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Tag des Offenen Denkmals am 12. September: Ein paar Tipps für Neugierige

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    Am Sonntag, 12. September, ist Tag des Offenen Denkmals und es gibt wieder Gebäude von innen zu sehen, die man sonst als Passant nur von außen kennt. Manche mit großer Vergangenheit und einer Zukunft voller Fragezeichen. Andere mit neuen Plänen, sie wieder mit Leben zu erfüllen. Eine kleine Übersicht.

    Die Wittenberger Höfe beim Tag des Offenen Denkmals

    Zum Tag des offenen Denkmals lädt die Belle Époque Wittenberger Straße 60 GmbH & Co. KG am Samstag und Sonntag, 11. und 12. September, jeweils von 10 bis 16 Uhr, auf das Konversionsgelände der 1891/92 erbauten Motorenfabrik J. M. Grob & Co. in Leipzig-Eutritzsch, der ersten und damals größten Spezialfabrik von Universal-Petroleum-Motoren (kein Benzin), ein.

    In einer Ausstellung werden die Planungen aller sechs Architekturbüros aus dem konkurrierenden Werkstattverfahren (April bis Juni 2021) für neue Bebauungs- und Nutzungskonzepte des ehemaligen Industriehofes präsentiert, außerdem Fotos zur Industriearchitektur am Standort.

    An dem seit 27 Jahren verlassenen Ort soll die beeindruckende 2.500 Quadratmeter große alte Industriehalle mit ihrer bauzeitlichen, von Hand zu betreibenden großen Laufkatze erhalten bleiben, wie auch andere Denkmaldetails, z. B. das Sanitätsgebäude und die Reste des alten Pflasters und der Lorenschienen. Das leerstehende Areal wird in den kommenden Jahren zu einem Hofquartier mit Wohnungen und nichtstörendem Gewerbe entwickelt.

    Die Berliner Belle Époque, seit 2020 Eigentümerin, investiert in das künftige moderne Mischgebiet in den nächsten vier bis fünf Jahren etwa 30 Millionen Euro.

    Laufkatze. Foto: Matthias Wuttig
    Laufkatze. Foto: Matthias Wuttig

    Ausstellungsankündigung: Eine weitere Ausstellung in den Wittenberger Höfen findet zusammen mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU Cottbus) vom 8. bis 10. Oktober 2021 statt: Parallel zum Werkstattverfahren hat die Belle Époque in Partnerschaft mit der BTU Cottbus das komplette Quartier zwischen Görlitzer, Anhalter, Heinicke-, Wittenberger und Delitzscher Straße unter die Lupe genommen.

    Neun interdisziplinäre Teams von Masterstudenten der Stadtplanung und Architektur entwickelten in sechs Monaten ihre Konzeptionen zur weiteren Gebietsentwicklung.

    Als Dankeschön organisiert die Belle Époque zusammen mit den Studenten diese Ausstellung, bei der alle Interessierten sich die Ergebnisse der Arbeitsgruppen ansehen und erläutern lassen können. Dabei werden von den neun Gruppen auch jeweils dreiminütige Projektvideos zu den Entwürfen gezeigt.

    Tag des Offenen Denkmals 2021 in der Heilandskirche

    Am Sonntag, 12. September, gibt es um 11:00, 12:30 und 14:00 Uhr auch Führungen in derf Heilandskirche in Plagwitz (Spende erbeten).

    Durch die Führungen um 11 und 14 Uhr erhalten Sie einen Einblick in die wechselvolle Geschichte der von Johannes Otzen entworfenen und zwischen 1886-88 erbauten Heilandskirche sowie einen Ausblick in den anstehenden Umbau in das Stadtteilzentrum Westkreuz. Um 12:30 Uhr lädt Sie Kantor Andreas Mitschke zu einer Orgelführung und einem kleinen Konzert an unserer Sauer-Orgel, der ältesten noch erhaltenen ihrer Art in Sachsen, ein.

    Die Historie der Heilandskirche: 1884 beschloss der Gemeinderat von Plagwitz den Bau einer Kirche. Dazu wurde 1885 die Kirchgemeinde Heiland gegründet, die zu diesem Zeitpunkt bereits 17.700 Seelen zählte. Die veranschlagte Bausumme betrug 231 000 Mark, als Architekt beauftragte man Johannes Otzen aus Berlin. Am 25.03.1886 erfolgte der erste Spatenstich.

