Podiumsdebatte im UT Connewitz

Zwei Jahre nach dem Überfall auf Connewitz: Wenig Hoffnung auf harte Strafen

Für alle LeserNicht jeder kam noch hinein, als die Veranstaltung der Dokumentationsseite „Chronik. LE“ kurz nach 19 Uhr startete. Das Interesse am Thema „Überfall am 11. Januar 2016“ war zu groß für den proppevollen Saal im UT Connewitz an diesem 10. Januar 2018. Pünktlich zum Vorabend des zweijährigen „Jubiläums“ platzte zumindest die Meldung herein, dass nunmehr 41 Klagen gegen gesamt 82 Beteiligte des Zerstörungszuges durch die Wolfgang-Heinze-Straße von vor zwei Jahren erhoben wurden. Und weitere folgen werden. Hoffnung auf hohe Strafen für die teils langjährig in der Neonaziszene beheimateten Randalierer hatte an diesem Abend dennoch keiner. Besonderes Vertrauen in die Strafverfolgungsbehörden wohl auch nicht.

Doch der Abend startete vor der eigentlichen Aufarbeitung mit einer wichtigen Erinnerung an die Nacht, als in Connewitz der Überfall und die Zerstörungen in bislang unbekanntem Ausmaß stattfanden. Nach einem Anwohnervideo, welches die gespenstische und brutale Szenerie eines einheitlich schwarzgekleideten Pulks von teils 250 bewaffneten Personen am 11.01. kurz nach 19 Uhr wiedergab, erinnerten sich auf dem Podium erst einmal alle, wo sie an diesem Abend waren. Ein Aufruf, sich zumindest bei Chronik.LE mit den eigenen Erinnerungen aus dieser Nacht zu melden, folgte später zurecht.

Neben Vertretern vom Fußballverein Roter Stern und Ivo von der Alternativen Wohnungsgenossenschaft Connewitz (AWC) hatten dazu auf dem Podium Heike Kleffner (Mitherausgeberin des Buches „Unter Sachsen“), die Stadträtin und Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Die Linke) und Steven Hummel, Pressesprecher von chronik.LE Platz genommen.

Die meisten waren nicht selbst vor Ort, schließlich befanden sich viele an diesem Tag zur Gegendemonstration zum einjährigen Bestehen von Legida im Leipziger Zentrum, Journalistin und Buchautorin Kleffner (ua. „Generation Hoyerswerda“) zu Hause am Schreibtisch. Beeindruckend deshalb vor allem die Schilderungen des Vorstandsmitglieds der AWC.

Ivo dürfte einer der ersten an diesem Abend gewesen sein, der langsam aber dann mit wachsendem Entsetzen wahrnahm, was sich da auf der Wolfgang-Heinze-Straße zusammenbraute. Anfangs habe er sich zufällig gerade auf der Straße stehend noch gewundert, dass eine für ihn, aus der Ferne gesehen, im Erscheinungsbild und persönlicher Erwartungshaltung „linke Demo“ so schweigend und ohne Parolen angelaufen kam. Das Frontbanner hatte er zu diesem Zeitpunkt noch als eines irgendwie „für Weltoffenheit“ erkannt. Um nach einem lauten Ruf „Los jetzt!“ aus der „Demo“ heraus einer der ersten Zeugen der organisierten Zerstörungswut der Rechten und eines Besseren belehrt zu werden.

Seinen Schilderungen nach war es etwas, was er sich nicht hatte vorstellen können und sich nun dennoch vor seinen Augen abspielte. Und erst mit dem Eintreffen der ersten Polizeibeamten in der Nähe der Biedermannstraße und der Einkesselung der Randalierer (vorerst) endete.

