Aktivisten erinnern an ermordeten Kamal Kilade und verkürzen OfD-Aufmarsch

Für alle LeserAm Samstag, 24. Oktober, gab es gleich mehrere Facetten rechten Gedankengutes zu besichtigen. Erst die Opfer, dann das Heute. Zunächst beteiligten sich mehrere hundert Menschen am Gedenken für den von Neonazis in Leipzig ermordeten Kamal Kilade. Ein Leipziger Opfer von Rassismus, denn 19-jährig starb Kilade am 24. Oktober 2010 ohne Grund nach einer Messerattacke gegenüber des Leipziger Hauptbahnhofes. Anschließend ging es für viele der Gedenkenden zum Protest gegen einen Aufzug der rechtsextremen "Offensive für Deutschland" nach Markkleeberg. Die L-IZ war mit der Kamera dabei.
Anzeige

„Erinnern heißt Kämpfen – doch warum kämpfen wir?“, fragte ein Sprecher der Initiative „Schwarze Menschen in Deutschland“ zu Beginn seines Redebeitrages und schob die Antwort gleich selbst hinterher: „Weil ich muss. Wer in Sachsen lebt und so aussieht wie ich, hat keine andere Wahl.“

Bereits zum fünften Mal jährte sich an diesem Samstag der Todestag von Kamal Kilade. Der Iraker war in der Nacht zum 24. Oktober 2010 am Hauptbahnhof von einem Neonazi mit einem Messer ermordet worden. Ein weiterer Rechtsextremer hatte sich mit Schlägen und Pfeffersprayeinsatz an dem tödlichen Übergriff beteiligt. Der Fall erregte bundesweit Aufsehen, unter anderem weil die Staatsanwaltschaft nicht von einem rassistischen Motiv ausgegangen war und lediglich auf Totschlag plädierte. Der Vorsitzende Richter bewertete die Tat jedoch anders und verurteilte Marcus E. wegen Mordes zu 13 Jahren Haft. Daniel K. musste wegen gefährlicher Körperverletzung drei Jahre ins Gefängnis. Mittlerweile befindet er sich wieder auf freiem Fuß.

Kermit der Frosch als Sprachrohr für eine tolerante Gesellschaft. Foto: L-IZ

Die Demonstration hatte auf dem Marktplatz begonnen und sich zügig in Bewegung gesetzt, um den Teilnehmern im Anschluss eine rechtzeitige Anreise nach Markkleeberg zu ermöglichen, wo die „Offensive für Deutschland“ (OfD) ihre vierte Kundgebung abhalten wollte.

Der zweite Redebeitrag am Gedenkstein für Kamal Kilade handelte insbesondere vom Verhalten der Polizei. Einige Beamte würden auf den Kundgebungen bei bestimmten Parolen immer wieder lachen und über Verbindungen zur organisierten Neonaziszene verfügen. Nach der Tat im Jahr 2010 hätten sich die Ermittlungsbehörden für das eigentliche Motiv nicht interessiert. Dieser Vorwurf spielt unter anderem darauf an, dass die Mitgliedschaft in einer rechtsextremen Kameradschaft, zahlreiche einschlägige Tattoos und in den Wohnungen gefundene Nazipropaganda bei den Ermittlungen zunächst offenbar ohne große Bedeutung waren. Bei seiner Festnahme trug Daniel K. einen Pullover mit der Aufschrift „Kick off Antifascism“.

Eine Polizistin begleitet die Kamal-Demo mit patriotischen Grüßen. Foto: L-IZ

Die Kundgebung endete am Bayerischen Bahnhof. Von dort aus machten sich die Demoteilnehmer mit Fahrrad, Straßenbahn oder S-Bahn auf den Weg nach Markkleeberg. Bei den vorherigen Demonstrationen der OfD auf dem Augustusplatz, in Grünau und auf dem Refugees-Welcome-Platz hatten sich die Teilnehmerzahlen jedes Mal etwa halbiert. Dieser Trend setzte sich südlich von Leipzig fort: Weniger als 40 Personen fanden sich hinter dem Banner der OfD ein, darunter Orgachef Silvio Rösler, Alexander Kurth von der Neonazipartei „Die Rechte“, die ehemalige „Heimatschutz Meißen“-Lenkerin Anne Zimmermann und Gedichteschreiber Erhard Kaiser.

