Ein Offener Aufruf und ein „Spiegel“-Artikel

Wessen Erbe ist eigentlich die ostdeutsche AfD?

Für alle LeserDa ackern sich die demokratischen Parteien die ganze Zeit ab, sich in einem relativ fairen politischen Wettbewerb zu behaupten – und dann kommt eine Marketingtruppe in Blau-Rot und beansprucht einfach mal die Wende für sich. Oder doch die Friedliche Revolution? Zahlreiche bekannte Bürgerrechtler verwahren sich gegen den Missbrauch. Aber hat nicht eher Andreas Wassermann recht, der in seinem „Spiegel“-Essay schreibt: „Die AfD gehört zum Erbe von '89“?

Am Sonntag, 18. August, veröffentlichten namhafte Bürgerrechtler ihre Offene Erklärung „Nicht mit uns: Gegen den Missbrauch der Friedlichen Revolution 1989 im Wahlkampf“. Darin verwahren sich an den ’89er Geschehnissen aktiv beteiligte Bürger und Bürgerinnen gegen solche absurden Gleichsetzungen und Aneignungsversuche der Revolution von 1989. Darunter befinden sich zahlreiche Prominente des öffentlichen Lebens.

Zu den Erstunterzeichnern gehören Marianne Birthler, Frank Ebert, Rainer Eckert, Ralf Hirsch, Freya Klier, Ilko-Sascha Kowalczuk, Gerd Poppe, Werner Schulz, Uwe Schwabe und Annette Simon.

Der Offene Aufruf

Nicht mit uns: Gegen den Missbrauch der Friedlichen Revolution 1989 im Wahlkampf

Die Friedlichen Revolutionen der Jahre von 1989 bis 1991 in Ostmitteleuropa und der DDR traten für die grundlegenden Menschenrechte ein und führten zum Sturz des Kommunismus in Mittel- und Osteuropa. Diese Revolutionen leiteten eine globale „Zeitenwende“ ein und ermöglichten die Einigung Europas. Entscheidend waren das Zusammenwirken der Bürgerbewegung und der Menschen auf den Straßen sowie der Wille, sich der Diktatur nicht mehr zu beugen.

In einem glücklichen Moment unserer Geschichte zwangen sie mit ihrem Mut, ihrer Friedfertigkeit und Wahrhaftigkeit die Diktatoren in die Knie, sie stürzten die Berliner Mauer und ermöglichten die Vereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990. Mit der Wiedervereinigung erfüllten sich die Ziele der Revolution: Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, offene Grenzen, ein geeintes Europa und Wahrung der Menschenrechte.

Wenn heute die „Alternative für Deutschland“ versucht, die DDR mit der jetzigen Bundesrepublik gleichzusetzen und ihre Führung versucht, sich als Vollender einer angeblich unvollkommenen Revolution anzupreisen sowie zum Aufstand aufzurufen, so wird hier eine Geschichtslüge verbreitet. Die DDR war eine kommunistische Diktatur, und die Bundesrepublik ist eine freiheitliche Demokratie. Wer diese Unterschiede nicht anerkennt, verharmlost die SED-Diktatur. Deutschland braucht keine Revolution 2.0, wir werden nicht unterdrückt, wie es die Staatssicherheit im Auftrag der SED praktizierte. Wir lehnen Parolen wie: „Hol Dir Dein Land zurück – vollende die Wende!“, die etwa die Brandenburger AfD im Wahlkampf einsetzt, ab. Das ist bereits unser Land!

Für die Demagogen der AfD sind wir 1989 nicht auf die Straße gegangen. Wir haben ein Land, in dem noch viel zu ändern und zu verbessern ist. Das ist in der Demokratie immer so. Demokratie ist anstrengend, weil viele Interessen um den besten Weg gemeinsam ringen. Lasst uns gemeinsam anstrengen, lasst uns gemeinsam die garantierten Grundrechte im Grundgesetz verteidigen und lasst uns gemeinsam nach Verbesserungen für unsere Gesellschaft suchen. Dafür brauchen wir keine Spalterpartei wie die AfD. Spaltung hatten wir in Deutschland lange genug!

***

Die Debatte: Teil 1 – Die Macht der Straße

Andreas Wassermanns zentrale These lautet: „Die DDR wurde auch von Menschen zu Fall gebracht, die heute gemeinsam mit Neonazis demonstrieren.“

An der These stimmt natürlich so manches nicht. Denn zu Fall gebracht wurde 1989 die alleinherrschende SED. Die DDR existierte noch bis zum 2. Oktober. Eher könnte man formulieren: Die DDR wurde abgewählt. Obwohl auch zur Volkskammerwahl im März 1990 kaum noch jemand antrat, der die DDR erhalten wollte. Es ging bei der Wahlentscheidung eigentlich nur noch um die Frage, wie schnell die Deutsche Einheit vollzogen werden sollte. So gesehen haben wohl eher 90 Prozent der DDR-Bürger „die DDR zu Fall gebracht“.

Aber Wassermann geht es um etwas anderes, nämlich die Verwandlung der Friedlichen Revolution, deren treibende Kräfte bis zum 9. November eindeutig die engagierten Bürgerrechtsgruppen waren. Aber auch sie hätten nichts erreicht, hätten nicht nach dem 2. Oktober immer mehr Menschen den Mut gefunden, auf der Straße gegen die SED-Herrschaft zu demonstrieren. Auch die Bürgerrechtler stellten damals sehr folgerichtig fest, dass die Friedliche Revolution erst ins Rollen kommen konnte, als auf den Straßen nicht mehr die Hochengagierten allein demonstrierten, sondern eine kritische Masse erreicht wurde. Nämlich jene 110.000 Menschen, die am 9. Oktober in Leipzig um den Ring zogen. Und die Mahnungen waren damals auch unüberhörbar: Der „Druck von der Straße“ durfte nicht aufhören. Deshalb protestierten die Bürgerrechtsgruppen ja auch in Leipzig deutlich gegen die Versuche der noch regierenden SED, den Protest von der Straße in geschlossene Säle zu verlegen, was dann meist als „Dialog“ verkauft wurde.

Selbst um die Weihnachtszeit 1989 waren die Warnungen unüberhörbar, dass das Demonstrationsgeschehen auf den Straßen nicht abreißen durfte, auch wenn mittlerweile die ersten Erfolge unübersehbar waren – die Maueröffnung am 9. November, zuvor der Machtwechsel von Honecker zu Krenz, im Dezember dann der komplette Rücktritt der alten SED-Garde und die Installation von Hans Modrow als neuen Ministerpräsidenten, dem reformbereiten Chef der Dresdner SED-Bezirksleitung, der dann auch die ersten wirklich freien Wahlen in Aussicht stellte …

Aber bevor es diese Wahlen und eine wirklich demokratisch gewählte Regierung nicht gab, war die Friedliche Revolution nun einmal nicht wirklich erfolgreich.

Das Deutschlandlied, das alles übertönte

Aber nach der Maueröffnung – punktuell auch schon davor – begann auch noch ein anderer Prozess, der manche Demonstrationsteilnehmer, die vorher gern dabei waren, zunehmend fernbleiben ließ: Mit den Gesängen von „Deutschland einig Vaterland“ und bald auch dem „Deutschlandlied“ kam eben nicht nur der Wiedervereinigungsgedanke in die Demonstrationen, der diese und am Ende auch den Wahlkampf völlig dominieren sollte. Es kamen auch die ersten nationalistischen Töne auf.

Es tauchten nicht nur Deutschlandfahnen auf, sondern auch Reichskriegsflaggen. Bei Leipziger Demos verteilten die rechtsradikalen Republikaner eifrig ihre Materialien. Vermehrt mischten sich auch junge Leute mit Glatzen und Springerstiefeln unter die Demonstrierenden. Es wurde sehr ungemütlich, spätestens, als die ersten Angriffe auf Jugendliche begannen, die eindeutig als „links“ zu erkennen waren. Auch in Leipzig.

Man kann es als Verdienst Helmut Kohls interpretieren, dass er diesen nationalen Querschlag einfing, als er die Deutsche Einheit auch für die Bundesregierung auf die Tagesordnung setzte. Dass im März die CDU so überraschend zum Wahlsieger wurde, hat direkt damit zu tun.

Aber das kaschierte auch wieder nur das unübersehbar nationalistische Element, das in den Demonstrationen schon unüberseh- und unüberhörbar war. Da übernahmen eine ganze Menge Leute, die sich in der DDR nie wirklich mit den fatalen Folgen des deutschen Nationalismus auseinandergesetzt hatten, eine Haltung, in der sie aus der eher geduckten Haltung eines DDR-Bürgers in die quasi-stolze Ersatzhaltung „Jetzt sind wir wieder Deutsche“ geschlüpft sind. Das war auch vor 1989 im Osten schon angelegt. Mit allen Problemen, die die Polizei hatte, mit den zunehmend öffentlichen rechtsextremen Übergriffen umzugehen.

Denn der „verordnete Antifaschismus“ in der DDR bedeutete eben auch, dass die tatsächlich vorhandenen nationalistischen und rechtsextremen Einstellungen nur unter den Teppich gekehrt wurden. Was es nicht geben sollte, existierte zumindest auch in den Zeitungen nicht.

Die Fehler nach 1990

Und besser lief das auch nach 1990 nicht. Man denke nur an die wirklich inakzeptablen Reaktionen der jeweiligen Landesregierungen auf die Vorfälle in Rostock-Lichtenhagen oder Hoyerswerda. Da blamierten sich auch reihenweise gestandene westdeutsche Politiker, die lieber die Einwanderungsgesetze verschärften, als klare Kante gegen die Brandstifter zu zeigen. Brandstifter profitieren immer von der politischen Feigheit der Amtsträger. Sie fühlen sich dadurch nicht nur bestätigt. Ihre Haltung wird damit auch bei mehr Menschen als akzeptabel wahrgenommen.

Was dann ab 2015 in Sachsen wieder in aller Reinheit zu beobachten war. Bis hin in den amtlichen Unwillen, gegen die Brandstifter und die dahinterstehenden Netzwerke juristisch vorzugehen.

So gesehen empfinden sich auch die Nationalisten in Ostdeutschland als Teil der „Wende“. Und die AfD appelliert genau an diesen Nationalismus, wenn sie in Brandenburg plakatiert „Hol Dir Dein Land zurück – vollende die Wende!“

Diesen Leuten genügt ein einiges Deutschland mit einer funktionierenden Demokratie nicht. Das sagt ja der Spruch eindeutig, auch wenn man ihn erst einmal auf den Grundtopos der AfD beziehen kann, die einfach mal alle Ausländer aus dem Land schaffen will. Von Wirtschaft und Demografie hat die AfD unübersehbar keine Ahnung. Aber der Spruch bedeutet eben auch, dass diese Partei die Demokratie verachtet. Sie sieht sich als einzige „Alternative“ zu allen anderen. Sie will eine Ein-Parteien-Herrschaft. Nichts anderes sagt der Spruch.

Aber hier steht „Wende“. Nicht Friedliche Revolution.

Denn an der Friedlichen Revolution hatten die ost- wie westdeutschen Nationalisten keinen Anteil. Sie hätten nicht mal gewusst, wie man das machen sollte. Sie hätten auch keine Runden Tische zustande gebracht und schon gar keinen friedlichen Übergang bis zu den ersten freien Wahlen.

Sie waren aber eindeutig lautstarke Trittbrettfahrer der Demonstrationen – ab November 1989 immer stärker präsent und immer lauter. Sie konnten freilich den Prozess hin zur Demokratisierung und zur Einheit nie okkupieren. Sie waren zwar laut, aggressiv und hyperaktiv. Aber sie waren nie die Mehrheit. Und sie haben in all den Jahren danach immer wieder versucht, die Straße zu erobern und sich als „Volksbewegung“ darzustellen.

Sie arbeiten nur zu gern mit den diffusen Begriffen „Volk“ und „Wende“, gerieren sich als „Volksversteher“. Die „Wende“, die sie meinen, ist etwas anderes als das, was wir eigentlich unter Friedlicher Revolution und Prozess der Deutschen Einheit verstehen. Aber die Formel ist wie so oft eine Verkleidung für das, was tatsächlich gemeint ist: Abschottung, Ausgrenzung und organisierte Verachtung anderer Menschen. Fein verknüpft mit einem latenten Verschwörungsgeraune: Irgendwer hat euer Land geklaut, Leute. Und im AfD-Ton sind das meistens „die Ausländer“.

So gesehen – mit der latenten Ausländerfeindlichkeit – gehört die AfD eben nicht zum Erbe von ’89, wie Wassermann behauptet, sondern zum etwas piefigen Erbe der DDR, die Ausländer so gern aus der Öffentlichkeit verbannte und Mauern baute. Das ist der Kern der AfD. Oder um mal Erich Honecker falsch zu zitieren: „Vorwärts nimmer, rückwärts immer!“

Sächsisches Verfassungsgericht: AfD darf nur mit 30 Listenkandidaten antreten

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

Friedliche RevolutionAfDLandtagswahlNationalismus
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Vom 28. November – 1. Dezember im Westflügel: Der Hobbit oder Dorthin und wieder zurück
Foto: Meike Lindek

Foto: Meike Lindek

Bilbo Beutlin, ein Hobbit in den besten Jahren, ist gar kein Freund von Aufregungen. Wenn er daher geahnt hätte, was der Zauberer Gandalf bei seinem überraschenden Besuch im Schilde führte, wer weiß – vielleicht hätte er ihm die Tür seiner beschaulichen Höhle vor der Nase zugeschlagen.
Thüringer Rostbratwurst, Parkplatz oder gar ein kleiner grüner Park zum Verschnaufen?
Der Südteil des Johannisplatzes mit Blick durch die Johannisgasse zum City-Hochhaus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm August schlug Leipzigs Verwaltung Alarm. Auf ihre Art. Denn für gewöhnlich begrüßt auch das Baudezernat, wenn in Leipzig neue Wohn- und Geschäftshäuser gebaut werden sollen. Aber es gibt ein paar Stellen, wo auch die Verwaltung das Gefühl hat, dass hier vielleicht doch mal anders über den Stadtraum nachgedacht werden sollte. So eine Stelle ist der Parkplatz auf der Südseite des Johannisplatzes.
Bis 2021 bekommen die LVB noch 38 neue XL-Straßenbahnen
XL-Straßenbahn auf der Messekehre. Foto. Ralf Julke

