Studie veröffentlicht

Mieten für studentisches Wohnen in Leipzig sind seit 2010 um mehr als 30 Prozent gestiegen

Für alle LeserLeipzig gilt als attraktive Studentenstadt, doch das Wohnen ist in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Seit 2010 sind die Durchschnittsmieten für studentisches Wohnen laut einer Studie um 30 Prozent gestiegen. In anderen deutschen Städten ist der Anstieg noch deutlich größer. Deutlich gestiegen ist in Leipzig aber auch der Bestand kleiner Wohnungen.

In Leipzig sind die Durchschnittsmieten für studentisches Wohnen seit 2010 um mehr als 30 Prozent gestiegen. Dies geht aus einer am Montag, den 8. Oktober, veröffentlichten Studie (PDF) des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Die Studie basiert laut IW auf den Inseraten zweier Immobilienportale im Internet und widmet sich der Situation in 18 deutschen Städten beziehungsweise Regionen.

Uniferne Wohnungen unter 200 Euro

In den meisten Städten ist der Anstieg noch deutlicher – fast 100 Prozent bei Spitzenreiter Berlin. Lediglich in Magdeburg, Greifswald und im Ruhrgebiet sind die Durchschnittsmieten nicht so stark gewachsen wie in Leipzig. Zudem gehört Leipzig in Bezug auf die Durchschnittsmieten pro Quadratmeter weiterhin zu den günstigsten Städten. Lediglich in Magdeburg und Leipzig liegt der Preis für eine Musterwohnung unter 300 Euro. In München sind es rund 635 Euro.

Als Musterwohnung bezeichnen die Autoren eine 30-Quadratmeter-Wohnung mit „normaler“ Ausstattung und anderthalb Kilometern Entfernung bis zur Hochschule. Diese würde in Leipzig etwa 256 Euro kosten. Eine 20-Quadratmeter-Wohnung mit normaler Ausstattung und relativ weiter Entfernung zur Hochschule würde knapp 200 Euro kosten; eine hochschulnahe Wohnung bereits 269 Euro. Für etwa 500 Euro wäre in Hochschulnähe eine 40-Quadratmeter-Wohnung mit gehobener Ausstattung zu haben.

Bestand kleiner Wohnungen stark gewachsen

Bezüglich Leipzig wird zudem betont, dass der Bestand kleiner Wohnungen relativ stark gewachsen sei – um 47.000 zwischen 2011 und 2016. Dies liege vermutlich auch daran, dass viele große Wohnungen in mehrere kleine aufgeteilt worden seien. Angesichts des „weiteren Zuzugs nach Leipzig“ sei „von weiteren Mietpreisanstiegen auszugehen“.

Für die Situation in Deutschland insgesamt heißt es: „Studieren ist teuer und in manchen Städten ohne Job oder Unterstützung der Eltern inzwischen kaum noch zu bezahlen.“ Es gebe mehrere Gründe für die schwierige Lage: vor allem die wachsende Zahl der Studierenden und der Mangel an bezahlbarem Wohnraum.

„Nur der Bau neuer Wohnungen entspannt die Lage an den Hochschulstandorten“, sagt Michael Voigtländer, einer der Autoren der Studie. „Hier hinken die Städte allerdings dem Einwohnerzuwachs immer noch hinterher, vor allem, weil zu wenig Bauflächen ausgewiesen werden.“

Studentenwerk fordert Wohnheime

Erst am 19. September hatte das Deutsche Studentenwerk (DSW) einen bundesweiten Aktionstag unter dem Motto „Kopf braucht Dach“ durchgeführt. Anlass war der bevorstehende „Wohnungsgipfel“ der Bundesregierung. Das DSW fordert mehr staatliche Unterstützung bei Sanierung und Neubau von Studierendenwohnheimen.

DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde sagte zum Thema: „Die Wahl des Studienorts darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Bezahlbaren Wohnraum für die Studierenden zu schaffen und zu erhalten, das ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, und dafür brauchen wir deutlich mehr Unterstützung der Politik.“

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