„Die Gesundheitsämter sind die wichtigste Kraft, um die Coronapandemie zu bekämpfen. Die Beschäftigten im öffentlichen Gesundheitsdienst sind wahre Alleskönner“, erklärt Sachsens Sozialministerin Petra Köpping zum Tag des Gesundheitsamts am 19. März. Sie bedankt sich bei den über tausend Beschäftigten der 13 Ämter in Sachsen. Sie seien gerade in dieser schwierigen Situation eine zentrale Säule für den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung.

Die Gesundheitsämter beobachten, bewerten und überwachen die gesundheitliche Situation der Bevölkerung. Sie sind für den Infektionsschutz der Bevölkerung zuständig und beraten bzw. unterbreiten Hilfsangebote. Aktuell leisten die Gesundheitsämter die zentrale Arbeit beim Management der Corona-Infektionsfälle. Sie ermitteln die Kontakte von Betroffenen, ordnen nötige Maßnahmen wie Quarantäne, Tests oder auch die Schließung von Einrichtungen an und bewerten Hygienekonzepte.

Zudem übermitteln sie die Infektionsfälle an die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen, von der dann die Übermittlung an das Robert-Koch-Institut erfolgt. Parallel aber führen Sie auch noch alle Aufgaben durch, die auch in Krisenzeiten nicht liegenbleiben dürfen: etwa die Schulaufnahmeuntersuchungen bei den Kindern, die Qualitätskontrolle des Trinkwassers oder notwendige Begutachtungen.

Gesundheitsministerin Petra Köpping betont: „Diese aktuelle Bedrohung der öffentlichen Gesundheit zeigt uns einmal mehr: Wir brauchen starke Gesundheitsämter. Dass sie bisher von vielen wenig wahrgenommen wurden, liegt auch daran, dass sie gut und geräuschlos gearbeitet haben. Nun wird für eine große Öffentlichkeit klar, welche Verantwortung auf den Ämtern lastet. Aber es wird auch klar, wo und wie wir sie stärken müssen: Mit mehr Personal. Mit guter Bezahlung. Mit einer besseren digitalen Ausstattung. Wir brauchen in den Gesundheitsämtern hervorragende medizinische Fachleute, die ein Lagebild erstellen und auf dieser Basis schnelle Entscheidungen treffen sowie die Landräte und Oberbürgermeister beraten können.“

Hintergrund:

Das Gesundheitsamt vor Ort ist eine zentrale Säule für den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung. Die Arbeit der rund 400 kommunalen Gesundheitsämter wurde bislang nicht ausreichend gewürdigt, auch die personelle Ausstattung der Gesundheitsämter ist über viele Jahre gesunken. Daher hat das Robert-Koch-Institut 2019 erstmals den Tag des Gesundheitsamtes ausgerufen, am 19. März, dem Geburtstag von Johann Peter Frank. Der Mitte des 18. Jahrhunderts geborene Arzt und Sozialmediziner Johann Peter Frank gilt als Begründer des Öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Einen Tag des Gesundheitsamtes oder „Local Health Authority Day“ gab es zuvor auch auf internationaler Ebene nicht. Leistungsfähige lokale Gesundheitsbehörden sind überall auf der Welt das Rückgrat aller Bemühungen um die Gesundheit der Bevölkerung.

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