Beschlossen hat es der Leipziger Stadtrat schon im März, dass ab 2024 alle Dauerausstellungen der städtischen Museen entgeltfrei besichtigt werden können. Die Idee lag schon seit 2020 auf dem Tisch. Nur dass damals die Corona-Pandemie dazwischenfunkte und die Museen stattdessen geschlossen oder nur mit Anmeldung zu besichtigen waren. Jetzt hat sich die Rathausspitze mit den konkreten Modalitäten beschäftigt. Der freie Eintritt in die vier Museen nimmt Gestalt an.

In der Dienstberatung des Oberbürgermeisters wurden nun die konkreten neuen Entgeltordnungen auf den Weg gebracht. Demnach führen die Häuser Museum der bildenden Künste, Stadtgeschichtliches Museum und Naturkundemuseum ab Jahreswechsel die Entgeltfreiheit in den jeweiligen Dauerausstellungen ein.

Im Grassimuseum gilt die Neuregelung nicht nur im städtischen Museum für Angewandte Kunst, sondern auch in den Partnereinrichtungen Museum für Völkerkunde, dessen Träger der Freistaat Sachsen ist, und im Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig. Sodass es praktisch sechs Museen sind, die ab Januar für ihre Dauerausstellungen keinen Eintritt mehr verlangen. Zugleich wird den Museen die Möglichkeit gegeben, die Preise für besonders aufwändige Sonderausstellungen leicht zu erhöhen. Der Stadtrat muss über die Änderungen noch befinden.

Bis auf das Naturkundemuseum, in dem bis zum Umzug auf den Wilhelm-Leuschner-Platz keine Sonderausstellungen angeboten werden, werden für alle Häuser die Eintrittspreise für Sonderausstellungen neu gestaffelt.

Mit einer Spanne von 4 bis 18 Euro (vorher 4 bis 15 Euro) fällt die Erhöhung aber gering aus. Damit sollen vor allem erwartete Kostensteigerungen für diese Sonderschauen aufgefangen werden, die künftig noch attraktiver gehalten werden, um mehr Publikum anzulocken.

Der eintrittsfreie erste Mittwoch eines jeden Monats entfällt. Alternativ wird an diesem Tag ein vergünstigter Museumstag mit einem Eintrittspreis von 3 Euro für die Sonderausstellungen angeboten, schlägt die Stadt vor (soweit nicht grundsätzlich zum vergünstigten oder freien Eintritt berechtigt).

Beibehalten wird der um 50 Prozent reduzierte Eintrittspreis in der letzten Stunde vor der Schließung
des Museums. Zudem gibt es für jedes Haus eigene, den Gegebenheiten angepasste Änderungen.

Museum der bildenden Künste (MdbK)

Führungen bis 1,5 Stunden kosten künftig 90 Euro. Wegen gestiegener Material- und Personalkosten werden zudem die Preise für Kindergeburtstage und Erwachsenenworkshops angehoben. Feiern mit bis zu zwölf Kindern kosten 120 Euro. Workshops mit maximal 15 Erwachsenen liegen zwischen 250 und 500 Euro.

Grassi Museum für Angewandte Kunst (Grassi MAK)

Neu sind hier die Preise für Gruppenangebote: Führungen bis 1,5 Stunden kosten 100 Euro. Gruppenworkshops mit bis zu zehn Kindern schlagen mit 120 Euro zu Buche, Kleingruppen bis sechs Personen mit 150 Euro.

Stadtgeschichtliches Museum

Führungen bis zu einer Dauer von einer Stunde kosten künftig 70 Euro und darüber hinaus je nach Aufwand bis zu 120 Euro.

Naturkundemuseum

Auch hier ändert sich das Tarifsystem für Gruppenführungen, das künftig gestaffelt nach Dauer der Führung und Stärke der Gruppen berechnet wird. In sechs Tarifstufen von XS bis XXL kosten begleitete Angebote dann zwischen einem und sechs Euro pro Person.

Empfohlen auf LZ

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar