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Stadtgeschichtliches Museum verlängert die Ausstellung „Silber auf Glas“ jetzt bis August

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    Seit dem 4. Mai eröffnen auch die sächsischen Museen schrittweise wieder – wenn sie es schaffen, entsprechende Hygienekonzepte umzusetzen. In Leipzig betrifft das ja derzeit zwei besonders attraktive Ausstellungen, einmal die große Max-Klinger-Ausstellung im Museum der bildenden Künste, und zum anderen die Sonderausstellung „Silber auf Glas. Leipzig-Fotografien Atelier Hermann Walter.“ Die wird jetzt verlängert, kündigt das Stadtgeschichtliche Museum an.

    Die Aufnahmen, die zum „Gläsernen Schatz“ des Stadtgeschichtlichen Museums gehören, zeigen das Leben in Leipzig im frühen 20. Jahrhundert: Bootfahren auf den Kanälen Leipzigs – Spaziergang entlang des Elsterflutbeckens – Anbaden im Freibad Schönefeld – Kaffeetrinken auf der Sommerterrasse – Ausstellungsbesuch im Alten Rathaus. Früher wie heute bieten sich den Leipzigern und Gästen der Stadt zahlreiche attraktive Freizeitaktivitäten, nicht nur an Pfingsten.

    Der Besuch der Sonderausstellung „Silber auf Glas. Leipzig-Fotografien Atelier Hermann Walter aus den Jahren 1913 bis 1935“ lädt mit über 280 Schwarz-Weiß-Fotografien zu einem Spaziergang durch die Stadt ein. Die große Bandbreite der gezeigten Fotografien ist ein Abbild Leipzigs im frühen 20. Jahrhundert.

    Sie zeigen das Leben und Aufstreben der Großstadt rund um die Goldenen Zwanzigerjahre, in einer Zeit, in der die Fotografie noch aufwendiges Handwerk war und Glasplatten mit einer hochsensiblen Silberlösung imprägniert wurden. Diese sehr dauerhafte Verbindung von Silber und Glas ermöglicht bis heute hochwertige Reproduktionen herzustellen und diese der Öffentlichkeit zu präsentieren.

    Atelier Hermann Walter: Leutzscher Weg (Jahnallee), Badende am Elsterflutbecken, Hintergrund Zeppelinbrücke, um 1926. Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
    Atelier Hermann Walter: Leutzscher Weg (Jahnallee), Badende am Elsterflutbecken, Hintergrund Zeppelinbrücke, um 1926. Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

    Leipzigs berühmter Stadtfotograf Hermann Walter starb 1909 und hinterließ ein gewaltiges Werk an erstklassigen Architekturfotografien. Sein Atelier wurde vom Sohn Karl Walter und dem Schwager Bernhard Müller unter gleichem Namen weitergeführt. Dabei konnte an die Aufgabengebiete und an die Qualität des Namensgebers angeknüpft werden.

    Mit Firmenaufgabe im Juli 1935 übergab Karl Walter das Plattenarchiv der Firma mit rund 4.000 Aufnahmen an das Stadtgeschichtliche Museum. Weitere wichtige Konvolute konnten zudem in den letzten Jahren erworben werden.

    Die Ausstellung „Silber auf Glas“ zeigt erstmals etwa 280 Fotografien der Firma Walter aus den bewegten Jahren 1913 bis 1935. Das Atelier widmete sich vornehmlich der Architekturfotografie. Die Bilddokumente der aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrenden Leipziger Truppen 1919 und der während des Kapp-Lüttwitz-Putsches 1920 errichteten Barrikaden sind seltene Ausflüge in das Genre der Reportagefotografie.

    Atelier Hermann Walter: Markt 1, Altes Rathaus (Stadtgeschichtliches Museum), Eröffnung der Richard-Wagner-Gedächtnis-Ausstellung, 1913. Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
    Atelier Hermann Walter: Markt 1, Altes Rathaus (Stadtgeschichtliches Museum), Eröffnung der Richard-Wagner-Gedächtnis-Ausstellung, 1913. Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

    Mit der steigenden Baukonjunktur ab Mitte der 1920er Jahre nahm die Tätigkeit des Fotoateliers wieder Fahrt auf: Die Fotografien dokumentieren den sich wiederbelebenden Wohnungsbau, die Errichtung neuer öffentlicher Gebäude, wie z. B. des Grassi-Museums, sowie die Modernisierung der städtischen Infrastruktur. Auch die Fortschritte der Motorisierung in der modernen Großstadt Leipzig auf Straßen und Plätzen sind auf zahlreichen Fotografien aus dem Atelier Walter ablesbar.

    Die gezeigten Aufnahmen geben zudem Einblicke in das Privatleben: So zeigen sie gediegene Salons und Privatgemächer und geben Auskunft über Freizeitmöglichkeiten und Aktivitäten, wie den Leipziger Zoo oder das Freibad Schönefeld. Der bekannte Bildhauer Johannes Hartmann ermöglichte der Firma Walter Einblicke in das ehemalige Atelier von Max Klinger, wo zahlreiche Werke Hartmanns im Schaffensprozess abgebildet wurden.

    Und weil fast zwei Ausstellungsmonate wegen Corona ausfielen, verlängert das Stadtgeschichtliche Museum die Sonderausstellung „Silber auf Glas. Leipzig-Fotografien Atelier Hermann Walter“ jetzt bis Sonntag, 2. August 2020, im Haus Böttchergäßchen des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig.

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