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Lene-Voigt-Gesellschaft feiert 20 Jahre Gaffeeganne wieder mit offener Vortragslust

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    Es ist schon ein Weilchen her, dass der Wettbewerb um die Gaffeeganne der Lene-Voigt-Gesellschaft aus dem Kalender verschwand. Aus mehreren Gründen. Natürlich ging es um die Kraft, ihn zu organisieren, eine Vorsitzende, deren Fehlen sich auf einmal heftig bemerkbar machte. Aber eigentlich war er auch an seine Grenzen gekommen. Es musste sich etwas ändern. Aber nur was?

    Dabei hat der Wettbewerb eine große Geschichte: „Vor nunmehr 20 Jahren erblickte der Rezitationswettbewerb der Lene-Voigt-Gesellschaft e.V. ‚De Gaffeeganne‘ das Licht der Bühnen in Leipzig. Grund genug für uns dies zu feiern und die besten Rezitatoren, Texte, Sketche und Episoden auf die Bühne des Kabarett-Theaters Sanftwut zu bringen“, kann der heutige Vorsitzende der Gesellschaft, Klaus Petermann, ankündigen. Es wird also wieder eine „Gaffeeganne“ geben – diesmal am Mittwoch, 31. Oktober, ab 17 Uhr im Kabarett Sanftwut.

    Man kann einfach Gast sein. Der Eintritt kostet 7 Euro pro Nase. Man kann aber auch mitmachen. So wie in den Zeiten, als der Wettbewerb auch ein Aushängeschild war für den Verein, der sich eben nicht nur um das Werk der Leipziger Dichterin Lene Voigt bemüht, sondern auch für den Erhalt der sächsischen Mundart kämpft.

    Obwohl es eigentlich der Leipziger Zungenschlag ist. Oder mit dem Fachterminus der Sprachforscher: Südwestosterländisch.

    Das ist direkt verwandt mit dem in Delitzsch und Torgau heimischen Nordosterländisch und dem bei Wurzen gesprochenen Südostosterländisch. Wer aus Sachsen kommt, kann das alles sehr genau unterscheiden. Ganz zu schweigen von den markanten Unterschieden zum Meißnischen, das um Dresden herum gesprochen wird (und leider vertrackt an das Polizei-Sächsisch, das in den meisten Kabarettsendungen verwendet wird, erinnert) oder zum Erzgebirgischen.

    Und Lene Voigt hat dieses – durch Weltoffenheit geprägte – Osterländische aus Leipzig ja nun exemplarisch in Gedichte und Balladen gebracht, die noch heute selbst vor Leuten funktionieren, die an das Grenzkontroll-Sächsisch nur die allerschlimmsten Erinnerungen haben.

    Man muss sich ein bisschen anstrengen, um Lenes Texte bühnenreif vortragen zu können. Die Pointen sind sauber gesetzt. Wer den Tonfall nicht hinbekommt, verpasst sie allesamt. Sie wachsen wie Blümchen aus den Zeilen. Reichen zwei Tage zum Üben? Für Menschen, die sich nicht scheuen, im Rampenlicht zu stehen, bestimmt.

    Denn darum geht es am 31.Oktober wieder.

    „Natürlich sind auch wieder alle Lene-Voigt-Interpreten, die sich mit einem Text in sächsisch oder auch in hochdeutsch versuchen wollen, herzlich eingeladen“, sagt Petermann. „Mit einem bunten Programm bringen wir also ‚unsre Lene‘ auf die Bühne, wollen uns erinnern, aber auch nach vorn blicken. Ein buntes Programm wird es sein mit Lene-Voigt-Texten in Sächsisch und Hochdeutsch, ohne zwingenden Wettbewerbsgedanken, denn: Alle wollen wir in diesem Jahr Gewinner sein, eine wunderbare Überraschung ist jedem Teilnehmer natürlich gewiss.“

    Das heißt: Man kann seine Texte ganz ohne Druck einstudieren, einfach das Beste draus machen. Die Texte liegen ja mittlerweile in einer ziemlich vollständigen Werkausgabe vor, die in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung erschienen ist. Und wer sich hineinliest, weiß, dass jeder Text eine Rolle mit sich bringt. Man darf sich aufhübschen und schick machen, Kostüme bringen nicht nur Aufmerksamkeit. Sie verstärken auch den Vortrag, wenn einer wirklich mit Schmackes vorzutragen versteht. Und es ist eine Gelegenheit, sich eine Gesellschaft anzuschauen, die ein für Leipzig einzigartiges Anliegen vertritt.

    Denn wie lange wird man überhaupt noch einen sächsischen Tonfall in Leipzig vernehmen? Wann wird das Idiom ganz verschwunden sein und wann werden alle Leute nur noch Hochdeutsch reden? Denn im Alltag ist Sächsisch am Verschwinden. Man hört da und dort noch einen Zungenschlag, aber kaum noch ein originales Ganzes.

    Und da Lene Voigt tatsächlich eine gut lesbare Schreibweise für das Leipziger Sächsisch gefunden hat, lässt sich mit ihren Texten noch am ehesten ein Weg in diese Mundart finden.

    Und da jeder mitmachen kann, der es sich zutraut, ist auch das Anmeldeverfahren offen: Die letzten Anmeldungen werden bis zum 17. Oktober angenommen. Und, so Klaus Petermann: „Anmeldungen der Gäste sind gewünscht.“

    Beim Gaggaudebbchen-Wettbewerb zeigten die jungen Leipziger wieder, wie viel Mut in Lene Voigts Gedichten steckt

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