Freitag, der 31. Januar 2020

Der Tag: Kurz vor der OBM-Wahl bekommt ein Bewerber viel Aufmerksamkeit

Für alle LeserBevor am Sonntag die Leipziger/-innen den oder die Oberbürgermeister/-in wählen – oder auch nicht, es wird wohl einen zweiten Wahlgang geben –, darf sich Amtsinhaber Burkhard Jung über viel Aufmerksamkeit in den Medien freuen. Diese erhält auch der SV Babelsberg, der den aus politischen Gründen umstrittenen Fußballer Daniel Frahn verpflichtet hat. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 31. Januar 2020, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Wenige Tage vor der OBM-Wahl darf sich der amtierende Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) über viel Aufmerksamkeit freuen. So veröffentlichte „Sachsen Fernsehen“ heute eine „Exklusiv-Dokumentation“, die zeigen soll, wie es sich als Stadtoberhaupt so lebt. Auch die „Zeit“ widmet Jung eine – bereits am Mittwoch veröffentlichte – Reportage.

Übrigens: Am Sonntag gibt es sieben weitere Bewerber/-innen, darunter auch jene von FDP, Piraten und Die PARTEI, die allesamt vollkommen aussichtslos sind – was vielleicht auch daran liegt, dass einige von ihnen von Anfang an nicht bei wichtigen Podien auftreten durften. Welche Rolle die OBM-Wahl für die Landespolitik in Sachsen spielen könnte, versucht der MDR zu beantworten.

Polizei nennt Staatsangehörigkeit

Ein dominierendes Thema im Wahlkampf war ja die Sicherheitspolitik, vor allem verknüpft mit Connewitz und „Linksextremismus“. Da wiederum spielte die Polizei eine erhebliche Rolle. Diese verkündet nun (Twitter), dass sie in Pressemitteilungen grundsätzlich die Staatsangehörigkeit der Tatverdächtigen nennen möchte.

Bislang gab es dazu in Sachsen keine einheitliche Regelung. Das hat sich nun geändert. Die Polizei erhofft sich davon offenbar, künftig Falschinformationen von Beginn an vorbeugen zu können und sich nicht mehr den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, etwas zu „verschweigen“.

Eine fragwürdige Entscheidung. Schließlich dürfte man dann auch den Vorwurf erheben, dass die Polizei beispielsweise die Körpergröße, das Gewicht oder die Augenfarbe „verschweigt“. Außerdem steht zu befürchten, dass Rechtsradikale beziehungsweise Rassisten nun noch mehr Nachrichten über „kriminelle Ausländer“ verbreiten und die Mehrzahl der Fälle, in denen Deutsche als Tatverdächtige genannt werden, einfach ignorieren.

Ein weiteres Problem in der öffentlichen Wahrnehmung ist schon immer die Auswahl bei den Pressemitteilungen die Polizei selbst vornimmt. Von allen eingegangenen Meldungen und Hinweisen zu Straftaten werden stets – teils auch aus ermittlungstaktischen oder Persönlichkeitsrechten wie bei häuslicher Gewalt – nur ein kleiner Ausschnitt für Presseinformationen verwendet (siehe Interview zu diesem Thema auf L-IZ.de).

Frahn zu Babelsberg

Einer, der in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Rechtsradikalen negativ aufgefallen war, sorgte heute wieder für Schlagzeilen: der Fußballprofi Daniel Frahn, der einst als Kapitän von RB Leipzig auf dem Platz stand.

Der Regionalligist SV Babelsberg, der für eine antifaschistische Fanszene bekannt ist, gab heute die Verpflichtung des Angreifers bekannt. Es habe intensive Diskussionen in den Gremien gegeben, doch nach einem Gespräch mit dem Spieler sei man davon überzeugt, dass dieser „keine Nähe zu rechtem Gedankengut“ habe, heißt es in einer Pressemitteilung. „Ich bin kein Nazi“, sagt auch Frahn.

