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Wenn Leipziger/-innen träumen: Corona – und was bleibt?

Von Angelika Schütt, Mitarbeiterin der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Leipzig

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    LEIPZIGER ZEITUNG/ Auszug Ausgabe 86, seit 18. Dezember 2020 im HandelDas Jahr 2020 neigt sich dem Ende und für mich war es ein total überraschendes Jahr. Vieles in meinem Leben wurde plötzlich von anderen bestimmt, es wurde einfach alles anders, als wir es uns vorgestellt hatten. Ich fühlte mich ziemlich ausgebremst, in vielen Aktivitäten meines täglichen Lebens. Aber ich will nach vorn schauen und träume bereits vom nächsten, einem vielleicht „besseren Jahr“.

    Träumen fällt mir in dieser besonderen Zeit gerade leicht, denn das kann mir keiner nehmen. Ich träume davon, mich mit vielen Freunden auf einmal treffen zu können und unbeschwert zu reden, essen, Freude zu haben und gesellig zu sein. Ich wünsche mir, diese Treffen mehr zu genießen, denn wir haben erfahren, wie schnell das nicht mehr möglich sein kann. Wie wertvoll etwas ist, merkt man ja erst, wenn man es nicht mehr hat. Ich möchte mich wieder an Kunst und Kultur erfreuen können und sie wieder unbeschwert genießen.

    Das Titelblatt der LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 86, Ausgabe Dezember 2020. Foto: Screen LZ

    Durch Corona musste ich alle Aktivitäten im Ehrenamt einstellen. Das schmerzt sehr. Meine Hoffnung ist, dass ich im neuen Jahr wieder mit einigen Aktivitäten starten kann. Ich träume davon, wieder mit meinem Gemeindechor proben und singen zu können. Wir wollen für Menschen zu Ostern, Hausmusikabenden, Erntedank und Weihnachten singen und sie mit Musik aus verschiedenen Epochen erfreuen.

    Am meisten vermisse ich die Begegnungen und Gespräche bei gutem vegetarischen Essen in meiner Gemeinde. Viele Kontakte waren in diesem Jahr schwierig zu halten. Ich wünsche mir im nächsten Jahr, all die lieben Menschen an einem der Abende wiederzutreffen.

    Teilen ist keine neue Idee, aber gerade jetzt erfinden wir es neu und es sollte alle Bereiche unseres Lebens und der Gesellschaft durchdringen. Es bedeutet für mich, für andere da zu sein, ihnen zu helfen und besonders Zeit zu verschenken. Zeit ist das Wertvollste, was wir teilen können. Wir haben alle gleich viel, aber sie gut zu nutzen, fällt uns oft schwer und so manches Mal trauern wir vergebenen Situationen hinterher. Ich genieße die freie Zeit, die ich in Corona mehr mit meinen Enkeln verbringen konnte, und ich wünsche mir das auch für das neue Jahr und ich hoffe, das Hamsterrad hinter mir zu lassen.

    Nach den Erfahrungen der letzten Monate wird es ein „weiter so“ sicher nicht mehr geben und ich hoffe, dass wir gestärkt und verändert aus der Krise herausgehen können.

    Und noch etwas habe ich im Blick: Ich wünsche mir mehr Nachhaltigkeit unter uns. Müssen es immer noch mehr neue Klamotten und noch mehr Waren sein? Ein kluger Mann sagte einmal: „Besitz belastet“ und er lebt gut mit wenig. Ich habe dieses Jahr geholfen, Weihnachtspäckchen für Kinder in Heimen in Osteuropa zu packen und ich hatte dabei viel Freude.

    Ich wünsche mir, dass wir für unsere Kinder, denen es nicht so gut geht oder die schlechte Lebensbedingungen haben, mehr da sind. Ob durch Zeit, Geld oder solche Paketgeschenke. Sie sind unsere nächste Generation und sie haben es verdient, dass wir sie unterstützen und ihnen helfen. In diesem Sinne wünsche ich uns allen offene Herzen für unsere Familien und Mitmenschen und ein anderes, aber auch besonderes neues Jahr.

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