Nachdem er erst einmal Abstand zwischen sich und den da bereits Schaufenster einschlagenden Mob gebracht hatte, kehrte er zurück, filmte selbst ein paar wacklige Bilder, auf denen jedoch bis auf eine extreme Geräuschkulisse wenig zu erkennen ist. Gleichzeitig war er eher damit beschäftigt, andere hinzukommende Anwohner auf der Straße mit dem Ruf „Nazis, das sind Nazis“ zu warnen.

Journalistin Heike Kleffner (Mitherausgeberin des Buches „Unter Sachsen“),, Steven Hummel, Pressesprecher von chronik.LE und die Stadträtin und Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Die Linke). Foto: L-IZ.de

Journalistin Heike Kleffner (Mitherausgeberin des Buches „Unter Sachsen“), Steven Hummel, Pressesprecher von chronik.LE und die Stadträtin und Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Die Linke). Foto: L-IZ.de

Fast zur gleichen Zeit stimmte der vorbestrafte Sänger Hannes Ostendorf (u.a. „Kategorie C“) auf der Legida-Bühne im Zentrum sein „Happy Birthday“ für die an diesem Tag rund 1.000 Teilnehmer der mittlerweile auf vielleicht 150 Anhänger geschrumpften rassistischen „Bewegung“ rings um den damaligen Anführer Markus Johnke und den Legida-Schatzmeister Arndt Hohnstädter an. Für nicht wenige an diesem Abend im UT Connewitz ein gewisser Hinweis, dass es Verbindungen zwischen der Aktion in Connewitz und Legida selbst geben müsse. Zumindest hofft angesichts der – laut L-IZ – Informationen – voraussichtlich wohl erst ab 2019 anstehenden Prozesse unter anderem Juliane Nagel durchaus auf weitere Erkenntnisse, ob hier wirklich zwei durchorganisierte Ereignisse wie die Demonstration und der Zerstörungszug durch die Heinze-Straße nur zufällig parallel stattfanden.

Wahrnehmungen

Es geht wohl vor allem längst um eine möglichst genaue Erinnerung an die Vorgänge in dieser bislang einzigartig den Novemberpogromen von 1938 ähnlichen Nacht in Leipzig. So habe natürlich kein paralleler Überfall auf Plagwitz stattgefunden, schilderte eine Gesprächsteilnehmerin von der Gruppe „Antifa Klein-Paris“. Doch die Panik angesichts der „Verwüstungen auf der Wolfgang-Heinze-Straße“, der „wahllos kaputtgehauenen Fensterscheiben“, einer brennenden Wohnung und der fassungslosen Anwohner auf der Straße ist eine im Nachgang erklärbare, jedoch unbegründete Angstreaktion in dieser Nacht.

Nicht unbegründet hingegen die weiteren Schilderungen von Ivo von der Alternativen Wohnungsgenossenschaft Connewitz (AWC) zum weiteren Vorgehen der Polizei in der Folge der Festsetzung und (nach einer Identitätsfeststellung in der Polizeidirektion Dimitroffstraße) Eskortierung der Randalierer von der Wolfgang-Heinze-Straße. So seien Einsatzeinheiten direkt in die Stöckartstraße gefahren und haben – trotz mehrfacher verbaler Intervention auch von ihm und anderen – begonnen, dort gewaltsam gegen „die aufgeregten Bewohner, die sich vor den Häusern sammelten“ vorzugehen. So habe die Polizei auch Menschen „aus Hinterhöfen rausgezerrt“. Das eigentliche Feindbild nach der Festnahme der rechten Gruppe schien demnach klar zu sein.

Vielleicht ist aber auch der normale Einsatzbeamte aufgrund seiner Vorbildung schon lange nicht mehr in der Lage, einen Rechtsextremisten von Anwohnern zu unterscheiden? In jedem Fall ein Ergebnis jahrzehntelanger Verheerungen im demokratischen Verständnis in Sachsen – in welchem eben diese Polizei geboren wurde und agiert. Es soll in dieser Nacht übrigens Angriffe laut Darstellungen der Polizei auf eben diese Beamte gegeben haben, als sie die rechten Schläger aus dem Viertel brachten – Unrecht gebahr offenbar weiteres Unrecht.