    Die Glocken wurden am 23.12.1887 geweiht und die Kirche am 26.08.1888. Bereits in den Jahren 1909/10 wurde die Heilandskirche abermals durch Johannes Otzen umgestaltet. Sie erhielt eine neue Turmvorhalle und der Orgelchor wurde erweitert, weiterhin erneuerte man Innenfassade der Kirche.

    Bekannte Persönlichkeiten der Stadt Leipzig wie z.B. Ernst Mey (Edlich & Mey), Rudolph Sack (Landmaschinenfabrik Rudolph Sack) sowie Hermann Pfabe (Direktor der Leipziger Wollgarnspinnerei) u.a. waren Teil der Gemeinde.

    Heilandskirche in Plagwitz. Foto: Marko Hofmann
    Heilandskirche in Plagwitz. Foto: Marko Hofmann

    Nachdem man 1917 die Glocken zu Kriegszwecken entfernt hatte, erwarb man 1919 – 20 drei Stahlglocken, die am 15.08.1920 geweiht wurden. Durch den Zweiten Weltkrieg war die Heilandskirche so sehr beschädigt, dass sie einige Zeit nicht mehr genutzt werden konnte. Die erst 1910 erbaute Turmvorhalle riss man 1953–54 wieder ab. Der Innenraum der Kirche wurde neu ausgemalt, die Rosetten in den Fenstern vermauert und gefährdete Bauteile im Außenbereich abgenommen.

    Um den notdürftigen Erhalt der Kirche zu sichern, wurde 1981 der Kirchenraum auf Höhe der Empore geteilt. Der dadurch geschaffene Raum im unteren Bereich beherbergte bis 2018 das Kunstarchiv der Landeskirche und dient seitdem als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum. Die historische Fensterverglasung wurde 1983 durch eine Klarverglasung ersetzt. Drei Jahre später erfolgte eine Neuausmalung des Innenraums in Anlehnung an die historische Bemalung. Außerdem wurden der Altar, die Kanzel und das Gestühl von 1888 entfernt.

    1992 wurde mit der Turmrenovierung begonnen, die allerdings aus finanziellen Gründen 1995 abgebrochen werden musste. Deshalb läuten die Glocken der Heilandskirche nicht mehr zum Gottesdienst. Da die historische und mittlerweile älteste Sauer-Orgel Sachsens, eine Stiftung des Plagwitzer Fabrikanten Ernst Mey (Edlich & Mey), bereits seit 1976 nicht mehr gespielt werden kann, erhielt die Kirchgemeinde 1994 eine kleinere Orgel aus Holland.

    Im Jahr 2019 gründete sich der Interessenkreis Sauer-Orgel in der Heilandskirche. Um auf das bedeutende Instrument Aufmerksam zu machen, finden seitdem Konzerte und Veranstaltungen auf der notdürftig reparierten Orgel statt um durch Spenden eine Sanierung voranzubringen.

    Das dringend sanierungsbedürftige Dach der Heilandskirche wurde 2013/14 neu gedeckt und im Jahr 2017 konnte die denkmalgerechte Sanierung der Fassade abgeschlossen werden.

    Im November 2021 beginnen umfangreiche Baumaßnahmen im Bereich des ehemaligen Archivs und und dem restlichen Untergeschoss, in den Räumen des Stadtteilzentrums Westkreuz.Die Heilandskirche ist Teil der Kirchgemeinde Leipzig Lindenau-Plagwitz und es finden dort Gemeinde- und Kulturveranstaltungen statt.

    Hinweise (COVID-19) zur Veranstaltung:
    3G – Tagesaktueller Test/ Testzentrum
    – Nachweis / Vollständig geimpft
    – Nachweis / Status Genesung
    Generelle Maskenpflicht/ Kontaktnachverfolgung

    Tag des Offenen Denkmals in der Runden Ecke

    Der bundesweite „Tag des Offenen Denkmals“ am Sonntag, den 12. September 2021, steht in diesem Jahr unter dem Motto „Sein und Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“. Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ arbeitet an und in authentischen Orten der SED-Diktatur. Die ehemals von der Stasi genutzten Bauten sind somit Ort des Lernens und der Diskussion geworden, an denen Geschichte hautnah erfahrbar ist. An diesen Orten wird auch der Zwiespalt zwischen „Schein und Wirklichkeit“ sehr deutlich.

