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Fragile Wirklichkeiten: Studierende der HGB zeigen vier Tage lang ihre Kunstprojekte im öffentlichen Raum und digital

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    Auch die Studierenden der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) tauchen so langsam wieder aus der Corona-Stille auf, auch wenn sie sich zu Recht die Frage stellen: Wir kann man in solchen Zeiten eigentlich noch neue Kunst präsentieren und die Leute dazu bringen, sie auch wahrzunehmen? Die „Klasse Intermedia“ wagt jetzt ein ganz neues Projekt: Sie geht raus in den Stadtraum. Und die Vernissage für ihre stadtweite Installation „Fragile Wirklichkeiten“ ist am Donnerstag, 27. August, um 18 Uhr.

    Und zwar bitte mit Schutzmaske, direkt am Mendebrunnen.

    Und natürlich fließt die ganze Unsicherheit der Zeit auch in die verschiedenen Installationen der jungen Künstler/-innen ein, die überall im Stadtgebiet verstreut sind. Eine interaktive Karte zeigt, wo die Kunstobjekte überall zu finden sind. Man kann also selbst losgehen und mitsamt der Kunst auch noch ein Stück Stadtraum entdecken. Es wird Performances geben, viele Installationen, Videoprojektionen, Interventionen und Audio-Installationen. Was dann gleich mal die unterschiedlichen Sinne anspricht.

    Und dazu gibt es parallel digitale Kunst-Werke, die man online betrachten kann – Handy-Videos, Essayfilme, Text-Arbeiten.

    Welchen Raum die jungen Leute aufgespannt haben, als sie sich mit dem Thema „Fragile Wirklichkeiten“ beschäftigten, wird in diesem fast philosophischen Einführungstext ins Projekt deutlich:

    „Ich glaube etwas zu begreifen, aber im nächsten Moment zerfällt das Verständnis. Die Wirklichkeiten verschwimmen, Wahrheiten zu erkennen bleibt schwer, doch es bleibt ein Gefühl von geteilter Erfahrung – auch wenn die Realitäten der Erfahrungen unterschiedlicher nicht sein könnten.

    ,Wie geht es euch heute?‘ Alles geschieht sehr nah am aktuellen Moment, eine Zukunft denken ist unmöglich geworden. ,Wie geht es dir heute?‘ Die Frage ist keine reine Floskel mehr.

    ,Ich bin desorientiert, alt und habe Asthma.‘ Die ernsthafte Frage erhält die ehrliche Antwort. Rührung und Empathie begleiten dieses Vakuum.

    ,Ich sende euch eine digitale Umarmung.‘

    Wie können wir kollaborieren ohne physische Begegnung? Wie kann Kunst in dieser Übergangsphase sichtbar werden? Wir bewegen uns in einem Hybrid aus digitalen und physikalischen Räumen, alle sowohl unendlich weit als auch klein und beengt. Wir leben im öffentlichen Raum – Wohnzimmer und Schlafzimmer sind zu Konferenzräumen und Büros geworden.

    Für Privates ist mein Zuhause zu unsicher geworden, Gruppen in geschlossenen Räumen lösen Unbehagen aus. Doch das Draußen, das lange als temporärer Übergangsraum diente, ist zu einem intimen Ort geworden. Ich habe dort nichts zu befürchten – wir sind uns alle nahe. Ich zeige dir meinen persönlichen öffentlichen Ort.“

    Insgesamt vier Tage – vom 27. bis 30. August – zeigt die Klasse Intermedia der HGB Leipzig Installationen, Interventionen und Performances im digitalen Raum und im öffentlichen Raum der Stadt Leipzig. Der Besuch auf der zugehörigen Website www.hgb-leipzig.de/fragilewirklichkeiten/ lohnt sich schon vorher, denn dort haben die Teilnehmer/-innen der wirklich multimedia gedachten Kunst-Aus-Stellung ihre Projekte nicht nur in einer Karte verortet, sondern auch schon mit kleinen Texten unterlegt, die auf das dann zu Hörende und/oder zu Sehende neugierig machen.

    Vernissage mit Maskenpflicht ist am Donnerstag, 27. August, 18 Uhr mit einer Performance am Mendebrunnen.

    Die folgenden Angebote liegen dann nicht allzu weit entfernt: 18:15 Uhr an der Moritzbastei, 19 Uhr am Restaurant Alex/Naschmarkt, 19:20 Uhr an der Nordseite der Nikolaikirche und 19:45 Uhr im Unteren Park in der Nähe des Bürgermeister-Müller-Denkmals.

    Und ganz ähnlich findet man auch die Programme für die drei Folgetage auf der Homepage für Fragile Wirklichkeiten.

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