Wie schon bei den ersten beiden Kundgebungen blockierten Gegendemonstranten einen Teil der Strecke. Auf dem als Rückweg angedachten Abschnitt löste sich nach mehrfacher Aufforderung durch die Polizei eine Sitzblockade von selbst auf. Die teilnehmenden Personen entfernten sich wie gewünscht Richtung Norden – und bildeten dort gemeinsam mit anderen Aktivisten unverzüglich eine neue, noch größere Sitzblockade.

Die Antifa-Sportgruppe ruht sich nach anstrengenden Kletterübungen aus. Foto: L-IZ

Die Antifa-Sportgruppe ruht sich nach anstrengenden Kletterübungen aus. Foto: L-IZ

Auch in der Parallelstraße hatten sich Menschen der OfD in den Weg gestellt. Eine von der Versammlungsbehörde vorgeschlagene Alternativroute lehnte Rösler im Gegensatz zu früheren Veranstaltungen diesmal ab. Als die Versammlungsbehörde „aufgrund der Blockadehandlungen und der fehlenden Möglichkeiten, diese verhältnismäßig zu beseitigen“ (O-Ton Polizeibericht) einen „Sofortvollzug“ der Streckenänderung verfügte, löste Rösler seine Veranstaltung auf. Stattdessen wurde direkt vor Ort eine Spontankundgebung angemeldet.

Rösler und seine Weggefährten wirkten sichtlich genervt von der erneuten Störung ihrer Aufmärsche. In zahlreichen spontanen Redebeiträgen wetterten sie gegen die Protestierer, die Polizei und die anwesenden L-IZ-Journalisten. Mehrere Teilnehmerinnen suchten bei letzteren sogar ein persönliches Gespräch, das jedoch ergebnislos verlief. Die einen wollten der pauschalen Behauptung, auf der Gegenseite stünden zahlreiche gewalttätige Straftäter, nicht folgen; die anderen wussten angeblich nicht, dass es sich bei Alexander Kurth um einen mehrfach wegen schwerer Körperverletzung verurteilten Neonazi handelt und verteidigten dessen Meinungsfreiheit.

Nazis? Wo sind denn hier Nazis? Foto: L-IZ

Nazis? Wo sind denn hier Nazis? Foto: L-IZ

Nach Auflösung der Versammlung zeigte sich dann die Friedfertigkeit der OfD, als Rösler seine ganz persönliche Offensive für Deutschland startete. Einen L-IZ-Journalisten, der den Abgang der Demoteilnehmer fotografieren wollte, jagte er unter lautem Geschrei mehrere Meter über die Straße. Seine eigenen Leute riefen ihm hinterher, dass er sich um „die Ratte“ nicht kümmern soll, und hielten ihn mit Mühe zurück. Die Polizei zeigte während des Angriffs keine Reaktion.

Das tat sie dann wenige Minuten später, als sie einen anderen L-IZ-Journalisten einer Identitätsfeststellung unterziehen wollte. Dieser hatte sich – genau wie weitere Kollegen – in den Polizeikessel begeben, um dort Gespräche mit Anwesenden zu führen. Es kam zu einer kurzen Diskussion, an deren Ende von der Maßnahme abgesehen wurde. Mehr als 100 Gegendemonstranten konnten sich dieser jedoch nicht entziehen. Ihnen droht nun eine Strafanzeige.

