Leipzig wird in den kommenden Wochen des sachsenweiten Themenjahres „Tacheles 2026 – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ zu einem zentralen Ort der Begegnung mit jüdischer Kultur und Geschichte im Freistaat, teilt die Stadt mit: Mit einem umfangreichen Programm, besonders im Mai und Juni, macht die Stadt jüdisches Leben in Geschichte und Gegenwart sichtbar und jüdische Kultur erlebbar. Was konkret geplant ist.

Bis zum 9. August ist im Kunstzentrum Halle 14 auf dem Spinnereigelände die Ausstellung „Das Gedächtnis der Steine“ von Margret Hoppe und Karoline Mueller-Stahl zu sehen. In Kombination von Fotografien und Texten widmet sich das Kunstprojekt den Spuren jüdischer Geschichte im heutigen Thessaloniki. Ein Begleitprogramm fragt nach Erinnerung, Verlust und Sichtbarkeit der einst größten jüdischen Gemeinschaft auf dem Balkan.

Am 17. Mai setzt das Gewandhaus zu Leipzig mit einem Kammerkonzert von „Quatuor Danel“ und des Pianisten Marc-André Hamelin einen musikalischen Akzent. Auf dem Programm stehen Werke von Dmitri Schostakowitsch, Alfred Schnittke und Mieczysław Weinberg.

Vom 19. Mai bis 1. Oktober präsentieren die Ephraim Carlebach Stiftung und das Stadtarchiv Leipzig die Ausstellung „Aufbruch und Tradition – 30 Jahre Jüdisches Leben der Gegenwart in Sachsen. Fotografien von Silvia Hauptmann“. Gezeigt werden Fotografien jüdischer Gemeinden in Leipzig, Dresden und Chemnitz seit den frühen 1990er Jahren.

Das Bach-Museum Leipzig begibt sich vom 21. Mai bis 13. Dezember unter dem Titel „Jüdisches Leben und die Musikerfamilie Bach“ auf eine Spurensuche in der eigenen Sammlung. Die Sonderausstellung wird ergänzt durch temporäre Stationen. Sie bereichern die Dauerausstellung um vielfältige Facetten jüdischen Lebens. Begleitende Gesprächskonzerte lassen die Bach-Begeisterung jüdischer Familien lebendig werden und eröffnen Zugänge zur Ausstellung.

Das Grassi-Museum für Angewandte Kunst zeigt ab dem 30. Mai die Ausstellung „Jüdische Glaubenswelten“. Ergänzt wird die Schau um eine Pop-up-Präsentation von Werken aus dem Bestand der Grafischen Sammlung.

Ab dem 3. Juni ermöglicht die Ausstellung „Momentaufnahme. Das Fotoarchiv Mittelmann“ im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig Einblicke in historische Glasnegative des jüdischen Fotoateliers Mittelmann aus den Jahren 1909 bis 1938. Sie zeigen Porträts und Stadtansichten einer vielfältigen Gesellschaft vor dem NS-Regime.

Ebenfalls am 3. Juni feiert das Leipziger Projekt „Klänge der Hoffnung“ sein zehnjähriges Bestehen mit einem Konzert im Gewandhaus zu Leipzig.

Auch das Bachfest Leipzig setzt vom 11. bis 21. Juni Akzente zu jüdischen Themen. In Kooperation mit dem Ariowitsch-Haus laden am 18. Juni das Konzert „Kantate – Tanz der Wahnsinnigen“, unter anderem mit der Schauspielerin Dagmar Pecková und der Opernsängerin Marie Kopecká Verhoeven, sowie am 20. Juni „Bach und Israel“ mit den Madrigal Singers aus Israel ein.

Zudem widmen sich die Grieg-Festtage 2026 am 19. und 20. Juni mit moderierten Konzertformaten auch den Geschichten jüdischer Künstler- und Verlegerfamilien sowie Fragen von Exil, Identität und kultureller Heimat.

Ein Höhepunkt ist die Jüdische Woche „Schalom“ vom 21. bis 28. Juni. Mit über 130 Veranstaltungen, darunter Konzerte, Lesungen, Diskussionen, Filme und Begegnungsformate, bringt sie jüdische Perspektiven auf Kultur, Geschichte und Gegenwart in die Leipziger Stadtgesellschaft ein.

Weitere Informationen

www.tacheles.sachsen.de

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