4.3 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Im „Melder“ finden Sie Inhalte Dritter, die uns tagtäglich auf den verschiedensten Wegen erreichen und die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Es handelt sich also um aktuelle, redaktionell nicht bearbeitete und auf ihren Wahrheitsgehalt hin nicht überprüfte Mitteilungen Dritter. Für die Inhalte sind allein die Übersender der Mitteilungen verantwortlich, die Redaktion macht sich die Aussagen nicht zu eigen. Bei Fragen dazu wenden Sie sich gern an redaktion@l-iz.de.

Warnstreik-Premiere bei Globalfoundries ein voller Erfolg!

Mehr zum Thema

Mehr

    Am 11. März 2020 fand wie angekündigt ein Warnstreik bei Europas größter Chip-Fabrik statt. Zum Höhepunkt des Streikes demonstrierten 600 Beschäftigte vor dem Werkstor und forderten lautstark einen Tarifvertrag. Beim Schichtwechsel kam es so zu erheblichen Beeinträchtigungen. Trotz der Einschüchterungsversuche durch das Unternehmen beteiligten sich wie erwartet genügend Mitarbeiter am Warnstreik.

    „Die Streikbrecherprämie als Wertschätzungsprämie zu bezeichnen, ist sowohl lächerlich als auch unverschämt!“, so Norbert Winter, örtlicher Streikleiter der IG BCE. „Wer mit 100 € das Grundrecht auf einen Tarifvertrag abkaufen will und gleichzeitig den Schichtlern den Urlaub kürzt, der scheint jeden Anstand verloren zu haben.“ Das Management hatte noch Stunden vor dem Warnstreik eine Prämie in Höhe von 100 € ausgelobt, für all diejenigen, welche sich nicht am Streik beteiligen. Dies ist zwar zulässig, stellt aber eine moralisch höchst zweifelhafte Maßnahme dar.

    Trauriger Höhepunkt des Warnstreikes war der Moment, als die Geschäftsführung versuchte, mittels abgedunkelter Transfer-Shuttle-Busse sich selbst und andere Mitarbeiter am Streik vorbeizumogeln. „Das paßt zu der ‚Wir schaffen das-eMail‘, welche noch am Vormittag an alle Beschäftigten verschickt wurde.“, kommentierte Ulf Brinkman, Vorsitzender der gewerkschaftlichen Vertrauensleute bei Globalfoundries. Der Bus kam allerdings nicht an den Streikenden vorbei und musste kehrtmachen. So wie die Streikbrecher, versuchte er über den Hintereingang das Betriebsgelände zu verlassen.

    „Wir hatten als Bezirk nicht viel Zeit den Warnstreik zu organisieren. Aber eine professionelle Organisation zahlt sich eben aus.“, so Norbert Winter und weiter: „Ich weiß, daß sich viele der Beschäftigten das eigentlich von ihrem Management wünschen würden.“ Die IG BCE hofft, daß weitere solche Maßnahmen nicht notwendig sind. Wenn das Unternehmen jedoch weiterhin Tarifverhandlungen blockiert, dann können diese jederzeit wiederholt werden.

    GLOBALFOUNDRIES ist ein US-amerikanischer Halbleiterhersteller, das 2009 als Ausgründung der Halbleiterfertigung von AMD gegründet wurde. Der alleinige Anteilseigner ist die Advanced Technology Investment Company (ATIC) des Emirates von Abu Dhabi. Das Unternehmen betreibt weltweit zehn Fabs in drei Ländern (Deutschland, Singapur und USA) und beschäftigt zirka 18.000 Mitarbeiter.

    Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ist mit rund 630.000 Mitgliedern die drittgrößte Gewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Zum Organisationsbereich gehören die Branchen Bergbau, Chemie, Energie, Erdöl und Erdgas, Glas, Kautschuk, Keramik, Kunststoffe und nichtmetallische Werkstoffe, Leder, Papier, Umwelt, Wasser und Ver- und Entsorgungsbetriebe. Vorsitzender seit 2009 ist Michael Vassiliadis. Hervorgegangen ist die IG BCE 1997 aus einer Fusion der IG Chemie-Papier-Keramik, der IG Bergbau und Energie und der Gewerkschaft Leder.

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