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Großes Hoffest am 17. Juni auf dem Wassergut Canitz: Wie Biolandwirtschaft und Wasserschutz zusammen funktionieren

Hier gehen Trinkwasserschutz und Wasserförderung Hand in Hand: Im Muldetal bewirtschaftet die Wassergut Canitz GmbH eine Fläche von mehr als 1.000 Fußballfeldern auf höchstem Biostandard und sorgt damit dafür, dass sich eine ganze Region auf sauberes Trinkwasser verlassen kann. Die Idee dahinter: Mit einem ausgeklügelten Bewirtschaftungskonzept und ohne den Einsatz chemisch-synthetischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel gelingt es, die Einträge in die Böden so zu regulieren, dass die Grenzwerte z.B. für Nitrat im geförderten Rohwasser seit Jahren weit unter dem Grenzwert liegen.

Auf dieses Jahr fallen gleich zwei Geburtstage: Zum einen kauften die Vorväter der Stadt Leipzig vor genau 110 Jahren die Areale um die Wasserwerksstandorte – und zwar schon damals mit der Idee des Hygiene- und Ressourcenschutzes. Zum anderen betreibt die Wassergut Canitz GmbH seit 25 Jahren ökologische Landbewirtschaftung auf genau diesen Arealen. Und das feiern die Leipziger Wasserwerke an diesem Samstag, dem 17. Juni 2017, von 14 bis 21 Uhr mit einem großen Hoffest auf dem Wassergut Canitz.

Hintergrund: Leipziger Trinkwasser und Wassergut Canitz

Die Leipziger Wasserwerke versorgen in Leipzig und der Region rund 677.000 Menschen täglich mit frischem Trinkwasser. Dafür betreiben sie im Muldetal bei Naunhof und Wurzen vier Großwasserwerke, die drei Viertel des täglich benötigten Trinkwassers fördern. Mit 7.700 Trinkwasserproben jährlich schauen die Wasserwerke besonders intensiv auf die Qualität und Beschaffenheit des Trinkwassers. „Hier macht sich die landwirtschaftliche Arbeit des Wassergut Canitz direkt bemerkbar: Seit Jahren gelingt es uns verlässlich, den Grenzwert für Nitrat von 50 Milligramm pro Liter um die Hälfte zu unterbieten. Damit vermeiden wir, aufwendige Aufbereitungsstufen in unseren Wasserwerken installieren zu müssen. Wir sind mit unserem Prinzip des vorsorglichen Trinkwasserschutzes also auf dem richtigen Weg“, betont der Technische Geschäftsführer der Leipziger Wasserwerke, Dr. Ulrich Meyer.

Ökolandbau hält das Leipziger Trinkwasser verlässlich und nachhaltig sauber. „Im konventionellen Bereich werden üblicherweise künstlicher Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Das ist bei uns anders. Wir setzen auf eine konsequente und wasserschutzgerechte Fruchtfolge. Sie sorgt für einen stabilen Humushaushalt und ein ausgewogenes Nährstoffgleichgewicht. Schadinsekten und Nützlinge bleiben in einer guten Balance“, betont der Geschäftsführer der Wassergut Canitz GmbH, Dr. Bernhard Wagner.

Auch der Ökoanbauverband Bioland, dem das Wassergut Canitz angehört, schätzt die Arbeit im Muldetal: „Die jüngste Studie des Umweltbundesamtes zeigt, dass bundesweit bei Messstellen über 27 Prozent der Grundwasserkörper den derzeitigen Grenzwert bei Nitrat überschreiten. Das Wassergut Canitz hat in den vergangenen 25 Jahren durch die Umstellung auf ökologische Wirtschaftsweise seine Nitratwerte stark senken können. Wir sehen hier einen Bio-Vorzeigebetrieb, der den Biolandbau mit guten Erträgen und Ressourcenschutz verbindet“, sagt Uwe Becherer, Teamleiter des Bioland Landesverbandes Ost und führt aus: „Hier erleben wir die Vorzüglichkeit des Ökolandbaus, denn das Wassergut Canitz sichert nicht nur gutes Trinkwasser, sondern auch Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt.“

Hoffest: Landwirtschaft zum Anfassen und Erleben

Von 14 bis 21 Uhr steht auf dem Gelände des Wassergut Canitz alles im Zeichen von Landbewirtschaftung und Trinkwasserschutz. Neben Informationen zur Arbeit des Unternehmens und Besichtigungen des benachbarten Wasserwerks Canitz und Parks Canitz gibt es vor allem Landwirtschaft zum Anfassen für Groß und Klein: Besucher können Traktorfahren, die Vierbeiner auf der Kuhkoppel besuchen, Pony reiten, auf der Traktorwippe Geschicklichkeit sehen und an der Trinkwasserbar das frische Leipziger Trinkwasser probieren. An verschiedenen Stationen können kleine Besucher experimentieren und am Ende Wasserexperte werden. Ausgelassen toben heißt es für Kinder auf der Strohhüpfburg; rasant geht es beim Kettcar-Rennen zu. Romantisch wird es hingegen beim Grillen und Stockbrot am Lagerfeuer.

Zur Anreise empfehlen wir die S-Bahn bis Eilenburg, von wo aus es den gesamten Nachmittag über einen Busservice zum Wassergut und wieder zurückgeben wird. Mit dem ADFC können sich Fahrradfahrer ab Machern für eine geführte Tour zum Wassergut Canitz anmelden. Die Anmeldung ist bis zum 16. Juni möglich über www.L.de/veranstaltungen.

Dort befindet sich das Wassergut Canitz:
Wasewitz 42, 04808 Thallwitz

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