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Sächsische Polizei unterstützt Verkehrsunfallforscher der TU Dresden

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    Die Verkehrssicherheit im Freistaat Sachsen weiter zu erhöhen und dabei zukunftsorientiert fortzuentwickeln, ist das Ziel einer neugeschlossenen Kooperation zwischen der Polizei Sachsen und der Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden GmbH (VUFO). Die entsprechende Rahmenvereinbarung schlossen heute Sachsens Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar und VUFO-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Henrik Liers.

    Die Zusammenarbeit zwischen sächsischer Polizei und der VUFO besteht bereits seit 1999. Die neugeschlossene Vereinbarung soll fortan eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Polizei und der Unfallforschung ermöglichen und dabei auch neue Mobilitätsformen und die damit einhergehende Automatisierung und Digitalisierung des Straßenverkehrs berücksichtigen. Die Vereinbarung beinhaltet Regelungen der Erhebungsmethodik, des Datenschutzes und Datenaustauschs sowie der Verfahrensweise der Zusammenarbeit von Polizei und VUFO.

    Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar: „Die gemeinsame Arbeit für die Verkehrssicherheit wird damit auf ein neues Level gehoben, um das gemeinsame Ziel der ‚Vision Zero‘ – irgendwann keine Toten mehr im Straßenverkehr beklagen zu müssen – zu erreichen. Außerdem steht dieses Ziel im Einklang mit der Fortschreibung der Strategie der sächsischen Polizei, da Sicherheit im Straßenverkehr eine Kernaufgabe unserer Arbeit darstellt und für jeden Menschen im Alltag eine besondere Rolle spielt.“

    Im Rahmen des Kooperationsprojektes GIDAS (German In-Depth Accident Study), initiiert von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) sowie der Forschungsvereinigung Automobiltechnik e. V. (FAT), wurde die Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden GmbH (VUFO) als derzeit einziger Forschungsnehmer in Deutschland beauftragt, Verkehrsunfälle mit Personenschaden zu erheben, umfangreich zu dokumentieren und auszuwerten.

    Das Projekt sieht vor, Verkehrsunfälle mit Personenschäden auf den Straßen und Autobahnen im Großraum Dresden zu erfassen. Im Regelfall erfolgt die Unfallmeldung über eine automatisierte Schnittstelle aus den Führungs- und Lagezentren der Polizeidirektionen Dresden und Görlitz, dem Autobahnpolizeirevier Chemnitz oder der Integrierten Regionalleitstelle Hoyerswerda zum System der VUFO.

    Das Erhebungsteam, bestehend aus technischem und medizinischem Fachpersonal, ist mit zwei Einsatzfahrzeugen im Stadtgebiet Dresden und den angrenzenden definierten Gebieten unterwegs. An der Unfallstelle selbst melden sich die Verkehrsunfallforscher bei den Polizeikräften an und nehmen ihre Arbeit auf, sofern Rettungsmaßnahmen dem nicht entgegenstehen. Das Erhebungsteam und der Polizeivollzugsdienst kooperieren vor Ort und unterstützen sich bei Bedarf auch gegenseitig.

    Mithilfe eines definierten Codebooks erfassen die Erhebungsteams an der Unfallstelle eigenständig Daten. Hierzu gehören unter anderem Informationen zu Gegebenheiten der Unfallstelle, der Unfallentstehung, zu Fahrzeugausstattungen, Deformationen und Beschädigungen sowie zu Art, Schwere und Ursache von Personenschäden. Zudem werden Unfallbeteiligte befragt und die Unfallstelle detailliert vermessen. Anschließend werden allgemein zugängliche Daten am Unfallort und zu Umweltbedingungen sowie Fahrzeugangaben erhoben.

    Die Zusammenarbeit wird auch nach der Aufnahme des Unfalls vor Ort nicht beendet. So werden nachträglich verfügbare Informationen in enger Zusammenarbeit mit der Polizei, den Krankenhäusern und den Rettungskräften erfasst. Zum Beispiel stellt die Polizei den Unfallforschern auf Nachfrage weitere Daten wie Lichtbilder und Unfallskizzen zur Verfügung. Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt nur mit der Einwilligung des Betroffenen.

    VUFO-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Henrik Liers: „Das GIDAS-Projekt mit seinem stark interdisziplinär geprägten Ansatz, den mehr als 3.500 Daten pro Unfall, den angefertigten Unfallrekonstruktionen und dem repräsentativen Erhebungsanspruch ist weltweit einzigartig. Die in und um Dresden gesammelten Daten und Erkenntnisse werden von Ministerien, Behörden, Fahrzeugherstellern und -zulieferern, Verbraucherschutzorganisationen und Verbänden im In- und Ausland genutzt, um den Straßenverkehr für alle Arten von Verkehrsteilnehmern sicherer zu gestalten. Viele der heutigen Sicherheitssysteme, die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer vor Unfällen oder zumindest schweren Verletzungen schützen, basieren maßgeblich auf Unfallforschungsdaten.“

    Ziel des Projekts ist die kontinuierliche Erhöhung der Verkehrssicherheit durch die Entwicklung innovativer Fahrzeugsicherheitssysteme, Verbesserungen in den Bereichen Infrastruktur und Rettungswesen/Notfallmedizin sowie die Unterstützung von Gesetzgebungs- und Präventionsmaßnahmen.

    Im Jahr 2020 ereigneten sich im Freistaat Sachsen 93.442 Verkehrsunfälle, wie die Verkehrsunfallstatistik zeigt. Die Anzahl der Unfälle, bei denen ein oder mehrere Menschen ihr Leben verloren, ging von 158 auf 141 zurück. Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Menschen schwer verletzt wurden, sank zuletzt ebenfalls – um zehn Prozent von 3.431 auf 3.121.

    Verkehrsunfälle mit Leichtverletzten waren in dem Zeitraum um 10,4 Prozent von 9.775 im Jahr 2019 auf 8.756 im Jahr 2020 rückläufig. Die Hauptunfallursachen bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden waren auch 2020 wieder mit 15,8 Prozent Vorfahrtsverletzungen, gefolgt von überhöhter Geschwindigkeit (14,1 Prozent), nicht genügendem Abstand (10,8 Prozent) sowie Fehlern beim Abbiegen (8,6 Prozent).

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