In seiner Zeit beim Chemnitzer FC war Frahn unter anderem damit negativ aufgefallen, dass er sich mit Mitgliedern rechter Fangruppen umgab und nach einem Torjubel ein T-Shirt zeigte, dessen Aufschrift vor allem bei rechten Hooligans beliebt ist. Dies sei ihm nicht bewusst gewesen, sagte er anschließend.

Ein Problem mit rechten Fans hat auch der 1. FC Lok Leipzig. Nachdem es im Dezember bei einer Partie gegen Hertha BSC II rassistische „Affenlaute“ aus dem Fanblock der Blau-Gelben gegeben hatte, verurteilte der Nordostdeutsche Fußballverband den Club nun zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro (LVZ). Davon kann ein Drittel für antirassistische Maßnahmen investiert werden.

Das lange Polizei-Interview (Teil 1): Lückenpresse oder Wie entsteht eine Polizeinachricht?

Angebliche Sympathie mit Rechtsradikalen: Chemnitzer FC trennt sich von Daniel Frahn

PolizeiDaniel FrahnOBM-Wahl1. FC Lok LeipzigDer Tag
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

11. internationales Kids Jazz Festival in Leipzig vom 20.-23. Februar
Quelle: Verein Kids Jazz LE

Quelle: Verein Kids Jazz LE

Rund 100 Kinder und Jugendliche werden vom 20.-23. Februar beim 11. Kids Jazz Festival wieder zeigen, dass Jazz alles andere als out ist. „Vielleicht, weil es Improvisation gibt – und das ist immer etwas Neues und Unvorhersehbares“, beschreibt Saxofonist Tymofy Lysenko den Musikstil. Der 14-Jährige kommt, wie andere Bands und Solisten, aus der Ukraine. Zum ersten Mal tritt auch ein israelisches Ensemble aus der Stadt Herzliya auf. Auch Bands aus Niedersachsen, Berlin, Bayern und Baden-Württemberg werden zum Festival erwartet.
Unter Freunden – Seniorentheater im Doppelpack
Quelle: Theater WageMut
Im Nachbarschaftstheater Ostpassagen-Theater (Konradstr. 27) steht Sonntag, der 23. Februar 2020 unter dem Motto „Unter Freunden - Seniorentheater im Doppelpack“. Das Seniorentheater der VILLA und das Seniorentheater WageMut laden ein zu einem Theatertag der Generation 60+: zwei Vorstellung und dazwischen Kaffee und Kuchen versprechen einen interessanten, humorvollen und gemütlichen Sonntag.
Dia-Show am 21. Februar in der naTo: 41.000 km mit dem Fahrrad durch Amerika
Am Tropic of Capricorn (Argentinien). Quelle: Thomas Meixner

Quelle: Thomas Meixner

Im Mai des Jahres 2013 landete der Weltenradler mit seinem neuen Expeditionsrad in Alaska. Sein Weg führte ihn zunächst nach Norden - in die Arktis, wo er die Stadt Inuvik besuchte. Von dort reiste er nach Süden, durch das Yukon Territorium auf dem Alaska Highway, durch British Columbia bis nach Vancouver am Pazifik. Die Räder rollten weiter in den Osten dieses riesigen Landes.
Bum Bum Bene: Benedikt Braun zeigt Schießbudenbilder aus der Spaßgesellschaft
Schießstand (Ausschnitt). Foto: Benedikt Braun

