Kurz vor der dritten Verhandlungsrunde bleibt das Angebot von Sana weit hinter den Forderungen der Beschäftigten zurück. In einer Beschäftigten-Befragung stimmten 84% für Warnstreiks, um spürbare Verbesserungen durchzusetzen. Lebenswichtige Arbeiten werden während des Streiks durch Notdienste sichergestellt.
Nachdem der Arbeitgeber in der ersten Runde mehr Verschlechterungen als Verbesserungen angeboten hat kommt nun Bewegung in die Tarifauseinandersetzen. Aus Sicht der Beschäftigten und der Gewerkschaft jedoch zu wenig und zu langsam: „Die Gehaltserhöhungen kompensieren gerade einmal die niedrige Inflation der letzten Jahre, die Laufzeit von über 2 Jahren lässt zudem kaum Spielraum für Anpassungen. Angesichts der aktuellen Benzin-Preise reicht das noch nicht“, kritisiert Niklas Wuchenauer, Gewerkschaftssekretär von ver.di. Besonders für die unteren Lohngruppen sei ein Mindestbetrag unverzichtbar.
„In den Sana Kliniken sorgen die Beschäftigten unter schwierigen Bedingungen dafür, dass kranke Menschen rund um die Uhr an sieben Tage in der Woche gut versorgt werden. Das muss anerkannt werden – auch finanziell“, betonte der Gewerkschafter. ver.di fordert für die rund 8.000 Beschäftigten in den 17 Kliniken, die unter den Sana-Konzerntarifvertrag fallen, eine Entgelterhöhung um 8,6 Prozent, mindestens jedoch 350 Euro monatlich. Für Nachwuchskräfte fordert die Gewerkschaft monatlich 150 Euro mehr.
„Die Bezahlung bei den Sana Kliniken muss Anschluss halten an die Tarifentwicklung in anderen Bereichen“, so Wuchenauer. „Die von Sana vorgeschlagene Erhöhung der Zeit-Zuschläge begrüßen wir. Die Beschäftigten sollen sie aber mit dem Wegfall der Zulagen für Schicht- und Wechselschichtarbeit und einer geringen Erhöhung der Grundlöhne erkaufen – das ist eine Mogelpackung“, kritisiert der Gewerkschaftssekretär.
Die Beschäftigten des Klinikums Borna werden ihre Forderungen am Montag mit einem Warnstreik und öffentlichen Protesten deutlich hörbar machen. Der Klinikbetrieb wird an diesem Tag deutlich eingeschränkt sein, die Versorgung von Notfällen wird zu jeder Zeit gewährleistet.
„Die Beschäftigten der Sana Kliniken streiken verantwortungsbewusst und sorgen dafür, dass niemand wegen des Warnstreiks zu Schaden kommt“, so Wuchenauer weiter. „Auch vom Arbeitgeber darf man erwarten, dass er verantwortlich handelt und in der nächsten Tarifrunde ein einigungsfähiges Tarifangebot vorlegt.“ Die Verhandlungen mit den Sana Kliniken werden am 26. März in Berlin fortgesetzt.
Hintergrund
Zentrale Forderungen der Beschäftigten:
- Gehalt: 8,6 %, mindestens 350 € bei 12 Monaten Laufzeit
- Bereitschaftsdienst: 10 % Erhöhung bei der Bewertung der Arbeitszeit
- Überstunden: Frühere Entstehung und somit frühere Vergütung
- Erhöhung der Praxisanleitungszulage auf 164,81 € und Ausweitung auf alle relevanten Berufe
- Aufnahme der Endoskopie und Sterilisation in den Geltungsbereich der PZ1 (Pflegezulage)
Das Arbeitgeber-Angebot vom 5. März:
- Gehalt: +6% gestreckt auf 27 Monate: 2,5% zu 1.4.2026; 2,5% zu 1.7.2027; 1,0% zu 1.3.2028; Kein Mindestbetrag
- Streichung Wechselschicht- und Schichtzulage, dafür deutliche Erhöhung Zeit-Zuschläge (Samstage: 25%, Nachtarbeit sowie Sonn- und Feiertag einheitlich 50%) -> Verbesserungen ab ca. 3 Nachtschichten pro Monat, bei 1 Nacht Verschlechterung
- Bereitschaftsdienste: Keine Verbesserung
- Überstunden: Keine Verbesserung
- Praxisanleitung: geringfügige Ausweitung, bei gleicher Höhe (nur 56,50 €)






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