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Auch Vorschulkinder können jetzt untersucht werden

Lungenfunktionsmessung in der UKL-Kinderklinik umfassend modernisiert

In der Kinderklinik des Universitätsklinikums Leipzig wurde die Lungenfunktionsmessung umfassend modernisiert. Neben einer neuen technologischen Basis für die Verarbeitung der Mess-Daten gibt es auch bei der Untersuchung selbst einige Verbesserungen. So können künftig bereits auch Kinder im Vorschulalter umfassend auf Lungengerüsterkrankungen untersucht werden.

Eine neue technologische Plattform erleichtert seit kurzem die Arbeit der Kinderlungen-Experten am Universitätsklinikum. Mit der Umstellung auf ein neues Computerprogramm wird die Verarbeitung der Daten aus den Lungenfunktionsmessungen deutlich verbessert und die Vernetzung innerhalb des Hauses erleichtert. „Die Testergebnisse können nun überall im Haus durch einen Arzt beurteilt werden. Dieser ist nicht mehr an einen bestimmten Schreibtisch, zum Beispiel im Nachbarraum, gebunden“, sagt Dr. Freerk Prenzel, Oberarzt in der Kinderklinik und Leiter der Kinder-Pneumologie. Gleichzeitig bietet die Plattform die Möglichkeit, Untersuchungsdaten unkompliziert zwischen verschiedenen Bereichen des UKL auszutauschen, wenn ein Patient auch dort behandelt wird, zum Beispiel mit der Hautklinik oder den Lungenspezialisten in der Pneumologie.

Dies ist beispielsweise auch dann besonders von Vorteil, wenn jugendliche Patienten mit Mukoviszidose von der Kinderklinik in die Erwachsenensprechstunde wechseln. „Die Befunde werden komplett elektronisch erfasst und gespeichert. So sind nicht mehr zahlreiche Scans und Kopien notwendig, die in einer Patientenakte aus Papier abgelegt werden“, zählt der Mediziner die Vorteile auf. Außerdem können die Ärzte Messwerte in einem Diagramm darstellen und so zum Beispiel beurteilen, wie der Krankheitsverlauf bei einem kleinen Patienten mit schwerem Asthma ist. Zudem sind die Ergebnisse und Befunde sofort verfügbar, etwa wenn der Patient von der Untersuchung zur Behandlung auf Station kommt.

Anhand von Referenzwerten können die UKL-Mediziner bei der Auswertung der Testergebnisse sofort sehen, ob die Lunge normal funktioniert oder ob sie durch eine Krankheit nur eingeschränkt arbeitet. Die Referenzwerte, die innerhalb der elektronischen Plattform einen Abgleich mit den Patientendaten ermöglichen, entsprechen dem weltweit empfohlenen Standard und bieten eine hohe Diagnose-Sicherheit, da für die Ermittlung dieser Werte große Bevölkerungsgruppen jeden Alters und auf allen Kontinenten untersucht wurden.

Neben der neuen technologischen Basis gibt es auch bei der Untersuchung der Lungenfunktion selbst, der Spirometrie, einige Neuerungen. So ist es jetzt auch möglich, schon bei Kindern im Vorschulalter verlässlich zu messen, ob der Gastransport und die Aufnahme ins Blut richtig funktionieren oder ob beispielsweise eine sogenannte Lungengerüsterkrankung vorliegt. „Während bislang große Atem-Volumina notwendig waren, um korrekte Ergebnisse zu erzielen, können durch einen Wechsel der ‚Begleitgase‘, die bei dieser Untersuchung zum Einsatz kommen, auch kleine Kinder problemlos untersucht werden“, so Dr. Prenzel.  Ein zweiter Monitor direkt an der Mess-Kabine sorgt dafür, dass Hilfestellungen bei den verschiedenen Ein- und Ausatmungen, die für eine Messung notwendig sind, den Kindern und Jugendlichen direkt angezeigt werden können.

Zur Untersuchung der Lungenfunktion stehen am UKL noch zahlreiche weitere Testverfahren zur Verfügung: neben der Kaltluft- und Medikamentenprovokation auch der Fahrrad-Ergometer und ein Laufband für die so genannte Ergo-Spirometrie, um die Lunge unter körperlicher Belastung zu testen. „Wir bieten damit die gesamte Bandbreite an Provokationsverfahren und können so die Lunge umfassend untersuchen. Kinder, die eine Lungenerkrankung haben, werden bei uns engmaschig betreut. Dazu gehört auch eine regelmäßige Funktionsmessung, um auf Veränderungen schnell reagieren zu können“, erklärt Dr. Prenzel.

Am UKL, das als Mukoviszidose-Einrichtung für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen zertifiziert ist, werden jedes Jahr mehr als 1000 kleine Patienten mit den unterschiedlichsten Krankheiten des Atmungsorgans betreut. Die Zahlen steigen kontinuierlich, da Lungenerkrankungen im jungen Alter zunehmen und besonders Asthma, aber auch Mukoviszidose immer häufiger auftreten.

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