Gastkommentar von Christian Wolff

Kirchentage auf dem Weg: Trotz mancher Highlights ein Flop mit Ansage

Für alle LeserDas Positive am Anfang: Die lange Kaffeetafel am Samstagnachmittag in der Leipziger Petersstraße, organisiert von evangelischen und katholischen Kirchgemeinden. Es werden Tausende gewesen sein, die sich im Laufe der vier Stunden an die Tische gesetzt und miteinander gesprochen haben. Das hat funktioniert. Warum? Weil hier Beteiligung gefragt war, Organisation von unten. Ein überzeugendes Beispiel dafür, was ehrenamtliches Engagement bewirkt. Kosten? So gut wie keine. Hier hatte der Kirchentag Gastgeber und viele Gäste.

Die Performance „Zum Licht“ – ein geistreiches, witziges, lehrreiches Spektakel auf höchstem Niveau, das dem Anlass voll gerecht wurde. Warum? Weil die Macher alles dem Inhalt unterordneten und Professionalität mit der ehrenamtlich-musikalischen Potenz der Kirche verbunden haben.

Die Konzerte, in denen die Botschaft, Tradition und das Heute miteinander verbunden wurden und damit ein wichtiger reformatorischer Impuls in einer universal zu verstehenden Sprache hörbar gemacht wurde. Das gleiche gilt für die Posaunenchöre, das Rückgrad der Kirchenmusik.

Doch ansonsten waren die „Kirchentage auf dem Weg“ ein ziemlicher Flop

Das allerdings war vorhersehbar: Da versucht die Evangelische Kirche, deren Anfangsimpuls das „Priestertum aller Gläubigen“ war, einen Kirchentag „von Oben“ zu organisieren. Wer immer dafür verantwortlich ist: das konnte nicht funktionieren – zumal in einer Zeit, in der in den Kirchgemeinden durch strukturelle Maßnahmen und personelle Ausdünnung die Menschennähe und Motivationskraft verlorengehen.

Also wurde mangels kirchgemeindlichen Engagements von Oben durchgestellt. Organisation schlägt Motivation. Damit hat sich der Kirchentag von den Kirchgemeinden entkoppelt. So hatte – jedenfalls in Leipzig – der Kirchentag keine Gastgeber. Wo es aber keine Gastgeber gibt, bleiben auch die Gäste aus. Nur sehr wenige Menschen kamen von außerhalb nach Leipzig – und noch weniger Bürgerinnen und Bürger nahmen das Veranstaltungsangebot in Anspruch.

In vielen Sälen herrschte gähnende Leere, und auch der Marktplatz hätte sehr viel mehr Besucher/innen zum Eröffnungsgottesdienst und der Performance „Zum Licht“ fassen können.

Wenig war also in der Stadt vom Kirchentag zu spüren und zu sehen. Wer über den Thomas- oder Nikolaikirchhof ging, konnte kaum einen sichtbaren Hinweis auf den Kirchentag sehen. Kirchentagsfahnen? Fehlanzeige. Auch ist die Kommunikation der Veranstaltungen kaum ins Stadtbewusstsein gedrungen. Von einer Reformationsbotschaft ganz zu schweigen.

Die evangelische Kirche hat es in der sog. Reformationsdekade nicht geschafft, die Errungenschaften der Reformation zu schärfen: Freiheit, Bildung, Verantwortung.

Stattdessen wurden die „Kirchentage auf dem Weg“ zu einem alarmierenden Signal für den Niedergang, in dem sich die Kirche befindet – nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Denn sie hat es nicht vermocht, das in den Mittelpunkt zu rücken, was dringend nötig ist: GlaubensBildung zu betreiben, um freizulegen, woraus wir Menschen schöpfen können, wenn wir sinnvolles Leben suchen. Das allerdings erfordert dreierlei: Pflege der eigenen Traditionen, umfassende Bildung und Festhalten an der Gerechtigkeit.

Vor 20 Jahren war letzteres das große Thema des Leipziger Kirchentages: „Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben“. Auch jetzt ist es ein entscheidendes Thema: Wie werden wir der Würde eines jeden Menschen als Geschöpf Gottes gerecht. Wie befähigen wir jede Kirchgemeinde dazu, eine glaubwürdige und nachvollziehbare Antwort auf die Frage zu finden: Warum muss es uns eigentlich geben? Was sind wir den Menschen schuldig, die mit uns das Leben teilen?