Foto. Ralf Julke

Für alle LeserIm Februar bekam der Designer des neuen XL-Fahrzeugs der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), Jochen Dittrich, zusammen mit den LVB den German Design Award. Das extra für Leipzig designte Fahrzeug rollt seit 2017 durch Leipzig und viele LVB-Fahrgäste haben sich mittlerweile daran gewöhnt, dass die Fahrzeuge im Einsatz sind und auch immer neue dazukommen. Oder doch nicht?
Verpasst Leipzig, genug ÖPNV-Projekte für die neue Bundesförderung zu beantragen?
LVB-Baustelle in der KarLi 2014. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich war die Anfrage der SPD-Fraktion ja ganz einfach: Mit ihrem Klimaschutzpaket will die Bundesregierung auch mehr Geld für den Ausbau des kommunalen ÖPNV geben. Was ja wie die Faust aufs Auge für Leipzig passen würde, wo ja mit dem „Nachhaltigkeitsszenario“ ein deutlicher Ausbau des ÖPNV bis 2030 geplant ist. Aber das Problem an den Förderprogrammen, die sich deutsche Regierungen so gern ausdenken, ist: Die Regeln sind oft so, dass das Geld nur schwer abgerufen werden kann.
Reporter auf drei Rädern: Karl Heinz Mai jetzt auch in der Fotoedition des Lehmstedt Verlages
Karl Heinz Mai: Reporter auf drei Rädern. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Zeiten, da muss man die Fotos einer anderen Zeit immer wieder zeigen. Auch als Warnung an all jene, die schon wieder innerlich von einem unberatenen Nationalismus besoffen sind und völlig ausblenden, dass der immer wieder im Extrem endet: in Kriegen, Katastrophen und einer zerstörten Stadt. Wenn man Karl Heinz Mais Bilder aus dem Leipzig der Nachkriegszeit sieht, ist man verdammt froh, in dieser harten Zeit nicht gelebt haben zu müssen.
Vom 21. – 23. November im Westflügel: Frauen in gehobenen Positionen
Samira Wenzel, Franziska Merkel, Stefan Wenzel. Foto: Stefan Hurtig

Foto: Stefan Hurtig

Diese Show beschäftigt sich mit komplizierten Hebefiguren und erfolgreichen Frauen. Unterhaltsam, emanzipierend und provokativ. Wir wagen den Versuch, bedienen uns bekannter Frauenfiguren und ihren Tieren und fragen uns: Warum ist Erfolg männlich und Emotion weiblich? Und wer steht eigentlich hinter der liebenden Frau, hinter dem starken Mann? Die Familie, die Gewohnheit oder Zeus im Rinderkostüm?
Am 22. November im Gohliser Schlösschen: Komödien Harmonists
Komödien Harmonists. Quelle: Freundeskreis "Gohliser Schlösschen" e.V.

Quelle: Freundeskreis "Gohliser Schlösschen" e.V.

Am Beginn der Komödien Harmonists steht die Erfolgsproduktion „Capriolen - Eine Lindenauer Palastrevue“ an der Musikalischen Komödie Leipzig. Darin verkörpern die fünf Herren des Ensembles seit 2016 die originalen Comedian Harmonists zu Beginn ihrer Karriere. Schon während der Revue-Proben ist man sich einig: „Da geht mehr!“ Also wird langsam und stetig das Repertoire erweitert und ein fester Pianist für das Ensemble gesucht. Dieser „Pianist“ wird dann eine Pianistin: Kyung Hee Kim.
Viola da gamba und Cembalo: Leipziger Originalinstrument der Bach-Zeit erklingt im Sommersaal

Foto: Todo Groth

Am Sonntag, dem 17. November, 15 Uhr, steht die Viola da gamba im Fokus eines Kammerkonzerts im historischen Sommersaal des Bach-Museums Leipzig. Gambist Hartwig Groth und Cembalistin Mimoe Todo musizieren unter anderem Sonaten von Johann Sebastian Bach und dessen Sohn Carl Philipp Emanuel. Tickets sind an der Tageskasse sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.
Grüne starten einen zweiten Anlauf, um die Geheimniskrämerei des Leipziger OBM zu beenden
Neues Rathaus bei Nacht. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserIm Leipziger Verwaltungshandeln ist noch vieles altbacken, beruht auf der Vorstellung einer Lokalpolitik, bei der die Verwaltung ein großer Geheimnisträger ist und der Bürger gern als unmündig betrachtet wird – oder als gefährlich. Er könnte ja zu viel erfahren über manche Entscheidungsgründe. Entsprechend beißen sich die Stadtratsfraktionen in Sachen Transparenz immer wieder die Zähne aus an einer Verwaltung, die lieber ihr eigenes Ding macht.
Puppentheater Premiere »Oh, wie schön ist Panama« am 22. November
Theater der Jungen Welt. Foto L-IZ.de

