Jürgen Roth und Michael Sailer sind Dauergäste bei den Leipzig-liest-Veranstaltungen der Galerie ARTAe. Regelmäßig wird zu Obadzda, Brezeln, Weißwürsten und fränkischem Bier köstliche Literatur geboten, die sich, na ja, manchmal nur um das eine dreht - eben Bier. Aber auch um etwas anderes.

Politisches, Satirisches, Humorvolles, Veröffentlichtes und neue Texte. So sieht es aus, wenn man während der Buchmesse-Woche die Galerie ARTAe aufsucht. An zwei Tagen ist sie der Ort von ganz besonderen Lesungen. Dann sitzen die Gäste an Bierzelttischen auf Bierzeltbänken, zutzeln Weißwürste, knabbern Brezeln und ditschen Obadzda. Die Frühschoppenlesungen in der Galerie haben sich mittlerweile herumgesprochen und sind entsprechend ausgebucht. Als Ausweichmöglichkeit für die herandrängenden Massen führten die Galeriebetreiber Sabine und Marian Elsner vor drei Jahren die Spätschoppenlesung ein. Und immer wieder mit dabei: Jürgen Roth und Michael Sailer. Die beiden Autoren sind dafür bekannt, beim Zuhörer die Lachmuskeln trainieren zu lassen.

Zu urig sind bspw. die Geschichten von Michael Sailer. Das Münchner Unikat erzählt Geschichten, Skurriles, Lustiges aus dem Alltag der bayrischen Großstädter, die so oder ähnlich genauso gut an anderen Orten passieren könnten. Besonders schräg wird es, wenn er mehrere Rollen, auch die von jungen oder älteren Frauen einnimmt und seine Theaterstücke leidenschaftlich mit Tempo, Witz und Esprit vorträgt. Das sind regelrechte Performances. Mit der CD „Schwabinger Krawall“ liegt endlich ein von ihm selbst gesprochenes Hörbuch vor, denn nur Michael Sailer selbst kann seine Texte so pointiert vortragen, dass wirklich jeder Lachmuskel betroffen ist und keine Doppeldeutigkeit verloren geht.

Jürgen Roth ist bekannt für seine Exkurse in die Welt des Bieres. Doch jetzt würden ihm seine Ohren bluten, wissen die Galeriebetreiber. Jürgen Roth durchlitt in den letzten Monaten stundenlanges Hören von Politikerreden der letzten 70 Jahre. Es soll einer Mutprobe geglichen haben, Jürgen Roth anzurufen, da er durch diese Recherche-Arbeit ständig auf 180 war, berichten die Galeristen. „Er schimpfte, litt und hat uns, um die Geschichte zu bewahren, vielleicht auch um uns die Idealvorstellung zu entreißen, Politiker wären wahrhaftig und aufrichtig – wobei es immer Ausnahmen gibt – die Highlights im Hörspiel ‚Ich gebe ihnen mein Ehrenwort‘ zusammengestellt.“

In einer unterhaltsamen Choreographie will Jürgen Roth die politischen Märchen auf lehrreiche und klare Art und Weise gebündelt und komprimiert vorstellen.

Was: Jürgen Roth & Michael Sailer
Wann: 18. März um 20 Uhr
Wo: Galerie ARTAe, Gohliser Straße 3
Eintritt: Der Kulturbeitrag für geistigen und kulinarischen Genuss beträgt 10,- Euro.
Hinweis: Achtung – Bitte rechtzeitig anmelden, die Plätze sind rar.

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