    So war der ehemalige Stasi-Bunker, der im Dezember 1989 entdeckt wurde, als Ferienanlage getarnt. Seit 1996 steht die gesamte Anlage unter Denkmalschutz und öffnete damals zum Tag des Offenen Denkmals erstmals als Museum, sodass in diesem Jahr das 25-jährige Jubiläum gefeiert kann.

    Der Erhalt authentischer Orte der kommunistischen Diktatur ist dem Bürgerkomitee ein besonderes Anliegen, weil so das damalige Geschehen und die historischen Entwicklungen besser erfasst und Geschichte dadurch sicht- und erlebbar bleibt.

    Beim Rundgang „Stasi intern“ über das Areal der ehemaligen Leipziger Stasi-Zentrale am früheren Matthäikirchhof erleben die Besucher eine Vielzahl noch original erhaltener Räumlichkeiten und Gebäude, die sonst nicht zugänglich sind. Bei der anstehenden Umgestaltung des gesamten Areals muss der Stasi-Komplexes in angemessener Form erhalten bleiben.

    Die Runde Ecke am Goerdelerring. Foto: Ralf Julke
    Die Runde Ecke am Goerdelerring. Foto: Ralf Julke

    Am Sonntag, den 12. September, bekommen Besucherinnen und Besucher zusätzlich zum Besuch der Dauerausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ die seltene Gelegenheit, abseits von den Ausstellungsräumen in der die „Runde Ecke“ den monströsen Gebäudekomplex der früheren Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig, an dem etwa 40 Jahre lang jedes Gespräch verstummte, zu erkunden.

    Ebenso ist das Museum im Stasi-Bunker bei Machern zu besichtigen, was Tags zuvor den 25. Jahrestag seines Bestehens feierte. Die ehemalige Hinrichtungsstätte in der Leipziger Arndtstraße wird leider nicht geöffnet sein. Die derzeitigen Corona bedingten Regeln lassen den Aufenthalt in den sehr engen Räumen momentan nicht zu.

    Hinweis: Die Nutzung der Angebote der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ in Leipzig am Tag des offenen Denkmals ist für Besucher nur unter Einhaltung der am Sonntag aktuellen Hygienevorschriften der sächsischen Corona-Schutz-Verordnung (3-G-Regel, Kontaktdatenerfassung, Mund-Nase-Bedeckung, Abstand) möglich.

    Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ wurde im Jahr 2012 als eine von zwölf authentischen Stätten des „Eisernen Vorhangs“ in das gleichnamige Europäische Kulturerbe aufgenommen. Die Gedenkstätte sowie die hiesige Nikolaikirche und der Leipziger Innenstadtring sind die einzigen der ausgewählten Orte, die nicht an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze liegen.

    Dies belegt die Bedeutung der Friedlichen Revolution für den Fall des Eisernen Vorhangs sowie der deutschen Einheit in einem vereinten Europa und unterstützt gleichzeitig den Symbolgehalt Leipzigs als „Stadt der Friedlichen Revolution“. Die Orte dokumentieren sowohl die kommunistische Diktatur als auch deren friedliche Überwindung, die die Voraussetzung für den Fall des „Eisernen Vorhangs“ war.

    10:00–18:00 Uhr: „Stasi – Macht und Banalität“ – Besichtigung der Ausstellung in der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

    In den ehemaligen Stasi-Arbeitsräumen zeigt das Bürgerkomitee die historische Ausstellung „Stasi – Macht und Banalität“. Die hier gezeigten Hinterlassenschaften des Ministeriums für Staatssicherheit informieren über Geschichte, Struktur und Arbeitsweise der berüchtigten Geheimpolizei. Ein Rundgang durch die Ausstellung  vergegenwärtigt dem Besucher, wie die SED ihren Überwachungsstaat aufbaute und die DDR-Bürger ihrer Grundrechte beraubte. Dabei soll auch bewusst werden, wie bedeutsam die Errungenschaften der Friedlichen Revolution gegen diese Diktatur bis heute sind.

