Vom 11. September bis 17. November im Stadtgeschichtlichen Museum

Charta 77 Story. Kunst und Protestbewegung: Eine Ausstellung zeigt die Macht des Wortes in bleiernen Zeiten

Für alle LeserDiese Tschechen! Sie haben uns schon immer gezeigt, wie das ist mit dem Mut und dem Anstand. Schon seit Jaroslav Haseks Schwejk. Und dann wieder 1968. Und 1977. Da taten sich in Prag ein paar mutige junge Menschen zusammen und schrieben eine Petition. Eigentlich wollten sie darin nur einfordern, was auch die tschechische Staatsspitze 1975 in Helsinki unterschrieben hatte. Und das hatte Folgen. Auch für die Bürgerrechtsbewegung in der DDR.

Noch heute gilt die Charta 77 als Vorbild für Zivilcourage und moralisches Handeln, für die subversive Kraft von Kunst und Kultur, humane Gesellschaften zu befördern, unabhängig vom politischen System.

Am heutigen Dienstag, 10. September, um 18 Uhr wird im Ausstellungsbau des Stadtgeschichtlichen Museums im Böttchergäßchen die Ausstellung „Charta 77. Die Story“ eröffnet. Feierlich, mit Zeitzeugen und vielen Reden.

Dr. Johanna Sänger, die zusammen mit Zuzana Brikcius die Ausstellung in Leipzig kuratiert hat, wünscht sich sowieso, dass die Besucher lieber kommen, wenn sie ganz viel Zeit mitbringen. Denn die Ausstellung ist bilderreich. Die Geschichte der Charta 77 ist eine Geschichte mit vielen Bildern. Aber vor allem auch eine der Macht der Worte.

Die Ausstellung dokumentiert die Entstehung und Wirkung der berühmten tschechoslowakischen Protestbewegung anhand der Geschichte und Kunstwerke ihrer Unterzeichner und Mitbegründer, darunter Ivan Martin Jirous, der fünfmal in kommunistischen Gefängnissen eingesperrte Dichter, Kunsthistoriker und Spiritus Agens des tschechischen Undergrounds, der Schriftsteller Václav Havel und der Philosoph Jan Patočka, der Nobelpreisträger Jaroslav Seifert und viele andere.

Sie alle verband die moralische Überzeugung, dass die Glaubwürdigkeit des tschechoslowakischen Staates darin bestehen müsse, die Prinzipien einzuhalten, zu denen er sich mit Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki 1975 selbst verpflichtete. Zentral war dabei die „Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten, einschließlich der Gedanken-, Gewissens-, Religions- und Überzeugungsfreiheit“.

Dennoch kam es im August 1976 zur Inhaftierung der Underground-Band „The Plastic People of the Universe“, die sich staatlichen Auflagen verweigerte. Kurz darauf veröffentlichten Jaroslav Seifert, die Philosophen Jan Patočka und Karel Kosík sowie die Schriftsteller Václav Havel, Ivan Klíma, Pavel Kohout und Ludvík Vaculík in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen Brief an Heinrich Böll, in dem sie diesen um Unterstützung für die inhaftierten Musiker baten. Wenige Monate später entstand daraus die Deklaration der Charta 77, die die Verletzungen der Grundrechte im kommunistischen Regime offen anprangerte.

Foto als Hochzeitsgeschenk an Anna Freimanová und Andrej Krob, Karlsbrücke in Prag, Anfang 1976.Foto: Ondřej Němec

Foto als Hochzeitsgeschenk an Anna Freimanová
und Andrej Krob, Karlsbrücke in Prag, Anfang 1976.Foto: Ondřej Němec

Bei ihrer Veröffentlichung im Januar 1977 hatte die Charta 241 Unterzeichner, obgleich diese Verhaftungen, Verhören und Gefängnisstrafen ausgesetzt waren, zudem wurden mehr als 200 Unterzeichner im Laufe weniger Jahre zur Emigration gezwungen. Václav Havel schildert die dennoch anhaltende Kraft der Charta 77 in seinem politischen Essay „Versuch, in der Wahrheit zu leben“ als „jenes plötzliche Gefühl, dass man nicht länger warten kann und dass man gemeinsam und laut die Wahrheit sagen muss – ohne Rücksicht auf alle Sanktionen, die das nach sich ziehen wird; auch ohne Rücksicht darauf, dass die Hoffnung, damit in absehbarer Zeit irgendwelche sichtbaren Ergebnisse zu erreichen, sehr vage war.“

Die Initiative wuchs stetig an und blieb mit ihrer kreativen, ironischen und subversiven Wirkmacht wichtiger Bestandteil der Opposition bis November 1989, wo sie nahezu 1.900 Unterzeichner aufwies.

