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Wenn Leipziger/-innen träumen: Nicht über, sondern mit Sexarbeiter/-innen reden

Von Linda Apsel, Sozialarbeiterin bei der Aidshilfe Leipzig

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    LEIPZIGER ZEITUNG/ Auszug Ausgabe 86, seit 18. Dezember 2020 im HandelIch träume von einem offeneren Umgang mit dem Thema Sexualität. Das ermöglicht uns nämlich so vieles, zum Beispiel besseren, aufgeklärten Sex. Ich träume von offener Kommunikation über Wünsche, Fantasien und Grenzen. Davon, dass Konsens nicht nur „sexy“ ist, sondern selbstverständlich.

    Das Titelblatt der LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 86, Ausgabe Dezember 2020. Foto: Screen LZ

    Von ehrlichen Gesprächen über Sex, ohne Leistungsdruck und unrealistische Porno-Ideale. Von weniger blauer Ersatzflüssigkeit in Werbung für Menstruationsprodukte. Von der Entmystifizierung des sogenannten „Jungfernhäutchens“.

    Und davon, dass Frauen nicht wegen der Anzahl ihrer Sexpartner/-innen abgewertet werden. Dass es genauso akzeptiert wird, wenn Menschen gar keine Lust auf Sex haben.

    Ich träume davon, dass jede Person sich in ihrer Sexualität mit all ihren Bedürfnissen frei entfalten kann. Und davon, dass mehr Menschen erfahren, dass HIV unter Therapie nicht mehr übertragbar ist.

    Dass sich niemand für die eigene Sexualität rechtfertigen muss. Schon gar nicht dafür, wie man liebt oder lebt. Und dass Geschlecht nicht mehr durch Genitalien definiert wird.

    Ich träume davon, dass Menschen nicht mehr dafür verurteilt werden, wie sie Sex haben. Auch nicht, wenn sie sich dafür bezahlen lassen oder eben selbst dafür bezahlen. Und ich träume davon, dass man Sexarbeiter/-innen mehr zuhört und nicht mehr nur über sie redet. Von mehr Gehör für ihre Bedürfnisse in der Politik.

    Davon, dass man anderen ihre Art von Sexualität nicht abspricht, weil man sie sich nicht für sich selbst vorstellen kann. Mehr Solidarität und Offenheit, weniger restriktive Sexualmoral. Gemeinsame feministische Kämpfe. Davon träume ich für das nächste Jahr.

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