstücks- und Bau- oder Sanierungskosten. Wenn, wie momentan in Leipzig, die Grundstückspreise steigen, steigen folglich auch die Mieten.
Interview: „Das Landtags-Mandat in Grünau gehört der Linken“
Seit 2017 für die Linke im Bundestag. Sören Pellmann im Gespräch mit der LZ über Grünau und die Sachsenwahl. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserLZ/Auszug aus Ausgabe 60Ein Platz in der neueren sächsischen Geschichte ist ihm wohl schon sicher. Er war der erste und einzige, dem es 2017 extrem knapp gelang, der CDU bei der Bundestagswahl ein Direktmandat in einem der beiden Wahlkreise Leipzigs abzujagen. Ein Vorgang, der deutschlandweit für Furore sorgte, Direktmandate über die Erststimmen für das höchste Parlament kannte man in seiner Partei sonst nur aus Berlin.
Grüne und Linke fordern Sachsens Regierung auf: Regiert endlich!
Der Mibrag-Tagebau in Deutzen. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserEs war die ganze Zeit Theaterpolitik. Statt gemeinsam den absehbaren Strukturwandel in den Braunkohlegebieten anzugehen und die Zukunft vorzubereiten, haben sich die Regierungen aller Braunkohleländer seit Jahren im gemeinsamen Gejammer geübt und mit großen Reden suggeriert, man könne die Kohlekraftwerke auch noch weit nach 2040 laufen lassen. Jetzt versuchen diese Landesregierungen mit demselben Tenor, die Kohleausstiegskommission auf ihren Kurs zu bringen.
Leipziger sind eingeladen mitzuwandern nach Groitzsch, Pödelwitz und Deutzen
Die Klimapilger unterwegs. Foto: 3. Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit

Foto: 3. Ökumenischer
Pilgerweg für Klimagerechtigkeit

Für alle LeserSeit dem 9. September laufen sie – für mehr Klimagerechtigkeit, für ein Ende der schmutzigen Energiewirtschaft. Über das Rheinland, Westfalen und Niedersachsen haben sie sich bis nach Mitteldeutschland vorgearbeitet. Der Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit verläuft direkt durch Leipzig: Am Montag, 22. Oktober, wandern die Klimapilger/innen in ihrer 44. Tagesetappe von Schkeuditz aus nach Leipzig. Und jeder, der will, kann mitlaufen und ein Zeichen setzen.
Ticketverlosung: Leipzig-Lieder und -Gedichte im Mendelssohn-Haus
Auszug Cover Leipziger Liederbuch. Foto: Lyrikgesellschaft

Foto: Gerhard Weber, Grimma

Für alle LeserVerlosungDer Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. lädt am Samstag, dem 17. November 2018, 18 Uhr, zur musikalischen Lesung Leipzig-Lieder und -Gedichte im Mendelssohn-Haus ein. Leserclub-Mitglieder haben die Möglichkeit, hier 1x2 Tickets zu ergattern.
Sind Wähler wirklich zu blöd, Parteien zu durchschauen?
Angela Merkel beim Leipzigbesuch 2011. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Habt Ihr sie noch alle?“ Die Frage kommt mir immer öfter in den Kopf, wenn ich derzeit über die Portale der großen deutschen Zeitungen strolche, wo sich hochbezahlte Edelfedern Gedanken über den Zustand der heutigen Politik machen. Und dann solche Quatschsätze schreiben wie: „Doch die Grünen sind keine Engel.“ Diesmal in der „Frankfurter Rundschau“. Die hat sich bislang bei solchen Klopsereien eher zurückgehalten.
Ökolöwe bestärkt die Forderung nach einer Öffnung des Auenwaldes für die Gewässer
Baumfällungen an der Hans-Driesch-Straße 2017. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserEigentlich ist beim Leipziger Auenwald alles klar. Zumindest aus Sicht der Stadt Leipzig. Oder besser: des Dezernats Umwelt, Ordnung, Sport, dem wir wahrscheinlich das Wörtchen „Umwelt“ demnächst genauso fortnehmen werden wie dem Sächsischen Landwirtschaftministerium. Am 24. Oktober steht der Forstwirtschaftsplan zur Abstimmung auf der Tagesordnung des Stadtrats. Und die Ratsfraktionen haben die einmalige Chance, den Unwillen des Dezernats, sich mit Umweltschutz zu befassen, zu beenden. Indem sie den Plan ablehnen.
Zeitreise: Am Vorabend der Novemberrevolution 1918
Die Spanische Grippe 1918. Ein weltweites Sterben in drei Wellen. Foto: courtesy of the National Museum of Health and Medicine, Armed Forces Institute of Pathology, Washington, D.C., United States

Foto: courtesy of the National Museum of Health and Medicine, Armed Forces Institute of Pathology, Washington, D.C., United States