Hier die Videos aus Markkleeberg in chronologischer Reihenfolge von vor Ort und eine erste Einschätzung durch die Polizei am Schluss:

Gegendemonstranten beginnen in Markkleeberg eine Blockade in der Parkstraße

Die Polizei ist präsent – Wasserwerfer in der Parkstraße

Die Polizei spricht eine von drei Räumungsanordnungen der Blockade aus

Alexander Kurth hats nicht so mit der Presse

OfD-Heidi ist keine Rassistin, denn sie mag Döner

Silvio Rösler verkündet die Routenänderung

Die stationäre Kundgebung der OfD wird von Gegenprotesten belagert, bevor sie sich von selbst auflöst

Silvio Rösler versucht, einen L-IZ-Journalisten in die Finger zu bekommen

Das Statement der Polizei zum Versammlungsgeschehen am 24. Oktober 2015

„Bereits heute Nachmittag fand in Leipzig ein Aufzug der Gruppe „Rassismus tötet!“ unter der Leitung von Frau Nagel und dem Motto „5 Years of anger and sorrow – Fight racism“ statt. Mehrere hundert Teilnehmer hatten sich zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr eingefunden und liefen nach der Auftaktveranstaltung auf geänderter und genehmigter Strecke zwischen Markt und Bayrischen Bahnhof (Abschlusskundgebung um 15:41). Anschließend fuhr die Mehrzahl der Versammlungsteilnehmer mit der S-Bahn nach Markkleeberg zur Kundgebung „Gegen jeden Rassismus“, um dort ihre Proteste gegen die OfD zu richten.

Die „Offensive für Deutschland“ (OfD) hatte von 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr ihren Aufzug mit etwa 800 Teilnehmern in Markkleeberg angemeldet. Unter dem Thema „Die Offensive für Deutschland demonstriert gegen die Politik dieser Regierung für eine souveräne Nation“ versammelten sich jedoch weit weniger Anhänger. Nach dem Verlesen der Auflagen begannen sie mit ihrem Aufzug. Schon die beiden vorangegangenen Versammlungen am 17. und 19.10.2015 waren mäßig frequentiert; gab es dort nur 130 bzw. 70 Teilnehmer.

Gleichzeitig agierte dort ab 16:30 Uhr die Kundgebung „Aktionsbündnis Markkleeberg“ unter dem Motto „Markkleebergs Ruf: kein Rassismus – keine Gewalt“. Aus dem Umfeld dieser Versammlung heraus wurden um 17:17 Uhr kurzzeitig Einsatzfahrzeuge mit Steinen beworfen. Es gab fünf beschädigte Fahrzeuge; ein Dienst-Kfz war nicht mehr fahrbereit.

Zudem wurde zu dieser Zeit auch ein brennendes Haus in der Hohe Straße in unmittelbarer Nähe des Versammlungsumfeldes gemeldet. Es stellte sich heraus, dass starker Rauch aus einem leer stehenden Haus drang. Neben Polizeibeamten kamen auch Kameraden der Feuerwehr zum Einsatz. Die Feuerwehr geht von Brandstiftung aus. Die Lage konnte durch den offensiven Einsatz von Polizeikräften schnell beruhigt werden.

Um 17:46 Uhr wurde die Versammlung beendet. Zeitgleich mit der Versammlung der OfD begann die Protestversammlung „Gegen jeden Rassismus“ des linken Spektrums. Die räumlichen Beschränkungen der Versammlungsbehörde wurden dabei durch die Versammlungsleiterin und die Teilnehmer missachtet. Gemäß der Auflage der Versammlungsbehörde sollte sich der Versammlungsort in Markkleeberg auf der Hauptstraße in Höhe Turmblick befinden. Die Versammlung verlagerte sich jedoch auf der Hauptstraße zur Parkstraße.

Um 17:30 Uhr erklärte die Versammlungsleiterin die Versammlung dort für beendet. Auf der Aufzugsstrecke OfD formierte sich um 17:20 Uhr eine Sitzblockade auf der Raschwitzer Straße zwischen der Parkstraße und Kastanienweg. Um 17:50 Uhr wurden diese Personen angesprochen, dass sie sich zu entfernen haben. Um 17:55 Uhr erfolgte die zweite Ansprache. Nach der dritten Ansprache um 17:58 Uhr zog sich der Gruppierung in Richtung Kastanienweg zurück und setzte sich erneut nieder, verließen aber nach geraumer Zeit den Ort in Richtung Hauptstraße.

Eine zweite Sitzblockade wurde um 17:51 Uhr an der Hauptstraße/Parkstraße. Auch hier erfolgten zwischen 17:55 und 18:00 Uhr drei Ansprachen, diese Blockade zu beenden. Um 18:15 Uhr schlug die Versammlungsbehörde dem Versammlungsleiter der OfD eine Änderung der Aufzugsstrecke vor. Dies wurde durch den Versammlungsleiter abgelehnt.