    Treffpunkt: Eingangsbereich der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Dittrichring 24

    11:00 bis 16:00 Uhr: „Stasi intern“ – Rundgänge durch die ehemalige Zentrale der ehemaligen Leipziger Bezirksverwaltung für Staatssicherheit und ehemaligem Matthäikirchhof

    Die „Runde Ecke“ prägt seit über 110 Jahren das Bild der Stadt. Das zwischen 1911 und 1913 erbaute Versicherungsgebäude war seit der Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit im Jahr 1950 die Leipziger Stasi-Zentrale. Da der Platz in der „Runden Ecke“ für die expandierende Staatssicherheit schon Mitte der 1950er Jahren nicht mehr ausreichte, wurde 1955 bis 1958 ein Anbau mit Kinosaal und Kegelbahn fertig gestellt. Zwischen 1978 und 1985 wurde das Gebäude durch einen Neubau für ca. 65 Mio. DDR-Mark nochmals erheblich erweitert.

    Seit dieser Zeit thront der Stasi-Komplex am Dittrichring wie eine „Zwingburg der SED-Diktatur“ mitten in der Stadt. Die aktuelle Debatte zur Entwicklung des Areals auf dem Matthäikirchhof zu einem „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ zeigt auch, wie uneins sich die Leipziger Bürger beim weiteren Umgang mit dem Areal sind und darüber, ob und in welchem Umfang die historischen Gebäude erhalten bleiben sollen. Die Bedeutung der original erhaltenen Räumlichkeiten auch im Stasi-Neubau für die Vermittlung der Geschichte von Unterdrückung und Unrecht in der DDR zeigt der Rundgang durch den Komplex.

    Die Besucher können am Tag des offenen Denkmals sonst nicht zugängliche, aber original erhaltene Räume im Komplex der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung besichtigen. Stündlich beginnen Führungen unter dem Motto „Stasi intern. Rundgang durch die ehemalige Zentrale des MfS – Vom Keller zum Boden und anderen Orten des (un)heimlichen Gebäudekomplexes“. Besichtigt werden unter anderem die verbunkerten Schutzräume im zweiten Kellergeschoss für den Kriegsfall, der Wartebereich der Stasi-eigenen Poliklinik oder die Kegelbahn des MfS. Auch die Räume der einstigen Aktenvernichtung können entdeckt werden.

    Treffpunkt: Eingangsbereich der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Dittrichring 24

    11:00 Uhr „Auf den Spuren der Friedlichen Revolution“ – Stadtrundgang zu den Brennpunkten des Jahres 1989 in Leipzig

    In Leipzig hielten schon während des ganzen Jahres 1989 eine Vielzahl öffentlicher Aktionen von Bürgerrechtsgruppen, wie die Demonstration für Meinungs- und Pressefreiheit im Januar, der Pleißepilgerweg und das Straßenmusikfestival im Juni oder die entscheidende Massendemonstration am 9. Oktober, die SED und vor allem die Staatssicherheit in Atem.

    Der Stadtrundgang „Auf den Spuren der Friedlichen Revolution“ erinnert an markanten Punkten der Leipziger Innenstadt an die historische Entwicklung des Jahres 1989. Unter anderem führt er Interessierte zum Nikolaikirchhof, wo schon im Frühjahr ’89 der Ruf nach Freiheit laut wurde, zum Augustusplatz, auf dem im Herbst Massenkundgebungen stattfanden, und am Leipziger Ring entlang. Und endet am Museum in der „Runden Ecke“, der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung, die während der Friedlichen Revolution am 4. Dezember 1989 friedlich besetzt und in der Folge aufgelöst wurde.

    Treffpunkt: Haupteingang Nikolaikirche.

    11:00–18:00 Uhr: „Die Friedliche Revolution in Leipzig“ – Besichtigungsmöglichkeit im ehemaligen Stasi-Kinosaal

    Die Friedliche Revolution hatte in Leipzig eine lange Vorgeschichte. Die Ausstellung erinnert an die zahlreichen Aktionen der Leipziger Opposition, die machtvollen Demonstrationen im Herbst 1989, den Sturz der SED-Diktatur und den Aufbau demokratischer Strukturen sowie den Weg zur Deutschen Einheit. Die Ereignisse in Leipzig sind eingebettet in den Kontext des friedlichen Umbruchs in Ost-Mitteleuropa und stehen exemplarisch für die Entwicklungen in ganz Deutschland.