Für FreikäuferLZ/Auszug aus Ausgabe 60, seit 19. Oktober im HandelDer 19. Oktober 1918. In drei Wochen ist der Krieg vorbei. Im Osten ist er seit dem 3. März 1918 vorüber. Der Friede von Brest-Litwosk beendete die Kampfhandlungen zwischen Russland und dem Deutschen Reich. Für die Leipziger bleibt es ein seltsam ferner Krieg, denn im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg ist Deutschland nie selbst Schauplatz, auch in Prag, was damals noch zu Österreich/Ungarn gehört, wird nicht gekämpft. Es verwundert daher nicht, dass sich das Leipziger Gewandhausorchester auf den Weg in die heutige tschechische Hauptstadt gemacht hat, um bei den Verbündeten einen Beweis seines Könnens zu liefern.
Nico Semsrott präsentiert für alle, die das Ding mit dem Fehlermachen begriffen haben: Der Kalender des Scheiterns
Nico Semsrott: Der Kalender des Scheiterns. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Wir Menschen sind Trottel. Wir irren uns ständig. Jeden Tag. Dauernd“, stellt Nico Semsrott in der Einleitung zu seinem ganz besonderen Jahreskalender fest, der tatsächlich nichts anderes liefert, als lauter Beispiele des Scheiterns. Und das funktioniert natürlich auch, weil wir Menschen es lieben, anderen beim Scheitern zuzuschauen.
Ex-NPD-Stadtrat Enrico B. erneut wegen Körperverletzung vor Gericht
Amtsgericht verurteilt OfD-Gegner zu Geldstrafe. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserEs ist nicht das erste Mal, dass Stadtrat Enrico B. als Angeklagter vor Gericht erscheinen muss. Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen NPD-Mitglied vor, gemeinsam mit einer weiteren Person einen Radfahrer verprügelt zu haben. Anschließend soll er telefonisch Verstärkung angefordert haben, um das Opfer zu „exekutieren“. Wegen zahlreicher Vorstrafen droht B. erneut eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung.
Der Ökogarten VAGaBUND hat jetzt eine neue Fläche im Lene-Voigt-Park in Reudnitz
Schlüsselübergabe für den neuen VAGaBUND-Garten im Lene-Voigt-Park. Foto: BUND Regionalgruppe Leipzig

Foto: BUND Regionalgruppe Leipzig

Für alle LeserAuch in Connewitz wurden in den letzten Jahren viele beliebte Freiflächen bebaut. Um jede einzelne tut es den Bewohnern leid. Auch weil damit oft auch ein wichtiges Stück Kultur verloren geht. So wie in der Wolfgang-Heinze-Straße 36. Ende des Jahres 2017 bekamen sowohl der VAGaBUND-Ökogarten als auch die Kneipe Black label Kündigungen für die Nutzung der Gartenfläche bzw. des Freisitzes. Zumindest der BUND hat ein neues Stück Gartenland bekommen. Aber ganz woanders.
Das Lübecker Modell – ein Vorbild für Wälder in Deutschland und Europa
Waldweg im Auwald. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserWenn der vor wenigen Wochen zur Abstimmung vorgelegte Forstwirtschaftsplan für den Auwald Leipzig in Kraft treten sollte, werden im kommenden Winter allein im Waldgebiet der „Nonne“ 2.295 Festmeter eingeschlagen werden. Eine solche Menge an Holz kommt nicht allein durch die Entnahme junger Bäumchen zustande, es ist absehbar, dass es vielen Starkbäumen ans Leben geht.
Trump und Brexit machen Sorgen und der Online-Handel zerstört die Geschäftsgrundlage der Einzelhändler
Der sächsische Geschäftsklimaindex. Grafik: IHK Leipzig

Grafik: IHK Leipzig

Für alle LeserIn der sächsischen Wirtschaft macht sich Katerstimmung breit. Aus unterschiedlichen Gründen. Und möglicherweise geht das Jahr 2018 nicht als das Jahr in die Geschäftsbücher ein, in dem die wilde Zollpolitik des US-Präsidenten den Konjunkturaufschwung weltweit stoppte, sondern als das Jahr, in dem der Irrsinn der Internet-Giganten dem sächsischen Einzelhandel den Garaus machte. Amazon & Co. zerstören mehr Existenzen als Donald Trump.
Eigentümerziele werden ad absurdum geführt? In LWB-Neubau zieht jetzt ein Luxus-Hotel
Das frisch angebrachte Hotelschild. Foto: Tim Elschner

Foto: Tim Elschner

Für alle LeserDass es keine preiswerten Wohnungen werden würden, was die LWB hinter ihrem neuen Sitz in der Wintergartenstraße gebaut hat, war von Anfang an klar. Die Baukosten sind heute so hoch, dass auch die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) ohne Förderung keine Mietwohnungen unter 10 Euro je Quadratmeter bauen kann. Aber dass die Wohnungen dann gleich zu einem Luxushotel werden, verwundert den Grünen-Stadtrat Tim Elschner.