Vom Damals ins Heute

Angesichts dieser und weiterer Schilderungen anwesender Menschen im Publikum wird rückblickend immer fragwürdiger, wie in Sachsen der „mediale und der Sicherheitsdiskurs im Nachgang“ vor allem um „die Linken“ gehen konnte, wie Juliane Nagel betonte. Bereits im Vorfeld hatte der Verfassungsschutz Sachsen vor allem die Gegenproteste zu Legida im Auge gehabt.

In der Tat waren den Schlapphüten die Vorbereitungen in Kreisen der mittlerweile (durch die Bundesanwaltschaft angeklagte) als kriminelle Vereinigung vor Gericht stehenden Freitaler Gruppe („Bürgerwehr FTL/360“), aber auch ehemaliger „Scenario Lok“- Mitglieder, Leipziger und Dresdner Rechtsextremisten und teils seit den frühen 90ern agierenden Neonazis, bis hin zum offenbaren Leipziger Einlader der Randalierer Kai M. irgendwie seltsam verborgen geblieben. Ein jahrelang agierendes rechtsextremes Netzwerk also, welches bis nach Westdeutschland hinein mobilisierte und der „Verfassungsschutz“ hatte Probleme mit den linken Gegenprotesten am 11. Januar 2016.

Trotz offener „Überraschungsankündigungen“ im Netz, mittlerweile bekannt gewordenen Verabredungen über soziale Netzwerke und Messengerdienste sowie teils lange Jahre agierender Vernetzungen rechtsextremer Schlägergruppen blieben die Hinweise an die PD Leipzig über die drohende Gefahr aus. Die Polizei konnte eher schnell in der Wolfgang-Heinze-Straße sein, da sie ausreichend Einsatzeinheiten wegen Legida in Leipzig zusammengezogen hatte. In der damaligen Lesart natürlich wegen der zu erwartenden Gegenproteste und einer Lichterkette gegen Legida, an welcher sich nur die CDU Leipzig nicht offiziell beteiligte.

Und auch im Nachgang schien es einigen rechten bis rechtskonservativen Kreisen bis in die CDU hinein opportun, hier eine Art Eigenschuld der in Connewitz lebenden Menschen für diesen schweren, gemeinschaftlichen Landfriedensbruch einer hochvernetzten Schlägertruppe in ihrem Viertel sehen zu wollen. Unaufgeklärt und nicht vor Gericht verhandelt blieb zudem bis heute, auf welchen Wegen die Ergebnisse einer polizeilichen Autodurchsuchung gegen Linksradikale bei Grimma binnen weniger Stunden auf dem damaligen Twitter-Account der NPD-Leipzig auftauchten.

Für Juliane Nagel (Die Linke) bleibt bis heute die Frage, wie und wer hier bestimmte Vorgänge aufeinander abgestimmt haben könnte und „was Legida gewusst hat“.

Steven Hummel, Pressesprecher von chronik.LE und Juliane Nagel (Die Linke) im UT Connewitz. Foto: L-IZ.de

Steven Hummel, Pressesprecher von chronik.LE und Juliane Nagel (Die Linke) im UT Connewitz. Foto: L-IZ.de

Die (endlich) beginnende juristische Aufarbeitung

Wer am 10. Januar 2018 ins UT Connewitz kam, um mehr über die anstehenden juristischen Folgen für die Täter des 11. Januar 2016 zu erfahren, musste enttäuscht werden. Dazu gab es auch angesichts der gerade erst eingegangenen Anklagen wenig Neues. Außer der schwelenden Frage, ob nun gegen weitere Teile des organisierten Schlägertrupps vom 11. Januar 2016 über die „Gruppe Freital“ hinaus mithilfe einer sogenannten „Strukturermittlung“, also eines §129-Verfahrens und entsprechender Überwachungsmaßnahmen zumindest nach dem Überfall auf Connewitz ermittelt wurde.