    Treffpunkt: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, Ehem. Stasi-Kinosaal, Goerdelerring 20

    10:00–18:00 Uhr: Museum im Stasi-Bunker – Rundgänge und Ausstellung
    Getarnt als Ferienanlage des VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Leipzig liegt in prachtvoller Natur im Naherholungsgebiet Lübschützer Teiche bei Machern die einstige Ausweichführungsstelle (AFüSt) des Leiters der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig. Kern der Anlage ist der von 1968 bis 1971 gebaute Bunker.

    Im Spannungs- und Mobilmachungsfall hätte der Leipziger Stasi-Chef mit seinem Stab, insgesamt etwa 100 hauptamtliche Mitarbeiter sowie Verbindungsoffiziere des sowjetischen Geheimdienstes KGB, seinen Dienstsitz aus der Bezirksverwaltung in der „Runden Ecke“ nach Machern verlagert. Die Ausweichführungsstelle war ein heimlich geschaffener Komplex, mit dem die Führungsriege des MfS den Machtanspruch der SED auch im Fall eines Ausnahmezustands, beispielsweise während eines Atomschlags, sichern wollte.

    Der ehemalige Stasi-Bunker wurde im Dezember 1989 entdeckt. Nach der Enttarnung des Bunkers Ende 1989 setzte sich das Bürgerkomitee Leipzig e.V. für den Erhalt der authentischen Anlage ein. Das Bürgerkomitee Leipzig e. V. erwirkte 1995, dass die gesamte Anlage unter Denkmalschutz gestellt und als Museum geöffnet wurde.

    Dass der ehemalige Stasi-Bunker bei Machern seit 1996 regelmäßig besichtigt werden kann, ist nicht zuletzt dem ehrenamtlichen Engagement zahlreicher Helfer zu verdanken. Zum „Tag des offenen Denkmals“ am 08.09.1996, vor fünfundzwanzig Jahren, konnte schließlich das Museum im Stasi-Bunker eröffnet werden.

    Am Sonntag, 12. September 2021 bietet das Museum von 10:00–18:00 Uhr Rundgänge durch die unterirdische Anlage an. Während der Rundgänge erfahren die Gäste mehr Details über den Bunker und die Ernstfallplanung der Staatssicherheit.

    Außerdem wird die neu eröffnete Ausstellung „Aufbruch und Erinnerung – Eine fotografische Reise in den Osten Anfang der 1990er Jahre“ präsentiert. Die Fotografien der Soziologin und Fotografin Cordia Schlegelmilch entstanden zwischen 1990 bis 1996 während einer außergewöhnlichen Langzeitstudie zum gesellschaftlichen und politischen Umbruch in der DDR. Sie zeigen die Zeit des provisorischen Übergangs vom „Nicht-Mehr“ zum „Noch-Nicht“.

    Denkmaltag auf Schloss Hartenfels: Offene Türen und eine Lesung

    Zum Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag, 12. September, wird das Landratsamt Nordsachsen die Tore von Schloss Hartenfels in Torgau weit geöffnet halten und zu allen Ausstellungen kostenfreien Zutritt gewähren. Neben den beiden Dauerschauen „Standfest. Bibelfest. Trinkfest.“ und „Torgau. Residenz der Renaissance und Reformation“ erwartet auch die Sonderausstellung „Verlorene Orte – Braunkohleabbau und Strukturwandel im Delitzscher Revier“ von 10 bis 18 Uhr die Besucher.

    Begleitend zur Sonderschau wird der Friedersdorfer Schriftsteller Peter Hoffmann um 15 Uhr im Heinrich-Schütz-Saal aus seinen „Dorfgeschichten zum Leben am Rande des Tagebaus“ lesen. Auch dazu ist der Eintritt frei.

    Zwischen Flaschenturm und Eingang zum Lapidarium wird in weißer Gemäuerfarbe der Aufzugsschacht angebracht, der einem historischen Toilettenschacht nachempfunden ist. Die Zugänge zum Fahrstuhl sind jeweils im Inneren. Foto: Landratsamt/Bley
    Zwischen Flaschenturm und Eingang zum Lapidarium wird in weißer Gemäuerfarbe der Aufzugsschacht angebracht, der einem historischen Toilettenschacht nachempfunden ist. Die Zugänge zum Fahrstuhl sind jeweils im Inneren. Foto: Landratsamt/Bley

    Der Tag des offenen Denkmals findet bundesweit immer am zweiten Sonntag im September statt. Seit 1993 wird er von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert, die unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht. Das Motto des Aktionstags für 2021 lautet „Sein und Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ – zutreffend auch für Schloss Hartenfels mit seiner Mischung aus jahrhundertealter prächtiger Baukunst und modernem multimedialen Innenleben.

