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Schießerei in der Eisenbahnstraße: Vier Hells Angels ab 17. Juli auf der Anklagebank

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    Ab dem 17. Juli müssen sich vier Rocker der Hells Angels wegen Mordes vor dem Landgericht verantworten. Das Quartett soll am 25. Juni 2016 in der Eisenbahnstraße gemeinschaftlich ein Mitglied der rivalisierenden Streetgang „United Tribuns“ bei einer Schießerei getötet haben.

    Stefan S. (31) soll die tödlichen Schüsse auf den Anwärter („Prospect“) Veysel A. (27) und zwei weitere Mitglieder der „United Tribuns“ abgefeuert haben. A. erlag an Ort und Stelle seinen schweren Verletzungen. Die beiden anderen Männer überlebten schwer verletzt.

    Der ehemalige Leipziger Hells-Angels-Anführer Marcus M. sowie die Rocker Frank M. und Ferenc B. sollen sich durch Gewalttätigkeiten an der Bluttat auf offener Straße beteiligt haben. Anlass für die Schießerei waren offenbar Gangstreitigkeiten. Laut einem Medienbericht gerieten Todesschütze Stefan S. und der bei dem Vorfall schwer verletzte United-Tribuns-Anführer Sooren O. wenige Stunden zuvor körperlich aneinander.

    Befürchtete Racheaktionen blieben aus. Die Leipziger Hells Angels erklärten nach der Schießerei ihre Auflösung. Für Aufsehen sorgte die Verhaftung ihres Präsidenten. Marcus M. war zwar direkt nach dem Mord in Untersuchungshaft genommen worden. Mitte Juli blieb den Ermittlern mangels dringendem Tatverdacht allerdings keine andere Wahl, als den damals 33-Jährigen auf freien Fuß zu setzen. Im Spätherbst verdichtete sich der Verdacht erneut. Anfang Januar bat die Polizei die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Suche nach dem längst untergetauchten Rockerboss. Am 4. Januar nahm eine Spezialeinheit den Leipziger in Wien fest, wo er bei befreundeten Rockern Unterschlupf gefunden hatte.

    Die Schwurgerichtskammer hat die Anklage der Staatsanwaltschaft jetzt unverändert zur Hauptverhandlung zugelassen. Allerdings erteilten die Richter mehrere rechtliche Hinweise. Demnach kommen sie hinsichtlich der Strafbarkeit der drei Rocker, die nicht geschossen haben, zu abweichenden Einschätzungen.

    Da Rocker gegenüber Polizei und Gericht erfahrungsgemäß schweigen, haben sich die Richter auf einen kleinteiligen Indizienprozess eingestellt. Die Kammer hat bis zum 2. Januar insgesamt 36 Termine anberaumt. Aufgrund des Konfliktpotenzials zwischen den beiden Rockerclubs hat das Gericht angekündigt, umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen treffen zu wollen. Die Details möchte die Kammer zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.

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