Die Anstrengungen der Stadt Leipzig beim Bau von neuen Kindertagesstätten in den vergangenen Jahren haben sich gelohnt, freut sich das Dezernat Jugend, Schule und Demokratie. Erstmals seit Jahren übersteigt das tatsächliche Angebot für Kindertagesbetreuung in Leipzig den ermittelten Platzbedarf. Das rechnerische Plus liegt momentan bei rund 1.100 Plätzen.

Im Jahr 2022 sind für Kinder bis Schuleintritt 1.199 zusätzliche Plätze in Kindertageseinrichtungen geplant, davon 381 im Leistungsbereich Kinderkrippe und 818 im Leistungsbereich Kindergarten, betont das Dezernat.

Plätze zu schaffen sei auch weiterhin notwendig, um dem wohnortnahen Wunsch- und Wahlrecht der Eltern zu entsprechen und eine hinreichende Flexibilität für Zuwächse sicherzustellen, die sich zwischen den üblichen Abgängen zu Schuljahresbeginn ergeben.

Für dieses Vorhaben sind in diesem Jahr insgesamt zwölf Baumaßnahmen – davon elf Neubauten und eine Sanierung – vorgesehen. Unter den geplanten Bauvorhaben, die bis Ende des Jahres 2022 fertiggestellt werden, befinden sich drei in Ost/Südost, jeweils zwei in Nord, Süd und West sowie jeweils eins im Inneren Westen, Nordosten und Inneren Osten der Stadt.

Es hat trotzdem einige Jahre gebraucht, um die Lage überhaupt erst einmal zu entspannen. Noch bis 2005 war die Zahl der Kindertagesstätten in Leipzig stetig zurückgegangen – auf den damaligen Tiefststand von 188 Einrichtungen. Seitdem ist ihre Zahl der Einrichtungen auf über 270 angestiegen. 2005 lag die Zahl der betreuten Kinder noch bei 15.383.

Die für 2022 geplanten Inbetriebnahmen von Kindertagesstätten in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig
Die für 2022 geplanten Inbetriebnahmen von Kindertagesstätten in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig

Wie stark die Zahlen der zu betreuenden Kinder gestiegen sind, zeigt die Aussage der Stadt, die im Jahr 2022 für Kinder bis zum Schuleintritt mit einem Bedarf von insgesamt 33.297 Plätzen rechnet. Für Hortkinder werden mit Schuljahresbeginn 2022/23 voraussichtlich 21.330 Plätze benötigt.

Auch Plätze für Kinder aus der Ukraine

Es stehen auch Plätze für Kinder aus der Ukraine zur Verfügung, betont das Dezernat Jugend, Schule und Demokratie. Kinder aus dem Ausland haben in der Regel von Beginn ihres Aufenthalts in Deutschland an einen Anspruch auf Förderung in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege.

Die Kita-Bedarfsplanung hat inzwischen die Dienstberatung des Oberbürgermeisters passiert und soll voraussichtlich in der Mai-Ratsversammlung vom Stadtrat abgestimmt werden.

„Durch die Bedarfsplanung werden Betreuungsplätze für die Kinder langfristig gesichert. Das Ziel der Stadt Leipzig ist es dabei nicht nur, den Rechtsanspruch auf Betreuung umzusetzen“, sagt Jugendbürgermeisterin Vicki Felthaus.

„Die Sicherung des Wunsch- und Wahlrechtes der Eltern auf verschiedene Formen der Betreuung und unterschiedliche pädagogische Konzepte sowie eine Vielfalt von Trägern unterschiedlicher Wertorientierungen ist uns sehr wichtig.“

Mit der aktuellen Kita-Bedarfsplanung kommt die Stadt Leipzig dem im „Langfristigen Entwicklungskonzept Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege für die Stadt Leipzig bis 2030“ formulierten Ziel des wohnortnahen Wunsch- und Wahlrechts der Eltern einen großen Schritt näher, ist sich die Bürgermeisterin sicher, und kann einen wichtigen Schritt im Schwerpunkt „Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote“ des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts „Leipzig 2030“ gehen.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten alle Artikel der letzten Jahre auf L-IZ.de zu entdecken. Über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

- Anzeige -

Empfohlen auf LZ

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Die Pressemitteilung der Stadt haben wir gestern auch bekommen und mussten uns verdutzt die Augen reiben.

Als Familienservice unterstützen wir Beschäftigte bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Vor 3 Wochen erst mussten wir einem jungen und gerade nach Leipzig gezogenen Paar zu einem Anwalt raten.

Die Mitarbeiter vom “Jugendamt” waren auch nach wiederholtem Hinweis auf die gesetzlichen Grundlagen davon überzeugt, das ein zugezogen es Kind erst 3 Monate auf einen Platz warten muss.

Auch aus anderen, weniger dramatischen Fällen ergibt sich für uns eine vollkommen andere Realität.

Insbesondere wissen Sie, lieber Herr Julke, das die Bedarfsplanung im Grunde eine historische Betrachtung mit statistischer Anpassung ist. Seit Anfang der 2000er hat sich daran nichts geändert.

Schreiben Sie einen Kommentar