    Tag des offenen Denkmals und „Altweiber-Sommer“ auf dem Stiftsgut in Liebertwolkwitz

    In diesem Jahr wird die Hofgenossenschaft „Stiftsgut Liebertwolkwitz“ in der Tauchaer Straße 1 in Liebertwolkwitz wieder am Tag des offenen Denkmals (12. September) teilnehmen und hierbei historisches Handwerk zeigen. Um das gesamte Wochenende zu gestalten, findet am Samstag, 11. September, auch der schon traditionelle „Altweiber-Sommer“ wieder auf dem Stiftsgut statt.

    Die besonderen Schwerpunkte der diesjährigen Veranstaltung sind die Gründung  des Landwirtschaftlichen Spezialvereins sowie die ebenfalls vor 175 Jahren erfolgte Eröffnung der Adler-Apotheke in Liebertwolkwitz. Auf dem Gewerkehof des Stiftsguts (Liebertwolkwitzer Markt 11) gibt es deshalb besondere Einblicke in die Arbeit von Apotheken und die landwirtschaftlichen Abläufe im 19. Jahrhundert.

    Neben einer gastronomischen Versorgung werden die Besucher auch im Rahmen des Altweiber-Sommers kulturelle Beiträge u.a. ein Märchenspiel erleben.
    Öffnungszeiten: Sonnabend, 11.09.2021, 10:00–18:00 Uhr, 19:00 Uhr Märchenspiel
    Sonntag, 12.09.2021, 10:00–16:00 Uhr

    Der Eintritt ist frei. Spenden werden aber natürlich gern entgegengenommen.

    Corona-Regelungen: Wenn alles so bleibt, wie aktuell, sind nur wenige Hygieneregeln zu beachten. Dazu gehört das Einhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern und, wo das nicht möglich ist, das Tragen einen Mund-Nase-Schutzes.

    Tages des Offenen Denkmals in Borna

    Zum Tag des Offenen Denkmals am Sonntag, 12. September, um 14.00 Uhr öffnen wir das Gebäude der Malerfamilie Gutsche in der Bahnhofstraße 35.

    1890 bis 1893 wurde das repräsentative Wohn- und Geschäftshaus im Baustil des Historismus in der Bahnhofstraße 35 errichtet. Zu den Offizierswohnungen, in denen adlige Karabiniers, die „blauen Reiter“ von Borna wohnten, gehörten auch Pferdeställe in den Hofgebäuden.

    Dort hatte der Bornaer Maler Jens Rockrohr in den 90er Jahren des 20sten Jahrhunderts sein Atelier. Neben Rückblicken in die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner gibt es Einblicke in die gerade laufenden Restaurierungs- und Umbaumaßnahem und Ausblicke in kommende Nutzungsperspektiven durch den Architekten Falk Pidun. Er wird auf Wunsch auch die Türen des Zwiebelhauses noch einmal öffnen und damit aktuelle Veränderungen sichtbar machen.

    Hinweis: 
    Bitte beachten Sie die aktuellen Corona-Bestimmungen. Eintritt: 3,00 € (Vereinsmitglieder frei)

    Tag des Offenen Denkmals in Grimma

    Historische Gebäude und Museen sind alles andere als stille Zeitzeugen: Der Internationale Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September, bringt sie zum Sprechen. Bei Führungen gibt es spannende Einblicke. Das Motto in diesem Jahr: Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege. Im Gemeindegebiet Grimma beteiligen sich elf geschichtsträchtige Häuser am Denkmaltag.

    10:00–17:00 Uhr – Museum Wassermühle Höfgen: Die ehemalige Getreidemühle von 1721 ist im Grimmaer Ortsteil Höfgen seit 1976 eine technische Schauanlage mit Müllerwohnung, einem altdeutschem Backofen, und einem liebevoll angelegten Kräutergarten. Am Denkmaltag kann das historische Objekt von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Zusätzlich werden ganztags geführte Besichtigungen angeboten. Aber auch außerhalb der Sonderöffnungszeit können Interessierte den Mühlenkomplex besuchen.