Ob es diese Ermittlungen wegen „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ mit Haftandrohungen von bis zu fünf Jahren gab, ist noch offen. Doch angesichts der Bewaffnung der Randalierer vom 11. Januar 2016 und ihrem geplanten Vorgehen („Los jetzt“) vor und während der Tatausführung, wäre auch eine Anklage nach § 127, also der „Bildung bewaffneter Gruppen“ möglich. Haftandrohung hier zwei Jahre oder eine hohe Geldstrafe.

Angesichts der bislang bekannten Informationen über die Anklagen gegen die ersten 82 Personen wird diesen jedoch schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Für nicht vorbestrafte Angeklagte oder vorbestrafte Angeklagte mit lange zurückliegenden Vorstrafen könnte dies im Fall harter Bestrafungen wohl eher Haft mit einer Dauer von unter einem Jahr bedeuten – zur Bewährung ausgesetzt.

Bei Verurteilungen vorbestrafter Angeklagter, welche noch andere Verfahren laufen haben, kann man sich hingegen ganz gut an den ersten – noch nicht rechtskräftigen – Urteilen aus Dresden zur Gruppe Freital orientieren. Dann droht das „Aufsatteln“ von einem Jahr und mehr, als Haft abzusitzen. Zwei von mehreren Kandidaten dafür sind wohl nun Kevin D. und Thomas K., zwei seit langem bekannte Leipziger Neonazis, die immer wieder vor Gericht landeten.

Gespannt sein darf man auch auf die Verteidiger der Angeklagten – für gewöhnlich werden solche Fälle von renommierten Strafverteidigern wie RA Mario Thomas und seinem ehemaligen Kanzleikollegen Arndt Hohnstädter, übernommen. Lukrativ werden diese Mandate vor allem deshalb, weil in jedem Fall der Staat die Verteidigung von Neonazis bezahlt. Dennoch gilt: Pro Anklage ein neuer Anwalt – es dürfte also eine wahre Flut an Strafverteidigern geben.

Fails des Abends im UT Connewitz

Im nun beginnenden Thema der juristischen Aufarbeitung war leider – neben kompetenten Lokaljournalisten – kein rechtlich beschlagener Diskussionsteilnehmer auf die Bühne des UT Connewitz gebeten worden. So kam es leider zu vermehrten Aufrufen auf dem Podium, sich als Nebenkläger an den anstehenden Verfahren gegen die insgesamt möglichen 216 Angeklagten aus dem rechten Hooligan- und Rechtsextristenmilieu zu beteiligen. Doch dazu gehört wohl mehr als nur Mut.

Dafür muss man zuerst ein unmittelbar und persönlich Betroffener und Geschädigter des Überfalls sein. Zu Recht wies eine Stimme aus dem Publikum gegen Ende zudem darauf hin, dass man sich bitte vorab anwaltlich beraten lassen sollte und im Falle einer Nebenklage – immerhin gegen teils ausgewiesen gewaltbereite Rechtsextreme – auch bei jedem Verfahren als Zeuge aussagen müsse.

Demnach also im aufwendigsten Fall bis zu 108 Mal, kommt es zu Anklagen gegen wirklich alle 216 Tatverdächtigen, welche das Gericht zu immer je zwei Angeklagten zusammenfassen dürfte. So zumindest die bislang bekannte Praxis bei den ersten Fällen.

Hinzu kommt die nach wie vor (sogar von der Polizei längst kritisierte) Praxis, dass Zeugen mit Adresse und Namen in den Gerichtsakten erscheinen. Wer sich dies angesichts der Gewaltbereitschaft der Angeklagten antun möchte, fragte leider niemand an diesem Abend. Es steht zu erwarten, dass wie schon immer bei solchen Angeklagten in diesen Verfahren auch Leipziger Journalisten der L-IZ.de wieder massiv bedroht werden. Und dennoch hingehen, während mancher an seinem Schreibtisch sitzen oder twittern wird.