Um 18:20 Uhr verfügte die Versammlungsbehörde, aufgrund der Blockadehandlungen und der fehlenden Möglichkeiten diese verhältnismäßig zu beseitigen, eine Streckenänderung und ordnete einen Sofortvollzug an. Gegen 18:28 Uhr erklärte der Versammlungsleiter der OfD seine Veranstaltung für beendet. Um 18:30 Uhr wurde eine Spontankundgebung der OfD vor Ort angemeldet.

Die Versammlungsbehörde gestattete dies bis 19:00 Uhr. Während dieser spontanen Versammlung verließen bereits mehrere Personen selbige. Um 19:03 Uhr wurde die Spontanversammlung vor Ort für beendet erklärt. Nach dem Normalisieren der Lage konnten dann die polizeilichen Einsatzkräfte sukkzessive aus dem Einsatz herausgelöst werden.

Auch während des heutigen Einsatzverlaufes kam es wiederum zu Gewalttätigkeiten und wurden Straftaten begangen (Stand: 22:00 Uhr: 134 Straftaten).“

Legida/PegidaRechtsextremismusRassismusOfD
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Dienstag, der 1. Dezember 2020: Glühweinverbot hier, Ausgangsbeschränkungen dort
Nach dem Weihnachtsmarkt fällt auch der Glühwein in diesem Jahr der Coronakrise zum Opfer. Foto: Anrita1705, Pixabay

Foto: Anrita1705, Pixabay

Für alle LeserLeipzig greift zum letzten Mittel, um Ausgangsbeschränkungen wie in vielen Teilen Sachsens zu vermeiden: Ab Donnerstag soll ein Glühweinverbot für die gesamte Stadt gelten. Eine Allgemeinverfügung regelt noch weitere Maßnahmen. Außerdem: Die Polizei meldet mehrere Angriffe auf den Posten in der Connewitzer Biedermannstraße. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 1. Dezember 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
These #25: Mobile Jugendarbeit ist eine Menschenrechtsprofession.
Kalender-These #25 - Dezember 2020. Foto: MJA Leipzig e.V.

Foto: MJA Leipzig e.V.

Für alle LeserDie Grundlage sozialarbeiterischen Handelns ist die Wahrung der Menschenrechte und der Auftrag sozialer Ungerechtigkeit entgegen zu wirken. Die Würde des Menschen ist unantastbar!
Wie sichert die Stadt Leipzig jetzt ab, dass auch Kinder aus Bedarfsgemeinschaften einen schulfähigen Computer bekommen?
Kein Anschluss für alle Kinder ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNach den ersten Erfahrungen mit dem Homeschooling im Corona-Lockdown im Frühjahr stellte die Grünen-Fraktion im Stadtrat den Antrag, die Stadt solle jetzt mit der stadteigenen Lecos dafür sorgen, dass nicht mehr benötigte Laptops aufgearbeitet und vorrangig Schülerinnen und Schülern mit Leipzig-Pass zur Verfügung gestellt werden. Denn gerade diese Kinder schauten beim Homeschooling regelrecht in die Röhre.
The Australian Pink Floyd Show: Erneute Terminänderung aufgrund Pandemie
Foto: Ben Donoghue

Foto: Ben Donoghue

Aufgrund der aktuellen Situation hinsichtlich der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen und behördlichen Vorgaben muss die bereits zweimal verlegte Deutschland-Tour von The Australian Pink Floyd Show ein weiteres Mal verschoben werden. Zuletzt für Januar und Februar 2021 geplant, wird die Tournee nun im Frühjahr 2022 stattfinden: Neuer Start der unter dem Motto „All That You Feel“ stehenden Tour ist der 4. März 2022 – sie endet rund einen Monat und 21. Konzerte später am 3. April 2022. Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit für die neuen Termine in 2022.
Mini-Deutschland berät ab Januar über die deutsche Außenpolitik
Die ausgewählten Orte, aus denen Teilnehmer/-innen für den Bürgerrat ausgelost werden. Grafik: Mehr Demokratie e.V.