Ergänzend zur Ausstellung des Prager Nationalmuseums stellt das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig die Folgen der Charta 77 für West- und Ostdeutschland bis zur Friedlichen Revolution von 1989 dar. Sie zeigt die Reaktionen in der Bundesrepublik sowie der DDR. Große Bedeutung hatte die tschechoslowakische Bürgerrechtsbewegung dort für Oppositionsgruppen, die sich häufig unter dem Dach der Kirche sammelten. Neben Berlin war Leipzig ein Zentrum für unangepasste Kunst und Protestbewegungen.

Dr. Johanna Sänger, Kuratorin des deutschen Ausstellungsteils, stellte heraus: „Die Charta 77 machte den Menschen Mut, für Wahrheit und Freiheit in ihrem Alltag einzustehen. Auch heute beeindruckt die Fröhlichkeit ihrer Aktionen. Das macht neugierig auf ihre Geschichte.“

Und Zuzana Brikcius, Zeitzeugin, Autorin und Kuratorin der Ausstellung, betonte: „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Freiheit jene am besten genießen, die sie würdigen können!“

Haftfoto des VONS-Mitglieds Václav Havel, 1979. Foto: Tschechisches Nationalarchiv

Haftfoto des VONS-Mitglieds Václav Havel, 1979. Foto: Tschechisches Nationalarchiv

Offiziell eröffnet wird die Ausstellung am heutigen Dienstag, 10. September, um 18 Uhr im Alten Rathaus in Leipzig durch die Leipziger Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur Dr. Skadi Jennicke und den Vize-Kulturminister der Tschechischen Republik Jiří Vzientek, in Anwesenheit des Botschafters Tomáš Podivínský und der Generalkonsulin Markéta Meissnerová. Aus Anlass der Eröffnung hat Tomáš Karpíšek, herausragender tschechischer Kontrabassist, eigens das Stück „Freiheit“ komponiert, das er am Eröffnungsabend mit dem Cellisten Vilém Petras zur Uraufführung bringt.

Die Ausstellung „Charta 77 Story“ wird begleitet durch ein umfangreiches Rahmenprogramm. Bekannte tschechische und deutsche Zeitzeugen werden unter dem Titel „Charta 77. Ein Protest und seine Wirkung“ am 24. September über diese spannungsreiche Zeit diskutieren. Außerdem gibt es zwei Filmvorführungen: Am 13.10.2019 wird der Film „Učitel‘ka“ („Die Lehrerin“) von Jan Hřebejk (2016) im Passage Kino gezeigt: Eine Lehrerin mit engen Verbindungen zur kommunistischen Partei zwingt Schüler wie Eltern, sich für eine politische Haltung zu entscheiden. Am 10.11.2019 folgt „Občan Havel“ („Bürger Havel“) von Pavel Koutecký (2008): Der Dokumentarfilm über Václav Havel handelt von der Amtszeit des früheren tschechischen Präsidenten und gibt auch private Einblicke in dessen Leben.

Musiker Paul Wilson und Literaturkritiker und Herausgeber Jan Lopatká, 1976. Foto: Helena Wilsonová, Archiv von Jan Lopatková

Musiker Paul Wilson und Literaturkritiker und Herausgeber Jan Lopatká, 1976. Foto: Helena Wilsonová, Archiv von Jan Lopatková

Die nächsten Führungen in der Ausstellung:

Am Mittwoch, 11. September, führt um 17 Uhr die tschechische Kuratorin Zuzana Brikcius durch die Ausstellung. Sie ist eine Zeitzeugin, die mit 18 Jahren die Petition Charta 77 selbst unterzeichnete. Diese wurde im Januar 1977 veröffentlicht und kritisierte Verletzungen von Bürger- und Menschenrechten durch das kommunistische Regime. Als Künstlerin und Ehefrau des Philosophen und Erst-Unterzeichners der Charta Eugen Brikcius berichtet sie über ihre persönlichen Erfahrungen und erlebte Geschichte bis zur Samtenen Revolution im Herbst 1989.