Ebenso ohne Hinterfragung blieb die – angesichts der langjährigen Ermittlungen verstehbare – Herausgabe der Klarnamen der am 11. Januar 2016 verhafteten Personen auf der Wolfgang-Heinze-Straße. Wie auch die eilig getwitterten WhatApp-Chats eines Leipziger Monatsmagazins. Clevere Juristen machen aus solchen „Beweisen“ eine öffentliche Vorverurteilung zugunsten ihrer Neonazi-Mandanten.

Bleibt die Frage, wem man bei den kommenden Verhandlungen vertrauen könnte. Und das in Sachsen.

Nachtrag d. Red.: Die hier vorliegende Strafandrohung bei schwerem Landfriedensbruch liegt höher als bei dem Tatvorwurf der „Bildung einer bewaffneten Gruppe“ und reicht von 6 Monaten bis zu 10 Jahren. Adressen können Kläger dadurch schützen lassen, dass sie als Korrespondenzanschrift die Kanzlei der Anwälte angeben und diese die Schwärzung der Adressen bei der Staatsanwaltschaft beantragen.

Landfriedensbruch: Mehr als 80 mutmaßliche Connewitz-Angreifer am Amtsgericht angeklagt – weitere sollen bald folgen

Legida/PegidaConnewitzNoLegidaUT Connewitz11. Januar 2016Rechtsradikalismus
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Das große Pratajev Liederbuch II: Die wodka-besinnlichen Lieder aus dem Nachlass eines verschollenen russischen Dichters
The Russian Doctors: Das große Pratajev Liederbuch II. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas ist eigentlich ein Büchlein, zu dem man die CDs der beiden „Halbgötter in Punk“ braucht, die nun seit 16 Jahren als The Russian Doctors durch die ostdeutsche Taiga tingeln: Makarios und Frank Bröker. Denn das, was sie anstellen, lebt tatsächlich von Makarios' eindrucksvoller Stimme und von der Erlenholzgitarre Frank Brökers. Aber richtig angefangen hat ja die Pratajev-Geschichte schon 1997.
Der Stadtrat tagt: Leipzigs Stellplatzsatzung nach dreieinhalb Jahren beschlossen + Video
Baudezernentin Dorothee Dubrau in der OB-Fragestunde am 23. Januar 2019. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs hat mehrere Jahre gedauert, es gab zahlreiche Änderungsanträge und es war nur eine knappe Mehrheit: Mit den Stimmen von Linken, Grünen und SPD hat der Stadtrat am Dienstag, den 19. November, die neue Stellplatzsatzung für Leipzig beschlossen. Darin ist geregelt, wie viele Stellplätze für Autos und Fahrräder an Wohnungen, Häusern, Schulen und anderen Einrichtungen mindestens vorhanden sein müssen.
Der Stadtrat tagt: Die November-Sitzung im Livestream und als Aufzeichnung
Der Stadtrat tagt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWeil am Mittwoch ein Feiertag ist, findet die November-Sitzung des Leipziger Stadtrats ausnahmsweise an einem Dienstag statt. Am 19. November kommen die Stadträte und Stadträtinnen bereits zum dritten Mal innerhalb von drei Wochen im Neuen Rathaus zusammen. Die L-IZ ist mit einem Livestream vor Ort und wird über ausgewählte Themen berichten.
Schon über 1.000 Anträge für mietpreisgebundenen Wohnungsbau in Leipzig bewilligt
Ein Baukran in Leipzig - aber noch nicht für sozialen Wohnungsbau. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie kritisiert man eine Landesregierung, die es einfach nicht fertigbringt, bei wichtigen Zukunftsthemen über ihren Schatten zu springen? Ganz sachte. Das Dezernat Stadtentwicklung und Bau macht es jetzt vor in einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion. Denn dass die Peanuts aus Dresden nicht reichen, den sozialen Wohnungsbau in Leipzig ausreichend zu finanzieren, ist auch der Leipziger Stadtverwaltung klar.
Am 23. November im Cineplex: Bayerisches Outdoor Filmfestival B/O/F/F
Sächsische Delikatessen. Quelle: CINEPLEX Leipzig

