Wenn Leipziger/-innen träumen: Alptraum

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 78, seit 24. April im HandelIch sitze am offenen Fenster in der Sonne, trinke Kaffee und genieße die Frühlingswärme, die oben im 4. Stock noch etwas mehr wärmt als unten. Ich sitze hier inzwischen fast jeden Tag, sobald die Sonne durchs Fenster scheint, und beobachte die immer weniger werdenden Menschen draußen. Manchmal sehe ich bekannte Gesichter und es beruhigt mich. Manchmal überkommt es mich für ein paar Sekunden und ich überlege, zu springen. Mache es natürlich nicht, ich habe schließlich eine kleine Tochter.

Ihr Geburtstag Anfang März kommt mir Lichtjahre entfernt vor. Es waren viele Kinder und deren Eltern da, wir haben uns umarmt, uns Teller und Tassen geteilt – hätte einer von uns Corona gehabt, wir hätten uns alle angesteckt. Von einem Witz über hysterische Hamsterkäufe ist das Virus innerhalb einer Woche zu einer neuen, alles einnehmenden Wirklichkeit geworden: Zuerst die entnervte Sorge, wie das Kind betreuen und nebenbei arbeiten, wenn die Kitas geschlossen werden. Ob der Besuch bei Oma in Berlin übers Wochenende überhaupt noch zu verantworten ist.

Der ICE gähnend leer, es ist Freitag, der 13., und zum ersten Mal bin ich gestresst, wasche meiner Tochter unter ihrem lauten Protest die gefühlte Ewigkeit von 30 Sekunden die Hände, singe dabei schrill den Refrain von „Ooops…I did it again“, fahre aus der Haut, als sie – wie immer – aus Provokation die Fensterscheibe anleckt. Aus der Verabredung in der Kneipe abends wird nichts, ich sollte Reisetipps geben, das Reisezielland hatte am selben Tag seine Grenzen geschlossen.

Die LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 78, seit 24. April 2020 im Handel. Foto: Screen Titelblatt

Die LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 78, seit 24. April 2020 im Handel. Foto: Screen Titelblatt

Corona gerät zum Medienereignis. Ich sitze mit immer größerer Anspannung vorm Rechner, lese Zahlen und Diagramme, die mich schaudern lassen; surreale Artikel, die abwägen, welche Menschenleben es sich zu retten lohnt, sollten Beatmungsgeräte knapp werden. Bilder, Bilder, Bilder von Särgen und Menschen in Mondanzügen aus Italien und China.

Erste Sorgen um meine Mutter, die kurz vor der Rente steht und in einem systemrelevanten Beruf arbeitet. Dann Sorge um meine eigene Gesundheit, ich habe Vorerkrankungen. Gehöre ich zur Risikogruppe? Ich weigere mich, mit dem Zug zurück nach Leipzig zu fahren.

Am 17. werden die Kitas geschlossen, am 22. die sächsische Ausgangssperre, die nicht so heißt, beschlossen. Meine Aufträge als Freiberuflerin für das Jahr 2020 werden am 18. und 19. März nacheinander alle abgesagt. Die erste Panik vor dem Virus ist einer dumpfen Angst um meine finanzielle Existenz gewichen.

Ich versuche, mich zu konzentrieren, produktiv zu sein, zu lesen, zu schreiben. Aber alles woran ich denken kann, sind steigende Fallzahlen, werde ich mich anstecken, wird meine Mutter sich anstecken, wie lange müssen wir isoliert leben, wie werde ich die nächste Miete bezahlen, wie die Miete danach? Ich spiele Candy Crush, stundenlang. Kämpfe um lächerliche Beträge mit diversen Ämtern. Rufe Beratungsstellen an.

Familienberatung: „Wie nur das mit dem Wechselmodell regeln, jetzt in dieser Extremzeit?“ Frauenberatungsstelle: „Sorgerechtsstreitigkeiten und Unterhaltsklagen sind meistens nur zermürbend und führen zu nichts.“ Finanzberatung: „Die Soforthilfe des Bundes ist für Unternehmen, nicht für Unternehmer. Kompensation für Lohnausfall ist nicht vorgesehen.“ „Bleibt mir nur Hartz IV?“ „Leider ja.“ Therapeutin: „Ich habe keine Kraft mehr.“

Der Vater meiner Tochter will die Hälfte des Kindergelds, das ich beziehe: „Wenn du Hartz IV beantragst, wird es dir doch eh abgezogen, wäre doch Verschwendung.“ Er bekommt trotz Corona volles Gehalt. Ich sage ihm, dass ich kein Einkommen habe – es ist ihm egal. Ich breche in Tränen aus. Meine Tochter wischt sie mir zärtlich und altersgemäß unbeholfen vom Gesicht und fragt: „Mama, wieso bist du traurig? Komm, ich tröste dich.“ Ich weine in ihren Armen weiter. Bei der nächsten Übergabe spucke ich ihrem Vater vor die Füße.