    10:30–17:00 Uhr – Die Paltrockmühle Schkortitz wurde in den Jahren von 2009 bis 2013 in Wurzen-Roitzsch demontiert, saniert und in Schkortitz wieder aufgebaut. Die Probeinbetriebnahme erfolgte zum Mühlentag 2013. Von der alten Konstruktion wurden das komplette Gebälk des Mühlenkastens sowie die Ringschiene erhalten und wiederverwendet. Die Außenverkleidung, die Böden und die Dachkappe sind neu. ,

    Das Innenleben wurde auf den alten Zustand der erstmaligen Erwähnung der Mühle im Jahr ca. 1836 zurückgeführt, d.h. alle Modernisierungen wie Elektroantriebe, Transmissionen, Elevatoren, Mischer und Walzstühle sind zurückgebaut und teilweise als stillgelegte Geräte aufgestellt. Stattdessen wurde ein Windantrieb mit Jalousieflügeln, Flügelwelle, Kammrad und ein Mahlgang mit Mahlsteinen eingebaut. Damit kann jetzt wieder mit Windkraft Mehl bzw. Schrot gemahlen werden.

    10:00–15:00 Uhr – Jagdhaus Kössern gilt als Kleinod der barocken Baukunst. Es wurde im Jahre 1709 unter der Bauherrschaft Wolf-Dietrich von Erdmannsdorff, Oberhofjägermeister und Ältestenminister des Kurfürsten August „des Starken“, errichtet und diente als Rahmen für die beliebten herrschaftlichen Jagdgesellschaften. Die reich bemalte Fassade, der Festsaal mit Kaminen und Deckengemälden zeugen vom barocken Glanz.

    10:00–17:00 Uhr – Kreismuseum Grimma zeigt eine reiche Sammlungen von der Urgeschichte bis zur Gegenwart.

    11:00–16:00 Uhr: Im Museum Göschenhaus arbeitete der berühmte Verleger der klassischen Literatur, Georg Joachim Göschen, mit dem Korrektor Johann Gottfried Seume zusammen. In Göschens Sommersitz gaben sich einst die Größen der deutschen klassischen Literatur wie Schiller und Körner die Klinke in die Hand. Gezeigt wird unter anderem die Sonderausstellung „Das Grimmaische Wochenblatt – Georg Joachim Göschens Zeitung für Grimma“

    Willkommen am historischen Schalter. Foto: Stadt Grimma
    Willkommen am historischen Schalter. Foto: Stadt Grimma

    13:00–17:00 Uhr – Sparkassenmuseum Grimma – Die Ausstellung wurde neu konzipiert und zog in den ehemaligen Schalterraum der historischen Sparkasse am Grimmaer Markt. Um das Museum kümmert sich der Sparkassenmuseum Muldental e.V., der eigens dafür gegründet wurde. Die Besucher erwartet eine breitgefächerte Ausstellung – von der Gründungsurkunde der Sparkasse von 1840, Sparkassenbüchern vor 1900, Maschinen aus den 1930er Jahren bis zu handgeschriebenen dicken Büchern und alten Telefonen.

    13:00–17:00 Uhr – Dorfkirche Höfgen: Die kleine Kirche liegt auf einer Anhöhe im Zentrum der ursprünglichen slawischen Besiedlung. Ihre Entstehungsgeschichte lässt sich auf Grund der Bausubstanz und einiger weniger schriftlicher Quellen nachweisen. Der erste steinerne Bau geht auf das Jahr 1250 zurück. Schon 200 Jahre musste die Kirche aus Raumgründen erweitert werden. Im 17. Jahrhundert erhielt die Kirche durch einen weiteren Umbau ihr jetzige, in der Welt einmalige Silhouette.

    14:00–17:00 Uhr – Hospitalkapelle Grimma – „Kleine Galerie St. Georg“, Malerei-Ausstellung „Ein Leben für die Kunst“ von Dagmar Henze-Lesurtel.

    5:00–17:00 Uhr – Stadtgut Grimma, ein Wohnturm aus dem 13. Jahrhundert mit landwirtschaftlichen Maschinen und Puppenstuben.