Foto L-IZ.de

Wen das Fernweh packt, wen die Sehnsucht nicht mehr loslässt, der sollte sich tunlichst auf den Weg machen und das Land seiner Träume suchen. Nicht anders geht es da dem kleinen Tiger und dem kleinen Bären – diesen sympathischen lebensbejahenden Alltagsgenießern aus dem Janosch Universum.
Warum bekommen Gewerbetreibende nicht einfach ordentliche Parkscheine fürs Waldstraßenviertel?
Parkautomat im Waldstraßenviertel. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBesonders Gewerbetreibende hatten so ihrem Kummer mit den Regelungen, die die Stadtverwaltung für das Bewohnerparken im Waldstraßenviertel ausgedacht hat. Sie kamen irgendwie nicht drin vor. Aber die Aussetzung des Bewohnerparkens zeigt auch: Tagsüber gibt es im Waldstraßenviertel eigentlich keine Stellplatzprobleme. Man kann die Gewerbetreibenden also problemlos mit unterbringen. Einen Vorschlag macht dazu jetzt die Freibeuter-Fraktion.
CDU-Fraktion beantragt bessere Radialverbindungen am Leipziger Stadtrand
Buslinie 76 in Probstheida. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie CDU-Fraktion hat ein bisschen gezögert, bis sie jetzt ihren zweiten Änderungsantrag zur Vorlage des neuen Nahverkehrsplans formuliert hat. Wahrscheinlich war es der Fraktion auch nicht ganz geheuer, was die anderen Fraktionen da auf einmal alle zu bemängeln hatten an einem Nahverkehrsplan, der eigentlich nur den Stand des fernen Jahres 1999 widerspiegelt, aber nicht ansatzweise die Erfordernisse der Verkehrswende, die auch die CDU für Leipzig sieht.
An der Kreuzung Rödelstraße sind keine Änderungen geplant und der Schleußiger Weg bleibt Zukunftsmusik
Die Situation an der Rödelstraße direkt vorm „Olymp“. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDerzeit liegt zwar die Petition von Thomas Gentsch beim Petitionsausschuss des Leipziger Stadtrates. Aber wenn man die Antwort des Dezernats Stadtentwicklung und Bau auf die parallele Anfrage der SPD-Fraktion zur Rödelstraße danebenlegt, wird es wohl keinen positiven Bescheid für die Petition geben. Denn der Schleußiger Weg steht noch gar nicht in irgendeinem Plan.
Der größte Crash aller Zeiten: Warum ein nicht reformiertes Geldsystem in nächster Zukunft scheitern muss
Marc Friedrich, Matthias Weik: Der größte Crash aller Zeiten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm Video ist Marc Friedrich happy: Das neue Buch, das er zusammen mit Matthias Weik geschrieben hat, ist gleich auf Platz 1 der „Spiegel“-Bestseller-Liste gelandet. Die beiden sind Vermögensberater. Und im zweiten Teil des Buches erzählen sie auch, was sie Menschen mit Vermögen jetzt raten, wie sie es irgendwie noch sicher anlegen können. Denn dass das Hazard-Spiel der Finanzpolitik noch lange gutgehen kann, das glauben die beiden jetzt nicht mehr.
Wirtschaftsdezernat will bis Ende 2020 ein Gesamtkonzept für Leipzigs Landwirtschaftsflächen vorlegen
Leipzig wächst auf wertvollstem Ackerboden. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSieben Anträge hatte die Grünen-Fraktion im Stadtrat im Februar geschnürt, um die Stadt und ihr Liegenschaftsamt dazu zu bringen, auf Leipziger Landwirtschaftsflächen endlich die schon vor Jahren beschlossene Biolandbau-Politik auch umzusetzen. Aus Sieben mach Eins, dachte sich das Dezernat Wirtschaft, Arbeit und Digitales und schlägt jetzt alternativ vor, bis Ende 2020 ein Gesamtkonzept für die Leipziger Landwirtschaft zu erarbeiten.