Foto: Benedikt Braun

Für alle LeserSage niemand, Künstler würden sich nicht mit dem beschäftigen, was derzeit in der Welt vor sich geht. Sie tun es oft sogar intensiver als die hyperventilierenden Medien. Auch weil sie noch eine Vorstellung davon haben, dass es garantiert ein Danach geben wird und dass der schrille Zustand der mit sich selbst zufriedenen Spaßgesellschaft garantiert endet. Wahrscheinlich mit einem sehr bösen Erwachen. Der in Weimar lebende Benedikt Braun widmet sich diesem Thema.
Eine Katzensteuer ist rechtlich nicht möglich, teilt Leipzigs Finanzdezernat mit
Immer auf der Lauer. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserLeipzig bekommt keine Katzensteuer. Das wäre schlichtweg rechtswidrig, teilt das Finanzdezernat jetzt auf einen Antrag von Marcus Weiss, Stadtrat der Linksfraktion, mit. Der war augenscheinlich ziemlich verärgert über das, was Katzen in unserer Umwelt anrichten. Denn ganz so harmlos sind die Biester ja nicht, jedenfalls nicht, wenn sie frei draußen herumlaufen.
Geldsammlung für eine zweite Ausgabe der Zeitung „Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße“
Frieder Bickhardt und Rafael Brix. Foto: unofficial.pictures

Foto: unofficial.pictures

Für alle LeserDie Einführung der Waffenverbotszone rund um die Leipziger Eisenbahnstraße war von Anfang an umstritten. Ob sie überhaupt hilft, Straftaten im Gebiet vorzubeugen, ist höchst zweifelhaft, auch wenn die Polizei regelmäßig lauter vor allem kleine Rechtsverstöße bei Kontrollen feststellt, die die Einrichtung der Zone erst ermöglicht hat. Auch deshalb sagt das Sächsische Innenministerium eine Evaluation zu. Doch wie die jetzt gehandhabt wird, erzählt sie einmal mehr vom Scheuklappendenken des Ministeriums.
Ich zu Ich: Von (un-)behüteten Elternhäusern, ADHS, Ritalin und einem irrelaufenden Bildungssystem
Michaela Rothe: Ich zu Ich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Bücher, die sind eine Überraschung, auch wenn man beim Lesen des Waschzettels die Stirn runzelt: Wieder ein Buch über Glauben, Gott und die glückliche Rückkehr zur Religion? Aber was Michaela Rothe geschrieben hat, ist kein Zurück-in-die-Kirche-Buch. Und das Thema, das sich beim Lesen herauskristallisiert, entpuppt sich ganz und gar nicht als Glaube-Liebe-Hoffnung-Musik. Auch wenn es letztlich darum geht, da, wo wir uns fragen: Wer bin ich wirklich?
Am 19. Februar im Werk 2: Lesebühne Schkeuditzer Kreuz – Hallraum der Ewigkeit
© Enrico Meyer

© Enrico Meyer

Julius Fischer, André Herrmann, Franziska Wilhelm, Hauke von Grimm und Kurt Mondaugen sind die Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und soundbranden ihre neuesten Texte über uns in die Nacht. – Space of Eternity – wie immer!
OBM-Wahl 2020: Sebastian Gemkow sagt wiederholt Wahlpodium zu Umweltthemen ab + Video
Wahlpodium des BUND Leipzig im Zeitgeschichtlichen Forum. Foto: BUND Leipzig

Foto: BUND Leipzig

Für alle LeserSchon vor der ersten Wahlrunde zur Leipziger Oberbürgermeisterwahl am 2. Februar gab es mehrere Enttäuschungen bei Einladern zu den diversen Wahlforen. Die meisten Kandidat/-innen kamen ganz selbstverständlich und stellten sich den teilweise sehr speziellen Stadtthemen. Doch mehrfach ließ sich CDU-Kandidat Sebastian Gemkow entschuldigen. Das erlebten neben dem Stadtelternrat auch die Parents for Future und der BUND Leipzig. Und der wurde nun ein weiteres Mal enttäuscht.
Am 21. Februar in Böhlen: Die Schöne und das Biest – das Musical
Die Schoene und das Biest. Foto: Nilz Boehme

Foto: Nilz Boehme

Am Freitag, 21. Februar 2020, um 16 Uhr, gastiert das Theater Liberi mit der Produktion „Die Schöne und Biest – das Musical“ im Kulturhaus Böhlen. Das in Bochum ansässige Tourneetheater inszeniert die berühmte Geschichte als modernes Musical für die ganze Familie.
Leipzigs Grünflächenamt will dem Park an der Auferstehungskirche endlich eine Schönheitskur verpassen
Was wird aus dem Park an der Auferstehungskirche? Grafik: Magistralenmanagement Georg-Schumann-Straße