In den vergangenen Tagen kam in mir ein Bild auf, vor dem ich selbst erschrecke: Die Kirche ist wie ein großes Kaufhaus, aber die Kunden bleiben aus. Doch das kümmert die Geschäftsführer/innen wenig. Sie sind damit beschäftigt, die Schaufenster zu dekorieren – und das sehr unprofessionell.

Bleibt am Schluss nur die Hoffnung, dass eine selbstkritische Bilanz der „Kirchentage auf dem Weg“ dazu führt, das verbleibende Jubiläumsjahr dazu zu nutzen, uns viel mehr um die Kundschaft zu kümmern, die Türen zu öffnen und vor allem unsere Angebote offenzulegen. Es ist ja nicht so, dass die Kirche nichts zu bieten hat. Ihre Botschaft von der Freiheit, der Ehrfurcht vor dem Leben, vom Frieden und einem gerechten Miteinander ist wichtiger denn je – allein schon deswegen, weil alle diese Ziele schon verheißen sind.

Doch diese Angebote müssen wir schon selbst kommunizieren und dürfen uns nicht – wie in Leipzig – auf die Stadt verlassen, dass sie es irgendwie richten wird. Die Stadt Leipzig hat in erstaunlicher Weise diesen Kirchentag in Leipzig unterstützt. Doch eigentlich sollte nicht die Stadt das Beste für die Kirche suchen, sondern umgekehrt: Wir Christen sollen für der Stadt Bestes sorgen.

P.S. Auch der Kirchentag in Berlin muss sich kritisch anfragen lassen, welches Signal davon ausgeht, wenn im Jahr des Reformationsjubiläums der vom Kirchentag organisierte Wahlkampfauftritt von Barack Obama für Angela Merkel zum Highlight wird.

Mehr über den Kirchentag, Luther und 500 Jahre Reformation lesen? Lokaler Journalismus in Leipzig braucht Unterstützung

* Kommentar *evangelische KircheKirchentagLuther
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Grüner Energieexperte kritisiert Kretschmers Phantomdebatte über Versorgungssicherheit und vermeintlich billigen Kohlestrom
Kohlekraftwerk Boxberg in der Lausitz. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAm Dienstag, 15. Januar, gab es das erste Spitzentreffen zum Thema Kohlekommission im Kanzleramt, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel das Thema zur Chefsache erklärt hatte. Eigentlich hätte die Kommission schon Ende November ihre Vorschläge vorlegen sollen. Aber dann grätschten die Ministerpräsidenten der vier Kohleländer dazwischen mit ihrer Forderung nach 60 Milliarden Euro Beihilfe. Und mit ihrer Forderung, erst müsste der Strukturwandel bewerkstelligt sein, dann könne man über Kohleausstieg reden. Eine närrische Haltung, findet Gerd Lippold.
Am 20. Januar Premiere im Ost-Passage Theater: Die Gelbe Tapete
Das "Ostpassage-Theater". Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Am 20. Januar 2019 feiert die Theaterproduktion „Die Gelbe Tapete“ um 20 Uhr Premiere im Ost-Passage Theater. Bei dem Monodrama nach der gleichnamigen Erzählung der amerikanischen Feministin Charlotte Perkins Gilman handelt es sich um eine Inszenierung des Freien Ensembles Jedermann, das bereits 2018 mit seiner Produktion „Jedermann. Eine soziale Tragödie.“ im Haus zu Gast war. Regie führen diesmal Jakob Altmayer und Benjamin Viziotis.
Millionen im Plus und Milliarden auf der hohen Kante
Sachsen-Euro. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Dienstag, 15. Januar, konnte Sachsens Finanzminister Matthias Haß einmal mehr vermelden, was schon in den Vorjahren stets für Staunen sorgte: Der Freistaat schloss das vergangene Jahr wieder mit einem dreistelligen Millionen-Plus ab. Der vorläufige kassenmäßige Abschluss des Haushaltes 2018 im Freistaat Sachsen weist einen Saldo von 307 Millionen Euro aus, der zur Finanzierung von Ausgaberesten der Ressorts zur Verfügung steht, teilt das Ministerium mit.
Sachsens Verkehrsministerium lässt die Gespräche mit den Bürgerinitiativen gegen Fluglärm am Flughafen Leipzig platzen
Die Mitglieder der Bürgerinitiative vor dem Wirtschaftsministerium in Dresden. Foto: BI Gegen die neue Flugroute