Am Mittwoch, 18. September, wird um 17 Uhr Dr. Yvonne Fiedler in einer Führung die kreative Bewegung vor ihrem historischen Hintergrund vorstellen. Mit eindrucksvollen Fotos, Dokumenten, Samizdat, Kunstwerken und Filmausschnitten erinnert die Ausstellung an die wichtigsten Unterzeichner der Charta 77 aus dem künstlerischen Untergrund der CSSR.

Eintritt jeweils: 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei.

Die Ausstellung „Charta 77. Story“ ist vom 11. September bis zum 17. November im Böttchergäßchen 3 zu sehen.

„Charta 77 Story“ ist eine Ausstellung der Tschechischen Nationalgalerie Prag in Kooperation mit der Mährischen Landesbibliothek Brünn (Tschechien2019Leipzig) und dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig. Gefördert von dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Unterstützt durch die Václav Havel Bibliothek und Bibliothek Libri Prohibiti. Autorin der Ausstellung: Zuzana Brikcius, Kuratorinnen: Zuzana Brikcius und Dr. Johanna Sänger (deutscher Ausstellungsteil). Grafik und Architektur der Ausstellung: Marek Jodas.

 

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

 

 

Stadtgeschichtliches MuseumTschechienCharta 77
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

BSG Chemie Leipzig vs. Hertha BSC II 1:3 – „Wir müssen vom Kopf her schneller sein!“
Auch nach dem Abpfiff war der des Feldes verwiesene Chemie-Kapitän Stefan Karau sichtlich sauer.... Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle Leser Die Fußballer der BSG Chemie Leipzig haben am Samstag gegen den Tabellenführer der Regionalliga Nordost mit 1:3 (0:2) den Kürzeren gezogen. Dabei waren die Grün-Weißen vor 3.045 Zuschauern im Alfred-Kunze-Sportpark keineswegs chancenlos, leisteten sich aber zu viele vermeidbare Fehler. „Wir müssen vom Kopf her schneller sein, diese Fehler dürfen uns nicht passieren!“, ärgerte sich Chemie-Coach Miroslav Jagatic.
Ticketverlosung: Roman-Lesung mit Ralph Grüneberger „Herbstjahr“
Ralph Grüneberger: Herbstjahr. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

VerlosungIm Rahmen des Lichterfest – 30 Jahre Friedliche Revolution findet am 10. Oktober, 19 Uhr, in der Leipziger Galerie Koenitz eine Autorenlesung mit Ralph Grüneberger statt. Dieser liest aus seinem Roman Herbstjahr statt. Passend zum Bild „Theaterfabrik“ von Dorothea Liebscher liest Ralph Grüneberger einen Auszug aus dem Part über die Leipziger Schauspiel-Elevin Monika alias Monique. Freikäufer haben die Möglichkeit, 1x2 Freikarten zu ergattern.
Wenn es immer nur um Klickzahlen und Leserhasche geht
Juan Moreno: Tausend Zeilen Lüge. Cover: Rowohlt Verlag

Cover: Rowohlt Verlag

Für alle LeserEs war ein ganz sensibler Punkt, den der Deutsche Presserat am Dienstag, 17. September, thematisierte. Einer, der den Kern dessen berührt, was einige Medien in der Gegenwart unter Journalismus verstehen. Denn da hat sich etwas verschoben, schon lange vor dem Aufkommen von Facebook & Co., die dem Journalismus mit sturen Algorithmen den Garaus zu machen versuchen.
Lichtraum 4 wird am 23. September im Park und Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale eröffnet
Lichtraum 4 - Der Innenhof der ehemaligen Stasizentrale (hier bei einer ersten Lichtprobe im April) wird zur Bühne für Poetry Slam. Foto: PUNCTUM Stefan Hoyer