Ich mache Radtouren mit meiner Tochter, stundenlang durch den Auwald und um den Cossi – jedes Mal frage ich mich, ob ich das eigentlich laut Ausgangssperre darf. Ich sehe viele Familien draußen und muss schlucken. Ich wünschte, ich wäre jetzt nicht so allein – treffe natürlich trotzdem Freunde zum Spazieren und mache mich damit strafbar. Mit Einführung des Bußgeldkatalogs zum 1. April werde ich unsicherer, die Isolation macht sich breiter, die Stimme, die mir sagt „selber schuld“ immer lauter. Ich verlasse kaum noch das Haus.

Jahrelange Streits, Krankheit und Geldnot haben Spuren hinterlassen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal wirklich gut geschlafen habe. Jeden Morgen wache ich gerädert auf und wundere mich für einen Moment, warum ich mich fühle, als hätte ich einen Alptraum gehabt. Dann fällt mir die Pandemie wieder ein.

Das Virus ist weder eine Strafe noch eine Katharsis, es war vor allem: absehbar. Spätestens seit der SARS-Epidemie vor fast zwanzig Jahren warnen Virologen vor den Folgen einer Pandemie in dieser globalisierten Welt. Ein Impfstoff durchlief nie die für die Verwendung an Menschen nötigen Tests – nicht einmal der Ausbruch des verwandten MERS-CoV änderte daran etwas. Selbst Deutschland mit seinem vergleichsweise guten Gesundheitssystem ist einer solchen Pandemie nicht gewachsen, weil auch dieses Gesundheitssystem profitorientiert funktioniert.

Covid-19 verweist auf alles, was in dieser Welt im Argen ist. Das autoritäre China, das den Arzt Li Wenliang im Dezember mundtot gemacht und damit die rasche Eindämmung erschwert hat, während Li an der Viruserkrankung starb. Die EU, die ihre Gesundheitssysteme kaputtgespart hat und statt auf gemeinsame Lösungen zu setzen die nationalen Grenzen schließt. Deutschland hat im Februar nach Italien geschaut, als wäre es kein Nachbarstaat und Karnevalsumzüge ausrichten lassen, anstatt alle Großveranstaltungen abzusagen und Hilfslieferungen zu schicken. Als würde Corona vor den Alpen haltmachen.

Von dem Virus sind alle betroffen, aber nicht alle gleich. Viele „Systemrelevante“ sind Frauen mit mieser Bezahlung, deren Ansteckungsrisiko umso höher ist. Anstatt ihre Gehälter anzuheben, klatschen die Menschen jetzt jeden Abend Beifall. Polizisten verscheuchen Menschen in Parks und kontrollieren die Einhaltung des Mindestabstands bei Spaziergängern – stehen dabei aber selbst dicht an dicht. Ohne triftigen Grund das Haus zu verlassen ist in Sachsen strafbar, aber was heißt schon triftig? Reicht es aus, vor Einsamkeit bald den Verstand zu verlieren?

Vielen fehlt die Luft zum Atmen in zu kleinen Wohnungen – in China sind Fälle von häuslicher Gewalt und Kindesmisshandlung während der Ausgangssperre um ein Vielfaches angestiegen. Andere haben gar keine Wohnungen. Ich male mit meiner Tochter Plakate für die Evakuierung von Moria und anderen Lagern. Ich reiße die Tapete ab, um mich abzulenken, wenn ich die Nachrichten nicht mehr aushalte. Sitze mit Kaffee am Fenster und warte. Irgendwann wird diese Pandemie vorüber sein. In was für einer Welt wir dann leben, bleibt abzuwarten.

Träume in der Coronakrise

Normalerweise warten wir bis Weihnachten, bis wir Menschen, die wir interessant finden, dazu einladen, ein bisschen zu träumen. Immer kurz vor dem Ende eines Jahres erscheinen dann in der LEIPZIGER ZEITUNG und auf L-IZ.de häufig sehr persönliche Texte, die sich aber auch dem gesellschaftlichen Ganzen widmen.

Unser Zusammenleben als Gemeinschaft hat sich in den vergangenen Wochen so schnell und drastisch geändert wie es viele niemals für möglich gehalten hätten. Mittlerweile wagt man zwar hier und dort einen Schritt zurück zur Normalität, doch Kontaktverbote und Maskenpflicht erinnern uns jeden Tag an den wohl noch lange andauernden Ausnahmezustand.

Wie die Menschen mit dieser Situation umgehen, ist sehr unterschiedlich. Manche werden krank und einige sterben, andere kommen mit der Isolation mehr oder weniger gut zurecht und viele denken in die Zukunft: Wie lange müssen und können wir mit den Einschränkungen leben? Wird unsere Welt in der Zeit nach Corona eine andere sein? Und falls ja: Wie wird sie dann aussehen?

Wir haben also Menschen gebeten, für uns zu träumen und uns zu erzählen, was die Coronakrise mit ihnen macht und wie sich das Leben aus ihrer Sicht verändern könnte.

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 78: Wie Corona auch das Leben der Leipziger verändert hat

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