Die Zentrale Notaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) verzeichnete 2025 erneut eine deutliche Steigerung der Patientenzahlen mit einem Höchststand von Notfallbehandlungen über die Feiertage und den Jahreswechsel. Auffällig waren die konstant sehr hohen Patientenzahlen, die ihren Höhepunkt mit 176 Patient:innen bereits am 30. Dezember und damit noch vor dem Jahreswechsel erreichten. Traurige Rekorde gab es auch bei den Verletzungen durch Feuerwerkskörper mit sieben Notoperationen, mehr als doppelt so vielen wie im Vorjahr.
Mit 249 Fällen über Silvester lag die Zahl der am UKL versorgten Notfallpatient:innen nochmals deutlich höher als im Vorjahr – da wurden 228 Menschen in der Zentralen Notaufnahme in der Liebigstraße versorgt. Durchschnittlich verzeichnet die ZNA mittlerweile rund 120 bis 150 Patient:innen täglich.
„Wir sehen hier seit einigen Jahren einen klaren Trend zu immer weiter steigenden Patienten:innenzahlen in den Notaufnahmen, bei uns am UKL waren es 2025 knapp 50.000“, konstatiert Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand am UKL. „Mit dem Ansturm zum Jahreswechsel haben wir zudem einen vorläufigen Höhepunkt erreicht, der auch unsere gut vorbereiteten Strukturen und Teams über die Maßen fordert“, so Josten weiter.
Deutlich mehr Patient:innen als in den Vorjahren kamen mit Verletzungen nach Stürzen, Auseinandersetzungen und falschem Umgang mit Feuerwerkskörpern ins UKL und mussten chirurgisch versorgt werden. 2025 waren dies 120 Fälle, vor einem Jahr zählten die Chirurgen 79 Patienten:innen.
„Darunter waren jetzt 13 Sprengverletzungen, bei denen die Hände betroffen waren“, erklärt Prof. Christian Kleber, Leiter des Bereiches Unfallchirurgie und des Traumazentrums am UKL. „In sieben Fällen waren die Verletzungen so schwer, dass wir notoperieren mussten“. Im vergangenen Jahr war dies nur drei Mal der Fall.
„Die Verletzungen reichen von abgetrennten Fingern über massive Handverletzungen durch das Halten von Böllern in den Händen“, so Kleber weiter. In der Mehrheit sind die Betroffenen junge, alkoholisierte Männer.
Doch der Ansturm beschränkte sich nicht auf den Jahreswechsel: Bereits in den Tagen davor sowie vor Weihnachten kamen mehr Patient:innen als sonst, berichtet Prof. André Gries, Leiter der Zentralen Notaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig.
„Wir sind inzwischen im Durchschnitt bei 134 Patient:innen am Tag, aber auch diese Zahl wurde mit insgesamt 176 am 30. Dezember nochmals weit überschritten“. Den Grund dafür sieht er in dem nicht ausreichenden Angebot im niedergelassenen Bereich. Dies werde durch eine Steigerung von fast 16 Prozent an fußläufigen Selbstzuweisern, die sich auf eigene Initiative in der Notaufnahme vorstellen, deutlich.
„Es ist gut, dass es hier aktuell Bemühungen gibt, die Menschen stärker auf die hier vorhandenen Angebote und Strukturen hinzuweisen und so besser zu steuern“, so Gries weiter. „Wir unterstützen das sehr, sind aber skeptisch, ob das Angebot in Zukunft ausreichen wird: die Notaufnahmen allein werden die Bedarfe jedenfalls mit den vorhandenen Strukturen zukünftig nicht decken können“.
Hintergrund Jahreswechsel 2024/2025: Silvesterunfälle: Erneut zahlreiche Hand- und Kopfverletzungen in der Notaufnahme des Uniklinikums Leipzig










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