Donnerstag, der 29. Oktober 2020: FDP, Linke und Gaststätten kritisieren Corona-Politik

Für alle LeserBundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsident/-innen haben sich gestern auf einen „Lockdown light“ verständigt. FDP und Linke kritisieren unter anderem fehlende Parlamentsbeteiligung und die Gaststätten wollen ihre Schließung nicht einfach hinnehmen. Außerdem: Der ehemalige Unirektor Cornelius Weiss ist tot. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 29. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
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Am ersten Tag nach dem verkündeten „Lockdown light“ dominierten erwartungsgemäß die Reaktionen auf diesen drastischen Schritt. In Sachsen waren es erneut vor allem Linke und FDP, die sich zu Wort meldeten.

Rico Gebhardt, der Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, holte heute zum Rundumschlag aus. Er forderte langfristige technische Investitionen und – genau wie die Grünen – eine Beteiligung der Parlamente. Zudem kritisierte Gebhardt den angeblich zu freundlichen Umgang des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) mit Corona-Leugner/-innen.

Die Forderung nach der Parlamentsbeteiligung kam auch aus der sächsischen FDP. Deren Landesvorsitzender Frank Müller-Rosentritt bezeichnete die geplanten Maßnahmen zudem als „völlig unverhältnismäßig“. Gastronomie, Kultur und Sport seien keine „Infektionsherde“ und hätten zahlreich in Sicherheit und Hygiene investiert.

Bereits gestern hatten die IHKs Sachsens vor allem die Schließung der Gastronomie in Frage gestellt, welche jedoch größere Ausfallzahlungen vom Bund erhalten soll (L-IZ.de berichtete).

Dehoga will klagen

Unterdessen gibt es seitens des Gaststättenverbandes Dehoga in Sachsen bereits die Ankündigung juristischer Schritte, wie der MDR heute in Form eines Interviews mit Axel Klein vom Verband berichtete. Andere Ankündigungen zu Einschränkungen und Schließungen dürften in den kommenden Tagen wieder zahlreich folgen.

So informierte heute beispielsweise die Stadt Leipzig, dass sich Menschen nur noch 20 Minuten in den Bibliotheken aufhalten dürfen. Sie fürchtet einen Ansturm vor einer möglichen Schließung am Montag. Längst ist auch eine Debatte darüber entbrannt, dass in der Leipziger Innenstadt eine Maskenpflicht gilt – von der bislang jedoch kaum einer weiß und die bislang nur wenig und vor allem bei Radfahrern kontrolliert wird.

Prof. Cornelius Weiss. Foto: Michael Freitag

Prof. Cornelius Weiss. Foto: Michael Freitag

Derweil informierte die Universität Leipzig heute über einen prominenten Todesfall.

Der ehemalige Rektor Cornelius Weiss – von 1991 bis 1997 im Amt – ist am Dienstag im Alter von 87 Jahren gestorben. Die heutige Rektorin Beate Schücking bezeichnete ihn als für sie „wichtigsten Zeitzeugen“. Auch Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow und Vertreter/-innen verschiedener Parteien äußerten ihre Trauer.

In den letzten Jahren hatte sich Weiss neben vielen weiteren Aktivitäten auch bei der „Aufstehen“-Bewegung engagiert und zuvor den Anfangsveranstaltungen der sogenannten Montagsmahnwachen beigewohnt.

Leuschnerplatz, Cottaweg und Radwege

Worüber die L-IZ heute berichtet hat: über die Wünsche der SPD-Fraktion für den Wilhelm-Leuschner-Platz, über die Verkehrslage am Cottaweg und über eine ADFC-Forderung nach mehr Radwegen in Sachsen.

Was heute außerdem wichtig war: Das Amt für Statistik und Wahlen hat wieder die jährlichen Fragebögen für die Kommunale Bürgerumfrage verschickt. Diesmal hat es unter anderem die Auswirkungen der Coronakrise im Blick. Die 9.000 Fragebögen gehen an zufällig ausgewählte Leipziger/-innen.

LockdownLight: Zankapfel Gastronomie

SPD fasst ihren Antrag zum Wilhelm-Leuscher-Platz neu: Das neue Quartier braucht mehr Grün, mehr Spielplätze und Radabstellanlagen

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Foto: L-IZ.de

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