Quelle: CINEPLEX Leipzig

Das Bayerische Outdoor Filmfestival B/O/F/F ist wieder auf Tour und macht am 23.11. zum ersten Mal Station im Leipziger Westen. „Autorenkino im Genre Abenteuer- und Naturfilme, zwischen Heimatliebe und Weltoffenheit“, so beschreiben die drei Macher ihre Filmtour. Gespielt wird in Programmkinos, Kletterhallen, Freiluftkinos, in Biergärten, am See und auf Hütten. Die Vorführung im Cineplex Leipzig ist die einzige Vorstellung in Ostdeutschland.
Sparkassenmuseum Grimma hat in der einstigen Schalterhalle neu eröffnet
Willkommen am historischen Schalter. Foto: Stadt Grimma

Foto: Stadt Grimma

Für alle LeserKlein aber fein. Grimma hat jetzt wieder ein Sparkassenmuseum. Ein Wasserschaden hat dafür gesorgt, dass es vor vier Jahren geschlossen werden musste. Doch seit dieser Woche kann das Sparkassenmuseum in Grimma wieder besichtigt werden. Die Ausstellung wurde neu konzipiert und zog in den ehemaligen Schalterraum der historischen Sparkasse am Grimmaer Markt.
Stadtrundfahrt-Unternehmen will auf Busdurchfahrten durch die Beethovenstraße nicht verzichten
Stadtrundfahrtbusse in der Beethovenstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit Juni ist die Beethovenstraße Fahrradstraße. Eine Ausschilderung, auf die sich auch viele Anwohner gefreut hatten. Denn damit müsste sich normalerweise auch der Durchfahrtverkehr von Lastkraftwagen deutlich verringern. Und auch die dicken Busse der Stadtrundfahrten dürften hier nicht mehr fahren. Doch diese Busse aus der Straße zu bekommen, ist selbst für Leipzigs Stadtverwaltung ein ganz zähes Unterfangen.
Sachsens Linke hat mit Schaper und Hartmann ein neues Führungsduo
Wahlplakat der Linken zur Landtagswahl 2019. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Wahlergebnis zur Sächsischen Landtagswahl im September war auch für die Linkspartei eine eiskalte Dusche: 10,4 Prozent. Solche Ergebnisse kannte bisher nur die SPD, die mit 7,7 Prozent diesmal noch schlechter abschnitt. Da war schon klar, dass zum nächsten Landesparteitag abgerechnet werden würde. Der fand am Wochenende in Dresden statt. Und Antje Feiks, die als Landesvorsitzende für das Wahldebakel die Verantwortung übernahm, trat nicht mehr an.
Bockwurst. Einfach Kult! Das Büchlein für alle, die die Bockwurst schon immer unterschätzt haben
Herbert Frauenberger: Bockwurst. Einfach Kult! Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMan bringt sie gedanklich tatsächlich nicht zusammen: bekannte Fernsehköche wie Herbert Frauenberger und so alltägliche Esswaren wir z. B. Bockwürste. Aber die Bockwurst hat es in sich. Auch weil man sie unterschätzt. Man weiß zwar als landläufiger Käufer von Bockwurst mit Brötchen nicht, was drin ist. Aber mit Frauenberger erfährt man es.
Ab dem 20. November im Cineplex: Eiskönigin 2 mit FSK 0 und „hohem Besuch“ am 1. Advent
Quelle: CINEPLEX Leipzig