Foto: PUNCTUM Stefan Hoyer

Für alle LeserIn der künstlerischen Beschäftigung mit den Montagsdemonstrationen von 1989 entstehen im Vorfeld des 9. Oktobers 2019 in Leipzig sechs Lichträume, die sich Montag für Montag in Plätzen entlang des Rings eröffnen. Nach Lichtraum 1 (Nikolaikirche), Lichtraum 2 (Nikolaikirchhof) und Lichtraum 3 (Park am Schwanenteich) eröffnet am Montag, 23. September, um 20 Uhr Lichtraum 4 mit Poetry Slam im Park und Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale.
AWO-Umfrage belegt wachsenden Fachkräftemangel in den sächsischen Kindertagesstätten
In Schleußig entdeckt: Kinderwagenparkplatz. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAm Freitag, 20. September, war auch Weltkindertag. Ein Tag, der die AWO Sachsen dazu anregte, den zunehmenden Fachkräftemangel in den sächsischen Kindertagesstätten zu thematisieren. Denn die sächsische Regierung wimmelte bei Nachfragen dazu immer ab. In der Realität aber fehlen längst hunderte Erzieherinnen und Erzieher.
Nähe und Gemeinsinn: Warum Menschen, die sich selbst nicht lieben, auch die Schöpfung nicht lieben können
Rüdiger Ulrich: Nähe und Gemeinsinn. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn seinem Buch „Nähe und Gemeinsinn“ schlägt Rüdiger Ulrich einige Wege vor, wie man die riesigen Schuldenberge, die durch die Kapitalanlagen der Superreichen entstehen, abbauen kann. Denn da diese gewaltigen Summen von ihren Eigentümern nie und nimmer konsumiert werden können, also auch auf normalem Weg nicht wieder in den Geldkreislauf zurückkehren, strangulieren sie nicht nur unsere Staaten, sondern verschlingen regelrecht die Zukunft.
Nähe und Gemeinsinn: Welche Kraft treibt unsere Wachstumsökonomie eigentlich so in den Abgrund?
Rüdiger Ulrich: Nähe und Gemeinsinn. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSchon 2003 beschäftigte sich Rüdiger Ulrich, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der HTWK Leipzig, mit der Frage, wie unsere Wirtschaft eigentlich aussehen muss, damit wir unseren Planeten nicht unbewohnbar machen. Dass er die bis heute gelehrte „Wirtschaftswissenschaft“ für höchst fragwürdig hält, hat er auch damals schon formuliert. Jetzt hat er ein Buch dazu geschrieben, ein „Plädoyer für eine Ökonomie der Liebe“.
Liveticker zum Klimastreik: Eine Sturzgeburt der Koalition und ein Streik „for Future“ + Videos
Übrigens fein säuberlich wieder zusammengetragen und mitgenommen - die fff-Plakate nach der Demo. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWenn ein Schüler „die ganze Nacht lang“ vor der Prüfung lernt, nennt man das zu Recht „auf den letzten Drücker“. Und es beschreibt wohl, wie lange da vorher nichts in den Kopf hineinwollte oder schlichte Denk- und Lernfaulheit. Die Folgen des Bulimie-Lernens: wenig Durchdachtes, viel Gemerktes, wenig Behaltenes schon wenige Stunden später – Placebo-Wissen für den Test. Wie nachhaltig das „Klimapaket“ der Berliner Koalition ist, wird sich erweisen, die ersten Ergebnisse werden gerade erst bekannt. Nach einer „Nachtsitzung“ am Morgen danach.
Klimastreik – Video & Bildergalerie: Redebeiträge & Impressionen bei Fridays for Future Leipzig
Ab 15 Uhr startete das Programm auf der Bühne am Augustusplatz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserVideoWährend des ersten Teils des heutigen Klimastreiks in Leipzig gab es verschiedene Konzerte und Wortbeiträge. Darunter unter anderem Jens Hausner von „Pro Pödelwitz“, Bodo Wartke, Sarah Lesch, internationale Vereinigungen und die Demoblöcke stellten sich unter anderem unter Beteiligung von Uni-Rektorin Beate Schücking vor. Hier der Videomitschnitt der Fridays For Future-Veranstaltung auf dem Augustusplatz vor der Demo, welcher sich unter dem Motto „Alle fürs Klima“ in der Messestadt am 20. September rund 20.000 Teilnehmer anschlossen.
Immer mehr Beschäftigte vor allem in der Großstadt sind von Schlafstörungen betroffen
Müde Frau am Schreibtisch, Foto: BARMER

