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Gesundheitsspolitikerin der Linken fordert: Sachsen braucht wieder richtige Impfzentren

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    Schon am 9. November hat Susanne Schaper, Sprecherin der Linksfraktion im Landtag für Gesundheitspolitik, die Wiedereröffnung der Impfzentren in Sachsen gefordert. Die Inzidenzzahlen waren längst wieder angezogen. Die Booster-Impfungen wurden beworben. Und klar war auch, dass es verstärkt 2G-Regeln für fast alle Bereiche geben würde – also auch Schlangen bei jedem Impfangebot. Am Montag gab es dann auch eine Pressekonferenz des Sozialministeriums.

    Bei der Gelegenheit wiederholte Schaper ihre Forderung.

    „Ich hätte nie gedacht, dass es bei den Corona-Schutzimpfungen in Sachsen noch mal hapern könnte. Die Staatsregierung müsste doch aus den Erfahrungen gelernt haben – das hat sie aber nicht“, sagte sie am Montag, 15. November.„Sie arbeitet wie ein Winterdienst, der Ende Januar Streusalz bestellt und vorher vom Eis überrascht wird. Selbstverständlich ist das Interesse an der Schutzimpfung schlagartig gewachsen, aber das war absehbar. Bei einem geringen Infektionsgeschehen wie im Sommer ist die Nachfrage niedrig, bei einem eskalierenden Infektionsgeschehen steigt sie schnell. Seit vielen Monaten ist zudem die Rede davon, dass Auffrischungsimpfungen in der Breite nötig werden. Die Staatsregierung war darauf nicht vorbereitet. Sie hätte sich aber seit Monaten darum kümmern müssen. Ich bin auch deshalb enttäuscht, weil wir davor gewarnt hatten, die Impfzentren so früh und definitiv zu schließen.“

    Aber auch Sachsen brachte es fertig, ausgerechnet zu Beginn der Vierten Welle im September die Impfzentren zu schließen. Als wäre die Pandemie schon vorbei und der Freistaat hätte eine Impfquote, die das Land sorglos hätte in den Winter gehen lassen. Aber die hat Sachsen nicht. Im Gegenteil. Bei der Impfquote liegt Sachsen derzeit mit 57,4 Prozent weit weg von den tatsächlich benötigten 90 Prozent, mit denen eine Ausbreitung des Virus tatsächlich eingedämmt werden könnte.

    Bei „MDR SACHSEN – Das Sachsenradio“ verteidigte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping die Schließung der Impfzentren in Sachsen zum 30. September.

    „Man habe die Entscheidung des Bundes umgesetzt. Unter anderem verwies die SPD-Politikerin auf Kostengründe. Ab Juli seien in Sachsen die Impfzentren nur noch zwischen 15 bis 20 Prozent ausgelastet gewesen. An manchen Tagen sei kein Impfling mehr gekommen. Sachsen habe aber weiterhin 30 mobile Impfteams finanziert, die nach anfänglicher Flaute inzwischen wieder 4.000 Impfungen am Tag verabreichten.“

    Für Susanne Schaper waren die Ankündigungen der Gesundheitsministerin am Montag freilich enttäuschend.

    „Sachsen wird immer noch keine echten Impfzentren eröffnen. Zwar soll es etwas mehr mobile Teams mit festen ‚Impfstellen‘ geben, aber diese werden deutlich weniger Menschen gleichzeitig impfen können als die früheren Impfzentren mit mehreren Impfstrecken“, kritisiert Schaper.

    „Bis diese Kapazitätserhöhung wirkt, sollen zudem noch zwei Wochen vergehen. Und selbst dann wird die Kapazität nicht ausreichen, um gut durch den Winter zu kommen. Die Hausarztpraxen werden dieses Defizit nicht ausgleichen können, denn viele von ihnen arbeiten bereits jetzt an oder jenseits der Überlastungsgrenze. Wer sich dort um einen Impftermin bemüht, wird schon jetzt oft auf Januar vertröstet. Viele Bürgerinnen und Bürger haben zudem gar keine Hausärztin und keinen Hausarzt.“

    Eigentlich ein frustrierendes Bild, das sich da zeichnet. „Es müssen wieder Impfwillige weggeschickt werden, oft nachdem sie stundenlang in der Warteschlange ausgeharrt haben. Das enttäuscht viele Menschen, die bereit sind, an der Eindämmung der Pandemie mitzuwirken“, so Schaper.

    „Mehr als 2,3 Millionen Sächsinnen und Sachsen sind doppelt geimpft, die meisten dürften auch die Auffrischungsimpfung wünschen. Bei vielen ist die Wartefrist jetzt oder schon bald verstrichen – sie beträgt je nach Impfstoff drei bis sechs Monate nach der zweiten Schutzimpfung. Es ist zynisch, dass derzeit mit Großflächenplakaten für die Schutzimpfung geworben wird. Es führt kein Weg an echten Impfzentren mit mehreren Impfstrecken vorbei!“

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      1 KOMMENTAR

      1. Mobile Impfteams!? Schön und gut. Im Wohnzimmer von Erich Zeigner geimpft zu werden, hat einen gewissen surrealen Charme, aber derartige Lokationen sind z. T. nicht wirklich geeignet für massenhafte Impfungen. 2,5 Stunden in der Kälte stehen und kein WC weit und breit – da muss man schon hart im Nehmen sein… Um ordentliche Impfzentren werden wir wohl nicht mehr herumkommen!

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