Grafik: Mehr Demokratie e.V.

Für alle LeserIm Januar und Februar werden 160 ausgeloste Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Bundesgebiet über Deutschlands Rolle in der Welt diskutieren. Auch Menschen aus Leipzig und Schkeuditz werden dabei sein, zwei der Städte aus Sachsen, die für den „Bürgerrat Deutschlands Rolle in der Welt“ in einem Zufallsverfahren ausgelost wurden. Demokratie einmal ganz anders mit Menschen, die jetzt noch gar nicht wissen, dass sie dabei sein werden.
Kesselkollektiv will Anfang 2021 am Standort Klingenstraße 22 in Plagwitz starten
Die Akteure im Kesselkollektiv. Foto: Kesselkolllektiv

Foto: Kesselkolllektiv

Für alle LeserDie Klingenstraße 22 in Plagwitz sollte man sich merken und bei nächster Gelegenheit vielleicht mal hinfahren. Denn hier entsteht einer der Punkte, an dem das erlebbar wird, was Wirtschaften in Leipzig künftig ausmachen muss. Hier entstehen die Strukturen eines regionalen und umweltfreundlichen Wirtschaftens. Mehrere kleine Leipziger Unternehmen haben sich hier als Kesselkollektiv zusammengetan. Und am 4. Dezember startet eine Crowdfunding-Kampagne. Denn da fehlt noch was.
Ab heute in der Stadtteilbibliothek Grünau: Acrylmalerei aus dem Projekt IMAGE
Der IMAGE-Kurs fand unter künstlerischer Betreuung statt. Foto: Leipziger Bündnis gegen Depression e.V.

Foto: Leipziger Bündnis gegen Depression e.V.

Für alle LeserDer Leipziger Bündnis gegen Depression e. V. zeigt in Kooperation mit der Stadtteilbibliothek Grünau-Süd ab dem heutigen 1. Dezember eine Ausstellung, die im Rahmen des Projektes „IMAGE – sehen und gesehen werden“ vom Leipziger Bündnis gegen Depression e. V. initiiert wurde. Es handelt sich um Arbeiten von Betroffenen im Rahmen eines Acrylmalworkshops.
Die Redaktion: Benjamin Fredrich erzählt mit Eulenspiegel-Freude die Entstehung des Katapult-Magazins
Benjamin Fredrich: Die Redaktion. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBeim Katapult-Magazin in Greifswald läuft so einiges anders als bei klassischen Medien. Seit 2015, seit Benjamin Fredrich seine Promotion an der Universität Greifswald erst einmal in den Pausenmodus versetzte und einfach mal loslegte und Katapult gründete. Einfach so. Was man eigentlich nicht machen sollte in Deutschland, wo selbst die Gründerberatung nichts für neue Ideen übrig hat. Wo kämen wir sonst hin?
Montag, der 30. November 2020: Sachsen macht Übernachtungsausnahmen über Weihnachten und die Zahlen steigen
Sachsen erlaubt die Überachtung in Hotels über die Weihnachtstage. Das gab das Gesundheitsministerium unter Petra Köpping (SPD) bekannt. Foto: Kerstin Pötzsch

Foto: Kerstin Pötzsch

Für alle LeserBürger/-innen, die über Weihnachten ihre Familien in Sachsen besuchen wollen, können bei der Übernachtung auch auf Hotels und Pensionen zurückgreifen. Als eines von mehreren Bundesländern weicht der Freistaat mit dieser Regelung von den gemeinsamen Beschlüssen von Bund und Ländern ab. Außerdem: Wohl kaum verwunderlich ist, dass die „Corona-Pandemie“ zum deutschen Wort des Jahres gekürt wurde. Die derzeitige Situation beeinflusste die deutsche Sprache in diesem Jahr enorm: Ein Großteil der unter die Top10 gewählten Wörter stehen im Zusammenhang mit Corona. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 30. November 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Am 1. Dezember startet das Crowdfunding für Die Anderen – das Eingewandertentheater
Das Pöge-Haus am Neustädter Markt. Quelle: Pöge-Haus e.V.