Grafik: Magistralenmanagement Georg-Schumann-Straße

Für alle LeserZwischen Dantestraße und Jupp-Müller-Straße in Möckern befindet sich ein Park. So ganz normal, dass er nicht mal auf der Website des Leipziger Grünflächenamtes auftaucht und auch nicht im 2013 im Passage Verlag erschienenen Parkführer „Leipzigs Grün“. Einen Namen hat er auch nicht. Höchste Zeit, findet das Magistralenmanagement der Georg-Schumann-Straße, an der der Park ja auch liegt, dass man sich jetzt endlich mal um die Verschönerung dieses Kleinods kümmert. Mit Bürgerbeteiligung natürlich.
Lesereihe „Buchmesse schmeckt“ im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig
Ein großer Stapel Bücher zum Vorlesen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig, die Leipziger Buchmesse und die Leipziger Kulturakteure Regine Möbius und Lutz Hesse laden ab Montag, dem 24. Februar 2020, täglich um 12.12 Uhr zur mittäglichen Lesereihe „Buchmesse schmeckt“ ein. Leipziger Persönlichkeiten lesen für das interessierte Publikum aus ihren Lieblingsbüchern. Damit hat dieser traditionelle Buchmesseauftakt in seinem 15. Jahr ein neues Domizil im Zeitgeschichtlichen Forum gefunden. Der Eintritt ist frei.
Wer bringt das Leipziger Amtsblatt eigentlich in die Leipziger Hausflure?
Ein Stapel „Sachsen Sonntag“ wartet aufs Verteiltwerden. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMehrfach war ja das Leipziger Amtsblatt schon Thema im Stadtrat. Meist ging es um die Frage, ob es auch alle Leipziger Haushalte bekommen. Denn viele wichtige Informationen zum Stadtgeschehen und amtliche Bekanntmachungen stehen nur im Amtsblatt. Man kann es zwar auch online lesen auf leipzig.de. Aber seit September treiben die SPD-Fraktion noch ein paar andere Fragen um.
Johanniter suchen händeringend nach Erzieherinnen und Erziehern für ihre Kindertagesstätten
Die Johanniter-Kindertagesstätte „Tillj“ in der Südvorstadt. Foto: Die Johanniter / Sebastian Späthe

Foto: Die Johanniter / Sebastian Späthe

Für alle LeserSpätestens seit 2017 war das Problem bekannt, gab es die ersten heftigen Engpässe bei der Gewinnung von Erzieherinnen und Erziehern für die neu entstehenden Kindertagesstätten in Leipzig. Verantwortlich für die Ausbildung des Kita-Personals ist das Land. Doch dort fühlte man sich durch die wachsende Kinderzahl und den steigenden Betreuungsbedarf in den Kitas nicht wirklich animiert, endlich Gas zu geben. Mittlerweile suchen Leipziger Träger händeringend nach Personal. Die Johanniter in Leipzig z. B. suchen dringend Personal für die Kindertagesstätte „Tillj“ in der Leipziger Südvorstadt.
Ist der „Franzosenfresser“ noch akzeptabel? Betroffene Leipziger können jetzt vier Wochen Widerspruch anmelden
Kochstraße / Ecke Arndtstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAnfangs war auch Stadtrat Thomas Kumbernuß (Die PARTEI) nicht ganz so zuversichtlich, dass sein Antrag, die Arndtstraße in der Leipziger Südvorstadt in Hannah-Arendt-Straße umzubenennen, im Stadtrat eine Mehrheit finden würde. Auch die Leipziger Verwaltung hätte gern an der Namensgebung mit dem von Heine so benannten „Franzosenfresser“ Arndt festgehalten. Und eine Petition versucht, Arndt jetzt gar als typischen Vertreter der deutschen Romantik zu verkaufen. Noch können Betroffene ja Einspruch erheben.