Die Zeiten, in denen die „Identitäre Bewegung“ mit Auftritten auf der Buchmesse oder vor dem Bundesjustizministerium für spektakuläre Bilder sorgte, sind vorbei. Einer der führenden Aktivisten aus dieser Zeit ist der Leipziger Alexander K., genannt „Malenki“. Er muss nun 1.350 Euro zahlen, weil er auf seinem YouTube-Kanal eine Expertin für die extreme Rechte beleidigt hat. Ein Strafverfahren wegen einer weiteren Beleidigung wurde daraufhin eingestellt.

Alexander K., ein als „Malenki“ bekannter Aktivist der „Identitären Bewegung“, muss 1.350 Euro zahlen, weil er vor drei Jahren eine Expertin für die extreme Rechte beleidigt hat. Gegen einen entsprechenden Strafbefehl hatte er zunächst Einspruch eingelegt, diesen jedoch in der mündlichen Gerichtsverhandlung am Montag, dem 4. Juli, zurückgezogen.

In einem „Bildersturm 2.0“ betitelten Video für seinen gleichnamigen YouTube-Kanal bezeichnete „Malenki“ die Expertin als „Stinkesteffi“. Das Video wurde mehrere tausend Male aufgerufen. Mittlerweile existiert auf dem Kanal nur noch ein Video mit dem Titel „Axtwerfen für Anfänger“. YouTube hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Videos und Kanäle aus dem Umfeld der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ gelöscht.

Zwei Beleidigungen zum Preis von einer

Wegen einer weiteren Beleidigung auf seinem YouTube-Kanal, die sich ebenfalls gegen die Rechtsextremismus-Expertin richtete, hatte die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Sie erklärte sich jedoch bereit, dieses Verfahren einzustellen, nachdem der bereits vorbestrafte „Malenki“ den Strafbefehl für die erste Beleidigung akzeptiert hatte.

Die von den Beleidigungen betroffene Person sollte eigentlich als Zeugin aussagen, war aus gesundheitlichen Gründen aber nicht erschienen. Am Ende der Verhandlung wünschte sich „Malenki“ ein Gespräch mit Amtsrichter Andrä, um eine „Sicherheitsfrage“ zu klären – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die einzige Person im Publikum – der Journalist der Leipziger Zeitung – musste daraufhin den Saal verlassen.

Angeklagter war Ziel von Anschlägen

Möglicherweise kamen die Sicherheitsbedenken daher, dass „Malenki“ in der Vergangenheit wiederholt Ziel mutmaßlicher Anschläge wurde – unter anderem auf seine Gartenlaube und sein Auto. Mittlerweile ist der 30-Jährige aus Leipzig weggezogen und wohnt in einer Kleinstadt im Umland.

Als die „Identitäre Bewegung“ vor etwa fünf Jahren ihre Hochphase in Deutschland hatte, gehörte „Malenki“ zu den wichtigsten Akteuren. In Leipzig war er als Leiter der Ortsgruppe tätig. Ob er das immer noch ist, ist unklar. Im vergangenen Jahr soll er laut einem Bericht von „t-online“ an einer Kampagne gegen die Grünen im Vorfeld der Bundestagswahl beteiligt gewesen sein.

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