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Johanniter suchen händeringend nach Erzieherinnen und Erziehern für ihre Kindertagesstätten

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    Spätestens seit 2017 war das Problem bekannt, gab es die ersten heftigen Engpässe bei der Gewinnung von Erzieherinnen und Erziehern für die neu entstehenden Kindertagesstätten in Leipzig. Verantwortlich für die Ausbildung des Kita-Personals ist das Land. Doch dort fühlte man sich durch die wachsende Kinderzahl und den steigenden Betreuungsbedarf in den Kitas nicht wirklich animiert, endlich Gas zu geben. Mittlerweile suchen Leipziger Träger händeringend nach Personal. Die Johanniter in Leipzig z. B. suchen dringend Personal für die Kindertagesstätte „Tillj“ in der Leipziger Südvorstadt.

    Hier musste der Regionalverband der Johanniter-Unfall-Hilfe Leipzig/Nordsachsen leider erstmals Betreuungsverträge für Neuaufnahmen ab April kündigen, teilt der Regionalverband Leipzig/Nordsachsen mit. Dies gelte lediglich nicht für Kinder und Geschwisterkinder, die bereits in der Einrichtung betreut werden. Dafür konnte die Einrichtung einvernehmlich mit den Eltern die täglichen Betreuungszeiten anpassen. Neue Kinder können aber bis auf weiteres nicht aufgenommen werden.

    Als Gründe nennt Skadi Köhler, Vorstand im Regionalverband, Krankheiten, Schwangerschaften mit Beschäftigungsverbot sowie den bundesweiten Mangel an Fachkräften. Gerade Leipzig ist aufgrund des starken Bevölkerungswachstums davon betroffen. 2019 wurden durch die Stadt Leipzig und freie Träger allein 16 neue Kitas in Betrieb genommen, die alle qualifiziertes Personal benötigen.

    Das Außengelände der Kita "Tillj" in der Südvorstadt. Foto: Die Johanniter / Sebastian Späthe
    Das Außengelände der Kita „Tillj“ in der Südvorstadt. Foto: Die Johanniter / Sebastian Späthe

    „Um den gesetzlichen Betreuungsschlüssel einzuhalten und der Aufsichtspflicht trotz der Personalausfälle weiterhin nachkommen zu können, haben wir leider keine andere Wahl“, erklärt Köhler.

    „Für die betroffenen Familien tut uns das sehr leid! Uns ist sehr bewusst, dass diese Kündigungen schwierige Einschnitte in das Familien- und Berufsleben darstellen. Die Entscheidung fiel uns daher nicht leicht. Für uns stehen das Wohl der Kinder und unserer Mitarbeiter an erster Stelle.“

    Die Entwicklungen in der „Tillj“ stimmt der Regionalverband eng mit dem Landesjugendamt sowie dem Amt für Jugend, Familie und Bildung der Stadt Leipzig ab. Laut Landesjugendamt wurden die bereits eingeleiteten und weiterhin avisierten Maßnahmen als fachlich geeignet und professionell eingeschätzt.

    Mithilfe intensiven Personalrecruitings kam es bereits zu Neueinstellungen. Zudem unterstützen derzeit auch Mitarbeiter aus Zeitarbeit das Team. Der Regionalverband der Johanniter-Unfall-Hilfe betreibt insgesamt fünf Kitas in Leipzig und Nordsachsen.

    Linksfraktion legt Forderungskatalog zur Behebung des Personalmangels in sozialen Berufen in Leipzig vor

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    1 KOMMENTAR

    1. Wieviele Jahre hat es gedauert, diese (und die anderen) Kita zu planen und zu bauen? Wieviele Jahre hat man nicht wissen wollen, wieviel Personal man braucht? Wieviele Jahre hat man genau nichts getan?
      Ja, ich weiß, es gibt natürlich immer wichtigere Probleme, die zuerst ignoriert werden müssen.
      Und es ist wirtschaftlich natürlich völlig naiv, Personal angemessen zu entlohnen. Und am Ende würden die Leute das Geld ja nur wieder ausgeben, wo soll denn das hinführen?

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