    15:00–17:00 Uhr – Die Rathausgalerie Grimma präsentiert zeitgenössische Fotografie im Querschnitt verschiedener Techniken, Themen und Arbeitsweisen. Die Fotos werden vom Bund Bildender Künstler Leipzig gezeigt.

    „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“: Der Tag des Offenen Denkmals in Leipzig

    Unter dem Motto „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ wird am Sonntag, 12. September, auch in Leipzig der diesjährige Tag des Offenen Denkmals begangen. Geplant sind verschiedene analoge Veranstaltungen, unter anderem eine stadtweite Eröffnungsfeier im ehemaligen Bowlingtreff am Wilhelm-Leuschner-Platz.

    Alle Interessierten sind zum Erkunden und Mitmachen eingeladen. Angeboten werden Führungen, Aktionen rund ums Denkmal, Kinderprogramm, Speis & Trank. Für die meisten Führungen und Rundgänge ist eine Anmeldung notwendig, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Informationen hierzu ab Ende August auf www.leipzig.de/offenes-denkmal und in den gedruckten Broschüren.

    Bowlintreff am Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke
    Bowlintreff am Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

    Das Motto „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ steht für Denkmale, die nicht wie Denkmale aussehen, aber welche sind, aber auch für Technik- und Industriebauten, die mit historisierenden Elementen bekleidet sind und nicht nach ihrem Zweck aussehen. Es geht um Rekonstruktionen, umgenutzte Denkmale, Fehlstellen, aber auch um Bauforschung und Archäologie.

    Das vielfältige städtische Programm gruppiert sich in diesem Jahr zentral um den Promenadenring mit seinen besonderen Bauten und Grünanlagen in Geschichte und Gegenwart und ermöglicht auch einen Blick in die Zukunft. Thematisiert werden aktuelle archäologische Grabungen, der Pleiße- und Elstermühlgraben, Garten- und Parkgestaltung im Leipziger Inneren Westen, Freiflächen und baubezogene Kunst(werke) in Grünau, die Architektur im Stadtteil Gohlis, Leuchtwerbung der DDR sowie die Gebäude der Hauptfeuerwache, des Gewandhauses und des Stadtarchivs.

    Das federführende Amt für Bauordnung und Denkmalpflege konnte zahlreiche Kolleginnen und Kollegen der Denkmalpflege, des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, des Verkehrs- und Tiefbauamtes sowie des Landesamtes für Archäologie und des Naturkundemuseums für Veranstaltungen gewinnen. Der Tag wird vor allem von Vereinen, Gemeinden, ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Privatpersonen getragen, die Kulturdenkmale für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

    Ein Ausblick auf das vielfältige Angebot auf der Internetseite www.leipzig.de/offenes-denkmal.

    Es wird eine stadtweite Eröffnungsfeier im ehemaligen Bowlingtreff gemeinsam mit dem Naturkundemuseum geben. Dazu gehören Führungen im Bowlingtreff, Ausstellungen zum geplanten Museum, zur Bebauung des Leuschner-Platzes und zur denkmalpflegerischen Zielstellung des Promenadenrings sowie die Mitmachaktion „Wie funktioniert eine Orgel?“.

    Auch dieses Jahr nehmen wieder beliebte Veranstaltungsorte wie das Stadtbad, das Druckmuseum, zahlreiche Kirchen, das Schloss Schönefeld, der Südfriedhof, die Villa Sack in Grünau, die Wassermühle Dölitz und das UT Connewitz teil. Zusätzliche Höhepunkte bilden in diesem Jahr die zahlreichen Orgelführungen und Orgelkonzerte, die sich dem Instrument des Jahres widmen. Große und auch kleine Kirchen gilt es, ganz neu mit allen Sinnen zu entdecken.

    Unter anderem beteiligen sich bekannte Künstler wie AMARCORD in der Apostelkirche an der Programmgestaltung. Ein Orgel-Spaziergang im Leipziger Westen beginnt an der Bethanienkirche und stellt mehrere Orgeln in verschiedenen Kirchen vor. Im Alesius-Kirchspiel im Leipziger Osten kann man Orgeln in Dorfkirchen von Liebertwolkwitz bis Sommerfeld kennenlernen. Natürlich beteiligen sich auch die Nikolai- und die Thomaskirche mit speziellen Orgelführungen.

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