Quelle: Pöge-Haus e.V.

Für alle LeserAm morgigen Dienstag, 1. Dezember, startet das Crowdfunding für ein neues Leipziger Theaterprojekt: „Die Anderen - das Eingewandertentheater“. Wir alle leben in Zeiten der Unsicherheit. Auch die Kunst- und Kulturschaffenden in Leipzig stehen angesichts der globalen Krise durch das Coronavirus vor der Herausforderung, inmitten der Ausnahmesituation neue kreative Ideen für das Jahr 2021 zu entwickeln.
Nächtlicher Polizeihubschrauber-Lärm lässt Zahl der Lärmbeschwerden steigen
Polizeihubschrauber am Leipziger Abendhimmel. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserFlughafenanwohner wissen es schon, dass sie sich wegen nächtlichen Fluglärms beschweren können. Dass auch Stadtbewohner, die nachts durch den Lärm patrouillierender Polizeihubschrauber um den Schlaf gebracht werden, sich beschweren dürfen, ist noch nicht so bekannt. Aber die Zahl der Beschwerden steigt. Denn der Einsatz von Polizeihubschraubern auch über dem Leipziger Stadtgebiet ufert mittlerweile aus.
Ein Mann, ein Kanu und eine halbe Tonne Müll: Leipziger Paddler ist „Gewässerretter des Jahres“
Wieder zwei volle MUSS-Säcke. Foto: Falk Buder

Foto: Falk Buder

Für alle LeserDa war er selbst überrascht: Falk Bruder von der Abteilung Kanu des Leipziger Sportvereins Südwest ist von der Jury der Online-Plattform www.gewaesserretter.de zum „Gewässerretter des Jahres“ bestimmt worden. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hatte zusammen mit seinen Wassersportpartnern in der Allianz Gewässerretter zur Teilnahme am Wettbewerb in drei Gewinnrubriken aufgerufen.
Bericht des Sonderermittlers im Innenausschuss: Untersuchungen zum Fahrradgate schaffen Verdacht auf Korruption nicht aus der Welt
Manchmal wird nur ein Teil des Rades geklaut. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAm Donnerstag, 26. November, informierte die Staatsregierung den Innenausschuss des Sächsischen Landtages über die ersten Ergebnisse des Berichtes des Sonderermittlers Klaus Fleischmann zu den illegalen Fahrradverkäufen bei der Polizei in Leipzig, dem sogenannten Fahrradgate. Aber nach der Sitzung war es wie so oft in Sachsen: Die einen sahen mal wieder nur Einzeltäter, die anderen ein auffälliges Führungsproblem in der sächsischen Polizei.
Autoritäre Dynamiken: Die neue Leipziger Autoritarismus-Studie 2020
Oliver Decker, Elmar Brähler (Hrsg.): Autoritäre Dynamiken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit 2002 untersuchen die Leipziger Sozialpsychologen um Elmar Brähler und Oliver Decker die (rechts-)extremistischen Einstellungen der Deutschen. Anfangs noch unter dem Label „Mitte-Studien“, weil ihnen durchaus klar war, dass radikale Einstellungen eben nicht allein die Sache irgendwelcher versprengten Grüppchen am Rand der Gesellschaft sind, sondern bis in die Mitte der Gesellschaft hinein vorkommen. Jener Mitte, die sich gern als friedlich und staatstragend verkauft.
SC DHfK Leipzig vs. SC Magdeburg 33:29 – Ein Sieg des Willens
Nach über vier Jahren gab es für den SC DHfK endlich wieder einen Sieg gegen Magdeburg zu feiern. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserNach etwas hektischen Abschlüssen in den ersten Minuten lieferten die Leipziger am Sonntag im Ostderby eine geschlossene Mannschaftsleistung. Im Angriff waren alle Positionen gefährlich, die Abwehr zwang die Elbestädter immer wieder zu schlechten Würfen. Doch Magdeburg blieb stets präsent und die Partie so erwartungsgemäß bis zum Schluss spannend. Beide Teams konnten immer wieder einige Tore hintereinander erzielen. Dabei machten die Hausherren über 60 Minuten einen hochkonzentrierten Eindruck.