Das Universitätsklinikum Leipzig erweitert seine Kapazitäten für die Behandlung von COVID-19-Patienten. Dafür wird die Zahl der Operationen um über 30 Prozent verringert. Planbare und nicht dringliche Eingriffe in allen Kliniken werden verschoben, auch in den Ambulanzen wird die Zahl der Sprechstunden reduziert.

Dringliche Operationen und Behandlungen sowie die Versorgung von Notfällen sind davon nicht betroffen und werden in vollem Umfang sichergestellt. Damit die Kliniken in dieser 4. Welle nicht überlastet werden, appelliert der UKL-Vorstand, Impflücken jetzt zu schließen.

Aufgrund der zuletzt stark gestiegenen Zahl behandlungsbedürftiger COVID-19-Patienten sowie weiter steigender Corona-Infektionszahlen in Leipzig reduziert das Universitätsklinikum Leipzig die Zahl der planbaren Operationen und diagnostischen Eingriffen als auch die Zahl der ambulanten Konsultationen, um weitere Kapazitäten zu schaffen. Aktuell sind 18 COVID-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung am UKL, 26 werden auf der Normalstation versorgt.

Damit ist das UKL nun angesichts der Pandemieentwicklung zum dritten Mal gezwungen, Leistungen in der Regelversorgung zu reduzieren und Behandlungen zu verschieben. „Das ist sehr bitter für uns und unsere Patienten, die teilweise bereits seit Wochen oder Monaten auf eine für sie erforderliche Behandlung warten und denen wir gern helfen möchten“, sagt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig.

„Die Behandlung der an COVID-19 Erkrankten ist personell sehr aufwendig, so dass wir für die Erweiterung Unterstützung durch Mitarbeiter aus anderen Bereichen benötigen“, so Josten weiter. „Zudem verzeichnet das UKL ein deutlich höheres Patientenaufkommen über die Notaufnahme im Vergleich zur 2. und 3. Welle, als ein Lockdown auch die Zahl der Notfälle dämpfte . Aus diesem Grund können wir die normale Patientenversorgung, die wir im Sommer fast wieder auf Vor-Corona-Niveau wahrgenommen hatten, in der Form nicht aufrechterhalten.“

Auch die in diesem Jahr stärker in der Belegschaft spürbare saisonale Erkrankungswelle führt zu Ausfällen beim Klinikpersonal. Um sicherzustellen, dass ausreichend Pflegekräfte und Ärzte insbesondere für die intensivmedizinische Versorgung zur Verfügung stehen, wurde jetzt die Zahl der planbaren Operationen reduziert..  „Dadurch verringert sich die Zahl der nicht an COVID-19 erkrankten Patienten auf den Intensivstationen, sodass wir mehr freie Betten für Notfälle und weitere Aufnahmen zur Verfügung haben. Somit bleibt die wichtige Notfallbehandlung für die Bevölkerung sicher gestellt“, sagt Prof. Josten.

Die Patienten werden über die Verschiebungen individuell informiert. Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL, ergänzt: „Wir teilen die Enttäuschung und den teilweise offen geäußerten Frust unserer Patienten und Mitarbeiter darüber, dass dieser Schritt nun erneut erforderlich wurde. Jeder kann dazu beitragen, eine weitere Überlastung des Uniklinikums und der anderen Krankenhäuser der Region in den nächsten Wochen zu vermeiden – durch eine freiwillige Einschränkung von Kontakten, durch das Einhalten der manchmal schon in Vergessenheit geratenen AHA-Regeln und vor allem durch die Impfung.

Wir raten dazu, jetzt eine Erst- oder Zweitimpfung gegen Corona  wahrzunehmen und die Chance für eine Booster-Impfung zu nutzen. Das schützt jeden Einzelnen. Und unsere Patienten werden es ebenso wie unsere Mitarbeiter danken.“

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