Foto: BI Gegen die neue Flugroute

Für alle LeserEs mutete wie ein Hoffnungsschimmer an, als Verkehrsminister Martin Dulig (SDD) die Fluglärminitiativen vom Flughafen Leipzig/Halle ins Ministerium einlud. Die Einladung gab es tatsächlich, auch wenn die Mitglieder der Fluglärminitiativen dann doch eher mit der Amtsleiterebene zu tun hatten, trotzdem Hoffnung hatten, jetzt würde den Missständen am Flughafen doch endlich amtlich abgeholfen. Aber jetzt hat auch das Ministerium ihnen die Tür vor der Nase zugeschlagen.
Leipzig blieb die Schuldnerhauptstadt in Sachsen und Arbeitslosigkeit bleibt der Hauptgrund fürs Verschulden
Überschuldungsquoten im Leipziger Stadtgebiet. Karte: Creditreform

Karte: Creditreform

Für alle LeserDer Blick auf die Deutschlandkarte, die Creditreform im November veröffentlichte, ist eindeutig: Bundesländer und Kreise mit wirtschaftlichen Problemen und Niedriglöhnen verbunden mit höherer Arbeitslosigkeit weisen mehr als doppelt so hohe Schuldnerquoten auf wie die reichen Südländer Bayern und Baden-Württemberg. Aber selbst innerhalb Sachsens gibt es so ein drastisches Gefälle und erscheint die einstige Armutshauptstadt Leipzig nach wie vor als sächsische Schuldnerhochburg.
Geht’s noch Deutschland? Claus Strunz will wissen, wer wir Deutschen wirklich sind
Claus Strunz: Geht's noch, Deutschland? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNatürlich geht es nicht ohne dicke Fragezeichen am Rand einiger Seiten im Buch ab. Überall dort, wo dem nicht mundfaulen Moderator die Pferde durchgehen, wo er zu stark in den zuweilen unerbittlichen, oft aber auch selbstgerechten Ton des Hauses Springer fällt. Weshalb er auch besonders gern „Bild“ und „Welt“ zitiert. Mit den Kollegen dort ist er nach wie vor auf einer Wellenlänge. Das ist nicht immer nur Geschmackssache.
Demonstration für das „Black Triangle“ nach Flaschenwürfen und Polizeimaßnahmen vorzeitig beendet + Video
Nachdem am 15. Januar das Black Triangle durchsucht und polizeilich gesichert wurde, folgte am 16.01.2019 die Protestdemo dazu ab Wiedebachplatz. Foto: Marco Arenas

Foto: Marco Arenas

Für alle LeserVideoBis kurz vor 19 Uhr war nicht klar, ob die Lage an diesem Abend eskaliert. Mehrere hundert Menschen hatten sich am Mittwoch, den 16. Januar, am Wiedebachplatz versammelt. Anlass war die Durchsuchung des bis dahin besetzten „Black Triangle“ am Tag zuvor. Da sich kurzfristig doch noch ein Anmelder für eine Demonstration fand, konnten die Anwesenden bis zum Wilhelm-Leuschner-Platz laufen. Nach mehreren Flaschenwürfen auf Polizisten sowie einer Maßnahme gegen etwa 100 Teilnehmende endete der Aufzug jedoch vorzeitig. Die mancherorts erwarteten massiven Ausschreitungen blieben aus.
Dürfen tatsächlich zu viele Leute kostenlos ins Schauspiel Leipzig?
Schauspiel Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserZu verschenken hat Leipzig ja eigentlich nichts. Auch nicht auf dem Gebiet der Kultur. Deswegen stutzte CDU-Stadtrat Ansbert Maciejewski, als er die Theaterstatistik 2016/17 des Deutschen Bühnenvereins las und dort feststellte, dass das Schauspiel Leipzig scheinbar besonders viele Besucher gegen freien Eintritt ins Haus ließ. Das Kulturdezernat hat auf seine Anfrage jetzt geantwortet.
Stadträt/-innen beantragen eine Teilung des Mega-Fachausschusses Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule
Verwaltungssitz Neues Rathaus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs war auch ein Spar-Vorgang, als in den 1990er Jahren viele kleine Dezernate zu Groß-Dezernaten zusammengelegt wurden. Das größte wurde im Lauf der Zeit das Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule. Nicht nur vom Etat her, sondern auch von den Aufgaben. Und das bekommen auch die Stadträte im Fachausschusses Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule: Sie stöhnen unter den Bergen von Entscheidungen und beantragen jetzt eine Teilung des Ausschusses.
Hat Leipzig tatsächlich so viele Bauhaus-Gebäude, dass es einen Grund zum Feiern gibt?
Die von Bauhaus-Architekt Hans Heinrich Grotjahn entworfene Versöhnungskirche in Gohlis. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Leipzig feiert gemeinsam mit weiteren deutschen Städten das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses“, vermeldete am Dienstag, 15. Januar, das Leipziger Kulturdezernat. „Leipzig bietet überraschende Spuren des Bauhauses. Die Ideenschmiede hat die Stadt stark beeinflusst – etwa im grafischen Gewerbe und der Architektur“, meinte bei der Gelegenheit Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke. „Auch bot die Messestadt ein wichtiges Podium für neue gestalterische Konzepte.“
Nicht alle Mitglieder von Sachsens Staatsregierung haben einen persönlichen Social-Media-Kanal
Facebook-Accounts von Michael Kretschmer und Martin Dulig. Screenshots: L-IZ

