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Der „Parkbogen Ost“ durch den Leipziger Osten kann ab 2016 gebaut werden

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    Manchmal gibt es auch in Leipzig Projekte, die so überzeugend sind, dass aus einer Vision schnell ein Plan und eine Förderung werden. So geht es mit dem "Parkbogen Ost", erst im Herbst 2014 vom Dezernat Stadtentwicklung und Bau in eine Vorlage gegossen. Doch am Donnerstag, 16. Juli, teilte Bundesbauministerin Barbara Hendricks mit: das Projekt wird mit 3,3 Millionen Euro vom Bund gefördert.

    Im Rahmen des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus 2015“ stellt der Bund 3,3 Millionen Euro Förderung bereit. Ein Fakt, über den sich am Donnerstag schon mal die Leipziger Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe (SPD) tierisch freute: „Mit dem Parkbogen Ost wird eines der wichtigsten Leipziger Städtebauprojekte vom Bund gefördert. Der Parkbogen Ost – eine Verbindung der Parks und Grünflächen im Osten der Stadt – soll zu einem Freizeit- und Erholungsgebiet erschlossen werden. Herzstück des Projekts ist das ehemalige Bahnviadukt in Sellerhausen. Grünanlagen und Baudenkmäler entlang dieses Bogens werden um Wege- und Radverbindungen sowie verschiedene Erlebnisstationen ergänzt. Dieses außergewöhnliche städtebauliche Konzept wird einen wichtigen Beitrag zur Alltagsmobilität und Lebensqualität in Leipzig leisten und den Leipziger Osten weiter aufwerten. Auch die Wirtschaft und der Tourismus werden von diesem Projekt profitieren. Ich freue mich sehr, dass die Förderung aus dem Bundesprogramm diese Tatsache würdigt und unsere schöne Stadt so noch attraktiver und lebenswerter wird.“

    Und dabei musste sich das Projekt im Leipziger Osten gegen Dutzende anderer Projekte aus ganz Deutschland durchsetzen.

    Für das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus 2015“ hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aus 164 Anträgen 46 Premiumprojekte ausgewählt und fördert diese mit insgesamt 150 Millionen Euro. Das Programm ist speziell ausgerichtet auf Denkmalensembles und bauliche Kulturgüter von besonderem Wert, die energetische und altersgerechte Erneuerung von Quartieren sowie Maßnahmen zu mehr „Grün in der Stadt“. Auswahlkriterien sind u.a. Innovationsgrad und Qualität der Konzepte, die Wirkung für die nationale und internationale Wahrnehmung sowie die Bürgerbeteiligung bei der Realisierung der Projekte.

    Eine Innovation ist der Parkbogen schon, denn er nutzt erstmals für Leipzig einen im Zuge des mitteldeutschen S-Bahn-Netzes 2014 stillgelegten Bahn-Viadukt, um eine neue Wegeverbindung über den Dächern der Ortsteile im Leipziger Osten zu schaffen.

    Noch im Herbst spukte das Wort visionär durch die Vorlage: „Der Parkbogen Ost ist eine visionäre bürgerschaftliche Idee, hinter deren Namen sich ein ca. 5 km langes Band mit Fuß- und Radwegen sowie Aktivflächen verbirgt, welches den Leipziger Osten bogenförmig umschließt. Kernstück dieses grünen Bandes soll der seit Dezember 2012 stillgelegte östliche S-Bahnbogen bilden, als verbindendes Element der Ortsteile Reudnitz, Anger-Crottendorf, Stötteritz, Sellerhausen, Schönefeld und Zentrum Ost.“

    Die entsprechenden Mittel zur Projektentwicklung in Höhe von 880.000 Euro hat die Leipziger Stadtverwaltung schon im Herbst entsprechend beantragt. Sie sollen in den Jahren 2016 bis 2019 projektbegleitend bereitgestellt werden. In diesem Zug hat das Planungsdezernat auch schon einen Zeitplan aufgestellt für die Umsetzung des Parkbogens. Die Benennung der Eigenmittel war Voraussetzung für die jetzt bewilligte Förderung des Bundes.

    Insgesamt sollen in den Jahren 2016 bis 2019 dann 4,193 Millionen Euro in das Projekt investiert werden. Die Stadt will dabei nicht selber die Projektsteuerung übernehmen, sondern diese einer Betreibergesellschaft übertragen, die z.B. Parkbogen GmbH & Co. KG heißen könnte.

    Dabei will man sich erst mal auf die zwei zentralen Bausteine des in fünf Abschnitte geteilten Projekts konzentrieren: den Abschnitt 3 von der Zweinaundorfer Straße bis zur Eisenbahnstraße und den Abschnitt 4 von der Eisenbahnstraße bis zur Hermann-Liebmann-Straße. Das sind die beiden Abschnitte, die direkt auf der stillgelegten Eisenbahntrasse geführt werden. Bis zur Zweinaundorfer Straße führt seit April 2014 die Anger-Crottendorfer Bahnschneise, die Teil des im Grunde schon fertiggestellten Abschnitts 2 des „Parkbogens“ ist, der vom Lene-Voigt-Park bis zur Zweinaundorfer Straße führt.

    Abschnitt 1 vom Grassimuseum bis zum Lene-Voigt-Park braucht im Grunde noch eine sinnvolle Wegeführung, und im Abschnitt 5 von der Hermann-Liebmann-Straße bis Hauptbahnhof/Westseite müssen auch noch ein paar zündende Ideen gefunden werden, denn an der Hermann-Liebmann-Straße nördlich der Brandenburger Brücke würde der „Parkbogen“ ja nach den bisherigen Vorstellungen die alte Gleistrasse verlassen und über die Rackwitzer und die Berliner Straße zum noch zu entwickelnden Gebiet auf der Westseite des Hauptbahnhofes führen.

    In Höhe der Mierendorffstraße in  Anger-Crottendorf würde der künftige Hochweg auf das Viadukt hinaufgeführt werden müssen. Links und rechts der Route gibt es schon zahlreiche Ideen zur kulturellen, wirtschaftlichen und Freizeitnutzung – vom Kletterwald über offene Gärten bis zur Nutzung des alten Lokschuppens am Lene-Voigt-Park.

    Den Masterplan hat die Stadt zwar nicht – wie versprochen – noch vor dem Sommer im Stadtrat vorgelegt. Aber jetzt kann man ja hoffen, dass der Plan im Frühherbst vorgestellt wird, so dass bis 2018 zumindest schon einmal die so viel diskutierte „Skyline-Promenade“ auf dem Sellerhäuser Viadukt entstehen kann. Wenn erst mal die Trasse existiert und sinnvolle Wegebeziehungen bestehen, werden sich die bürgerschaftlichen Strukturen von selbst ansiedeln.

    Die Vorlage des Planungsadezernats vom Herbst 2014.

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