Foto: BARMER

Für alle LeserWirtschaftlicher Erfolg hat seinen Preis. Erst recht, wenn die Beschäftigten dabei immer flexibler und mobiler werden müssen. Da wird oft nicht nur der Abend zur zweiten Schicht, sondern auch noch die Nacht zur Arbeitszeit. Und das hat Folgen: Gerade in „Boom-Regionen“ nimmt die Zahl der von Schlafstörungen Geplagten zu, stellt die Barmer jetzt fest.
Preisgekrönter US-Ökonom startet Forschungsprojekt am IWH zum dauerhaften Rückstand der ostdeutschen Wirtschaft
Abwarten Ost. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserPetra Köppings Wunsch wurde erhört: Immer wieder hat die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) gefordert, die Spätfolgen der Treuhandarbeit im Osten zu untersuchen. Denn so bekam sie es ja in vielen Gesprächen mit den Sachsen zurückgespiegelt. Seit die Treuhand im Osten tabula rasa gemacht hat, ist im Leben vieler Ostdeutscher der Wurm drin. Am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) soll das jetzt eine ganze Forschergruppe untersuchen.
Grüne beantragen, innovative Ampel-Steuerungen für Leipziger Verkehrsflüsse auszuweiten
LVB-Straßenbahn in der Lützner Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSelbst eher autoverliebte Fraktionen wie die der CDU weisen immer wieder darauf hin, dass man im Leipziger Verkehrsfluss eine Menge verbessern könnte, wenn man nur endlich auch eine intelligente Verkehrssteuerung auf die Beine stellt. Moderne Rechnersysteme müssten das doch hinkriegen. Jetzt legt die Grünen-Fraktion im Stadtrat einen solchen Antrag vor. Für sie aber soll der bessere Verkehrsfluss vor allem dem ÖPNV zugute kommen.
»Die Geiselnahme« – Premiere am 28. September in einer Inszenierung von Jürgen Zielinski
Intendant des Theaters der Jungen Welt Jürgen Zielinski. Foto: Alexander Böhm

Foto: Alexander Böhm

Lehrer*innen im Dauerstress und mit Burnout-Gefährdung, Schüler*innen mit Motivationsdefiziten – dass diese Konstellationen nach wie vor aktuell sind, zeigt ab dem 28. September um 19.30 Uhr »Die Geiselnahme« von Barrie Keeffe.
Fridays for Future und Students for Future sind vier Tage lang zu Gast im Alten Rathaus
Fridays for Future auf dem Leipziger Ring. Foto: Fridays for Future Leipzig

Foto: Fridays for Future Leipzig

Für alle LeserKlimaprotest setzt ein Zeichen im Museum: „Fridays for Future Leipzig“ informiert zusammen mit „Students for Future“ ab Dienstag, 24. September, im Alten Rathaus in der Ständigen Ausstellung „Moderne Zeiten“ in einer Intervention über die Entwicklung der Klimaproteste in Leipzig und deren Hintergründe.
Fridays For Future rufen auf zum Mitmachen und Wissenschaftler erklären, warum der Klimawandel uns bedroht
Aufruf zum Klimastreik auf der Sachsenbrücke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm heutigen Freitag, 20. September, werden weltweit Millionen Menschen auf die Straße gehen, um endlich eine ehrliche Politik für Klimaschutz einzufordern. Auch in Leipzig gibt es heute eine große Demonstration, zu der diesmal nicht nur „Fridays For Future“ einladen, sondern auch zahlreiche gesellschaftliche Gruppen und Parteien. Einige haben schon vorab ihre Statements veröffentlicht, um deutlich zu machen, warum sie am Klimastreik teilnehmen.