Quelle: CINEPLEX Leipzig

Wenn zum Feiertag (Buß- und Bettag) am Mittwoch, den 20.11., um 10:15 Uhr DIE EISKÖNIGIN zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen ist, können sich auch die kleinsten Kinobesucher über Elsas neue Abenteuer freuen. Die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) hat sich ein Urteil über die heißersehnte Fortsetzung gebildet, die nun in Deutschland mit der FSK0 ohne Altersbeschränkung ins Kino kommt.
Am 13. März 2020 in der Peterskirche: Ich, Judas – Einer unter euch wird mich verraten
Quelle: berlinièros GmbH

Quelle: berlinièros GmbH

Alle bisherigen Shows restlos ausverkauft: Aufgrund des überwältigenden Erfolges gibt es bundesweite Zusatztermine 2020 von Ben Beckers Solo-Performance „Ich, Judas“. Das ursprünglich nur für eine einmalige Aufführung geplante Programm erfährt seit der Premiere im November 2015 einen großartigen Zuspruch bei Publikum und Fachwelt.
Fridays For Future Sachsen schreibt einen Offenen Brief an die zukünftige Landesregierung: Was ihr vorhabt, ist zu wenig!
Fridays For Future auf dem Innenstadtring. Dort wollen die jungen Aktivist/-innen am Freitag wieder laufen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWährend die Koalitionsverhandlungen in die Spitzenrunden gehen, wenden sich am heutigen Montag, 18. November, zwölf sächsische Ortsgruppen von Fridays For Future an die Verhandlungsteams und die zukünftige Landesregierung, darunter auch die Leipziger Gruppe. Denn das Positionspapier von CDU, SPD und Grünen hatte zwar ein paar Ansätze zu einer besseren Umwelt- und Klimapolitik. Aber wirklich mutige Schritte waren noch nicht zu erkennen.
Wohnungsnöte, Schulden und nach wie vor jedes fünfte Leipziger Kind in Armut
Verteilung der Leipzig-Pass-Inhaber im Stadtgebiet. Karte: Stadt Leipzig, Sozialreport 2019

Karte: Stadt Leipzig, Sozialreport 2019

Für alle LeserEs war zumindest wieder ein durchwachsenes Zahlenpaket, das das Leipziger Sozialdezernat am 8. November vorgelegt hat. Immerhin veröffentlicht Leipzig seit Jahren regelmäßig einen Sozialreport, auch wenn der nur einen Teil jener Zahlen sammeln kann, die das Leben und die Probleme der Stadt sichtbar machen. Und zumindest trifft zu: Leipzigs Bevölkerung wächst weiter und das wachsende Arbeitsplatzangebot hat einen Teil der alten Not gelindert.
Stadt hat keine Handhabe, das Mauerfall-Bild von Michael Fischer-Art zu retten
Blick auf die Ausgrabungen am Brühl und einen Teil des Wandbildes von Fischer-Art. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserSchnell noch einmal fotografieren, denn irgendwann verschwindet es natürlich, das riesige Wandbild von Michael Fischer-Art an der Brandmauer der Brühl-Arkaden zwischen Brühl und Richard-Wagner-Straße. Die Archäologen buddeln schon fleißig. Aber nicht mehr lang, dann drehen sich hier die Baukräne und entsteht ein neues Hotel. Die Stadt kann das Wandbild von Michael Fischer-Art nicht retten, teilt das Dezernat Kultur mit.
Eine ganz und gar nicht mutige Denunziation und ein paar klare Worte vom Kultusminister
A wie Anschwärzen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWas die AfD in Deutschland mit dem von ihr aufgesetzten „Lehrerpranger“ tatsächlich vorhat, machte jetzt eine Landtagsanfrage des AfD-Abgeordneten Rolf Weigand deutlich. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) reagierte darauf sehr zurückhaltend. Aber es wird in seiner Antwort deutlich, was er von der vermeintlichen Opferrolle der AfD hält. Denn Weigand suggerierte tatsächlich, die AfD sei eine „herabgewürdigte Menschengruppe“.