Screenshots: L-IZ

Für alle LeserWir leben ja in einer sonderbaren Gesellschaft, in der ein Großteil der politischen Debatte in jenen riesigen Netzwerken stattfindet, die man so landläufig „social media“ nennt. Was nicht nur „mehr Reichweite“ für die Botschaften der Politiker bedeutet, sondern auch viele negative Blaseneffekte mit sich bringt – und jede Menge Arbeit. Aber twittern und posten die alle selbst? Und wer bezahlt das eigentlich, wollte Katja Meier wissen. Zumindest mal von den Mitgliedern der Staatsregierung.
Kleines Gedenken an Luxemburg und Liebknecht: 30 Linke demonstrieren in Leipzig
Demonstration der Linken Leipzig zum 100. Todestag von Luxemburg und Liebknecht auf der Karli. Foto: Marco Arenas

Foto: Marco Arenas

Für alle LeserDas Jahr 2019 hat nun – was Demonstrationen betrifft – so richtig angefangen. Am 14. Januar ging der „Aufruf 2019“ auf die Straße und erinnerte an 1989 und die Notwendigkeit für Demokratie einzustehen. Morgen Abend soll rings um die Polizeiaktion vom heutigen Tage im „Black Triangle“ eine Demonstration am Wiedebachplatz in Connewitz stattfinden, am Freitag wollen sich streikende Schüler auf dem kleinen Willy-Brand-Platz treffe. Und heute startete die Linke Leipzig nach einer Ankündigung vom 10.01. in der Südvorstadt eine Demonstration zur Erinnerung an den 100. Todestag von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Mehr als 30 Teilnehmer kamen nicht zueinander.
Ermittlungen wegen Hausfriedensbruch: Polizei durchsucht leeres „Black Triangle“
Das „Black Triangle“ im Mai 2018. Foto: privat

Foto: privat

Für alle LeserEin selbstverwalteter Freiraum für Wohnen, Kultur und Politik – davon träumten Aktivisten im Leipziger Süden mehr als zweieinhalb Jahre. Doch die Situation rund um das „Black Triangle“ war von Anfang an kompliziert, da die Deutsche Bahn die Besetzer nicht dulden wollte. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Hausfriedensbruchs. Die Polizei hat das Grundstück an der Arno-Nitzsche-Straße nun durchsucht, aber keine Personen angetroffen. Am Mittwochabend, 16. Januar, soll als Reaktion auf den Einsatz eine Demonstration in Connewitz stattfinden.
„Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR“ oder die Frage: Was passiert eigentlich, wenn man Geschichte einfach für erledigt erklärt?
Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Buch „Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR“ haben wir schon im Dezember besprochen. Jetzt kommen die Herausgeber auch nach Leipzig, um diesen durchaus brisanten Tagungsband im Conne Island vorzustellen und auch zur Diskussion zu stellen. Denn der Befund ist ziemlich eindeutig: Auch die DDR hat sich nie wirklich der Aufarbeitung jener zwölf Jahre gewidmet, die nicht nur die Teilung Deutschlands zur Folge hatten, sondern auch Berge unbewältigter Vorurteile.
Am Donnerstag gibt es im Landtag die Anhörung zum Whistleblower-Schutzgesetz der Grünen
Valentin Lippmann, Landtagsabgeordneter der Grünen in Sachsen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserMan durfte ja in den vergangenen Jahren immer wieder zutiefst erschrocken sein, wie staatliche Instanzen mit Whistleblowern und auch Medien umgegangen sind, die verheimlichte Informationen aus Behörden und staatlichen Einrichtungen veröffentlicht haben. Viele dieser überzogenen Aktionen machten deutlich, wie sehr sich das Staatsverständnis diverser Amtsinhaber verschoben hat. Auch indem immer mehr Behördenvorgänge als „geheim“ eingestuft wurden. Da darf man tatsächlich mitzittern, ob ein Grünen-Antrag zu besserem Whistleblower-Schutz in Sachsen durchkommt.